Auch mit Profis wieder kein Sieg

Jung, Waldschmidt, Jatta und Porath und dennoch reicht es im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn und Zwölften der Regionalliga Nord aus Drochtersen nur zu einem dürftigen Unentschieden für den HSV.

Mit zwei Niederlagen mit absolut abstiegsreifen Leistungen gestartet, in Hannover kurz vor einem unverdienten Sieg stehend durch einen bösen Patzer von Keeper Mickel einen Punkt geholt, gegen Aufsteiger Lupo Martini in einem auf unterem Oberliga-Niveau stehenden Spiel glücklich den ersten Dreier eingefahren, ging es mit 4 Siegen aus fünf Spielen bergauf und der Knoten schien geplatzt. Doch jetzt gab es aus den letzten 4 Partien wieder nur zwei Unentschieden. Niederlagen gegen einen schwachen Aufsteiger aus Egestorf sowie gute Lübecker, ein glückliches Unentschieden gegen bessere Paulianer und wie gesagt das magere 1:1 gegen die Asseln, den Aufsteiger aus dem letzten Jahr.

Bisherige Spiele der U21 (Saison 2016/17)
Spieltag Gegner Heim/Auswärts Resultat Tabellenplatz
1. TSV Havelse A 0:3 (0:2) 18.
2. SV Eichede H 2:3 (1:0) 18.
3. Hannover 96 II A 1:1 (1:0) 15.
4. Lupo Martini Wolfsburg H 1:0 (0:0) 12.
5. Eintracht Braunschweig II A 5:1 (3:1) 6.
6. ETSV Weiche Flensburg H 1:2 (1:1) 10.
7. BSV SW Rehden A 2:0 (1:0) 7.
8. VfV 06 Hildesheim H 3:1 (1:0) 7.
9. 1. FC Germania Egestorf/Langreder A 2:3 (0:2) 7.
10. FC St. Pauli II H 2:2 (0:0) 8.
11. VfB Lübeck A 1:3 (0:2) 11.
12. SV Drochtersen/Assel H 1:1 (1:1) 11.

Es läuft noch nicht wirklich rund für das Team von Dirk Kunert. Gute Ansätze sind zwar vorhanden, es mangelt aber an Konstanz. Schlüsselspieler wie Adel Daouri oder auch gerade Sebastian Haut im defensiven Mittelfeld lassen sich bei verletzungsbedingten Ausfällen nicht adäquat kompensieren. Das gibt der Kader letztlich nicht her, dazu ist das aus der U-19 hinzugekommene Spielermaterial einfach nicht gut genug.

Jatta und Waldschmidt haben zwar bei ihren Einsätzen für die U21 getroffen, aber sie, wie auch Jung und Finn Porath trainieren mit den Profis und nicht mit der U21, weswegen das Spielverständnis natürlich auch nicht immer gegeben ist. Das wiegen auch die letztlich besseren individuellen Fähigkeiten am Ende des Tages nicht auf.

Sicher, die Spieler aus dem zweiten oder dritten Glied der Profis müssen und sollen Spielpraxis bekommen. Das geht dann quasi auf Zuruf und Dirk Kunert muss zusehen, was er am Wochenende dann daraus macht und welche Truppe er ins Rennen schickt. Nicht wirklich gute Voraussetzung für eine konstante und stabile Entwicklung und vor allem keine ernsthaft vernünftige Basis um tatsächlich die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs näher an die Profis zu bringen, wie dies ursprünglich geplant wurde.

Der derzeitige Platz 11 mit 5 Punkten auf einen Abstiegsplatz ist aus meiner Sicht eine realistische Einordnung der HSV U21 in der Tabelle. Gegen die vermeintlich Schwachen werden zuviele Punkte liegengelassen, gegen die wirklich starken oder besser stärkeren Teams gab es nichts zu holen (Havelse, Lübeck, Weiche). Jetzt stehen drei Spiele gegen die vermeintlichen Top Teams der Liga an Wolfsburg, Meppen und Lüneburg (wobei die Zweitformation der Wölfe bisher ebenfalls schwächelt), bevor das Lokalderby gegen Eintracht Norderstedt ansteht, die mit neuem Trainer den Abwärtstrend stoppen zu können scheinen.

Das wird kein leichter Gang für Dirk Kunert und seine Jungs und es wäre nicht verwunderlich, fänden sich die Rothosen zum Ende der Hinrunde wieder in akuter Abstiegsgefahr. Man wird den SV Eichede wohl kaum vom Tabellenende verdrängen können, dafür sind die Stormarner wieder einmal zu schwach, aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass auch in diesem Jahr Rang 15. zum Klassenerhalt nicht ausreichen könnte. Man wird sich besser nicht darauf verlassen, dass Werder II die Klasse in der 3. Liga hält oder St. Pauli II zwangsabsteigen muss, weil die Erstvertretung den Gang in Liga 3 antreten darf.

Es darf also auch hier weiter gezittert werden.

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