Bäääm – die Bombe ist geplatzt.

Da wollte ich mich nach dem gestrigen Erfolg gegen Eintracht Norderstedt mal wieder ein wenig der U21 widmen und bäääm platzt heute früh die Bombe:

Heribert Bruchhagen und Jens Todt mit sofortiger Wirkung freigestellt! Verkündet vom AufsichtsratsVORSITZENDEN Bernd Hoffmann.

Formal hat der AR den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen seiner Aufgaben mit sofortiger Wirkung entbunden und dem bisherigen Finanzvorstand Frank Wettstein – als einzig verbliebenem Vorstandsmitglied – das opreative Geschäft übertragen. Dieser wiederum hat dann den Sportchef Jens Todt mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Stand jetzt, so Wettstein, bleibt Trainer Bernd Hollerbach für die erste Mannschaft verantwortlich, was so viel heisst wie ‚bis auf Weiteres‘, also bis nach dem Bayern Spiel?

Es ist noch nicht lange her, da war noch die Rede von einem Putschversuch, als ein Felix Goedhardt eben jene Konsequenz (Entlassung von Bruchhagen und Todt) und Personalsituation (Wettstein und Bernhard Peters [„Die aktuellen Aufgaben Todts inklusive aller Vertragsverhandlungen werden im Fachbereich Sport aufgeteilt“ hsv.de] als oberste Entscheidungsträger) forderte (siehe „Putschversuch?“). Jetzt wird landauf landab die Entscheidungsfreude des neu formierten Aufsichtsrates gelobt.

Dabei sei an dieser Stelle zunächst die Frage erlaubt, woher der plötzliche Sinneswandel rührternd Hoffmann nun doch zum Aufsichtsratsvirsitzenden zu machen? Nur eine Woche nachdem er sich schiedlich fridlich mit dem Stellvertreterposten zufrieden gab, rückt Bernd Hoffmann nun doch an die Spitze und drückt zugleich mit Max-Arnold Köttgen einen neuen Stellvertreter durch. Der ehemalige ARV Michael Krall rückt ins zweite Glied, angeblich alles einstimmig beschlossen. Wer’s glaubt?!

Wie dem auch sei,unterm Strich ist es so, wie Felix Magath bei sky feststellte: „Sie haben nichts bewegt. Man kann das jetzt drehen und wenden, wie man will.“ Inwieweit sowohl Bruchhagen als auch Jens Todt in ihrem Wirken durch die desaströse Vorstellung ihres Vorgängers Dietmar Beiersdorfer dabei im Tagesgeschäft die Hände gebunden waren, sei an dieser Stelle mal hintenan gestellt. Der sichtlich erleichterte Heribert Bruchhagen übernahm im obligatorischen Pressegespräch zu seiner Entlassung die volle Verantwortung für das sportliche Desaster und räumte Fehler bei der Bewertung der Situation ein, ließ aber gleichzeitig auch durchblicken, dass bestimmte Entscheidungen über seinen Kopf hinweg getroffen wurden bzw, jenseits seines Einflussbereiches lagen:

Die Verantwortung dafür übernehme ich. Der Vorstandsvorsitzende ist für alle Dinge verantwortlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob einzelne Entscheidungen auf anderer Ebene getroffen werden.

Bruchhagen und Todt waren zum Schluss auf jeden Fall nur noch ‚lame ducks‘- Von daher ist eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht verkehrt. Der neue starke Mann scheint in der Tat nun Bernd Hoffmann zu sein. Zumindest wird es in erster Linie ihm zugeschrieben, dass der HSV sich aus der Passivität der letzten Tage und Wochen aus der Apathie und Hoffnungslosigkeit herausbewegt.

Es ist ein Signal für einen Neuanfang, wie er selber sagt: „einen ersten Impuls zu setzen für eine Neuausrichtung“. Der HSV will nach seinen Worten nichtz den Fehler der letzten Jahre machen und sofort eine neue Lösung zu präsentieren. Sicherlich macht es Sinn, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um eine optimale Lösung präsentieren zu können. Bleibt allerdings zu hoffen, dass es mit der Entscheidungsfindung nicht wieder so ewig lange dauern wird wie bereits einmal unter der Ägide Bernd Hoffmanns (ja, ich weiß, damals lag es am AR und weniger an Bernd Hoffmann selber).

„Das ist der Neustart und wir arbeiten alle gemeinsam entweder am Wunder oder an der 2. Liga!“

Am Wunder will auch nach wie vor Bernd Hollerbach arbeiten wie er heute auf der PK vor dem Bayern Spiel nicht müde wurde zu betonen. Es sind noch 9 Spiele zu spielen und ja, rechnerisch ist der Klassenerhalt noch drin. Abschenken sollte man jetzt nichts, aber es sollten schon Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Es stehen viele Entscheidungen an, nicht nur bei den Profis. Auch im Nachwuchsbereich geht es um Vertragsverlängerungen bei Trainern (u.a. bei Christian Titz) und Spielern. Hier dürfte in erster Linie Berhard Peters in Zusammenarbeit mit Dieter Gudel gefordert sein, die durchaus gute Arbeit der vergangenen Jahre jetzt nicht den Bach runtergehen zu lassen.

Es bleibt spannend und niemand kann derzeit sagen wohin es den Hamburger Sportverien in Zukunft führen wird. Der Eindruck – Stand heute – es bewegt sich etwas. Grund zur Euphorie ist das nicht. Grund zur Hoffnung? Vielleicht, aber dazu müsste zunächst ein konkreter Plan offenbar werden? Wie will man sich personell und finanziell aufstellen? Welchen finanziellen Spielraum hat man überhaupt? Was geht ohne Kühne? Was geht mit ihm?

P.S. Mit dem gestrigen, am Ende doch souveränen 5:1 gegen Eintracht Norderstedt festigte die U21 von Christian Titz die Tabellenführung und zeigte, dass sie die unfreiwillig verlängerte Winterpause doch recht gut überstanden hat und dass sie doch noch gewinnen kann. Laut Titz spielt das Theater rund um die Erste und den Verein bei der Zwoten ja eh keine Rolle. Die Jungs sind fokussiert, wollen die Staffelmeisterschaft und ja, sie wollen aufsteigen. Da kommt doch wenigstens ein wenig Freude auf! Bei mir zumindest.

5 Kommentare

  1. Der HanseDer Hanse

    Hoffnung! Wenigstens gibt es wieder Hoffnung! Und nun sollten ALLE endlich dieses schwarz-weiss Getue einstellen und an einem Strang ziehen! Im AR, Beirat, im e.V., bei den Profis wie dem Nachwuchs! Wenigstens dieser einzig gelungene Neuanfang darf nicht wieder zerstört werden. Ich hoffe, dass sich Hoffmanns Ansichten da geändert haben. Danke für deine unaufgeregten Blogs und Grüße aus Helvetica

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Hoffmann = Hoffnung
      So lautet momentan wohl die Formel in Hamburg. Dennoch ist diese Hoffnung zum jetzigen Zeitpunkt mehr als diffus.
      Bei allen derzeitigen Unklarheiten dürfte lediglich klar sein, dass beim Hamburger (Universal) Sportverein NICHT und NIEMALS alle an einem Strang ziehen werden. Nicht solange die Skatspieler noch meinen, die Geschicke des Profifussball maßgeblich mitbeeinflussen zu können und zu wollen.

      Dennoch… Es fühlt sich wie ein Stück zurückgewinnen Bewegungsfreiheit an. Die Illusion agieren und nicht nur reagieren zu können?

  2. Der HanseDer Hanse

    Ja, ich weiß – das ist dünn. Aber nur eine starke Person kann die Strömungen einfangen und in eine Richtung lenken. Beim Fac Bayern klappt das ja auch …

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  3. Martin Schölkmann

    Hoffmann und Neuanfang, das ist ein Witz! Schon vergessen: es war der inkompetente Egomane, der 2008 die Weichen für den jahrelangen Niedergang stellte, nachdem er den -damals noch mit glücklichem Händchen agierenden – Didi Beierdorf abserviert hatte. Reinhard als Sportchef-Azubi und rechte Hand, zig Trainerwechsel in kürzester Zeit, diese Kultur hat den HSV seither geprägt. Hoffmann ist der HSV so wichtig wie Trump Amerika wichtig ist. Hauptsache Bühne und AG-Fleischtöpfe, und sicherheitshalber unfähige Schleimer als Buddys platzieren.
    Was wir brauchen beim HSV-Fußball sind kompentete, ehrliche und EHRBARE Führungspersönlichkeiten mit einer Vision und einem Plan für einen NACHHALTIGEN Neuaufbau, nicht solche selbstverliebten, unfähigen Populisten. Dieser Verein hat eine große Basis, eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Da müssen wir ansetzen und aufbauen und ENDLICH eine neue Kultur etablieren. Schickt die Legionäre zum Teufel baut ein HAMBURGER Team auf, das sich mit Verein und Fans zu einer Einheit formt.

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    1. der Coach

      Bei aller berechtigten Kritik an den letzten Hoffmann-Jahren, so doch bitte keinen Unsinn hier einstellen. 1. Es war Herr Beiersdorfer, der den Machtkampf gesucht hat und den Aufsichtsrat vor die Wahl stellte „er oder ich“ und dieses Duell dann verlor. 2. Das damals noch glückliche Händchen wage ich doch anzuzweifeln angesichts solcher Transfers wie Tavares, Albert Streit usw.

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