Was geht nach dem Debakel von Liverpool? BVB -HSV [Vorschau]

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What a game! Während ich mich an die Vorschau für das Sonntagsspiel des Hamburger Sportverein mache, bin ich gedanklich immer noch bei dem wahnsinnigen Match von gestern in Liverpool. Super Stimmung auf den Rängen, friedliche Fans, ein bärenstarker BVB an der Anfield Road, ein ekstatischer Thomas Tuchel, der die frühe 2:0 Führung nach brillantem Spiel bejubelt, ein Jürgen Klopp, der konsterniert wirkt, aber dennoch entschlossen.

Nach der Pause ist die Stimmung auf dem Siedepunkt als das Anschlußtor fällt. Dortmund hält dagegen, 3:1. Und dann, Kloppo pusht…sich, seine Spieler und vor allem das Publikum…der BVB stellt das Fussballspielen ein. Tuchels Wechsel entpuppen sich als unglücklich. Und dann das, was sich andeutete, der Siegtreffer für Liverpool in der Nachspielzeit.

“Wir waren uns nach dem 3:1 zu sicher“, sagte Mats Hummels im Anschluss an die Partie.

What a game! oder wie Prof. Vitzliputzli es in einem Kommentar – mit deutlichem Seitenhieb auf den HSV – zum Ausdruck brachte: “Das war eine tolle Sportart eben, die aus Liverpool übertragen wurde…“

Der BVB also am Boden zerstört, währen das Gros der Hamburger Spieler einen trainingsfreien Tag genießen durfte. Die Spieler haben das Spiel zusammen gesehen. Ihnen dürfte ihre Chancenlosigkeit vor Augen geführt worden sein, für den Fall, dass die Maschinerie beim BVB ins Laufen kommt. Wie wird die Dortmunder Reaktion ausfallen?

Können sich die Spieler mental von diesem Schock bis Sonntag erholen? Gibt es eine Trotzreaktion? Konzentriert man sich in Dortmund jetzt ganz auf den DFB Pokal, wo am Mittwoch das Halbfinalspiel bei der Berliner Hertha ansteht?

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV gegen Borussia Dortmund

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV gegen Borussia Dortmund

Wie dem auch sei, die Rothosen wären gut beraten, sich auf ihre eigenen Stärken zu besinnen, die sich allerdings in mannschaftlicher Geschlossenheit und 120% Einsatzwillen erschöpfen dürften. Diese Stärken abzurufen gelang den Hamburger in der Rückrunde zwar zunehmend seltener, gegen ‘große’ Gegner jedoch ließ sich dieses Potenzial meistens erfolgreich abrufen und der BVB ist ja durchaus eine Art Lieblingsgegner. Sogar in der vergangenen Saison gelang unter Joe Zinnbauer ein Überraschungscoup und man konnte die drei Punkte in den Volkspark entführen.

Das Siegtor zum 1:0 erzielte Pierre-Michel Lasogga in der 35. Minute. Der HSV spielte mit: J. Drobny – Diekmeier (66. Stieber), Djourou, H. Westermann, Ostrzolek – Behrami, T. Arslan – N. Müller (87. Rudnevs), Holtby, M. Jansen – Lasogga (83. Jiracek).

Dieser Sieg sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass es den Hamburgern in den letzten 10 Partien lediglich 4 mal gelang nicht zu verlieren.

Die letzten Auswärtsspiele des HSV bei Borussia Dortmund (aus HSV Sicht):

  • 1:0 (1:0) [2014/15]
  • 2:6 (1:2) [2013/14]
  • 4:1 (2:1) [2012/13]
  • 1:3 (0:2) [2011/12]
  • 0:2 (0:0) [2010/11]
  • 0:1 (0:1) [2009/10]
  • 0:2 (0:1) [2008/09]
  • 3:0 (2:0) [2007/08]
  • 0:1 (0:0) [2006/07]
  • 1:1 (1:1) [2005/06]

Laut Bruno Labbadia benötigt der HSV einen Sahnetag, um am Sonntag in Dortmund etwas zu holen. Nun, die Erkenntnis ist nicht neu, ebensowenig wie die Tatsache dass der Hamburger ‘Spielmacher’ Aaron Hunt definitiv nicht mit von der Partie sein wird. In Abwehr und Sturm ist der Kampf um die Plätze in der Startelf noch voll im Gange: Cléber oder Djourou und Schipplock oder Lasogga. Klar scheint hingegen, dass für Dennis Diekmeier wieder nur Platz auf der Bank sein wird. Ostrzolek rückt zurück in die Elf und Sakai wird wieder rechts verteidigen und Nicolai Müller offensiv unterstützen.

Für Artjoms Rudnevs scheint erneut kein Platz im Kader zu sein. Da er sich für diesen Fall bereits für einen Einsatz in der U23 angeboten haben soll, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dort morgen gegen den TSV Havelse auflaufen wird, was die Chance für den HSV zu punkten drastisch verbessert. Mit ihm haben die Rothöschen bisher kein einziges Spiel verloren.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Gideon Jung, der nach massiven Rückenproblemen am heutigen Tage allerdings wieder voll ins Training einstieg.

Thomas Tuchels Fokus liegt klar darauf seine Truppe und auch sich wieder aufzurichten, hauptsächlich in Hinblick auf das Pokal-Halbfinale in Berlin. Inwieweit ihm das bereits für das Sonntagsspiel gelingt, konnte er selber noch gar nicht sagen. Ebenso mit welchem Personal er die nächste anstehende Aufgabe angehen will. Es bleibt also spannend.


So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Ekdal, Holtby – Gregoritsch – N. Müller, Ilicevic – Schipplock
Bank: Drobny, Cleber, Diekmeier, Jung, Kacar, Bahoui, Lasogga
Trainer: Bruno Labbadia

Borussia Dortmund:
Bürki – Ginter, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Weigl, Castro – Mkhitaryan, Aubameyang, Reus
Trainer: Thomas Tuchel

Schiedsrichter: Marco Fritz
Der 38jährige Bankkaufmann vom SV Breuningsweiler pfeift am Sonntag sein 93. Bundesligaspiel und zum 10. Mal eine Bundesligapartie des Hamburger SV. In den bisherigen 2 Auswärtsbegegnungen unter seiner Leitung verzeichnete der HSV einen Sieg und eine Niederlage bei 5 gelben Karten.


Während es für den BVB in der Meisterschaft prinzipiell um nichts mehr geht, ist jeder Punkt für den HSV nach wie vor notwendig um die Klasse zu sichern. Wie ein eventueller Punktgewinn – ob einfach oder dreifach – zustande kommt, sollte dabei nebensächlich sein. Wichtig ist es die notwendigen Punkte zu sammeln und damit endlich auch eine Planungssicherheit für die kommende Saison zu erhalten.

4 Kommentare

  1. ky

    Schöner Vorbericht, HL, aber dass der schnellste und gegenwärtig beste Stürmer – Artjoms Rudnevs – in der U23 spielen soll, und nicht im Signal-Iduna-Park, das ist eine Frechheit sondergleichen.
    Es gibt eben kein Leistungsprinzip beim HSV, sondern nur Trainers Lieblinge… unfassbar.
    Vielleicht gehe ich diese Saison doch noch mal zum Stadion, aber nur, um Handzettel zu verteilen – wie “blind” sind die meisten HSV-Fans eigentlich?

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  2. cool downcool down

    Moinsen, schliesse mich Dir vollumfänglich an, Ky.

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  3. ky

    Herr Kühne, Herr Gernandt,

    wann stellt dieser Verein für die Führungspositionen des HSV
    ENDLICH Profis ein? Die Azubis mit Millionen-Salär beweisen eindrucksvoll, dass diese völlig überfordert sind. Zur Erinnerung: Dieser Kader hat 6 Mittelstürmer, von denen in dieser Form keiner Bundesliga-tauglich ist (Lasogga, Schipplock, Rudnevs, Altintas, Olic, Drmic). Vor 2 Jahren hatte der Kader 7 (in Worten sieben…) Innenverteidiger. Jeder plietsche 13jährige hätte mehr Verstand in der Kaderplanung. Unser “Retter” Bruno Labbadia mag ein kurzfristig guter Motivator sein, einen Aufbau eines Teams kann er nicht, und das hat er in mehreren Stationen unter Beweis gestellt. Unsere Co-Trainer würden ohne BL nicht mal eine Anstellung in der 3. Liga erhalten. Aber beim HSV dürfen diese ganzen Nicht-Könner weiter Geld verschleudern, Anteile verscherbeln… WARUM?
    Danke für eine Antwort, ein HSV Mitglied seit 1969.

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  4. HSV-Fan aus Prinzip

    Nach diesem Spiel muss jetzt jeder blinde gesehen haben wohin der Trainer Laberdia den HSV gebracht hat. Ich vermeide bewusst das Wort Fußball Lehrer.
    Von den gescheiterten Vorstandsmitgliedern ganz zu schweigen.
    Ich stelle mich jetzt auch nicht hier oder woanders hin und sage ich habe es ja immer schon gesagt. Ich werde auch nicht auf einen oder mehrere Spieler eingehen. Alles was, sagen wir mal ab beginn der rückrunde vom HSV gezeigt wurde ist beschämend.eigentlich schon ab dem Beginn der saison. Die Aussendarstellung ist nur noch peinlich. Ein Vorstand der mit Hilfe bzw stillhalten des Aufsichtsrat 60 Millionen Euro verbrannt hat.
    Regelmäßies Versagen der sportlichen Führung. Vercoachen unzähliger Spiele.
    Usw usw. Alles was ich befürchtet habe ist eingetreten. Aber mit dieser Wucht und der Menge an Peinlichkeiten habe ich mit Sicherheit nicht gerechnet.
    Man kann sich das HSV leben schön reden oder schön saufen, in irgendwelchen Blogs, privat oder öffentlich oder sonstwo. Dieses gestammel von diesen verantwortlichen des hsv kann sich keiner mehr antun.
    Ich habe mir diesem Verein seit heute abgeschlossen. Ich habe mich noch nie so geschämt in den letzten tagen ein HSV Fan zu sein.
    Ich habe noch nie eine so peinliche Truppe wie diesen HSV heute gesehen.
    Ich bin nur noch erschüttert.
    Diese verantwortlichen Personen vom HSV nimmt niemand mehr ernst.
    Das schlimme ist nur das sie es nicht merken.
    Dieses Gespür für den Abgrund ist erschreckend was diese Personen in sich tragen.

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