Calli hat den Plan und Kühne tut die Kohle raus…HSV was nun?

„Ich möchte dann auch so’n bischen Spaß haben!“ soll Klaus Michael Kühne gesagt haben, laut seinem neuen Berater in Fußballfragen, dem mit allen Wassern gewaschenen Rainer Calmund. Da saß man dann gemütlich auf Mallorca zusammen vor 5 Wochen und besprach, wie es denn mit dem HSV weitergehen solle. Eben jener Rainer Calmund, der Aufsichtsratsvorsitzende und Kühne & Nagel Adlatus Karl Gernandt, Herr Kühne himself, der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer und ein Herr namens Volker Struth von dem sein Ziehvater Calmund sagt, er sei einer der erfolgreichsten und besten besten Spielerberater:

„Der Struth hat ’ne Firma von 20 Mann. Alles abgewichste Kerle. Die wissen genau was läuft auf dem Transfermarkt, bei den Vereinen, wie die Denkweise ist, wie die Preise liegen.“
Rainer Calmund im Telefonat mit Britta Kehrhahn von ndr 90,3

Der da, der Struth, der soll und wird es richten. Zu wessen Wohl?

Der da, der Struth, der soll und wird es richten. Zu wessen Wohl wohl?

Da Calli selber nicht wieder auf die Kommandobrücke will, scheint man ein Konstrukt vorzuziehen, bei dem der liebe Herr Calmund völlig uneigennützig den von ihm protegierten Spielerberater Struth Herrn Kühne an die Seite stellt, sdamit dieser ihn berät, für welchen Spieler er Geld zur Verfügung stellen soll. Ist hier eine Entscheidung gefällt, so dürfte man Herrn Beiersdorfer davon in Kenntnis setzten, damit dieser die notwendigen Schritte für eine Verpflichtung unternimmt. Es soll offensichtlich geklotzt und nicht gekleckert werden. Ein Direktor Profi Fußball, der versucht mit wenig(er) Geld nachhaltig zu wirken, wirkt in einem derartigen Umfeld natürlich störend und muss entsorgt werden. Der Beschluss über diese Personalie dürfte eenfalls am Rande dieses Treffens gefallen sein. Beiersdorfer sprach von unterschiedlicher sportlicher Ausrichtung. Damit dürfte nicht die bevorzugte Spielformation 4-2-3-1 oder 4-4-4 gemeint gewesen sein, sondern der Unterschied „klotzen vs. kleckern“.

Laut Calmund fand der Herr Beiersdorfer

„diese Lösung ganz gut mit Volker Struth, dass er so’n bisschen berät und auch mit seinem Know How, mit seiner Erfahrung, mit seinem Netzwerk. So, die Dinge stehen jetzt an, das muss man abwarten, dass die sich da jetzt auch zusammenfinden.“

Nun, in der Zwischenzeit hat am Freitag vor Pfingsten, nach der Entlassung von Peter Knäbel (als Voraussetzung?), das nächste Gespräch auf Mallorca stattgefunden. Mit Herrn Kühne und mit Herrn Struth. Dabei dürfte man Dietmar Beiersdorfer noch einmal klar gemacht haben, wie der Plan ist, dass man nicht mit einem Jumbo Jet oder A380 voller Geld eingeflogen kommt, dass man um die 50 Mios bereitstellen würde für 3-4 gestandene sowie 3 jüngere Spieler.

Man darf gespannt sein, welche Spieler da verpflichtet werden, ob die Spieler in der Mehrzahl Kandidaten aus dem Stall von Sports Total, der Firma von Volker Struth sind oder ob Struth an andere Berater vermittelt. Klar sein dürfte, dass der Selfmade Man nicht für lau arbeiten wird und dass auch ein Rainer Calmund ohne den Struth heut gar kein Spielerberater wäre seinen Obolus abhaben möchte. Alleine diese Konstellation sorgt schon für Unbehagen ebenso wie das Gefühl, dass der Vorstandsvorsitzende der HSV AG lediglich noch zu den anberaumten Treffen hinzitiert wird um die beschlossenen Pläne in Empfang zu nehmen und den Erfüllungsgehilfen zu spielen.

Die gemeinsame Zielsetzung ist langsam Schritt für Schritt da unten raus zu kommen, „ins Mittelfeld und mal wieder oben an die Spitzengruppe anzukratzen.“ sagt Calmund. Für mich klingt das wie eine Drohung. Man hält den Ertrinkenden immer so gerade eben überm Wasser, verstärkt Jahr für Jahr die Abhängigkeiten und am Ende?

Tja, feindliche Übernahme? Der Fan verliert die Lust? Der Gönner und Mäzen will sein Geld wieder? Was immer es auch sein mag. Die Chancen auf andere strategische Partner sinken, die Chancen auf eine von wirtschaftlicher Vernunft und Notwendigkeit geprägten Kaderplanung sinken. Von den HSV plus Zielen will ich an dieser Stelle gar nicht reden. HSV plus ist etwas für Sozialromantiker und hatte sich mir dem Tag der Ausgliederung erledigt. Da hatte der Mohr seine Schuldigkeit getan. Es mag Betrug am Wähler oder Selbstbetrug des Wählers sein. Who cares, business is business and the show must go on.

Bisher arbeitete der HSV bei seinen Vrepflichtungen mit einer ganzen Reihe von Spielerberatern zusammen. Ein Blick auf den Kader 2015/16 belegt dies:

Spieler Position Vertrag bis Beraterfirma Berater
Rene Adler TW 2017 Jörg Neubauer
Andreas Hirzel TW 2018 FST Sportsmanagement
Tom Mikkel TW 2016 Sports United Ötztunali
Johann Djourou IV 2017 Costa Bonato
Cléber Reis IV 2018 Elenko Sports Ltda
Emir Spahic IV 2017 Spielerrat GmbH
Matthias Ostrzolek LV 2017 arena11 sports group
Dennis Diekmeier RV 2018 Sports Total Volker Struth
Gotoku Sakai RV/LV 2018 Pro Profil GmbH Thomas Kroth
Ashton Götz RV 2017 GBV Spielerprojekt
Gideon Jung DM/IV 2018 EMD Sports GmbH
Dren Feka DM/LV 2018 GBV Spielerprojekt
Lewis Holtby DM/OM 2018 Noack Sports
Albin Ekdal ZM 2019 Martin Klette
Aaron Hunt OM 2018 ISMG
Ahmet Arslan RA 2016 T21plus
Finn Porath OM 2018 Pro Profil GmbH Thomas Kroth
Ivo Ilicevic LA 2016 Sports Total Volker Struth
Nicolai Müller RA 2018 arena11 sports group
Nabil Bahoui LA 2018 HCM Sport Agency
Michael Gregoritsch RA/MS 2019 Sports United Ötztunali
Philipp Müller RA 2016 extratime GmbH Thomas Vogel/Christoph Graf von Leutrum
Josip Drmic MS 2016 Sports Total Volker Struth
Pierre-Michel Lasogga MS 2019 Mama
Sven Schipplock MS 2018 ISMG
Artjoms Rudnevs MS 2016 Soccertalk GmbH/F-MG.com
Ivica Olic MS 2016 ISMG
Batuhan Altintas MS 2017 Friends Sports
Kerim Demirbay OM 2017 arena11 sports group
Matti Steinmann ZM 2017 Pro Profil GmbH Thomas Kroth
Zoltan Stieber LA 2017 Sports Total Volker Struth
Mohammed Gouaida LA/OM 2018 EW Management
Bobby Wood MS 2019 Robert Schneider
Christian Mathenia TW ? extratime GmbH Thomas Vogel/Christoph Graf von Leutrum
Alles klar! sagt Volker Struth, geiht los! Aber wohin geht die Reise mit ihm an der Seite von Karl-Michael Kühne.

Alles klar! sagt Volker Struth, geiht los! Aber wohin geht die Reise mit ihm an der Seite von Karl-Michael Kühne.

 

Immerhin 22 unterschiedliche Berater/Beraterfirmen ‚betreuen‘ die Spieler des HSV. Volker Struth mit Sports Total betreut zur Zeit 4 von 34 Spielern. Damit ist er bereits jetzt Spitzenreiter. Sicherlich wird Struth versuchen, seine Leute beim HSV unterzubringen, wobei eine ganze Reihe von Spielern aus seinem Portfolio von vornherein für die Rothosen obsolet, weil out of price range, sein werden. Leute wie Kroos, Reus, Götze, Toprak, Castro oder Stindl werden kaum in Frage kommen. Ab einem Marktwert von 6 – 8 Millionen könnte der HSV allerdings tätig werden. In dieser Preiskategorie wäre zu denken an: Drmic, Knoche, Hahn, Derdiyok, sogar ein Sidney Sam käme wieder in Betracht (Eine Liste der von Struth derzeit betreuten Spieler gibt es hier).

Das gemeine Volk allerdings scheint sich um entsehende oder entstandene Abhängigkeiten nicht zu scheren. Der Mehrheit der Fans scheint es schlicht egal zu sein, sie wollen endlich wieder einen HSV sehen, der erfolgreich spielt, einen der Europa das Fürchten lehrt und da scheint jedes Mittel recht zu sein, wie auch unsere kleine Umfrage: „Kühne, sein Engagement ein Segen oder Fluch“ zu belegen scheint.

Sämtliche Hoffnungen ruhen auf Kühne und das ist das eigentlich Tragische, zeigt es doch deutlich, dass man der derzeitigen Führung des HSV nicht zutraut, so zu entscheiden und zu wirtschaften, dass der Karren nachhaltig aus dem Dreck gezogen werden kann. Damit ist der HSV endgültig zum Spielball eines einzigen Mannes geworden, dessen währe Beweggründe (noch) unklar bleiben. Kühne ist allerdings ein Mann mit klarem Verstand, jemand, der mit Kälkül agiert. Wenn der HSV Glück hat, dann meint er es ernst als Fan und will sich nur ein Denkmal setzen.

Sein in Aussicht gestelltes neues Engagement (in Ehren oder nicht) wirft dennoch weitere Fragen auf. Wie werden die 50 Millionen verbucht, wie verzinst und vor allem wer bezahlt die Gehälter für die Spieler, die dann für 50 Millionen verpflichtet wurden? Wir sprechen hier immerhin von 6 – 7 Spielern bei einem Klub der im November dank einer kurzfristigen Finanzspritze knapp an der Illiquidität vorbei geschrammt ist. Die Gehaltseinsparungen von Drobny, Olic, Ilicevic, Rudnevs und Kacar dürften das kaum ausgleichen. Aber schaun mer mal…Herr Kühne will ja nur ein bischen Spass!.

6 Kommentare

  1. PaderbornerPaderborner

    http://heluecht.stupid-and-slow.de/kuehne-und-co-investoren-und-anteile-die-verpasste-chance-teil-6/

    Guter und zu recht kritischer Bericht HL.
    Ich bin ja eigentlich nur in diesem Blog hängen geblieben, wegen der genialen Analysen letztes Jahr vom Coach, weil die aus meine Sicht einfach komplett den Nagel auf dem Kopf getroffen haben (na gut und weil ich im Gegenblog gesperrt bin ;).

    Aber ich bin auch der Meinung, das KlauMi Business und HSV-Fan einfach nicht trennen kann und somit dem HSV einfach mehr schadet wie nützt (auch wenn sich 50Mio erstmal Geil anhören!).

    Er hat damals, mit der vdv Verpflichtung, Arnesen total ‚Enteiert‘ und egal was man von Arnesen hält, das ging einfach garnicht und hat uns extrem geschadet.

    Beiersdorfer hat er jetzt ebenfalls ‚Enteiert‘, gut dem ist sein gutes Gehalt evtl. so wichtig das er bleibt, aber eigentlich hat auch er jetzt keine Chance mehr und sein Projekt ist mit Knäbels Abgang gescheitert (klar, nen Witsel oder Hulk soll her wohl noch holen für’n HSV, bringt uns bestimmt weiter lmao).

    Ich glaube Kühne tut uns nicht gut, aus genau diesen Gründen, wir müssen uns unsere Millionen erstmal wieder hart erwirtschaften, damit wir sie Wertschätzen können, alles andere ist Mist (meine Meinung).

    BTW das der ausgediente Schwabbel (der auf jeden Fall mal ne gute Zeit hatte … vor 10 Jahren) und sein Leblings- ‚abgewixter‘ Spielerberater jetzt mitmischen sollen, macht das ganze nur suspekter (wüsste nicht wo es sonst sowas gibt?)!

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Egal, weswegen du hier hängen geblieben bist 😀

      Aber gut, dass du den Link zu Kühne und seinen Aktivitäten von der Saisonanalyse 2014/15 vom Coach nochmal eingestellt hast, denn der Teil gibt noch mal einen guten Überblick.

      Die Abhängigkeit ist seitdem nicht geringer geworden. Neues Darlehen(Anteile) im November und jetzt das offensichtliche Reinreden ins operative Geschäft. Es passiert genau das, was viele Gegner der Ausgliederung befürchtet haben. Dennoch ist sie aus meiner Sicht der richtige Schritt gewesen.

      Calmund, der erklärte, es sei seine Idee gewesen, dass der HSV in Zukunft so ähnlich arbeiten werde, wie es früher bei Bayer Leverkusen gehandhabt wurde. „Da waren wir zu viert: Trainer Christoph Daum, Sportdirektor Rudi Völler, mein Assistent Andreas Rettig und ich als Vereinschef. Bei jedem Transfer, den wir ernsthaft überlegt haben, wurde über Stärken, Schwächen, Charakter und Preis diskutiert. Am Ende haben wir abgestimmt. Nur wenn alle vier dafür waren, haben wir den Spieler verpflichtet. Beim HSV sieht das dann so aus: Auf der einen Seite sind dort Dietmar Beiersdorfer und Bruno Labbadia, auf der anderen Seite der Mäzen Kühne, der von Struth beraten wird.“ zitiert mopoHSV24 die Zeit.

      Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte!!!

  2. ky

    Schöner Blog, HL, sehr gut zusammen gestellt.
    Tja, viele wollen am, beim und mit dem HSV verdienen, aber keiner will sanieren, konzipieren, nachhaltig wirtschaften und eine Zukunftsperspektive erarbeiten…

    Warum um Himmels willen halten Gernandt/Kühne an dem HWP-Studenten Dietmar Beiersdorfer fest? Der hat doch nun 2 Jahre in Folge hier bewiesen, dass er ein Geschäft mit diesem Umfang nicht überblickt. Zuvor gescheitert bei Red Bull und bei Zenith St. Petersburg. Was qualifiziert den fränkischen Zauderer für eine so anspruchsvolle Aufgabe? Wegen seiner Verdienste um den HSV in der Ära Bernd Hoffmann?
    Aber hat damals nicht Bernd Legien als „Scout“ van der Vaart, De Jong, Kompany, Boularouz, etc. entdeckt und Mr. Pokerface Bernd Hoffmann die Transfers abgewickelt?
    Hat Katja Krauss nicht den Hamburger Weg als „soziales Gesicht“ des HSV entwickelt und vermarktet? Die Legende von Dukaten-Didi haben die Medien erfunden.

    Also, warum hält Herr Kühne an DB fest? Weil er ahnt, dass der überforderte DB noch für eines gut sein wird: Den e.V.-Mitgliedern eine Satzungsänderung abzuringen, weitere Anteile zum Verkauf zu stellen!

    Und dann ist Herr Kühne am Ziel, denn 50+1 wird fallen, weil es schon gefallen ist, in Leipzig, Hannover, Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim. Und wer heute vor einen EU-Gerichtshof zieht in dieser Sache, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Klage durch setzen. mark my words…

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    1. SchbaggnSchbaggn

      und Deine These betreffend der 50+1 Regelung wird wohl auch den Animationstrieb von KMK begründen. Knapp 100 Mio reingehauen in einen wirtschaftlich maroden Laden (Verein) namens HSV. Knapp 100 Mio „investiert“ und dabei nur 24,9% der Anteile am HSV kann er max. bekommen.
      Als 11- facher Milliardär scheidet er als enthusiatischer Schwachkopf aus… der Mann hat einen Plan. Da die zur Verfügung gestellte Summe bei Kredit-Laufzeiten von unter 2 Jahren einen nicht (oder kaum) rückzahlbaren Betrag darstellt, wird wohl eine andere Absicht dahinter liegen (können):
      a) Fanatismus (Hüstel)
      b) Kalkül

      Ich tippe mal eher auf die zweite Version.
      Kurzum: Deine angemerkte EU- rechtliche Komponente sehe ich hier als entscheidend an, denn es wäre nicht das erste mal, das die Brüsseler Spatzen geltendes Vereinsrecht oder Nationalrecht ausser Kraft setzen.

  3. SchbaggnSchbaggn

    Auf Grund aktueller persönlicher Erfahrungen in meinem Freundeskreis, bin ich heute ein „wenig“ mehr sensibilisiert als sonst üblich und möchte an dieser Stelle das zuvor verpasste „Danke“ an HL aussprechen für diesen Blog und auch dem Chat.
    Man nimmt manchmal so vieles als Selbstverständlich hin… doch das das ist es nicht!
    Hüstel…. ich bin auch schon wieder ganz ruhig… ich wollt’s nur los werden.

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  4. ky

    Schbaggn, meine These einer erfolgreichen EU-Klage kannst Du im Netz finden. Und so sehr ich unsere „Zentral-Verwaltung inkl. Wasserkopf“ hasse, in Wettbewerbsfragen sind die gar nicht so blöd ( EU-Roaming…).
    In 3 Jahren gehört der HSV Kühne, das mögen viele schlecht finden – wie ich seine aktuellen „Berater“ – aber, besser ein „Fan“ als ein Scheich.
    Seine Vorgänger sind seit fast 30 Jahren armselige Blender (ja, Herr Wulff, Herr Hunke et. al., sie sind Schuld am HSV heute, Blitzlichter haben ihr Hirn ausgeknipst). future will tell…

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