Christian Titz bleibt ligaunabhängig: Hurra!?

Der Trainer bleibt ligaunabhängig: Hurra!

Jubelstürme allenthalben, nur ein paar Miesepeter, die einem die Stimmung vermiesen wollen. Jetzt, wo sich der HSV doch gerade anschickt…

Ja, was denn eigentlich? Meister werden zu wollen? Die Championsleague zu gewinnen?

Nein, der HSV schickt sich nach wie vor an, das erste Mal seit Bestehen der Bundesligageschichte abzusteigen, hofft darauf sich vielleicht noch in die Relegation retten zu können, in der dann Holstein Kiel warten würde. Keine dankbare Aufgabe. Aber das soll an dieser Stelle gar nicht das Thema sein.

So sehr ich die Entscheidung begrüße, mit Christian Titz ligaunabhängig weiter arbeiten zu wollen, so sehr überrascht mich der Zeitpunkt, zu dem diese Entscheidung beim Hamburger Sportverein gefallen ist bzw. diese Entscheidung verkündet wurde.

Die einen sagen, der Zeitpunkt sei gut gewählt, er würde vor dem entscheidenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (entschieden wird by the way in Wolfsburg!) Druck vom Kessel nehmen. Druck von wem eigentlich? Dem Trainer, den Spielern, den Fans? Hätte es ohne diese Entscheidung pro Titz im mehr als wahrscheinlichen Abstiegsfalle Mord und Totschlag gegeben und gibt es den jetzt nicht, weil man nun um die glorreiche Zweitligazeit und den direkten Wiederaufstieg unter Titz weiß?

Ich bezweifle das. Für mich ist der Zeitpunkt auch nicht gut gewählt, denn ich hätte mir von vornherein ein klares Bekenntnis zu einem Trainer Christian Titz gewünscht. Bei Amtsübernahme, ligaunabhängig. Das klare Bekenntnis: “Wir sind davon überzeugt, mit diesem Trainer, nachhaltig eine Mannschaft aufbauen zu können, die den Ideen von HSV+ und unserem Leitbild Rechnung trägt”. Oder so ähnlich.

Aber völlig unabhängig davon, ob der Zeitpunkt gut gewählt erscheint oder nicht, wirft er Fragen auf.
Warum wurde diese Entscheidung verkündet, obwohl bis vorgestern noch unisono die Rede davon war, eine derartige Entscheidung könne nur von dem neuen Sportchef getroffen und verkündet werden?

Nun, die Antwort ist einfach. Man wird auf absehbare Zeit keinen neuen Sportchef präsentieren können, nachdem Rouven Schröder nun doch in Mainz bleibt. Kaum dass dies bekannt wurde, verkündet der Hamburger SV die Entscheidung mit Titz ligaunabhängig weiter arbeiten zu wollen.

Eine Vorstandsentscheidung, die Peters und Wettstein ja bereits lauthals angekündigt hatten. Ist Bernd Hoffmann nun der Verlierer, ein Blender, der es nun zum zweiten Male nicht zeitnah schafft einen Sportchef zu präsentieren? Der Aufsichtsrat hat sich (obwohl es gar nicht sein Entscheidungsbereich ist) auch für Titz ausgesprochen. Einstimmig? Mehrheitlich?

Es bleiben eine Menge Fragen offen, ja durch diese Entscheidung zu diesem Zeitpunkt werden eine Menge alter und neuer Fragen erst aufgeworfen.

Tatsache ist, es gibt weiter Intrigen, Machtspiele und der HSV trifft Entscheidungen wie ein Getriebener, ohne Not, entgegen anderweitiger Ankündigungen. Das sollte und darf in dem ganzen momentanen ohnehin komisch anmutenden Jubel nicht außer Acht gelassen werden.

Und noch etwas: Christian Titz ist kein Heilsbringer, kein Jesus, der übers Wasser läuft. Mit diesem Hype und der daraus auch resultierenden Erwartungshaltung wird man ihm und seiner durchaus guten Arbeit (wer hätte schon damit gerechnet, der HSV würde noch 3 Siege (oder mehr) bis zum Saisonende einfahren) nicht gerecht. Der Trainer ist beim HSV wieder einmal die ‘ärmste Sau’.

Fortsetzung folgt!

9 Kommentare

  1. der Coach

    Bei Amtsübernahme? Und wenn Herr Titz dann nicht oder kaum gepunktet hätte? Nee, es ist in Ordnung erstmal zu schauen ob er den Anforderungen gewachsen ist.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Und das kann man jetzt so beurteilen?

  2. der Coach

    Naja, das ist eine andere Frage – aber hätte man sich festgelegt und Titz hätte 0 Punkte geholt wäre wohl auch oder erst recht gemeckert worden. Immerhin kann man nun feststellen er ist nicht komplett untergegangen…

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  3. GVGV

    Moin, Titz hängt schon jetzt zwischen den Stühlen. Er hat sich von Peters/Wettstein instrumentalisieren lassen und wird auch das erste nächste Bauernopfer sein.
    Scheinbar haben sich jene scheinbar durchgesetzt und den Hoffnungs- und Sympathieträger auf ihre Seite gezogen. Doch nun hat sie Hoffmann vom ARV aus an der Leine. Wird es nix mit den großspurigen Plänen und Finanzkalkulationen vom sofortigen Wiederaufstieg, muss er nicht den Kopf hinhalten.
    Wo ist er eigentlich gerade, Hoffmann, auf Mallorca ?

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Nun, dann hat Hoffmann ja schon das wichtigste Ziel erreicht, seinen ‘Arsch’ zu retten, in bester HSV Tradition.

      Titz ergreift die Chance seines Trainer Lebens. Wer will ihm das Vorwerfen. Ich nicht!

      Und nun schauen wir mal, was er mit dem HSV zu Wege bringt und wie lange.

      P. S. Hoffmann ist meines Wissens auf Malle, um seinen Kindern den Ballermann zu zeigen. Kampfsaufen für den HSV.

  4. GVGV

    Er ist wirklich auf Malle ? :-D

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  5. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    War, heute natürlich zurück im Stadion.

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  6. bopsi

    Du hast die Frage doch schon selbst beantwortet. Titz war nicht der Kandidat von Hoffmann und seinem angedachten Sportchef.
    Und nun könnte die Sache mit dem Sportchef wohl zu einer ziemlich bitteren Hängepartie werden …
    Titz konnte doch nun völlig druckbefreit sein Ding in der Bundesliga durchziehen, der HSV war abgestiegen! Jetzt wird das ganz anders, Titz muss mit dem HSV aufsteigen! Ein Druck, den noch kein HSV-Trainer erleben musste/durfte/konnte.
    Es wird erneut ein brutales Jahr für den HSV, an deren Ende muss nicht zwingend der Aufstieg stehen, auch muss nicht zwingend Titz dann noch Trainer beim HSV sein.
    Hoffmann muss erst einmal den AR mehrheitlich für sich gewinnen, das sehe ich aktuell nicht.

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  7. ky

    “Ist Bernd Hoffmann nun der Verlierer, ein Blender, der es nun zum zweiten Male nicht zeitnah schafft einen Sportchef zu präsentieren?”

    HL, auch Dir sollte bekannt sein, dass anno 2010/11, nach dem Abgang von Beiersdorfer, nicht der VV Bernd Hoffmann, sondern der völlig zerstrittene AR für die Suche und Bestellung des Vorstands Sport zuständig war.
    Und das Ergebnis dieser AR-Tütensammlung ist ja hinlänglich bekannt…

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