Christian Titz kommt für Dirk Kunert

Neuer U21 Trainer …

Nachdem feststand, dass der am Saisonende auslaufende Vertrag mit Trainer Dirk Kunert nicht verlängert werden würde und Kunert den HSV nach nur einer Saison wieder verlassen würde, wurde er bereits seit Wochen als Nachfolger gehandelt, doch jetzt ist es offiziell: Neuer Chefcoach der U21 wird Christian Titz, der bisherige Chefcoach der U17 des Hamburger SV.

Bernhard Peters lobte den ‘Neuen’ bereits im Vorfelde, attestierte ihm große Leidenschaft sowie die Fähigkeit Spieler entwickeln und auf dem Weg Richtung Profis entscheidend weiterbringen zu können.

Offensichtlich Attribute, die Dirk Kunert nicht gehabt haben soll, in den Augen von Direktor Sport jedenfalls nicht. Dieser soll des öfteren bemängelt haben, dass es Kunert mehr um den Teamerfolg ging als um die individuelle Entwicklung einzelner Spieler.

Ich kann dieser Argumentation nicht folgen, zumal die besten Akteure der U21 ohnehin regelmäßig und fast ausschließlich bei den Profis trainierten und maximal am Abschlußtraining der U21 teilnahmen. Dirk Kunert hat beim HSV in der vergangenen Saison außerordentlich gute Arbeit verrichtet. Das erste Jahr U21, im Winter noch einmal 3 Akteure aus der U19 integriert, rangiert die Zweitvertretung mit derzeit 47 Punkten ganz weit oben, mit Aussicht auf Rang 3 in der Endabrechnung. Bemerkenswert, war doch zunächst die Parole ausgegeben worden, nicht absteigen zu wollen.

Nicht nur, dass Kunert den Klassenerhalt mit seiner Truppe frühzeitig gesichert hat, nein, ihm ist es gelungen ein Team aus den vielen Spielern zu formen, auch jene aus der zweiten, dritten und gar vierten Reihe immer wieder bei der Stange zu halten und selbst mit diesen Akteuren zu punkten. Man schaue sich die letzten Partien an in denen ihm beispielsweise Köhlert, Götz, Haut, Oschkenat, Porath, Jatta, Waldschmidt, Janjicic fehlten.

Entsprechend ehrgeizig geht Kunert auch die restlichen noch anstehenden Spiele an. Er will noch möglichst viele Punkte sammeln. Ob dies nun seinem Naturell entspricht oder aus einer ‘Jetzt erst recht’-Haltung resultiert ist dabei nebensächlich, sicher ist es etwas von beiden. Kunert wird versuchen, sich hier noch eine Art Denkmal zu setzen. Mit Tabellenplatz 3 am Ende der Saison könnte ihm dies tatsächlich gelingen.

Dazu müsste morgen um 12:30 zunächst die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg bezwungen werden. Anschließend steht noch die Nachholpartie gegen die Eintracht aus Braunschweig an, bevor es zum Spitzenreiter nach Meppen geht. Es folgen noch die Spiele gegen Lüneburg, Norderstedt und Oldenburg. Stand jetzt, durchaus lösbare Aufgaben, selbst in Meppen, wenn man denn gut besetzt und mit voller Konzentration bei der Sache ist.

Ich möchte Dirk Kunert auf alle Fälle an dieser Stelle ausdrücklich für seine Arbeit danken. Diese seine Truppe hat mir in dieser Saison häufig viel Spass gemacht, in unterschiedlichster Besetzung und das macht sie für mich qualitativ eigentlich noch besser als die ‘Zinnbauer-U23′ mit Götz, Marcos, Gouaida, Steinmann, Jung und Co.

Kunert wird große Fußstapfen für Christian Titz hinterlassen, der erst noch beweisen muss, ob er diese trotz der Vorschusslorbeeren von Bernhard Peters, ausfüllen kann. Er wird dazu bis 2019 Zeit bekommen.

Zum Wohle des HSV drücke ich ihm die Daumen.

P.S. Am Stuhl des Co-Trainers klebt übrigens eine Menge Pattex. Auch unter Christian Titz wir Soner Uysal zweiter Mann bleiben.

5 Kommentare

  1. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Ergänzend zu dem Blog ein paar aktuelle Aussagen vom Direktor Sport und dem Stifter des Campus:

    Otto […]Wir werden zumindest in den kommenden Jahren finanziell nicht mit den ganz großen europäischen Clubs mithalten können und sind deshalb sehr stark auf eine funktionierende Jugendarbeit angewiesen.[…]

    Peters: […]Es geht immer um die Philosophie, die Herr Otto angerissen hat: eine leistungsambitionierte Ausbildungsarbeit im Nachwuchsleistungszentrum abzuliefern, aber als Vorbildwirkung immer auch auf den Amateursport auszustrahlen. Herr Otto bleibt für uns da ein wichtiger Ratgeber.

    Wer kommt denn in die 16 Internatsplätze?

    Peters Nur Spieler, für die wir eine Bundesligaperspektive sehen. Wir bieten den Talenten den Rahmen, aber durch die Tür in die Bundesliga müssen sie selber gehen.

    […]Wir haben eine große soziale Verantwortung, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass die soziale Anbindung an einen Stadtteil dort sehr viel schwieriger ist. Aber auch in Norderstedt gehen die Jungs in normalen Wettkampfzeiten praktisch nie weg, höchstens einmal in der Woche in ein Café. Das müssen wir im Volkspark über Fahrdienste kompensieren, das haben wir alles in der Planung.

    […]von 6.30 Uhr bis abends um 22 Uhr gibt es eine pädagogische Betreuung, dazu natürlich einen Sicherheitsdienst im Gebäude und nachts auf dem gesamten Stadiongelände.

    Herr Otto, partizipieren Sie oder die gGmbH davon, wenn durch den Verkauf eines in der Akademie ausgebildeten Spielers eine hohe Ablösesumme reinkommt?

    Otto: Nein. Ich habe immer klar gemacht, dass man spendet, aber keine Erwartungen an einen Rückfluss hat.

    […] Sicherlich wollen wir Fortschritte in der Nachwuchsarbeit erzielen, aber das tun wir jetzt schon. In vielen internen Rankings ist der HSV schon ganz vorne dabei. Natürlich wünscht man sich, dass hier aus diesem Internat mal der eine oder andere große Spieler hervorgeht. Aber entscheidend ist erst einmal, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Für mich ist dabei auch das Thema Kontinuität elementar wichtig. Ich glaube, man wird Erfolg haben, wenn das Team um Bernhard Peters kontinuierlich weiterarbeiten kann und die nötige Unterstützung von Vorstand und Aufsichtsrat bekommt. Viele personelle Wechsel sind nicht gut. In der Vergangenheit fehlten beim HSV die Ruhe in der Nachwuchsarbeit und eine klare Philosophie.

    Peters: Vieles wird heutzutage tagesaktuell bewertet, besonders von den Medien. In der Jugendarbeit ist es aber nicht so, dass das Gras schneller wächst, wenn man an ihm zieht. Man braucht Geduld, Glück und Können. Diejenigen, die schon Jungprofiverträge haben, sind auf einem sehr guten Weg. Aber sie müssen in allen Bereichen noch 20 Prozent drauflegen. Die Nachwuchsarbeit des HSV darf kein Alibi sein, sondern muss als Teil einer Strategie absolut gewollt sein. Es kann nur funktionieren, wenn das auch von den Profitrainern entsprechend gesehen wird.

    […] Wenn unsere Profimannschaft seit drei Jahren immer am Abgrund steht, dann ist es für alle Trainer dieser Welt sehr schwer, unerfahrene, aber talentierte Spieler in einer mental schwierigen Situation aufzustellen. Grundsätzlich wollen Markus Gisdol und Jens Todt aber diesen Weg gehen, was mich sehr positiv berührt …

    […] Mit einem guten individuellen Plan für unsere Perspektivspieler im Fußball und in der Persönlichkeitsentwicklung können wir im Wettbewerb mithalten.

    […] Leider gibt es aber bei 30 Prozent der Jugendlichen zu viele negative Einflüsse. Denen wird teilweise suggeriert, sie seien der Messi der Zukunft. Dadurch geht ihre Sozialkompetenz total den Bach runter. Ich nerve unsere Trainer immer wieder damit, dass sie sich parallel auch als Erzieher verstehen sollen und nicht als ein Übungsleiter nur auf dem Platz. Leider bringt die Trainerausbildung in Deutschland in dieser Richtung zu wenig.

    http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article210329897/Die-besten-Talente-muessen-zum-HSV.html

    Antworten
  2. PaderbornerPaderborner

    @HL ist Jatta auf einmal Bundesliga Ready? Ich guck mir den Mist ja in der Regel nicht an (also nur live Ticker) aber bei den Einwechselungen (bei stand 0:2!) hatte ich mich schon ein wenig gewundert …

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Na ja, offensiv über Aussen hat der HSV ja niemand anderen. Denke auch, dass es als Ansporn gedacht ist, weiter zu arbeiten , denn an sich gearbeitet hat Jatta und sich deutlich entwickelt. Der Junge ist unbekümmert. BL tauglich? Ich denke eher (noch) nicht wirklich, aber wer war das in den letzten beiden Spielen schon? Mavraj jedenfalls gestern nicht.

  3. PaderbornerPaderborner

    Mavraj geht ja noch auf Beiersdorfers Konto, also da sollten wir uns keine Sorgen um die Zukunft machen. ;)

    Antworten
  4. Horst Schlau

    Hallo heluecht !!!

    Jetzt will ich mich doch zuerst mal für deine ausgewogene Berichterstattung bedanken !!!
    Egal ob die erte Mannschaft oder die U 21 !!!

    Ausgewogen und fair, neural und in keinster Weise beleidigend, was nicht selbstverständlich ist !!!

    Genau wie die letztenn Wochen nicht alles Gold war, was glänzt, ist jetzt nicht alles schlecht !!!

    Genau wie in den letzten Spielen ein Spieler Wood nicht alleine die Punkte eingefahren hat, hat dieses mal der Abwehrspieler Marvrj das Spiel verloren !!!

    Zu dem obigen Bericht, nur in einem intakten Mannschaftsgefüge kann sich ein junger Fussballspieler weiterentwickeln, und dazu zähle ich die aktuelle Mannschaft von Herr Kunert !!!

    Und ob sich Herr Peters da nicht etwas vergaloppiert hat, werden wir in der nächsten Saison sehen !!!

    Also vielen Dank !!!

    Gruß horst

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>