Das große Kühne Interview – Gäääähn?

Nachdem ich zunächst ausgiebig gegähnt habe, musste ich bei genauerem Hinsehen doch feststellen, dass das Kühne Interview in der Sportbild eine ganze Reihe interessanter Aspekte beinhaltet. Daher an dieser Stelle einige Bemerkungen von meiner Seite dazu.

Klaus-Michael Kühne (Sportbild):
“Für mich gibt es eindeutig den Spruch: Man soll nie nie sagen. Im Augenblick ist die Sache sehr festgefahren, da kann ich von mir aus keine Schritte mehr machen – die müssten von der anderen Seite kommen.”

Nichts fasst es besser zusammen, dass man auf das Geschwätz des alten Mannes wenig geben kann. Kühne weiß, dass man so oder so auf ihn zugehen und zukommen muss.

Und zum Thema AUSSTIEG:

Klaus-Michael Kühne (Sportbild):
Ich bin bereit, sie [die Anteile, Anm. d. Red.] zum von mir bezahlten Einstandspreis abzugeben und diese ohne Gewinn zu veräußern, ja. Ich sehe aber niemanden, das ist auch Utopie.

Natürlich, ist der Ausstieg überhaupt nicht sein Ziel und in Kenntnis der Situation (es gibt nach wie vor keine strategischen Partner, die beim HSV einsteigen wollen und schon gar nicht zu den von Kühne genannten Konditionen). Angesichts der Utopie natürlich ein Leichtes, sich derart jovial zu äußern.

Herr Kühne taktiert und spielt auf Zeit.

“Eine weitere sehr positive Nachricht für den HSV. Endlich bestimmt der HSV die Spielregeln und lässt sich nicht wie eine Marionette in weitere Abhängigkeiten und Sackgassen drängen.“ las ich heute in einem HSV Forum.

Nein, der HSV ist nach wie vor abhängig von dem alten Mann. Die Schranken, ihm die Sperrminoritöt zu versagen, hat es auch vor Bernd Hoffmann bereits gegeben. Die ‘Satzungslücke’ ist nach wie vor nicht geschlossen.

Man war dort auch der Meinung, “Es würde die Chance eröffnen, vielleicht gar 2-3 strategische Partner zu finden, die die Anteile mittelfristig übernehmen.”

Nun, Herr Kühne selber hält das für utopisch. Ich schließe mich ihm an.

Mittelfristig? Mittelfristig erzählt der edle Gönner ohnehin wieder etwas anderes (#nienie). Darauf ist Verlass!

Natürlich ist Klaus-Michael Kühne Opportunist und verfolgt seine Interessen. Wer jemals anderes behauptet oder gehofft hat, ist mit großen Scheuklappen durch die Weltgeschichte gelaufen.

Hoffmann nun also als Derjenige, der Kühne in die Schranken verweist? Und Frank Wettstein Derjenige der die fertigen Pläne für eine weitere Übernahme bereits in der Schublade hat?

Auch zu dieser Thematik findet sich im Sportbild Interview Interessantes:

Wir waren eigentlich soweit, dass in einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärt werden sollte, dass sich Herr Hoffmann mit dem Vorstand und Aufsichtsrat zu einem späteren Zeitpunkt dafür einsetzen wird.

Dieses sollte einvernehmlich als Ziel ausgegeben werden und hätte mir als Zeichen für eine weitere Förderung auch gereicht. Herr Köttgen als Aufsichtsratschef stand dahinter. Frank Wettstein als Finanzchef ebenso. Herr Hoffmann war schwankend, hat mal Ja und mal Nein gesagt.

Das gibt ja durchaus auch ein Bild von den im AR existierenden Allianzen und lässt nicht nur vermuten, sondern macht auch deutlich, dass man nach wie vor weit entfernt davon ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, zumindest in die gleiche Richtung.

Und auch in die Arbeitsweise des Herrn Wettstein gibt Kühne interessante, wenngleich wenig überraschende Einblicke. Auf die Frage, ob es eine Führungsperson gäbe, die den Mann aus Schindelegi nicht enttäuscht hätte, heißt es:

Klaus-Michael Kühne (Sportbild):
“Die Konstante war Herr Wettstein, der Finanzchef. Er ist auch ein bisschen schlitzohrig, und wenn es ums Geld ging, hat er mir immer ziemlich abenteuerliche Konstruktionen genannt, da musste ich furchtbar aufpassen. Unser Justiziar hat immer genau drauf geschaut und alles rechtlich überprüft. Er hatte bei den Abmachungen immer sehr viel zu tun.

Wettstein, Wettstein…
… alles muss versteckt sein!

Das Interview beinhaltet eine ganze Reihe weiterer Aspekte, denen ich mich an dieser Stelle heute nicht weiter widmen möchte. Dieses Interview wird uns sicherlich noch einige Tage beschäftigen und es wird medial häppchenweise ausgeschlachtet werden.

Kühne befürchtete zu Recht, dass lediglich einige Passagen und Halbsätze die Schlagzeilen ausmachen und Dinge aus dem Kontext gerissen würden.

Kennt man das gesamte Interview, ist es auf die Person Kühne bezogen eigentlich wenig dramatisch und Vieles wirkt aus seiner Sicht nachvollziehbar und plausibel.

P. S. Ich würde das komplette Interview hier gerne zur Verfügung stellen, verzichte aus Copyright Gründen allerdings darauf. Ihr müsst also die Sportbild kaufen oder aber mit einer Bewertung der anderweitig durch die Medien geisternden Auszüge und Interpretationen vorsichtig umgehen. Auch mit diesem Beitrag ;-)

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