Der Drops ist gelutscht: Kühne zeigt sein wahres Gesicht

kuehne

Klaus Michael Kühne hat sich in den letzten Tagen wieder einmal zu Wort gemeldet und seinen Unmut über die sportliche Entwicklung kundgetan. Über sein Engagement beim Hamburger SV scheiden sich die Geister. Während die einen in ihm den Retter sehen, der den Untergang des Hamburger SV verhindert hat, weil niemand sonst in Zeiten selbstverschuldeter Not als Geldgeber parat stand, sehen andere in ihm einen machtbesessenen Geronten, dem es darum geht, seinen Einfluss beim HSV zu sichern und zu vergrößern, um ihn schließlich ganz zu übernehmen.

Im Zuge der daraufhin geführten Diskussionen bin ich in einem anderen Blog auf nachstehenden, zugegebenermaßen etwas provokanten Kommentar gestossen, den ich hier präsentieren und zur Diskussion stellen möchte. Der Autor selbst will an dieser Stelle nicht klarnamentlich genannt werden, hat der Verwendung seines Kommentars jedoch ausdrücklich zugestimmt.


“Der Drops ist gelutscht. Der „Edel-Fan Nr. 1“ hat das Visier hochgeschoben und die Lunte der von ihm mittels HSV+ klug plazierten Bombe nun eigenhändig angezündet. Klar, so etwas ist Chefsache. Und nun; warten auf den großen Knall. Vermutlich bereits nach dem zu erwartenden finanziellen Zusammenbruch der AG mit der Bilanzveröffentlichung und dem darauf folgendem Chaos in der Mitgliederversammlung des e.V. Und bis dahin wird hoffentlich auch der letzte Träumer hart auf den Boden der Realität aufgeschlagen sein, aufwachen und begreifen, wo Geduld und Demut ihr fremdgesteuertes Ende nach schweizer Traditionsrezept finden. Beim HSV ist es hohe Zeit, die guten alten 78-Schelllack-Platten mit Wagners „Götterdämmerung“ herauszuholen.

Es ist aber auch wirklich zum Heulen; da ist dieser altruistische „Gönner“ doch tatsächlich von Allen im und um “seinen” HSV so schwer enttäuscht worden, dass er einfach keine Anteile mehr erwerben möchte, ja, eigentlich nicht mehr erwerben kann. Die Spieler, die Mannschaft, der Trainer und die sportliche Leitung sind einfach Schuld an Allem. Welch ein Schicksalsschlag für diesen so arg gebeutelten und zerbrechlichen alten Greis. Er leidet doch so unsäglich unter „seinem“ HSV.

Und dann ist ja auch noch in Deutschland die Gesetzeslage für Investoren überraschend kurzfristig unerträglich geworden. Eine ausgemachte Frechheit, dass man nun plötzlich mit einer Minderheitsbeteiligung von unter 10% nicht mehr das absolute Sagen in einer AG haben soll. Pfui, was für vaterlandslose Gesellen sind nur für die Zustände in dieser Bananen-Republik verantwortlich.

Gut, aber das Hamburg eben nicht in Spanien oder England liegt, dass hätte der alte Mann vielleicht doch auch schon vorher über einen seiner exzellenten Büttel in Erfahrung bringen können. Klar, Altona ist noch Dänemark, Wandsbek gehört noch zu Lübeck und Stade… ; für die kleine, heile Welt eines schweizer Emigranten natürlich schon etwas verwirrend, dieses Hamburg der Neuzeit.

Ach, auch egal, die Welt ist eben einfach nur ungerecht zu den Mildtätigen dieser Erde und Pippi Langstrumpf erhält ab jetzt den Status eines Sachbuchs.

Und es ist ja wirklich wahr: ein K.-M. Kühne wollte zu keiner Zeit mit dem HSV ein Geschäft machen. Das ist unbestritten. Denn einem K.-M. Kühne ging und geht es schon lange nicht mehr einfach nur um profanen Besitz oder Eigentum; für ihn existiert nur die Kategorie „Macht und Herrschaft“. Und die Herrschaft über „seinen“ HSV war und ist unzweifelhaft eine seiner drei Hamburger Obsessionen (HAPAG, Fontenay und HSV).
Und für die absolute Kontrolle über den gesamten HSV braucht es jetzt schlicht keinen Erwerb von Anteilen der AG mehr. Im Gegenteil. Es braucht jetzt nur noch Schuldige für die „gesteuerten“ Fehlentwicklungen im „neuen“ HSV nach der Umwandlung und einen entbehrlichen Sündenbock, der zur Genugtuung der aufgebrachten Volksseele geopfert werden kann und mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt werden wird. Denn ansonsten ist bereits alles zur absoluten Machtübernahme im und über den HSV ohne den Erwerb von Anteilen gerichtet; einzig vielleicht, der Einstieg nicht kontrollierbarer, unabhängiger strategischer Partner oder Sponsoren galt und gilt es noch zu verhindern.

Daher wurden doch bereits im Vorstand mit den Vasallen Hilke und Wettstein die eidgenössischen Pflöcke auf Jahre fest beim HSV eingeschlagen und in den nachrangigen Positionen und Pöstchen scheint ein geräuschloser Frondienst ebenfalls gesichert; inklusive abschreckender Wirkung auf unabhängige strategische Partner und Sponsoren.

Bei der nach Umwandlung vermeidbar gewesenen desaströsen Finanz-Situation der AG wird es künftig auch vollends unerheblich sein, wie sich der Aufsichtsrat zusammensetzt und welcher „Quertreiber“ auch immer versuchen mag, als Präsident die Interessen des HSV e.V. im Aufsichtsrat wahrzunehmen. Wie eigentlich seit Jahren nicht anders wird der HSV fortan wieder und weiter ausschließlich mit und über Darlehen aus der Macht des Faktischen heraus regiert werden. Und dies wird, so sicher wie das Amen in der Kirche, aus der Schweiz heraus passieren.

So hat sich K.-M. Kühne in seinen (bekannten) aktuellen Statements sehr bewusst nur auf den Erwerb von weiteren Anteilen an der AG bezogen. Nicht grundlos hat er die Ausführungen mit akribischer Bedacht so eng gefasst und unmissverständlich abgegrenzt. Anteile; nein Danke. Und alles Andere? Mit keiner Silbe hat K.-M. Kühne erklärt, dass er etwa dem HSV mit einem Engagement in anderer Form (Darlehen, Genussrechte, Spielerüberlassungen, etc.) künftig nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Damit hat er sich Tür und Tor für ein mögliches weiteres Engagement in „seinen“ HSV ganz weit offen gelassen. Grüße auch aus München vom TSV 1860. Er hat nur jetzt die Spielregeln öffentlich neu definiert: Finanzchef bleibt Kühne, sportlicher Leiter wird Kühne, Trainer wird Kühne und Spielgestalter wird, vertreten auf dem Platz durch V. Behrami, natürlich auch Kühne.

Und so wird er selbstverständlich auch irgendwann wieder die große Bühne „seines“ HSV zu einer ihm genehmen Zeit beschreiten. Emporgestiegen und schwebend über Allem wie einst Phoenix aus der Asche. Herbeigerufen aus der Diaspora der Täler und Schluchten durch einen angeblich verzweifelt um die Existenz des HSV ringenden Vorstand und durch die vom Untergang bedrohten ohnmächtigen HSV-Fans. Schlussendlich wird er sich nach langem Flehen, Betteln und Bitten den Huldigungen seiner Untertanen nicht länger entziehen wollen und dem einst so undankbarem Plebs mit heroischer Geste die ersehnte Vergebung im Gegenzug für die Übertragung der absoluten Macht gegen Darlehen erteilen – unser aller Erretter und Erlöser – unser Alm-Öhi.”

[Kerberos]


Wie seht Ihr das? Ist K.-M. Kühne uneigennütziger Retter des HSV oder stecken lediglich Macht- und Herrschaftsinteressen hinter seinem Engagement? Kühne – Fluch oder Segen? Diskutiert mit uns!