Der (etwas andere) Wochenrückblick – No. 18

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Nun sitze ich wie jeden Sonntagabend vor meinem Wochenrückblick und wie immer möchte ich liebend gerne etwas Positives über den Hamburger Sportverein schreiben. Schließlich soll es doch Freude machen, Anhänger dieses großen europäischen Traditionsklubs zu sein.

Wie schön wäre es, könnte man von sportlichen Erfolgen berichten, von bahnbrechenden Entscheidungen, die dem HSV eine glorreiche, eine goldene Zukunft im Profifußball bescheren werden. Gut, vielleicht mal wieder in üblicher HSV-Manier ein Regal zu hoch gegriffen. Also, schauen wir doch mal, was ist positiv:

1. Der HSV hat es geschafft, in dieser Saison nach Peter Knäbel noch einen Trainer zu verpflichten.

2. Alle Mann sind an Board und gemeinsam will man die Klasse halten.

zu 1.) Der neue Trainer ist kein Phantast. Er weiß, dass er eine Aufgabe übernommen hat, bei der er nicht verlieren kann. Der Patient war schon tot bzw. um bei dem Bild Labbadias zu bleiben: er befand sich komplett unter Wasser. Unter Aufbietung aller Kräfte (man schaue sich den ausgeruhten Bruno von vor drei Wochen und jenen von heute an)  ist es ihm (und seinem Team) gelungen, den Kopf soweit aus dem Wasser zu zerren, dass gelegentliches Atmen möglich ist. Gelegentliches Wasserschlucken zehrt allerdings weiter beharrlich an den Kräften. Sowohl Tod durch Ertrinken als auch Tod durch Entkräftung sind weiterhin hochgradig möglich.

zu 2.) Die Fans unterstützen die Mannschaft “vorbildlich”. 57.000 gegen Freiburg. Alle Mann an Board. Gemeinsam die KLASSE halten.
Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Ich kann nicht “positiv”. Sorry, es geht nicht. Bei aller Liebe! Welche Klasse bitteschön. Wie kann man bei diesem HSV von Klasse sprechen. Es erschließt sich mir nicht.

die KLASSE halten?

die KLASSE halten?

Klasse, wie ,am eine ganze Saison auf Tuchel setzt und nichts auf den Weg bringt. Nicht bei der Bundesligamannschaft und nicht im Nachwuchsbereich. Klasse, wie man 15 Punkte Vorsprung in der Regionalliga verspielt und eine historische Chance zum Aufstieg in die 3. Liga verschenkt. Klasse, wie man von Topp Talenten aus Europa faselt und die Talente aus den eigenen Reigen verleiht oder gehen läßt. Klasse, wie man von Entschuldung spricht und mal eben 33 Millionen Transfers in zweifelhaft fitte und fußballerisch begabte Spieler investiert. Löasse, wie man in die Sky Kamera lächelt und feststellt, dass Bruno Labbadia kein besserer Trainer ist, sondern es nur besser läuft, weil er mehr Zeit hatte. Klasse, dass der “Trainer bis auf Weiteres” jetzt bei Wolfsburg als U23 Trainer im Gespräch ist, während….

Ist es die Klasse, die wirklich gehalten werden soll?

Kritische Worte sind ja momentan nicht erwünscht. Selbst einige der Pester haben sich einen Maulkorb verpasst. Jetzt muss erst die Liga gehalten werden, dann können wir… Papperlapapp. Was ich hier schreibe beeinträchtigt weder die Entscheidungsfindung im Verein oder in der AG noch hält es Zoltan Stieber davon ab, vernünftig aufs Tor zu schiessen oder nimmt Gojco Kacar eben jenes Tor unbedingt machen zu wollen.

Ich habe in dieser Woche drei Spiele gesehen: die U23 gegen Werder Bremen mit einem 1:0 Duselsieg, den HSV gegen Freiburg mit einem 1:1 Duselremis und heute die U23 mit einem Grottenkick gegen den TSV Havelse (0:2). Darüberhinaus habe ich in dieser Saison etliche U19 Spiele gesehen. Es ist überall der gleiche Murks. Torhüter, die keinen Fußball spielen können. Mannschaften, die aus einer Ansammlung von Einzelspielern bestehen. Menschen, die nicht brennen, die nicht erfolgshungrig sind, nicht kämpfen bis zu letzten Sekunde um das Mögliche und manchmal das Unmögliche möglich zu machen. Der Fisch stinkt vom Kopf. Dann lamen die Garbsener auf den Platz, dynamisch, hocherhobenen Hauptes, sich gegenseitihg anfeuernd. Wohlgemerkt, der Tabellenvierte, für den es prinzipiell um nichts mehr geht, außer um die Ehre, dem HSV die letzte Chance auf den Aufstieg zu versauen. Der HSV hat heute nicht stattgefunden. Die Niederlage vollauf verdient. Ein Stockfehler von Kim (in bester Westermann Manier des Mottos “Das ist mir ja noch nie passiert”) sowie eine (wiederholte) Unbeherrschtheit desselben Spielers besiegelten das Schicksal der U23 am heutigen Tage gegen Havelseer, die lediglich sehr kompakt mit zwei Viererketten Mitte der eigenen Hälfte verteidigten und auf die Fehler des HSV lauerten.

Wie kann es angehen, dass zwei Trainer, zwei Mannschaften für die es um so viel geht (Abstieg/Aufstieg) nicht in der Lage sind, ein Team auf den Platz zu bringen, dass von der ersten bis zur letzten Minute brennt??? Das mitzuerleben ist arg frustrierend und dann kann es auch schon einmal dazu kommen, dass ansonsten sehr besonnene Menschen ein hartes Urteil fällen, wie dies Lars49 heute im Matz Ab Blog über Maximilian Beister getan hat.

Sicherlich ist es so, dass Beister heute in einer blutleeren Truppe leistungsmäßig nicht abfiel. Das geht allerdings bei Null-Leistung auch kaum. Sicherlich erwartet man von einem Profi auch mehr als von einem durchschnittlichen Regionalligaspieler. Ich mach es kurz. Folgende Dinge gibt es zu Maxi Beister bei der U23 aus meinber Sicht anzumerken. 1. es ist erkennbar, dass er physisch verbessert ist 2. es ist erkennbar, dass er nach wie vor nicht konsequent in die Zweikämpfe geht 3. es ist erkennbar, dass er wenig Lust verspürt dort zu spielen (sein Meckern mit den Mitspielern mag inhaltlich richtig sein, ist aber letztlich kontraproduktiv) 4. sobald er ausgewechselt wird, verläßt er den Dunstkreis der Mannschaft (entweder nicht auf die Bank, sondern Duschen oder Duschen und dann auf die Tribüne)

Nun kann man darüber diskutieren, ob dies allein Beisters Schuld ist. Ich denke nicht. Und so zeigt es wieder einmal, dass der Fisch vom Kopf stinkt. Es gibt offensichtlich Vorgaben Beister spielen zu lassen, egal welche Leistung oder Einstellung er auf dem Platz zeigt. Er wurde übrigens in der 80. Minute gegen Merphi Kwatu ausgewechselt (einen U19 Spieler, der sich gerade an die Regionalliga Luft gewähnen muss). Das sagt letztlich alles über die heute gebotene Leistung aus. Ich hätte ihn nach 15 Minuten ausgewechselt. Ich hätte ihn nach der Auswechslung dazu verdonnert auf der Bank Platz zu nehmen.

Alles nicht die Schuld von Beister! Aber es offenbart die Klasse, die Klasse des HSV, die es zu halten gilt.

An dieser Stelle sei es genug für heute.

Noch zwei Dinge:
Ich bin traurig, dass es mit der U23 nicht geklappt hat, obwohl Bremen heute einen Punkt in Lüneburg liegen lassen hat. Matchball vergeben.

Ich hoffe, dass die Erste es am Samstag in Stuttgart nicht ähnlich macht.

So, die gute Nachricht des Tages: Der HSV steht auf einem Nichtabstiegsplatz und die Spielklasse (wie wohl auch die andere Klasse) wird wohl gehalten werden (können)

Euch allen eine positive Woche, wir, wie auch die Spieler werden alle Kraft brauchen. Abstiegskampf ist Scheisse!

P.S. Es wird ja immer von einem Rückfall gesprochen, was das Freiburg Spiel anbelangt. Einspruch: es gab mit den Spielen gegen Augsburg und Mainz lediglich eine Schönwetterlage, sozusagen eine Trockenphase. Wäre der Patient HSV ein Alkoholiker, so würde man von Trinkpausen sprechen. Ansonsten wird fleißig weiter durchgesoffen. Prost!

19 Kommentare

  1. cool downcool down

    So, das erste MAl gelesen – und wie immer bei mir: Mehrfaches konzentriertes Lesen nötig – viel Futter; danke HeLuecht. Das dauert – und ist auch gut so. Zum Schluss-Satz: Wäre der Patient HSV Alkoholiker, so hätte selbst eine Lebertransplantation vor 4-5 Wochen zu Zeiten des ” Souverän-Trainers ” Knäbel – selbst bei Schnellverheilung der Narben und Nicht-Organabstossung – nix mehr genützt – = mal im Ernst, ohne die jetzige LAge schön zu schwuchteln: wer von uns hätte denn vor dem Bremen Spiel bis heute dem HSV 7 Punkte zugetraut ? … ich definitiv nicht. Da von Direktabstieg bis Platz 15 – vielleicht sogar Platz 14 noch alles drin ist, …. bleibt dem gemeinen Fan wie mir doch eh nur: ” Beten und hoffen ” – frei nach Horst Hrubesch. … Prost: http://fs1.directupload.net/images/150510/ysn6fsdu.jpg

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  2. ky

    Es gibt eben keine Konsequenzen, weder für Spieler, Trainer, Aufsichtsräte oder Präsidenten.
    Jarchow wurde “entlastet” nach dem Jahrhundertschwindel “Fananleihe Campus”, die Maulwürfe im alten AR sind immer noch nicht benannt und für vereinsschädigendes Verhalten angezeigt worden (danke, Hamburger Journaille, wo ist der Spiegel-Investigativ-Journalist, wenn man ihn braucht?).
    Entlassene Trainer wie Cardoso arbeiten wieder als Angestellte. Aussortierte Spieler werden wieder reaktiviert etc. etc. etc.
    Führung heisst Richtung vorgeben und die Einhaltung konsequent einfordern, und andernfalls eben konsequent handeln.
    Wie konsequent unsere jetzige Führung ist, sieht man ja an Didi und den seinen – da ist gar nix konsequent (siehe U-Trainer, 4 Buli-Trainer, Schuldenanhäufung statt REduktion, Wintertransfers, etc. etc.).
    Aber wer solche Anwälte weiter beschäftigt, die regelmässig in allen Verfahren grundsetzlich scheitern, die solche “Verträge” ausgearbeitet haben und dafür nicht mal in Regress genommen werden, weil es immer noch viel zu viel Geld im System HSV gibt, weil die Fans eben Anleihen zeichnen oder wie gegen Freiburg oder auch zuvor für “volle Hütte” sorgen, tja, solange geht es im Selbstbedienungsladen HSV auch immer munter so weiter…

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  3. Hallo

    HeLuecht, ich bewundere Dich für die Selbstdisziplin, Deinen Rückblick auf eine verdammt frustrierende Woche noch am Sonntagabend so gut lesbar fertigzustellen. (Das verdient ’ne Tapferkeitsmedaille!) Aber mir erscheint Dein strenges Urteil über die Trainer – bei allem Verständnis – dann doch zu hart. Dass sie nicht in der Lage sind, ein Team auf den Platz zu bringen, das von der ersten bis zur letzten Minute brennt, liegt doch bestimmt nicht allein an ihnen. Selbst dem allerbesten Trainer kann es passieren, dass die Herren Spieler dann auf dem Platz nicht mal annähernd die geforderten Leistungen bringen.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Hallo, ich bewundere DICH für Deine Diplomatie, mit der Du die Dinge kommentierst, die ich so in meinem “Frust” von mir gebe.

      Aber im Ernst, mir ging es gar nicht darum irgendeinen der Trainer zu diskreditieren. Vielmehr stellt sich die Frage nach den (Hinter)Gründen, die dafür verantwortlich sind, dass zwei Trainer zur fast gleichen Zeit es bei zwei unterschiedlichen Mannschaften ihre Teams nicht zum brennen bekommen in einer Situation, in der es normalerweise dafür nicht einmal eines Trainers bedürfen sollte.

      Die Gemeinsamkeit: HSV. Was also verbirgt sich dahinter?

      Warum erreichen die Trainer die Mannschaften nicht? Was ist los beim HSV???? Richtet man sich überall gemütlich ein? Ist man nirgendwo beim HSV geil auf Erfolg??? fragte ich heute schon im Nachbarblog.

      Ich bin ja auch auf der Suche nach Antworten und allmählich zeichnet sich ein gewisses Bild. Es ist kein schönes, geprägt von Arroganz, Selbstüberschätzung, mangelnder Kritikfähigkeit, fehlender Einsicht. Der HSV ist nicht erfolgsgeil. & mal Deutscher Meister. Das sind die Erfolge in denen man sich sonnt. Das reicht doch. Wir sind die größten. Mainz nur 2. Klasse, Augsburg aus. Das zieht sich durch den gesamten Laden und macht vor den Fans eben nicht halt, ganz im Gegenteil. Viele davon sind noch arroganter und nicht in der Lage zu differenzieren, geschweige denn mal über den Tellerrand hinauszuschauen.

      Solange ein Herr Jarchow eine Woche vor seinem Ausscheiden aus dem “Amt” noch von offizieller HSV-Seite für das Campus-Projekt (also die Versenkung von 17,5 Mio Euro) belobigt wird, solange braucht man von diesem Verein nicht erwarten, dass sich in punkto Leistungsdenken und-willen irgendetwas in irgendeinem Bereich zum Positiven entwickeln wird.

      Solange 57.000 Fans nach wie vor kritiklos ins Stadion pilgern und sich selbst und ihre Elf feiern, solange wird sich nichts ändern.

      Vor kurzem urde mal die Frage gestellt, für wen man denn eigentlich ins Stadion ginge. Ich weiß es nicht. Mir fällt kein Spieler ein. Aber ich gehe ja auch nur ins “Wolfgang-Meier-Stadion”. Da schau ich mir die Spiele sogar alleine an. Es geht also nicht um Gesellschaft, es geht tatsächlich darum Fußball zu gucken, hautnah dran zu sein, zu beobachten, ob eine Entwicklung zu erkennen ist und und und. Das sind meine Beweggründe.

      Ja und dann hat auch die U23 schon den dritten Trainer in dieser Saison, die Erste schon den vierten. Die U17 hat seit einem halben Jahr einen Trainer der gehen wird, die U19 ebenfalls.

      In dieser Saison sind unter der Führung von Beiersdorfer unglaubliche Dinge versäumt und aufs Spiel gesetzt worden: der Klassenerhalt der 1. Mannschaft, der Aufstieg der 2. Mannschaft, 3. die Teilnahme der U17 an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft, 4. die Verlängerung von Verträgen mit den Top-Talenten aus der Jugend….

      All das will und vermag ich auch in Zeiten von “Alle Mann an Bord” nicht beiseite schieben. Es geht eben um weit mehr als nur mal eben in dieser Saison wieder die Klasse zu halten. Gerade jetzt ist es wichtig die Weichen zu stellen. Wenn es das vorhandene Personal nicht kann, dann ist es das falsche Personal und muss ersetzt werden.

      Ich befürchte allerdings, dass der HSV als Verein/AG in seiner Struktur wie in seinem (Fan)Umfeld dermaßen in seinem DINO/Uhr-Image gefangen ist, dass diesem HSV nicht mehr zu helfen sein wird. Egal in welcher Liga. Je eher wir uns damit abfinden, desto gesundheitsschoneneder wird es für uns alle ablaufen.

      Es ist wie ky schon sagte….es geht immer munter weiter so im Selbstbedienungsladen HSV.

      Ein Teil von mir wünscht sich nichts sehnlicher als ein Ende mit Schrecken!!! Der andere Teil (das ist der masochistische in mir) drückt dem HSV gegen Stuttgart wieder sowas von beide Daumen. Tja, da kann man nichts machen :-)

    2. Hallo

      Das wünsch ich mir auch: Ein Ende des Selbstbedienungsladens HSV und erstmal einen Sieg gegen Stuttgart. Passt doch beides! Der HSV als Verein/AG wird sich schon noch von dem Traditionsgedöns, falls es wirklich hinderlich sein sollte, wieder frei machen können. Auch wenn nicht alle Fans, Mitglieder, Spieler, Trainer und Funktionäre immerzu exzellent handeln. :-)

    3. Hallo

      Nachtrag (um 0:42 war ich leider übermüdet): Du hast natürlich jederzeit – auch gerade jetzt im Abstiegskampf – das gute Recht, alle offenkundigen HSV-Fehler (und davon gibt’s eben viel zu viele) hart zu kritisieren und wirksame Konsequenzen zu fordern. Doch die Auffassung, dass die Konsequenzen nur dann umgesetzt werden können, wenn der HSV absteigt und alle dafür Verantwortlichen rausgeschmissen werden, mag ich nicht teilen. Wie soll denn dieser kaputte Verein mitsamt seiner klapprigen AG *nach einem Abstieg* noch an kompetente und durchsetzungsfähige Managertypen rankommen, wenn er es nicht einmal zur *goldenen Ausgliederungszeit* geschafft hat, geeigneteres Personal zu finden?

  4. cool downcool down

    Genau das ist die Crux: Was muss eigentlich noch passieren, damit endlich nachhaltig was passiert?

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Was sollte denn deiner Meinung nach passieren? Wie sollte nachhaltig gearbeitet werden? Was steht auf der Agenda und soll wie in welcher Reihenfolge abgearbeitet werden? (Klar….erst der Klassenerhalt :mrgreen: )

  5. ky

    So, heute mal ein bisschen länger….

    Was mich gegenwärtig mal wieder extrem stört, ist das „wir konzentrieren uns jetzt nur auf den Abstiegskampf und müssen alle Störfeuer betreffend Management und Kaderplanung“ ausblenden. Dazu rufen bei Matzen die „Gut-Blogger“ auf, und leider auch einige Journalisten.
    Genau damit sind auch die letzten Jahre beim HSV immer wieder verschwendet worden – immer nur Tagesaktualität und entsprechend aktionistisches Gehabe betreffend Trainer, Spodi, Spielerverbannung und Re-Integration, Kaderplanung, taktische Systeme, etc.

    Natürlich macht es finanziell einen Unterschied, ob ich in Liga 2 oder 1 spiele – nach meiner Einschätzung ist der Unterschied bei den aktuellen Gegebenheiten beim HSV ca. 35 Mill. Euro p.a.

    Aber: Wäre es nicht gut, einmal mit einem hohen 2.Liga-Etat von 70 Millionen Euro zu planen, auch wenn die Klasse gehalten wird? Dieser Etat wäre immer noch doppelt so hoch wie der von Augsburg, 40% höher als der von Mainz, etwas höher als der von Hannover. Das bedeutet einen Mannschaftsetat von ca. 28-30 Millionen p.a.
    Es würde sich nämlich folgender Effekt einstellen: Man muss dann auf hungrige, junge Spieler setzen, und nicht mehr auf sog. Stars. Welche „Stars“ hat denn der HSV, die aktuell ein Star sind? Welchen aktuellen oder perspektivischen Nationalspieler in einem europ. Spitzenteam? Antwort: Keinen.
    Ich würde liebend gern mit Augsburg tauschen: Da wird über 34 Spieltage erfrischender, engagierter und durchdachter Fußball gespielt. Ein Markus Weinzierl hat mit Rückendeckung von Stefan Reuter übrigens 6 Spieler von sich aus nach dem Aufstieg getauscht, weil er diese für nicht gut genug hielt, in Liga 1 technisch mitzuhalten, und die geben jedes Jahr gute Leute ab (Andre Hahn, Mathias Ostrzolek, etc.). Aber das nur am Rande. Um den Gedanken zu Ende zu bringen: Selbst wenn die Buli gehalten wird, hätte man a) einen jungen, hungrigen Kader ohne Altlasten und b) ca. 30 Millionen über, die gut in Schuldenabbau und gezielte Verstärkung für die Folgesaison genutzt werden könnten.

    Aber dafür braucht es zunächst den richtigen Mann an der Spitze, der einen langfristigen Plan hat und diesen auch nach Außen immer wieder überzeugend darstellen/verkaufen kann. Beides kann Dietmar Beiersdorfer nicht! Er ist der falsche Mann für diese Position.
    Klar, DB wurde als Integrations- und Identifikationsfigur geholt, aber eben für die falsche Position. Und – nota bene – wieso Integrationsfigur? Die e.V.-Romantiker ala Ertel, Scheel, Bednarek, Reichert, etc, die diesen Verein in nur 4 Jahren komplett abgewirtschaftet haben, die dann den SC Falke unterstützen, die hätte HSV Plus mit Schande vom Hof jagen müssen. Lafontaine ist ja auch aus der SPD ausgetreten, weil es nicht mehr seine Partei war (ein Schelm, der Böses dabei denkt…).
    Nein, hier hätte ein knallharter Sanierungskurs mit einem langfristigen, zukunftsfähigen Konzept durchgezogen werden müssen, deren Eckpfeiler nach den berühmten ersten 100 Tagen sichtbar hätten sein müssen. Statt dessen – Gezauder, Aktionismus, Geld ausgeben ohne Sinn und Verstand.
    Der HSV ist im Mai 2015 leider nicht weiter als im Mai 2014, außer der Ausgliederung und ein paar Direktoren mehr (und dem Anteilsverkauf) hat sich NICHTS zum Besseren gewendet, und das ist ein Versagen von Dietmar Beiersdorfer und seiner Crew.
    Wie HeLuecht eindrucksvoll gerade dokumentiert hat, ist das Chaos und die ungewisse Zukunft auch in den U-Mannschaften vorhanden. Keine Trainer-Perspektiven, Talente, die abwandern.
    Hierfür ist Bernhard Peters verantwortlich, der aber lieber Buli-Spiele verfolgt und Video-Drehs in der Kabine macht – sorry, dafür ist der Direktor Nachwuchs NICHT zuständig!
    Und ein Sportdirektor Peter Knäbel, der in der Länderspielpause eigentlich die Sondierungsgespräche mit den Spielern und Beratern angekündigt hatte, dann aber plötzlich in den Urlaub will (obwohl er sein Amt erst am 1.10. übernommen hatte), ist unglaubwürdig. Noch unglaubwürdiger wurde er ab dann durch die Übernahme des Traineramtes, weil er vor 15 Jahren mal einen Schweizer Drittligisten kurzzeitig trainierte… Wieviel maßlose Selbstüberschätzung ist da vorhanden?
    .
    Wenn der HSV irgendwann einmal wieder die Rolle spielen will, die er qua regionaler Wirtschaftskraft als größte Nicht-Hauptstadt Europas haben könnte, dann muss er sich in der Führung viel, viel besser aufstellen, und er muss dann einen Plan haben, der auch durchgezogen wird.
    Dazu noch ein Beispiel: Die U23.
    Hier gibt es aus meiner Sicht nur 2 valide Strategien unter dem Aspekt, hier Spieler zu finden und einzusetzen, denen innert 2-3 Jahren (maximal) der Sprung in den Buli-Kader gelingen kann.
    Entweder spielt diese Mannschaft um den Titel in der 3. Klasse mit, damit der Abstand von der Spitze der Dritten Liga zur Mitte der Ersten Liga möglichst gering ist – dann muss dort aber vom Trainer an auch nur auf „Excellenz“ gesetzt werden.
    Oder aber man meldet die Mannschaft ab (siehe Leverkusen, Dresden et al.), und verleiht seine Talente in Liga 2 oder eine andere europ. Liga /Chelsea Farm-Team-Strategie). Alles andere ist halbherzig und wenig ertragreich.
    .
    Herr Gernandt, Sie als ARV sind JETZT gefordert, den HSV in eine bessere Zukunft zu führen – mit Personen, die ihre Position beherrschen, die einen klaren Plan haben und intern wie extern klar stellen, wofür der HSV 2.0 steht.
    .
    Danke für Eure Zeit.

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  6. ky

    Zu später Zeit, weil immer noch hochgradig genervt:
    Da erdreisten sich heute das HA (Herr Laux, Kennung lx) und die Bild (ohne Kennung, wahrscheinlich abgeschrieben) doch, dem unsäglichsten Vorstand aller Zeiten, Carl Edgar Jarchow, noch unkommentiert eine große Bühne über mehrere Spalten zu bieten.
    Schön, dass Sie angeblich seit 40 Jahren ins Stadion gehen (ich auch, aber bezahlte Karten…), aber dass Sie sich freuen, das Campus-Projekt angeschoben zu haben und erneut auf die angeblich leeren Kassen in 2011 verweisen, das, Herr Jarchow, ist Münchhausen hoch 10.
    Sollte ich Sie jemals persönlich treffen, werde ich Ihnen ins Gesicht sagen, was ich von dieser Verarsche halte. Und der Herr Laux kann sich gern von mir die Ehrennadel
    “Grösster Stiefellecker aller Zeiten” abholen. Unfassbar…

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  7. claus1955

    Zunächst einmal, wie immer eine gelungene Zusammenfassung des Ist-Zustandes, wobei ich mich zu den Nachwuchsmannschaften aus Unkenntnis, sprich mangelnder, eigener Beoabachtungen mal raushalten werden…

    Was der HSV, also die Bundesliga-Mannschaft, in dieser Saison veranstaltet sind Glücksspiele unter freiem Himmel, die normalerweise gesetzlich verfolgt und geahndet werden… :mrgreen:

    Die Lage hat sich seit der Übernahme von HSVPlus und den dadurch installierten Personen, ob Vorstandsetage oder Aufsichtsrat, in keiner Weise verbessert, man hat sogar selbst als wohlwollender Betrachter von Aussen das Gefühl, es ist eher noch schlechter geworden, als es bisher war…

    Stümpern, Zaudern, Worthülsen und Sprechblasen, gepaart mit Durchhalteparolen und teilweise unterirdischen Leistungen der Spieler, die in jedem normalen Unternehmen zur sofortigen fristllosen Kündigung führen würden, werden von genau diesen Spielern auch noch kommentiert, schöngeredet und permanent in jedes Mikro geblasen, statt einfach mal die Klappe zu halten und dem permanenten Gesabbel endlich mal Taten folgen zu lassen…

    Da werden Trainer schneller gewechselt als die Unterhose, dann wird mal, da das Alibi durch den neuen Trainer fehlt, 2 Spiele ein klein wenig mehr getan, um dann sofort wieder in den alten Trott zu verfallen…

    Das Fußball-Volk schreit Hurra, denn man hat ja gewonnen, ohne zu realisieren, daß diese Siege oftmals nur durch eine große Portion Glück zustande kamen und eher der Unfähigkeit des Gegners als der eigenen spielerischen Klasse geschuldet waren…

    Plötzlich ist der neue Trainer dann der Größte, die Mannschaft hat begriffen undundund, alles Käse, und die einzigen Personen, die sich vermutlich in die eigenen Räume verzogen haben und der Aufforderung von Horst Hrubesch zum Beten gefolgt sind, sind die 3 Stooges aus der Chefetage…

    Es wäre ohnehin besser, sich als Vereinsführung auf die eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, als daß man sich ständig öffentlich äußern würde, denn dies ist nicht die Aufgabe des Vorstands, sondern der Presseabteilung, welche allerdings auch auf einem Level angesiedelt ist, die eher auf dem Leistungsniveau der Mannschaft angesiedelt ist…

    Es wird immer auch immer wieder kritisiert, man hätte 35 Mio. ausgegeben und dafür nichts Gescheites an Spielern geholt. Ich sehe es differenzierter, denn die geholten Spieler haben zumeist in ihren vorherigen Vereinen durchaus gute Leistungen geboten, daher halte ich die Spieler auch entsprechend für bundesligatauglich, aber was nützen die besten Zutaten, wenn der eingestellte Koch gerade mal das Niveau eines Küchenhelfers hat…

    Der Trainer ist eine immens wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Personalie, um als Verein langfristig Erfolg zu haben, ob Labbadia dafür der Richtige ist, vermag ich nicht zu beurteilen…

    Kurzfristig scheint er eine Hilfe zu sein, aber das waren kurzfristig auch schon einige andere vor ihm, Nachhaltigkeit vermag ich aber für den Moment nicht zu erkennen, außer, daß sich seit dem Mai letzten Jahres nichts wirklich zum Positiven gewendet hat, auch das ist zwar eine gewisse Konstanz, aber, Verbunden mit der Ausgliederung haben sowohl Mitglieder als auch der einfache Fan sicherlich etwas anderes erwartet, zumindest aber wenigstens im stillen Kämmerlein auf Besserung gehofft…

    Selbst wenn jetzt der HSV erneut wieder mit einem dunkelblauen Auge davon kommen und die Klasse halten sollte, für mich gibt es in Hinblick auf die Zukunft zur Zeit nichts, aber auch rein gar nichts, was mir da auch nur ansatzweise Mut oder Hoffnung geben kann, vielleicht ist es aber auch nur der Situation geschuldet, die Jahr für Jahr wie das berühmte Murmeltier grüsst…..

    Vielleicht verlässt mich aber auch nur so langsam mein mir sonst immer eigene Optimismus… ;)

    [Nachtrag]
    Zum Thema Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit beginnt für mich zu aller erst mal beim eigenen Jugendbereich,sprich sich nunächst mal um die eigenen Talente zu kümmern, dazu ghört das Sondieren des norddeutschen Umfelds mit seinen kleineren Vereinen, Kooperation, Scouting, um nur mal einie dinge zu nennen, die anscheinend seit Jahren sträflich vernachlässigt werden, aber auch um das Kümmern von neuverpflichteten Spielern, um sie so schnell wie möglich in Stadt und vo allem in den Verein und die Mannschaft zu integrieren, denn mit der Verflichtung eines Spielers, der meistens aus einem anderen Umfeld kommt, teilweise sogar aus anderen Ländern, fängt die Arbeit des Vereins erst an, um die Leistungsfähigkeit des Spielers auch auf einem guten Level zu halten und stetig zu verbessern, darüber könnte man einen ganzen aufsatz verfassen, beim HSV ist leider nicht mal eine Überschrift erkennbar.. :)

    Antworten
    1. Hallo

      Claus, bitte bleib optimistisch und reiß Dich zusammen! ;-)

  8. cool downcool down

    @ Murmeltier und Optimismus-halten:
    Lieber Claus – Dein o.a. post beschreibt´s ganz gut, wie es auch mir geht. Mein allgemeines o.a. ” was soll passieren, damit was passiert ” erlaubt demzufolge keine weitere Antwort Stand jetzt, lieber HeLuecht. So wie Dir, ky geht es mir schon länger nicht mehr: dass ich mich noch gepflegt echauffieren könnte … nope.
    @ Hallo: Begründe doch gerne, worauf Dein Optimismus fusst. ( Ich erinnere mich, dass ich erst kürzlich schrieb: ” wer hätte vor “Bremen ” gedacht, dass der HSV heute 7 Punkte mehr auf dem Konto hat ” …. Heute spüre ich: Wurscht. ) Bin wieder im Modus: ” Zuschauen wie ein Spanner, der an einer Unfallstelle vorbeifährt … ” . Schätze, kurz vor Anstoss habe ich wieder alles ausgeblendet und werde NICHT Konferenz schauen, sondern wieder die Hütte schmücken, einen meiner Rautenkittel anziehen und mitfiebern. :) Nicht therapierbar :) :) :)

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  9. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    @Hallo
    #Optimismus
    .
    Worin konkret liegt denn, Dein Optimismus begründet? Und welcher Optimismus überhaupt? Jener, die Klasse zu halten oder jener, dass aus dem HSV irgendwann in seinem Leben einmal ein nachhaltig erfolgreicher Verein wird, der Spitzensport in der zweitgrößten Stadt Deutschlands bietet.
    .
    Und wo wir gerade dabei sind: Was zeichnet den HSV dieser Tage für dich aus? Wofür steht der HSV? Was für ein Image hat er deiner Meinung nach? Welches Image hat er bei seinen eigenen Fans und welches Image verkörpert der HSV in anderen Teilen der Republik?
    —————————
    @ky
    #Jarchow
    .
    Nun, der Herr Jarchow bekommt überall noch einmal die Plattform die er sich verdient hat. Eine Krähe hackt der anderen doch kein Auge aus. hsv.de, Abendblatt, Bild, hsvtotal. Was geht da ab? Wer zieht da welche Strippen und mit welchem Ziel? Wieviel Macht hat die Presse? Wie erpressbar ist der HSV? Und warum?

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  10. claus1955

    @Hallo, Hoffnung, ja, noch vorhanden, aber Glaube, der schwindet langsam..,zusammenreissen sollten sich übrigens eher die Spieler… ;)

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Der Glaube an den Klassenerhalt ist (wieder)vorhanden. Ob sich damit eine Hoffnung verbindet? Welche? Wie gesagt, der Glaube ist da, der Spaß ist nur abhanden gekommen.

  11. Hallo

    Ihr Lieben, meine Bitte an Claus, optimistisch zu bleiben, ist der aufrichtige Wunsch eines *pessimistischen* HSV-Neurotikers an einen sehr geschätzten Kommentator, den bisher bewiesenen Optimismus ja nicht zu verlieren.
    Mir hilft es nämlich (manchmal), wenn jemand in der 89. Minute beim Stand von 0:2 sagt: „Hör auf zu heulen, die dreh’n das noch!“ [Ich Schisser habe sogar in der 90. Minute beim Stand von 2:0 jämmerliche Angst, dass das noch vergeigt wird.]

    Antworten
  12. ky

    Hallo; sehr berechtigt, wenn es um den HSV geht :-)

    Antworten
  13. ky

    Im aktuellen Matz-Ab-blog entblödet sich der “Vater” DM nicht, sich bei Herrn Jarchow für die gute Zusammenarbeit ausführlichst zu bedanken.
    Wenn ich dort nicht immer noch gesperrt wäre, würde ich es ganz sicherlich nach meinem Beitrag dazu heute.
    Die Hamburger Krankheit ist auch ein eklatantes Versagen der Hamburger Sportjournalisten, rechtzeitig auf Misstände hinzuweisen, nachzuhaken und Hintergründe zu recherchieren, und auch mal das Kind beim Namen zu benennen.
    Statt dessen Gefälligkeits-“Journalismus” bis zur Speichel-Leckerei, und dann, wenn von der Kuh keine Milch mehr zu bekommen ist, übel nachtreten.
    Das diese Herren nicht alle einen Vollbart haben (wie der Bild-Chefredakteur Kai Diekmann), weil sie nicht mehr beim Rasieren in den Spiegel schauen können, grenzt an ein Wunder.
    Mann-o-Mann, das ist so unerträglich, mit Journalismus und 4. Gewalt im Staat hat das Nichts, aber auch gar Nichts mehr zu tun. Setzen, sechs, schämen.

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