Der Nächste bitte… jetzt ist Schluß mit Heckmeck!

Es herrscht Klarheit. Zumindest bezüglich des Cheftrainerpostens.

Dieter Hecking also, wie vermutet, nun bestätigt. Für mich ein absoluter Alptraum, ein worst case sozusagen. Nach dem ganzen Hickhack in dieser Saison und den unzähligen Figuren, die sich in der Sylvesterallee am Volkspark in den letzten Jahren die Klinke in die Hand gaben, hatte ich zwar keinen Trainer mehr, den ich gerne beim HSV gesehen hätte, aber Hecking? Nee, der Unsympath vor dem Herrn, dazu noch – wenngleich häufig mit der Jupp-‘Osram’-Heynckes-Gedächtnis-Birne – eine farblose Gestalt, eine Nappsülze, wie mir meine aus Berlin stammende Mutter einst beibrachte.

Bevor die Frage auftaucht, warum? Ich weiß es ehrlich gesagt selber nicht. Sympathie wie Antipathie kann ich häufig nicht erklären, sie ist oft in Sekundenbruchteilen einfach nur da. Wäre ich ihm persönlich begenet, hätte ich vielleicht noch gut riechen können, so bleibt es bei ‘ich kann ihn nicht riechen’.

Nun ist man als langjähriger Begleiter des einst angeblich so ruhmreichen Klubs, mit zunehmendem Niedergang auch zunehmend zum Fatalisten geworden. Hecking ist also da, ob sympathisch oder nicht. Ergo hat er auch eine Chance verdient und vielleicht nutzt Dieter Hecking die ja. Bei der Verpflichtung von Jos Luhukay beim FC St. Pauli ging es mir ja ähnlich. Der war mir zwar sympathischer als Hecking, aber eben auch unsympathisch, bis ich die ersten PKs von ihm gesehen habe, ihn auf dem Trainingsplatz erlebte und nun, nun bin ich fast schon ein Fan von ihm und hoffe, dass er den Kiezklub voranbringt und sein selbstgestecktes Ziel, den Aufstieg innerhalb seiner Vertragslaufzeit (2 Jahre) erreichen wird.

Pressekonferenz angeschaut und was soll ich sagen, der Herr Hecking hat Pluspunkte sammeln können, trotz Osram-Birne. Okay, die eine oder andere überflüssige Hommage an Hamburg und den HSV hätte er sich sparen können, aber da wollte er ja wohl den Journalisten nur die üblichen Fragen beantworten ohne das schnippische Spielchen eines Hannes Wolf. Ansonsten, wirkte das klar, durchdacht und recht wohlfeil formuliert. Der Mann hat seine Chance verdient, kein Frage! Und dabei will ich es erst einstweilen belassen.

Interessanterweise kommen jetzt ja alle möglichen Menschen gerade mit Sympathiekundgebungen um die Ecke. Ehemalige Spieler wie Olic, Fans ehemaliger Vereine die Hecking trainierte und und und. Das gibt mir natürlich bereits wieder zu denken und ich wittere Verschwörung und eine Presskampagne: erst mal wieder hochschreiben, damit es bei ausbleibendem Erfolg einfacher mit dem Niederschreiben wird. Wird kommen, wird kommen. Der Tag ist nicht mehr fern. Wir sind in Hamburg, wir sind beim HSV!

Wird Dieter Hecking auch beim HSV der King oder scheitert er ebenso kläglich wie seine Vorgänger?

Wird Dieter Hecking auch beim HSV der King oder scheitert er ebenso kläglich wie seine Vorgänger?

Sind wir das wirklich, möchte man sich angesichts der Vertragsgestaltung fragen. Dieter Hecking, erhält einen Einjahresvertrag, der sich bei Zielerreichung (Aufstieg!) verlängert. So war es auf der gestrigen PK zu vernehmen. Für wie lange der Kontrakt sich verlängern würde, blieb offen. Es gab diesbezüglich auch keine Nachfrage. Wahrscheinlich, damit die Bild am darauffolgenden Tage die Details exklusiv vermelden konnte. Verlängerung um ein Jahr bei Aufstieg, Verlängerung um ein weiteres Jahr bei Klassenerhalt. Nun, für mich klingt das wie ein 3-Jahresvertrag mit Zielvereinbarung. Lässt sich als Einjahresvertrag aber natürlich besser verkaufen. Wie dem auch sei, Dieter Heckings gestriger Auftritt hat deutlich gemacht, dass er sich dieser Herausforderung gerne stellen möchte und er hat auch deutlich gemacht, dass Dieter Hecking über genügend Selbstvertrauen verfügt, dass er glaubt, diese Aufgabe in diesem Chaosverein meistern zu können. Er wäre der Erste in einer langen Reihe, dem dies gelänge. Wünschen wir ihm (und damit uns) dabei viel Erfolg. Möge er auch beim Hamburger SV der King werden.

Eine andere Sache offenbarte die Pressekonferenz pikanterweise gleichermaßen. Hecking lobte die Gespräche mit Becker, erwähnte aber auch, dass er bei Becker das Gefühl hatte, er würde auch andere Trainer im Auge haben. Das sei bei Jonas Bold ganz anders gewesen und auch Bernd Hoffmann habe ihm signalisiert, dass er, Hecking der absolute Wunschkandidat sei. Unfeiwillig wurden hier die wahren Machtverhältnisse beim HSV offengelegt. Ohne das Okay von Bernd Hoffmann geht Nichts aber auch gar nichts. Er bestimmt und die anderen haben zu parieren, sonst fliegen sie. Kann man gut finden, muss man aber nicht.

Ich empfinde das schlichtweg als Katastrophe, aber das ist wieder ein anderes Thema. Ein Thema für einen anderen Blog.

Jatzt sind die Hoffmannschen Würfel gefallen. Der goße Stabilisator ist da und bringt seinen Bremser gleich mit. Dazu ein neuer Torwarttrainer vom KSC. Der U17 Trainer wird Co Trainer im Iran. Steffen Weiß muss gehen, Torwarttrainer Nico Stremlau ebenso. Das angekündigte große Aufräumen geht weiter, in erster Linie werden die Petersschen Entscheidungen weggeräumt. Die hat man ganz offensichtlich als die Schwachstellen im System ausgemacht, bei seiner eingehenden Analyse des kollabierenden und kollabierten Sportsystems.

2 Kommentare

  1. GVGV

    Die Schwachstellen des kollabierenden Wirtschaftssystems sind Thema eines anderen Blogs, richtig?
    Zumindest diffus und nicht selbsterklärend ist die Herkunft der für die Entscheidungen der letzten Tage bzw. Wochen notwendigen Mittel, zumindest, wenn man von einer halbwegs seriösen Finanzierung ausgeht sowie die korrekte Bedienung der Anleihe vorraussetzend.
    Nicht, dass sich am End noch herausstellen könnte, dass in einem dann absehbar synkopierenden oder gar kollabierendem System Werte mehrfach eingesetzt und/oder Verbindlichkeiten vielfach unseriös in eher”ungewisse Zukünfte” transferiert, anvisierte Erlöse aus Spielerverkäufen schon ausgegeben worden seien, die so garnicht realisiert werden könnten … usw. ?
    also ein Blog, der sich damit befasst, ob derlei bzw. wer derlei Vorgänge hätte wissen oder vermuten können ?
    Jedenfalls ein anderer Blog, wenn aüch kein völlig utopischer.

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  2. DerHanseDerHanse

    Moin.
    Hecking war und ist (neben Labaddia) der worst-case – er hat ausser vielleicht in Nürnberg in einer Saison das Potential der von ihm trainierten Mannschaften nicht ausnutzen können. Egal wie er nebenbei rüberkommt. Für mich der letzte Sargnagel. Dieser Trainer und die ausgegebene Maxime, eine junge, hungrige Mannschaft aufzustellen, dazu noch ein unerfahrener Sportdirektor zusammen mit einem erfahrenen Trainer – wie soll das gehen?
    Was ich aber das Allerletzte finde ist die Tatsache, dass die einzig kontinuierliche und langfristig ausgelegte Arbeit der letzten 20 Jahre nun vollends zerstört wird. Peters wurde für Becker geopfert, der es nicht einmal ein Jahr lang geschafft hat. Und dafür hat man mehr als 5 Jahre kontinuierliche Arbeit weggeworfen? Aber nun folgt noch der ganze Rest und der HSV steht endgültig ohne Zukunft dar… Ich habe fertig mit diesem Scheissverein! Echt!

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