U 19 Derby-Sieg: HSV schlägt Werder Bremen mit 3:2

Einen Tag vor dem Derby der Großen in der Hamburger Imtech-Arena, trafen die U19-Vertretungen des Hamburger SV und des SV Werder Bremen zum „kleinen“ Derby auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage aufeinander.

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HSV U19 gegen Werder Bremen U19 auf der Wolfgang-Meyer Sportanlage

Bei zunächst strahlendem Sonnenschein und eisigem Novemberwind begann ein munteres Spiel zwischen den beiden Kontrahenten, in dem die Hamburger in der 3. Minute die erste vielversprechende Möglichkeit durch Bibie Njie hatten, dessen Schuss Bremens Keeper Pachulski gerade noch parieren konnte, auch Melvin Krol vermochte es nicht, den Ball im Bremer Kasten unterzubringen . Sein Nachschuss strich weit links am Tor vorbei.

Den tiefstehenden Hamburgern gehörten die ersten Minuten des Spiels. Technisch gekonnt und mit gutem Positionsspiel kombinierten die Hamburger bis an den gegnerischen Sechzehner, ohne sich jedoch echte Torchancen herauszuarbeiten. In der 10. Minute der erste vielversprechende Konter der Gäste die sofort den Abschluss suchten. Ole Käupers Schuss ging aber direkt auf Mann und war somit kein Problem für den Österreicher Johannes Kreidl im Kasten der Hamburger.

Nur zwei Minuten später der nächste schnelle Angriff der Bremer über die linke Seite. Die Werderaner reklamierten ein Handspiel im Strafraum. Schiedsrichter Zielsdorf ließ weiterspielen. Der anschließende Konter brachte Finn Porath etwa 18 m vor dem Tor in zentrale Schussposition, aber sein Schuss flog weit rechts am Tor vorbei.

Nachdem die Bremer Hintermannschaft eine flache Eingabe in ihren Strafraum komplett verpasste, tauchte Melvin Krol plötzlich mutterseelenalleine vor Bremens Torwart Pachulski auf, seinen Schuss in die unter linke Ecke parierte der Keeper bravourös und auch den Nachschuss von Krol konnte er in der 18. Minute entschärfen.

In der 22 Minute war es dann schließlich doch soweit. Das 1:0 für die HSV U 19. Nach feiner Vorarbeit von Bibie Njie schloss Melvin Krol mit einem Schuss ins untere rechte Eck mit seinem 11 Treffer um 11 Spiel erfolgreich ab.

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Die Hamburger im Vorwärtsgang

In der Folge kontrollierten die Hamburg das Spiel, trugen immer wieder gefällige Angriffe nach vorne, ließen aber die letzte Konsequenz bei Flanken und im Abschluss vermissen, so dass die Bremer nicht allzu viel Mühe mit der Verteidigung hatten. Folgerichtig ging es mit dem 1:0 in die Pause.

Mit einsetzendem Regen, direkt nach Wiederanpfiff die nächste große Chance für den HSV. Finn Porath setzt sich auf der rechten Seite durch, verzieht seinen Schuss aber und dieser geht rechts am Tor vorbei ohne dass Torwart Pachulski eingreifen muss.

In der Folge versuchten Werders U 19 die Hamburger früher zu attackieren und dies gelang in der 59. Minute. Den vertikalen Pass in den Strafraum wollte Bremens Kolodziej allerdings nutzen um einen Elfmeter zu schinden. Schiedsrichter Stefan Zielsdorf entschied jedoch auf Schwalbe zückte die Gelbe Karte und nachdem Deniz Kolodziej auch noch lautstark reklamierte. Während die Bremer noch am lamnetierenwaren, rollte der Hamburger Gegenangriff. Der sehr agile Mustafa Erçetin setzte sich im eins gegen eins am gegnerischen Strafraum durch. Sein Schuss klatschte in der 60. Minute an den rechten Pfosten. Der mitgelaufene Finn Porath hatte keine Mühe den Abpraller einzunetzen. Das 2:0 für die HSV U 19 zu diesem Zeitpunkt völlig verdient.

Unmittelbar nach dem Treffer reagierte Bremens Trainer Mirko Votava. Er brachte mit Abdullah Dogan und Pedro Güthermann zwei frische Kräfte und beorderte seine Jungs weiter nach vorne.

Die Hamburger in dieser Phase einfach zu passiv und auch körperlich gegen die nun physisch und spielerisch stärker auftretenden Gäste nicht immer auf der Höhe. Bremen stand jetzt wesentlich höher und setzte den Hamburger SV bereits am eigenen Sechzehner unter Druck. In dieser Phase konnten sich die Hamburger oft nur mit Fouls behelfen. Aus einem dieser Fouls resultierte in der 70. Minute ein Freistoß etwa 20 m halb rechts des Hamburger Tores. Der abgefälschte Schuss von Deniz Kolodziej war für Johannes Kreidl, der bereits in die andere Ecke unterwegs war, nicht zu halten. Nur noch 2:1.

Hamburgs Coach Otto Addo reagierte und brachte innerhalb von 5 Minuten mit Dren Feka, Johann Buttler und Arnold Hoeling drei frische Akteure. Zunächst jedoch ohne die erhoffte Wirkung. Werders U 19 jetzt wie aufgedreht, drängte den HSV mehr und mehr in die eigene Hälfte. Die Hamburger sichtlich geschockt, vermochten ihrerseits kaum noch Entlastungsangriffe zu starten, so dass es nur eine Frage der Zeit zu sein schien, wann der Ausgleich für die Bremer fallen sollte. Und dieser fiel dann auch mit Ansage in der 82. Minute. Einen nicht konsequent verteidigten Einwurf der Bremer nutzt Enis Bytyqi mit einem trockenen Schuss zum 2:2. Die Bremer nun mit Oberwasser, spielten plötzlich auf Sieg, dies gab jedoch wieder Lücken für die Hamburger U 19.

Von den drei Minuten Nachspielzeit waren bereits knapp zwei abgelaufen, als Melvin Krol eine dieser Lücken ausnutzte, sich wunderbar durch- und Johann Buttler einsetzte. Dessen Querablage verwandelte Leon Deichmann kaltschnäuzig zum 3:2 kurz vor Toresschluss. Grenzenloser Jubel bei den Spielern und bei den meisten der ca. 150 anwesenden, frierenden Zuschauer im Stadion.

Schiedsrichter Zielsdorf pfiff die Partie noch einmal an, die Bremer warfen noch mal alle 11 Mann nach vorne….dann endlich der erlösende Schlusspfiff. Es war vollbracht, das Derby gegen den „Erzrivalen“ von der Weser gewonnen.

Derbysieg der U 19. Hoffentlich ein gutes Omen für das Bundesligaspiel am Sonntagnachmittag. So kann es gehen!

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Freistoß für den Hamburger SV

Fazit

Mein erstes Spiel bei der HSV U 19 hat Lust auf mehr gemacht. Die „Jungs“ sind durch die Bank technisch versiert und wirken mannschaftlich geschlossen. Ähnlich wie die U 23 versuchen sie sich fußballerisch aus Drucksituationen zu befreien. Genau wie der U 23 täte auch der U 19 etwas mehr physische Robustheit ab und an gut. Das Aufbauspiel von hinten ist in der Regel flüssig und schnell mit häufigem Spiel auf die Flügel und Seitenverlagerungen. Einzig an der Fähigkeit gezielte Flanken zu schlagen mangelt es. Auch der Wille oder das Zutrauen gezielt und direkt den Abschluss, auch den risikoreichen, zu suchen fehlt. Ebenso wie die Präzision im Abschluss.

Dennoch: Über zwei Drittel des Spiels dominierte die HSV U 19 ihren Gegner und hatte das Spiel im Griff. So ist der Hamburger SV am Ende des Tages der verdiente Sieger dieses Derbys.

Frierende Zuschauer konnten sich letztlich doch an einem Derby Sieg erwärmen

Frierende Zuschauer konnten sich letztlich doch an einem Derby Sieg erwärmen

 

HSV (U19) – Werder Bremen (U19) 3:2 (1:0)

22.11.2014, 12 Uhr – Wolfgang-Meyer Sportanlage, Hamburg-Stellingen

Aufstellungen

Hamburger SV:
Johannes Kreidl 1 (TW) – Leon Mundhenk 2 – Benjamin Safo-Mensah 4 – Leon Deichmann 5 – Armando Tikvic 3 (72. Dren Feka 12) – Frank Ronstadt 11 (74. Johann Buttler 19) – Sebastian Haut 6 – Finn Porath 10 (77. Arnold Hoeling 17) – Mustafa Erçetin 8 – Melvin Krol 7 – Bibie Njie 9 ( 87. Maximilian Dittrich 15)
Trainer: Otto Addo

Werder Bremen:
Tom Pachulski (TW)- Muhamet Cakoli (46. Nick Gutmann ) – Maurice Hehne – Timo von Holt – Burak Yigit (65. Pedro Güthermann)- Sefa Kahraman – Jesper Verlaat (60. Abdullah Dogan) – Ole Käuper – Michael Lercher – Enis Bytyqi – Deniz Kolodziej
Trainer: Mirko Votava

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offizieller Aufstellungsbogen

Tore:
1:0 Melvin Krol (22.),
2:0 Finn Porath (60.),
2:1 Deniz Kolodziej (70.),
2 :2 Enis Bytyqi (82.),
3:2 Leon Deichmann (90. +2)

Gelbe Karten:
HSV: Frank Ronstadt, Melvin Krol, Armando Tikvic
Bremen: Sefa Kahraman Jesper Verlaat Deniz Kolodziej
Schiedsrichter: Stefan Zielsdorf