Derbysieger und Stadtmeister, hey, hey, hey!

Ich mach es kurz und beschränke mich bewußt auf das rein Sportliche.

Souveräner und auch in dieser Höhe letztlich vollends verdienter Sieg dank gnadenloser Effektivität gegen einen mutlos und insgesamt enttäuschend agierenden FC St. Pauli, der trotz einiger guter Chancen gegen einen klar besseren Hamburger Sportverein letztlich über die gesamte Dauer des Spiels chancenlos war.

Wenn es darauf ankam, dann war auf den HSV heute Verlaß. Ein bärenstarker Mangala, ein Lasogga, fokussiert und heiß wie Fittenfett wie selten sowie ein hellwacher Pollersbeck waren in einer insgesamt von Trainer Hannes Wolf gut eingestellten Mannschaft die entscheidenden Akteure.

Keine einzige gelbe Karte musste der souverän leitenden Schiri Brych an diesem frühen Nachmittag verteilen. Das zeigt auch, wie sehr die Kiezkicker nach dem – zugegeben überraschenden – Führungstor nach Hunts Freistoß aus der Spur kamen. Positiv anzumerken allerdings, dass es später nicht zu Frustfouls auf Seiten der Braun-Weißen kam.

Wie nicht anders zu erwarten, fasst Alex Meier fair zusammen:

“Man muss anerkennen, dass der HSV ganz klar besser war. Wir hatten nicht unseren besten Tag und sie haben stark gespielt. Vielleicht ist es ein Tor zu hoch ausgegangen, aber es war eindeutig. An der Taktik will ich das Ergebnis keineswegs festmachen. Wir waren einfach unterlegen. Für die Fans tut es mir leid.”

Mit dem Sieg bleibt der HSV an Köln dran und verschafft sich einen zunächst komfortablen Vorsprung auf den 4. Platz. Der FC St. Pauli wird in Sandhausen zeigen müssen ob und dass er diese Schmach – als solche muss man die Niederlage im eigenen Stadion, in dieeser Höhe und Art und Weise, ganz einfach bezeichnen – abschütteln kann und eine deutliche Reaktion zeigen, was mit der Rückkehr von Möller Daehli, der heute an allen Ecken und Enden schmerzlich vermißt wurde, sicherlich eher gelingen dürfte. Dennoch, da lege ich mich hier heute fest: Der FC St. Pauli ist raus aus dem Aufstiegsrennen. Es wird auf einen Dreikampf hinauslaufen, bei dem ich Union Berlin durchaus gute Chanceen einräume, denn das Team spielt für mich die konstanteste Saison.

Der HSV wird beweisen müssen, dass dieses Spiel keine Eintagsfliege ist. Ähnlich ‘heiß’ und fokussiert wird man die Rothosen in dieser Saison allerdings kaum noch erleben, meine Prognose.

P.S. Ein erfolgreiches HSV Wochenende runden die Siege der U19 (2:0 gegen Union Berlin, damit jetzt Tabellenfünfter) und der U17 (5:2 bei TeBe Berlin, ebenfalls Tabellenfünfter) ab. Die U16 darf sich ebenfalls Derbysieger und sogar Tabellenführer nennen, in der B-Junioren Regionalliga Nord hieß es nach einem furiosen Spiel beim direkten Verfolger Werder Bremen U16 4:2. Der HSV führte 1:0, ging dann mit 1:2 in Rückstand, drehte das Spiel in der Endphase allerdings aber mals mit 3 Treffern innerhalb von 5 Minuten (72. – 77. Minute). Die U21 tritt erst morgen Abend um 20:15 beim VfB Lübeck an der Lohmühle an (Sport1 überträgt Live ab 19:55 h)

Für den FC St. Pauli war es bis hingegen ein äußerst unerfreuliches Wochenende. Nicht nur, dass die Erste im eigenen Stadion gedemütigt wurde, fast zeitgleich verlor die Zwote unter Ausschluß der Öffentlichkeit ihre Partie in der Regionalliga Nord gegen Hannover 96 und befindet sich dort mit 30 Punkten durchaus in akuter Abstiegsgefahr, wenngleich noch nicht in -not. Die FCSP U17 verliert ebenfalls, und zwar mit 0:3 in Wolfsburg. Lediglich die U19 konnte einen 2:1 Heimsieg gegen Hannover 96 verbuchen und rangiert vor dem Spitzenduell am kommenden Wochenende gegen den VfL Wolfsburg punktgleich mit den Wöäfen auf Rang 2.

Holstein Kiel hat ein durchwachsenes Wochenende hinter sich. Während sich die Erste der Störche mit der Niederlage in Darmstadt aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat, konnte die Zwote in der Regionalliga, den TAbellenfünften Drochtersen mit 2:0 bezwingen und sich auf Rang 6 festsetzen. 30 Punkte reichen rechnerisch noch nicht für den Klassenerhalt, aber 10 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind ein durchaus komfortables Polster.Die B-Jugend wird den Abstieg aus der Bundesliga allerdings trotz eines 1:0 Sieges in Chemnitz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder verlassen müssen. Lediglich Underdog Borgfeld (an diesem Woche immerhin mit einem Achtungserfolg und 2:0 Auswärtssieg bei Union Berlin) hat noch weniger Zähler einfahren können als die schon 7 Punkte vom Nichtabstiegsplatz entfernten Jungstörche. Kiels U19 hingegen ist klar auf Aufstiegskurs nach einem klaren 3:0 bei der FT Braunschweig. 10 Punkte vor, das kann man die Rückkehr ins Oberhaus schon einmal fest einplanen.

5 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    mit 50 punkten feiert der HSV heute vorzeitig (!) den klassenerhalt in der stärksten 2. liga aller zeiten. herzlichen glückwunsch.

    und serös betrachtet hat der HSV nicht tuchfühlung zum fc köln gehalten, sondern den abstand auf den 4. platz komfortabel gestaltet und somit für einen zweikampf um den direkten aufstiegsplatz #2 und den relegationsplatz (stuttgart oder schalke) gesorgt. das könnte ein wenig sicherhiet geben, der druck wird aber keineswegs weniger, denn die eisernen wären mit dem 3. platz sicher weitaus glücklicher als die rothosen. die spiele in köln, bei union und in paderborn werden echte bretter.

    die heutige leistung – mit einem bärenstarken mangala – des HSV im zweiten abschnitt war aber aufstiegswürdig, wenngleich die ultras des FCSP “ihrer” mannschaft, die ihnen ziemlich latte sein muss, einen bärendienst erwies, denn der erste schwung mit der dicken chance gleich nach wiederanpfiff wurde durch die pyro-pause jäh gestoppt…! mit dem 2:0 war der deeckel drauf. dann noch nachzulegen war neu…

    Antworten
  2. GVGV

    Es gibt wohl immer und überall einige “Fans”, die eher weniger auf das Spiel an sich achten; nicht wollend sowie auch nicht könnend.
    “serös betrachtet hat der HSV nicht tuchfühlung zum fc köln gehalten, sondern den abstand auf den 4. platz komfortabel gestaltet” trifft die Situation exakt.

    Antworten
  3. Avatarder Coach

    Tja, auf den HSV ist Verlass, damit meine ich nicht den 4:0 Erfolg, der mich gefreut hat sondern den Umgang damit. Und diesen sehe ich weitaus weniger positiv. Daran, dass die Mannschaft jeden noch so kleinen Erfolg feiert als habe man gerade die deutsche Meisterschaft errungen – okay, ich werde es wohl nie verstehen aber die Krone setzt dem Ganzen dann das “Derbysieger”-Shirt auf. Dem Klub ist jegliches Gefühl dafür verloren gegangen wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Ein Derby in der zweiten Liga, angesichts der Historie der Derbys ohnehin schon etwas Besonderes im Negativsinne, etwas das nur durch das Versagen des Gründungsmitglieds HSV möglich wurde nun so abzufeiern – für mich eher peinlich. Sich jetzt so daran hoch zu ziehen ist dem HSV nicht würdig. Lediglich zwei Derbys gingen in der Bundesliga verloren, die Bilanz aus HSV-Sicht klar positiv, da kann man mal sagen “Pflicht erfüllt”. Sollen sie doch bei Pauli sich einen auf so was schrubben und Herrn Asamoah ewig feiern. Nein, das ist nichts für den HSV. Man muss sich nicht an einem Sieg gegen Pauli hochziehen. Pauli geputzt? Ja, was denn sonst. Und damit zur Tagesordnung. Bei aller Demut und Bescheidenheit die es an den Tag zu legen vielleicht mal ganz gut ist. Aber ein Sieg gegen Pauli ist eben kein Wunder oder Jahrhundertereignis.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Was heißt ‘das’ Shirt? Augenblicklich scheint es täglich ein Neues zu geben. Das von gestern mag ja noch gehen, weil neutral, Hamburg in den HSV Farben. Das von heute, ja, das ist wirklich peinlich. Aber es wird sich verkaufen. Insofern wieder alles richtig gemacht HSV, wie bei den Eintrittspreisen für Duisburg.

      Antworten
  4. Karl-Heinz GrabowskiKarl-Heinz Grabowski

    Adolf H. Raus

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.