Die Bäume wachsen nicht in den Himmel! (Vorschau WOB – HSV)

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Der erhoffte dritte Sieg in Folge ist ausgeblieben. Die Heimpartie gegen die Mainzer hat gezeigt, dass die Bäume für die Hamburger noch lange nicht in den Himmel wachsen. Nun könnte es vor der Winterpause gar drei Niederlagen in Folge geben. In Anbetracht der Heimschwäche der Rothosen und der generellen Schwäche, gegen Gegner auf “Augenhöhe” erfolgreich zu bestehen, liegt eine Niederlage im letzten Heimspiel des Jahres gegen wiedererstarkende Augsburger durchaus im Bereich des Möglichen.

Morgen geht es aber zunächst zum frischgebackenen “Schweinsteiger-Nach-Hause-Schicker” und ManU-Bezwinger VfL Wolfsburg, dem drittstärksten Heimteam der Liga. Es geht also gegen jenes Team, welches Trainer Labbadia momentan unmittelbar hinter den Bayern und sogar noch einen Tick vor dem BVB aus Dortmund sieht.

HSV Auswärts- und Gesamtbilanz gegen den VfL Wolfsburg

HSV Auswärts- und Gesamtbilanz gegen den VfL Wolfsburg

Die nackten Zahlen sprechen gegen die Hamburger, sowohl was die Auswärts- als auch die Gesamtbilanz angeht. Doch Bange machen gilt nicht. Mut schöpfen sollte der HSV aus der Tatsache, derzeit nach den Bayern und dem BVB das drittbeste Auswärtsteam zu stellen. Den Hamburgern dürfte auch in Wolfsburg wieder zugute kommen, nicht das Spiel machen zu müssen.

Den letzten Sieg errangen die Rothosen bei den VW-Städtern im Februar 2011 durch einen verwandelten Foulelfmeter von Mladen Petric in der 32. Minute. Von den damaligen Siegern ist heute niemand mehr dabei: F. Rost – Aogo, Demel, Mathijsen (84. Benjamin), Westermann – Ä. Ben-Hatira, Zé Roberto, M. Jansen (61. Elia), Jarolim – Petric, van Nistelrooy (79. Guerrero Gonzales). Auf Seiten der Wolfsburger, wird sich nur noch Keeper Benaglio an die schmerzhafte Niederlage erinnern.

Für Wolfsburgs Coach Dieter Hecking, der zum Jahresende auch und gerade nach dem Sieg in der Champions League noch einmal das Optimum aus den letzten beiden Spielen herausholen will, trifft es sich gut, dass der HSV in die Volkswagen Arena anreist. Das Stadion wird ausverkauft und damit für entsprechende Unterstützung für beide Teams gesorgt sein. Hecking sieht die Hamburger unter Labbadia generell verbessert, sieht sie allerdings noch nicht stabil auf höherem Niveau. Er erwartet allerdings einen aggressiven Hamburger SV, der seinem Team alles abverlangen wird: “Das heißt, wir müssen alles reinwerfen. Sonst kriegen wir Probleme!” Ob das nach dem rauschenden Einzug ins CL-Achtelfinale allerdings auch bei seinem Team angekommen ist, werden spätestens am Samstag um 17:30 h wissen. Wölfe Manager Klaus Allofs jedenfalls warnt schon einmal: “Selbstvertrauen ist gut, Selbstzufriedenheit weniger. Wir müssen uns noch zwei Mal konzentrieren. Müdigkeit spielt keine Rolle.”

Bruno Labbadia erwartet ebenfalls kein Einbrechen der Wölfe nach dem Dienstagsspiel, sondern geht ganz im Gegenteil von vor Selbstvertrauen strotzenden Wölfen aus. Die VWler hätten einen starken Kader, seien sehr ballsicher und leisteten sich kaum Ballverluste. Da gelte es hellwach zu sein und eine Topp-Leistung abzurufen, wenn man bestehen wolle und das wolle man natürlich. “Die spielen in der Champions League und da sind wir natürlich ganz weit entfernt” stapelt der Hamburger Trainer bewußt tief aber, “wir wollen versuchen Wolfsburg zu ärgern und zu punkten!” fügt er entschlossen an.

Die letzten Ergebnisse des HSV beim VfL Wolfsburg (aus HSV Sicht):

  • 0:2 (0:1) [2014/15]
  • 1:1 (1:1) [2013/14]
  • 1:1 (1:0) [2012/13]
  • 1:2 (0:0) [2011/12]
  • 1:0 (1:0) [2010/11]
  • 4:2 (2:0) [2009/10]
  • 0:3 (0:3) [2008/09]
  • 1:1 (1:0) [2007/08]
  • 0:1 (0:1) [2006/07]
  • 1:0 (1:0) [2005/06]

Bei diesem Unterfangen dürfte es hilfreich sein, dass sich die Personalsituation zum Ende der Woche wieder entspannt hat. Rene Adler hat genau wie Pierre Michel Lasogga wieder mittrainiert, scheint aber noch fraglich zu sein, weswegen Andreas Hirzel als 19er Mann mit nach Wolfsburg reisen wird. Jung und Cleber haben Entwarnung signaliesiert und werden ebenfalls dabei sein, wie auch Dennis Diekmeier, der in dieser Woche wieder voll ins Training eingestiegen ist. Aaron Hunt mischt ebenfalls wieder fleißig mit, dürfte allerdings noch nicht die Fitness für die volle Distanz haben Lediglich der ohnehin keine wirkliche Rolle mehr spielenden Olic muss aufgrund von Knieproblemen passen. Ein trauriger Abschied auf Raten eines großen Missverständnisses aus dem letzten Winter.


So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Jung, Holtby – Müller, Ilicevic – Gregoritsch, Lasogga
Bank: Drobny, Cleber, Diaz, Diekmeier, Hunt, Schipplock, Stieber
Trainer: Bruno Labbadia

VfL Wolfsburg:
Benaglio – Träsch, Naldo, Dante, M. Schäfer – Arnold – Vieirinha, Kruse, Draxler, Schürrle – Dost
Trainer: Dieter Hecking

Schiedsrichter: Wolfgang Stark

Mit dem 45jährigen Bankkaufmann aus Ergolding pfeift einer der erfahrensten deutschen Schiedsrichter die morgige Partie. Wolfgang Stark kommt bereits auf seinen 313. Bundesligaeinsatz. HSV Begegnungen pfiff Stark bereits 46 mal, davon 22 Auswärtspartien (8 Siege, 5 Unentschieden, 9 Niederlagen) in denen er 3 mal Rot für die Hanseaten zückte. Begegnungen gegen den VfL Wolfsburg unter seiner Leitung gab es bisher insgesamt vier, mit insgesamt ausgeglichener Bilanz: 03/00 4:4 (A), 03/02 1:1 (H), 02/04 2:0 (H), 10/05 0:1 (H).


Die HSV-PK in Wort und Bild

Die PK des VfL Wolfsburg in Wort und Bild

2 Kommentare

  1. ky

    Saubere Arbeit, HL, erneut prima Vorbericht.
    Bin gespannt, ob es morgen bei den Wölfen was zu holen gibt, befürchte aber eher nicht, obwohl mich unser HSV gerade dann immer überrascht hat (Dortmund…).
    Die Niederlage gegen Mainz war wirklich unnötig,das 1:0 mit dem Scherenschlag am Boden war die einzige Chance in HZ.1, und wenn Gregoritsch etwas “kälter” gewesen wäre, hätte das Spiel auch 1 oder 2:0 für uns ausgehen können – aber: Das ist eben Fußball…
    Schönes Wochenende für Dich und Deine Lieben sowie alle Foristen hier.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Hätte, hätte…Hätte Hummels nicht und hätte Micky…bringt nix. Mainz war gnadenlos effektiv, der HSV genau das Gegenteil. Morgen läuft es andersrum, Auswärtssieg und dann stört auch die Niederlage gegen den FCA nicht mehr und der JA wird endlich für alle abrufbar sein. Dann in der Winterpause den Kader verkleinern: Rudi, Stibi, Olic und Diaz gehen, dann hat man auch die angepeilte Kadergröße erreicht. Von etwaigen Winterverpflichtungen sollte tunlichst Abstand genommen werden. Na…alles Wunschdenken, aber wird vor Weihnachten ja noch erlaubt sein. Ja, ich glaube an ihn, ganz fest sogar…den Weihnachtsmann.

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