Die HSV A-Jugend im Pokal (seit 1987)

a-jugend_pokal2

Im Nachgang zu meinem Blog “Nachwuchs im Abseits? Die HSV A-Jugend seit 1969.”, bei dem es um das Abschneiden der HSV A-Junioren bei Deutschen Mesiterschaften ging, gibt es an dieser Stelle – quasi als Ergänzung – noch den Überblick über das Abschneiden der Rothöschen im A-Jugend DFB Pokal.

Der DFB Pokal für die A-Jugend wurde erstmalig im Jahr 1987 (Saison 1986/87) als U18 Wettbewerb ausgetragen. Bis 1990/91 nahmen die Pokalsieger bzw. dessen Vertreter aus den 16 Landesverbänden des DFB [NORD: Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen + WEST: Westfalen, Mittelrhein, Niederrhein + SÜDWEST: Rheinland, Südwest, Saarland + SÜD: Hessen, Baden, Südbaden, Würtemberg, Bayern + BERLIN: Berlin] teil.

In dieser Zeit konnte sich der HSV 3 mal für den DFB-Pokal qualifizieren, scheiterte allerdings zweimal bereits in der ersten Runde (Achtelfinale). 1988 reichte es immerhin zu einer Halbfinalteilnahme.

DFB Pokalfinals der A-Junioren (U18)
Saison Verteter-HH
1986/87  Borussia M’Gladbach  1. FC Nürnberg 1:2  HSV
Erstrundenaus: Alemannia Aachen – HSV 3:2
1987/88  1. FC Nürnberg   Borussia M’Gladbach 1:0  HSV
Halbfinalaus: Gladbach – HSV 3:0[ 1/4: HSV – Blau-Weiss Berlin 1:0 / 1/8: VfL Osnabrück – HSV 1:2]
1988/89  VfL Bochum  Karlsruher SC 4:1  SC Norderstedt
Erstrundenaus: Bochum – Norderstedt 9:0
1989/90  Stuttgarter Kickers  Lüneburger SK  3:0  SpVgg Blankenese
Viertelfinalaus: Blankenese – Lüneburg 0:1[ 1/8: SC Siemensstadt – SpVgg Blankenese 1:3 i.E. (0:0 n.V.]
1990/91 1. FC Köln FC Augsburg  2:3  HSV
Erstrundenaus: HSV – Hannover 96 0:2

Ab dem Jahr 1992 (Saison 1991/92) nahmen auch die Vertreter der neuen Bundesländer, also die Ostvereine am DFB-Pokal teil. Da nunmehr 21 Teinehmer der jeweiligen Landesverbände [5 Regionalverbände: Nord, West, Südwest, Süd (siehe oben) sowie NORDOST: Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen] an den Start gingen, musste das Teilnehmerfeld durch eine Vorrunde auf 16 Teilnehmer reduziert werden.

Erster gesamtdeutscher Pokalsieger bei den A-Junioren (U18) wurde der FC Augsburg. Der HSV konnte sich in diesem wie in den darauffolgenden zwei Spielzeiten nicht für den nationalen Pokal qualifizieren, stattdessen gingen der FC St. Pauli (2x) sowie Vorwärts Wacker 04 (!)  für den Hamburger Fußball Verband (HFV) ins Rennen.

DFB Pokalfinals der A-Junioren (U18) [mit Ostvertretern]
Saison Verteter-HH
1991/92 FC Augsburg Eintracht Braunschweig 6:5 i.E. St. Pauli
Achtelfinalaus: St. Pauli – Bayer 04 Leverkusen 1:4[Vorrunde: St. Pauli- FC Berlin 2:3 gewertet 2:0 wg. Wechselfehler]
1992/93 Schalke 04  1. FC Nürnberg  1:2  St. Pauli
Achtelfinalaus: OSC Bremerhaven – St. Pauli 7:2
1993/94  FC Augsburg  1. FC Köln 2:1 Vorwärts Wacker 04
Vorrundenaus: Spfr. Oestrich-Iserlohn – Vorwärts Wacker 04 2:0
1994/95 FC Berlin  FC Augsburg  2:4  HSV
 Halbfinalaus: FC Berlin – HSV 3:2[1/4: SCV Bremen – HSV 3:4 * 1/8: Schweriner SC – HSV 2:5 * Vorrunde: Alemannia Aachen – HSV 0:1]
1995/96  VfR Heilbronn  Energie Cottbus 6:1  St. Pauli
Achtelfinalaus: Arminia Bielefeld – FC St. Pauli 2:1[Vorrunde: Preussen Köln – St. Pauli  2:3]
1996/97  Schalke 04  VfB Stuttgart  1:3  St.Pauli
 Erstrundenaus: SG Wattenscheid 09 – FC St. Pauli 3:1
1997/98 Eintracht Frankfurt  Bayer 05 Uerdingen 3:4 i.E.  HSV
Erstrundenaus: Bayer 05 Uerdingen – HSV 2:0
1998/99  1. FC Magdeburg  1. FC Saarbrücken  6:1  HSV
 Erstrundenaus: VfB Leipzig – HSV 3:0
1999/2000  1860 München  Hamburger SV 2:1  HSV
 [Halbfinale: HSV – FC Köln 4:0 * 1/4: HSV – Borussia Dortmund 4:3 n.V. *  1/8: HSV – Hansa Rostock 6:3]
 2000/01  VfB Stuttgart  FK Pirmasens 5:1  HSV
Halbfinalaus: HSV – VfB Stuttgart 0:3 ***es nahmen nur die Vertreter der 5 Regionalverbände teil

 

Für den HSV reichte es zwischen 1992 und 2001 immerhin 1995 sowie 2001 für das Halbfinale.Im Jahr davor feierte man mit der Finalteilnahme gegen 1860 München sogar den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte, musste sich aber letztlich mit 2:1 geschlagen geben. Einen Treffer, den 1:0 Führungstreffer für die 60er steuerte Benjamin Lauth bei. Und noch ein alter Bekannter war mit von der Partie:  Alex Meier, beim HSV allerdings erst in der 33. Min eingewechselt.

Der HSV spielte mit:
Marcel Kindler – Sven Drews – Kolja Afriyie, Marco Pirozzi – Atem Oksynyuk (90. Simon Radke), Daniel Rathmann (33. Alexander Meier), Matthias Holst (41. Rene Marohn), David Berwecke – Serdar Sinik, Tiago Teixeira, Marco Schacht
Trainer: Michael Schröder
Tore: 1:0 Lauth (34.), 1:1 Afriyie (66., HE), 2:1 Mayr (90.)

Zweimal war allerdings auch in der 1. Runde wieder Endstation.


Ab der Saison 2001/02 wurde der Pokal schließlich als U19 Wettbewerb mit den 21 Pokalsiegern der Landesverbände des DFB ausgetragen und vorbei war es mit der Herrlichkeit des Hamburger SV. Im ersten U19 Jahr reichte es noch für das Viertelfinale, danach war entweder in der Vorrunde oder im Achtelfinale Feierabend für die Rothöschen.

DFB Pokalfinals der A-Junioren (U19)
Saison Verteter-HH
 2001/02 VfB Stuttgart Schalke 04 3:4 i.E.  HSV
Viertelfinalaus: HSV – Bayer Leverkusen 0:3[1/8: Hansa Rostock – HSV 1:2 n.V. ]
2002/03   1. FC Kaiserslautern  Bayer 04 Leverkusen   4:1 n.V.  Niendorfer TSV
Vorrundenaus: 1. FC Saarbrücken – Niendorfer TSV 4:3 i.E. (3:3 n.V.)
2003/04  Hertha BSC  SGV Freiburg  5:0  Barmbek Uhlenhorst
 Achtelfinalaus: BU -1. FC Köln 0:5
2004/05  TB Berlin  Schalke 04  1:3  HSV
 Achtelfinalaus: HSV – SC Freiburg 0:3[Vorrunde: Gladbach – HSV 1:3 i.E.]
 2005/06  SC Freiburg  Karlsruher SC  4:1  HSV
Vorrundenaus: Hannover 96 – HSV 4:0
2006/07   1860 München  VfL Wolfsburg  2:1  SC Vier- und Marschlande
 Viertelfinalaus: SCVM – Hansa Rostock 1:7[1/8: Rot-Weiss Erfurt – SCVM 2:4]
2007/08  Borussia M’Gladbach  Bayer 04 Leverkusen 0:3   SC Vier- und Marschlande
 Achtelfinalaus: SCVM – Borussia Dortmund 0:2
 2008/09  SC Freiburg Borussia Dortmund  8:7 i.E.  HSV
Achtelfinalaus: SC Freiburg – HSV 3:2
2009/10  TSG Hoffenheim  Hertha BSC  2:1  SC Concordia
 Achtelfinalaus: SC Concordia – Hertha BSC 1:5[Vorrunde: Hallescher FC – SC Concordia 2:3 n.V.]
2010/11  Hansa Rostock  SC Freiburg  5:7 i.E.  HSV
Achtelfinalaus: SC Freiburg – HSV 1:0
2011/12  Hertha BSC  SC Freiburg  1:2  HSV
 Halbfinalaus: SC Freiburg – HSV 3:1 n.V.[1/4: HSV – Hansa Rostock 2:0 * 1/8: HSV – Werder Bremen 2:1 n.V.]
2012/13  1. FC Kaiserslautern 1. FC Köln  0:1  HSV
Achtelfinalaus: Karsruher SC – HSV 1:0[Vorrunde: Eintracht Trier – HSV 0:2]
2013/14  SC Freiburg  Schalke 04  7:6  Niendorfer TSV
 Achtelfinalaus: NTSV – Hannover 96 0:6
 2014/15  Energie Cottbus  Hertha BSC 0:1  St. Pauli
Viertelfinalaus: Fc St. Pauli – Hertha BSC 0:1[1/8: Eintracht Trier FC St. Pauli 0:5]
 2015/16  Hertha BSC  Hannover 96  2:4  St. Pauli
Vorrundenaus: 1. FC Saarbrücken – FC St. Pauli 3:1
2016/17  Eintracht Braunschweig  Carl-Zeiss Jena  3:0  St. Pauli
 Achtelfinalaus: FC St. Pauli – FC Ingolstadt 6:7 i.E.

 

Neunmal konnte man sich gar nicht erst für den nationalen Pokal qualifizieren. Das gelang letztmalig 2012/13 und auch im kommenden Jahr wird der Pokal ohne die A-Junioren des HSV stattfinden. Der HFV wird erneut durch den FC St. Pauli vertreten, der sich im diesjährigen Finale im Elfmeterschießen gegen den Erzrivalen durchsetzen konnte.


Hamburg Oddset Pokal: Pokalsieger seit 2004*

“ODDSET-Pokal” für A-Junioren (HFV) – Finalspiele & Ergebnisse
Hinweis #1: Die Bundes- und Regionalligisten steigen erst ab 1/8-Finale in den Wettbewerb ein und haben in der in der 1., 2., 3., 4. Runde immer ein Freilos. In manchen Spielzeiten gibt/gab es auch eine 5. Runde, um im 1/8-Finale auf 16 Vereine zu kommen. Grund: Die Anzahl der Teilnehmer variiert ja in jedem Jahr – je nach Mannschaftsmeldungen…!
Hinweis #2: Wenn in Klammern hinter dem Verein nichts steht, waren die Teilnehmer Bundesligisten („A-BL Nord“).

  • 2017 [Jahrgang 1998/99] – FC St. Pauli vs. HSV // 7:5 n.E.
  • 2016 [Jahrgang 1997/98] – FC St. Pauli vs. Harburger TB (OL HH) // 11:1 (!)
    HSV im ¼-Finale raus gg. FC St. Pauli (1:2).
  • 2015 [Jahrgang 1996/97] – HSV vs. FC St. Pauli // 1:3
  • 2014 [Jahrgang 1995/96] – FC St. Pauli – Eintr. Norderstedt (RL Nord) // 3:1
    HSV im ½-Finale raus gg. FC St. Pauli (6:7 n.E.)
  • 2013 [Jahrgang 1994/95] – Niendorfer TSV (VL HH) vs. HSV // 3:1
    Das 2:0 des NTSV war aus ca. 55m gegen Alexander Brunst. Der HSV mit Steinmann, Tah & Öztunali.
    Im Halbfinale gewann der HSV mit “ach und krach” in Bönningstedt beim SV Rugenbergen durch einen Abseitstreffer von Öztunali (Nr. 6) nach Vorlage von Tah (Nr. 17) in der 87. Spielminute.
  • 2012 [Jahrgang 1993/94] – HSV vs. JFV HH-Oststeinbek (RL Nord) // 4:0
  • 2011 [Jahrgang 1992/93] – Niendorfer TSV (RL Nord) vs. HSV // 0:6
  • 2010 [Jahrgang 1991/92] – HSV vs. SC Concordia (RL Nord) // 7:6 n.E.
  • 2009 [Jahrgang 1990/91] – SC Vorwärts-Wacker (VL HH) – SC Concordia (RL Nord) // 4:6 n.E.
    HSV im ¼-Finale raus gg. JFV Jung-Elstern (VL HH) mit 0:3.
  • 2008 [Jahrgang 1989/90] – HSV Barmbek-Uhlenhorst (LK HH) vs. HSV // 0:5
  • 2007 [Jahrgang 1988/89] – SC Vier- und Marschlande (RL Nord) vs. FC St. Pauli // 2:1
    HSV im 1/8-Finale raus gg. SC Vier- und Marschlande (RL Nord) mit 2:3.
  • 2006 [Jahrgang 1987/88] – HSV vs. SC Vier- und Marschlande // 1:4
    SCVM im Finale ohne Harnik & Kruse, da ab 01.01.2016 bei Werder Bremen.
  • 2005 [Jahrgang 1986/87] – HSV vs. SC Vier- und Marschlande (LK HH) // 5:1
    SCVM mit Harnik & Kruse (Jg. 1988).
  • 2004 [Jahrgang 1985/86] – HSV vs. HEBC (LK HH) // 4:2

* Mein Dank an den Wortspieler für das Zusammentragen der Daten zum Oddset Pokal sowie die Anmerkungen


Fazit:

Wie auch in der nationalen Meisterschaft, so auch im nationalen Pokal. Der Hamburger SV spielt mit seinen A-Junioren keine Rolle. Ein Titel konnte weder in dem einen noch in dem anderen Wettbewerb jemals gewonnen werden und momentan sieht es auch nicht danach aus, als sollte sich daran kurzfristig etwas ändern. Auf regionaler Pokalebene schwächelt die A-Jugend massiv. Seit 5 Jahren kein Landespokalgewinn und damit keine Teilnahme am DFB Pokal.

Kann das der Anspruch des HSV sein? Ich denke nicht. Sicher, man hat sich auf die Fahne geschrieben, in erster Linie Talente individuell zu entwickeln und erst dann mit der Mannschaft erfolgreich zu sein, aber Entwicklung gestaltet sich erfolgreicher in einem erfolgreichen Umfeld und das setzt den einen oder anderen Mannschaftserfolg ganz einfach voraus.

Von daher muss es Anspruch und Ziel sein, zumindest den Hamburger Pokal in jedem Jahr gewinnen zu wollen. Ich würde sogar einen Schritt weitergehen und den DFB Pokalsieg als Ziel ausrufen. Der Pokal ist ein Titel, der sich nach nur wenigen Spielen erringen ließe. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier auch die kleineren Vereine, die nicht unbedingt ganz an der Spitze ihrer jeweiligen (Bundes)Ligen agieren, einen Pokalsieg sehr wohl für sich verbuchen konnten, wie das Beispiel Eintracht Braunschweig auch in diesem Jahr zeigt.

Also, auf geht’s HSV, zeigt mal dass ihr Biss habt und wirklich wollt!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>