Die Hütte brennt lichterloh!

Es greift ganz sicherlich zu kurz, Dietmar Beiersdorfer als DAS Übel des HSV auszumachen und anzuprangern. Klar, als Vorstandsvorsitzender hat er natürlich in erster Linie und letzter Konsequenz das zu verantworten, was derzeit beim HSV läuft oder besser – nicht läuft, und das ist eine ganze Menge.
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Ein viel größeres Versagen ist es in meinen Augen jedoch, dass der Aufsichtsrat der HSV AG diesem Treiben tatenlos zusieht und dem Unheil sehenden Auges seinen Lauf lässt.
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Der AR der HSV AG, wer ist das eigentlich?

  • Vorsitzender: Karl Gernandt (Präsident des Verwaltungsrats der Kühne + Nagel International AG)
  • HSV-Präsident: Jens Meier (Geschäftsführer der Hamburg Port Authority)
  • Dieter Becken (Wirtschaftsmanager)
  • Bernd Bönte (Geschäftsführer und Mitinhaber der Klitschko Management Group GmbH)
  • Felix Goedhart (ehem. Vorstandsvorsitzender der Capital Stage AG)
  • Peter Nogly (ehem. HSV-Spieler)

Warum nehmen diese Herren Ihre Kontrollfunktion nicht wahr?  Warum sehen sie tatenlos zu, wie der Tanker HSV auf Grund läuft, ein Mann wie Felix Goedhart beispielsweise, von dem die Mopo vor Amtsantritt noch schrieb:

Felix Goedhart (50): War beruflich schon in St. Gallen, Chicago, Düsseldorf und München ansässig – nun will der rhetorisch äußerst geschickte Kaufmann den HSV zu seiner neuen Heimat machen. Seine Stärken liegen im Finanzgeschäft. Er sagt: „Der HSV ist ein Sanierungsfall.“
Quelle: Hamburger Morgenpost

Ist der HSV inzwischen etwa kein Sanierungsfall mehr? Ist es nicht vielmehr inzwischen viel schlimmer um den HSV bestellt und warum hat er das zugelassen, der Herr Finanzexperte?

Oder… Warum wurde beispielsweise von AR Seite nicht rechtzeitig Druck gemacht, die Position des Sportdirektors zeitnah und vernünftig zu besetzen? Warum erst jetzt, wo das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und droht zu ertrinken?

Es wäre doch ein Leichtes gewesen, dem Vorstandsvorsitzende eine Deadline für die Sportchefsuche zu setzen, mit der Maßgabe, bei Überschreiten dafür zu sorgen, dass diese Position künftig wieder im Range eines Vorstandsmitgliedes anzusiedeln. Dann hätte der Aufsichtsrat den Sportchef nach §5 Abs. 2 der Satzung der HSV AG jederzeit selber be- und ernennen können.

§5 Zusammensetzung und Geschäftsordnung des Vorstandes
(1) Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Person/en.
(2) Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Er kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstandes ernennen.

Das ist nicht geschehen. Man hat tatenlos zugesehen. Und jetzt, ja jetzt, wo bereits fast alles zu spät zu sein scheint, da meldet sich der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt in einem bereits längerfristig anberaumten Interview des Hamburger Abendblatts zu Wort und zieht eine desaströse Bilanz der Arbeit des Vorstandes, womit in erster Linie natürlich der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer der Adressat seiner Kritik ist.

Gernandt kommt zu der Überzeugung, “Dass wir den Vorstand, vor allem jetzt, intensiv beraten müssen.”

Das zielt in erster Linie auf die Sportchefsuche ab, die in den vergangenen Wochen zu einem Possenspiel verkam und einmal mehr dafür sorgte, dass der HSV als Lachnummer der Nation dasteht.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der HSV AG wirft seinem Vorstandsvorsitzenden unprofessionelle Arbeit vor:

Wir haben den Vorstand intensiv gebeten, die Suche und Auswahl des Sportdirektors in einer professionellen Art und Weise zu betreiben, damit wir in der Außendarstellung nicht immer in ein öffentliches Pingpongspiel geraten.
Quelle: Hamburger Abendblatt

Immerhin hat sich inzwischen die bahnbrechende Erkenntnis durchgesetzt, dass man “dringend einen Sportdirektor […]in der Zusammenarbeit zwischen der Mannschaft und dem Trainer intensiv und 24 Stunden am Tag abdeckt” benötigt.

Warum in Gottes oder wem es lieber ist, in drei Teufels Namen kommt diese Erkenntnis erst jetzt, jetzt da man auf Platz 18 in der Liga der Musik bereits fast hoffnungslos hinterher läuft?

Aber es ist ja nicht nur die Sportchefsuche alleine, Karl Gernandt kommt in dem Abendblatt Interview ja nicht umhin einzugestehen, dass man letztlich auf ganzer Linie gescheitert ist:

Man muss sagen, dass wir die sport­lichen Ziele für 2016/2017 komplett verfehlt haben. Und da fange ich auch nicht an, etwas schönzureden. Wir haben es nicht geschafft, Talente von unten nach oben zu ziehen. Eine einheitliche Spielanlage fehlt, was wohl damit zu erklären ist, dass zu viele Menschen in den sportlichen Bereich reingeredet haben. Das ist nicht gut.
Quelle: Hamburger Abendblatt

Das ist eine absolute Bankrotterklärung, nicht nur für Dietmar Beiersdorfer, sondern auch für Bernhard Peters, der in seiner Eigenschaft als Verantwortlicher für die Nachwuchsarbeit, dafür Sorge zu tragen hat, dass die Durchlässigkeit für Talente in den Profibereich deutlich gegenüber der Vergangenheit erhöht wird und die Talente nicht nur als Auffüller in den Länderspielpausen agieren.

Aber es sind ja nicht nur die sportlichen Ziele, die nicht erreicht wurden. Auch das Ziel strategische Partner zu gewinnen, wurde klar und deutlich verfehlt. Bei der Suche nach eben jenen, ist laut Gernandt “unter dem Strich leider auch kein Ergebnis zu erkennen” und “Herr Kühne ist eine enorme Hilfe” aber eben keine Strategie.

Und dennoch, ohne den Herrn Kühne scheint beim HSV gar nichts mehr zu gehen. Auch die Sportchefsuche nicht, glaubt man dann den Worten des Herrn Draxler von der BILD, der heute zu berichten wusste:

Man traf sich in der Schweiz mit Klaus-Michael Kühne (so viel zum Thema, der Investor mischt sich nicht ein), Gernandt und dem Vorstandsvorsitzenden Didi Beiersdorfer. Man war sich sympathisch, es gab mehrere Telefonate, dann Heldts Absage.
Quelle: Bild: Spieler oder Bosse…

Eine Ablösung Beiersdorfers ist momentan kein Thema. Das Festhalten am derzeitigen Vorstandsvorsitzenden, dem klar das Zeugnis ausgestellt wurde ‘Kriegt es alleine nicht gebacken!’ ist jedoch nicht als Vertrauensbeweis zu deuten. Es ist vielmehr ein Zeichen der eigenen Hilf- und Ratlosigkeit des Aufsichtsrats und seines Vorsitzenden Karl Gernandt:

Mich beschäftigen die Fragen: Wie kommen wir aus dieser Krise[…]? Wie bekommen wir eine Klarheit in den Blick, was die richtigen Maßnahmen sind?

Der Blick ist also nicht klar. Er ist vernebelt, denn die Hütte brennt lichterloh.

In dieser undurchsichtigen Gemengelage muss es wieder einmal der Trainer alleine richten.

Jener Trainer, der für viele hier bereits als gescheitert gilt, kündigte bereits am Wochenende bei seinem Auftritt im ndr Sport Club durch die Blume Veränderungen an. Und er hielt Wort. Als eine (erste?) Maßnahme enthob er Johan Djourou seines Amtes und setzte Gotuku Sakai an seiner Stelle als Kapitän ein.

Das ist ein deutliches Signal, welches weit über eine Abstrafung des Ex-Kapitäns für seine öffentliche Kritik an der 3er/5er-Kette hinausgeht. Es ist eben kein Spieler aus dem gewählten Mannschaftsrat (dieser besteht aus Djourou, Adler, Spahic, Hunt und Diekmeier), der als neuer Leader und verlängerter Arm auf dem Platz von Markus Gisdol ernannt wurde. Es ist einer der Neuen, der Unverbrauchten einer der vielleicht noch nicht gänzlich im Sumpf der Wohlfühloase ge- und verfangen ist.

Ich muss gestehen, dass diese Maßnahme spontan so etwas wie Hoffnung in mir aufkeimen läßt. Hoffnung, dass sich doch noch etwas tut beim HSV was in die richtige Richtung geht, in die Richtung Aufräumen und für die Zukunft aufstellen. Dabei geht es mir noch nicht einmal um sofortige Erfolge, nein noch nicht einmal um den Klassenerhalt in dieser Saison.

Markus Gisdol ist eigentlich in der komfortablen Lage, dass er nichts mehr zu verlieren hat, denn er scheint bereits alles verloren zu haben. Die Führung taumelt momentan benebelt und handlungsunfähig durch die Gegend. Wenn er jetzt Rückgrat und Mut zeigt, weitere einschneidende Veränderungen vorzunehmen, auch und gerade im personellen Bereich, dann…

…ja, dann könnte ich tatsächlich wieder einmal so etwas wie Freude mit und über den HSV erleben. Vielleicht ja schon am Sonntag in Hoffenheim!

14 Kommentare

  1. PaderbornerPaderborner

    Sauber HL, ich habe dem ausnahmsweise nichts mehr hinzuzufügen!

    Antworten
  2. PaderbornerPaderborner

    … nen bisschen Senf gibt’s dann doch noch! ;-)
    Ich finde es extrem gut das mit Gōtoku Sakai endlich mal ein Asiate Mannschaftskapitän ist, scheinbar haben die die richtige Arbeitsauffassung. Auch wenn er vielleicht keiner “so wie Lahm” ist, aber vielleicht hilft’s ja trotzdem …

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  3. der Coach

    “Wie bekommen wir eine Klarheit in den Blick, was die richtigen Maßnahmen sind? ” – Tja, da denke ich doch mal an eine Doppelpass-Sendung vor vielen Jahren. “Wir haben einen Mangel an Durchblick”, sagte damals ein Laueterer Funktionär, wie hieß er noch Wischemeyer oder so? Naja, beim HSV scheint es auch an jenem Durchblick zu mangeln – auf allen Ebenen.

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    1. Hallo

      Danke, Coach, für die Reminiszenz an Dr. Robert Wieschemann!

      https://www.youtube.com/watch?v=mUHWuvhrF4c

  4. 1887Breisgau1887Breisgau

    Zu der Ehrenrettung dieses Mannes muss man dazu sagen, dass dieser an diesem Tage eine sehr unglückliche Kombination von Medikamenten eingenommen hatte, welche diese Blackouts erst ermöglichten. Ob dies bei Herrn Gernandt auch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

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  5. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff…Hilke geht!

    HSV FUSSBALL AG

    HSV-Presseservice: Joachim Hilke verlässt HSV auf eigenen Wunsch
    18.11.2016 – 17:59
    Hamburg (ots) – Der HSV-Marketing-Vorstand Joachim Hilke (49) wird seine Tätigkeit beim HSV auf eigenen Wunsch zum Jahresende beenden.

    “Ich habe in den vergangenen sechs Jahren mit Herzblut und vollem Einsatz für diesen wunderbaren Verein gearbeitet. Gemeinsam mit meinem Team ist es gelungen, dass sich der HSV im Bereich Marketing nachhaltig erfolgreich entwickelt hat. Die letzten drei Jahre waren insgesamt sehr intensiv und haben insbesondere in meinem privaten Umfeld Spuren hinterlassen. Ich habe mich schweren Herzens entschieden, meinen Vertrag beim HSV aufzulösen. Dem HSV wünsche ich alles Gute – ich werde dem Verein eng verbunden bleiben”, erklärt Joachim Hilke seinen Ausstieg beim HSV.

    Karl Gernandt, Aufsichtsratsvorsitzender der HSV Fußball AG, sagt zur Trennung: “Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Joachim Hilke für seine sehr gute Arbeit. Unter Joachim Hilke haben wir den kommerziellen Bereich im HSV neu aufgestellt und es sind wichtige Projekte auf den Weg gebracht worden. Hierzu zählen insbesondere die HSV Campus-Entwicklung am Volkspark, die Einführung neuer profitabler Geschäftsfelder sowie die Internationalisierungsstrategie, die bereits mit interessanten Abschlüssen umgesetzt werden konnte. Wir bedauern seine Entscheidung und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg.”

    Auf Wunsch des Aufsichtsrates wird Joachim Hilke noch bis zum Jahreswechsel beim HSV bleiben, um einen geregelten Übergang sicherzustellen.

    Pressekontakt:

    HSV Fußball AG
    Pressesprecher
    Till Müller
    E-Mail: presse@hsv.de
    Original-Content von: HSV Fußball AG, übermittelt durch news aktuell

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/16439/3487993
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    Wer wird der Nächste? Beiersdorfer? Peters? Gernandt?
    .
    Und was kommt dann???

    Antworten
    1. PaderbornerPaderborner

      Den Bereich Marekting nachhaltig entwickelt? Wichtige Projekte voran gebracht?

      Mir würde, wie so oft, überhaupt nix einfallen was Hilke denn so gemacht hat (außer das er mit Onkel KlauMi kann), phhh Marketing, wahrscheinlich die Pinken Trikots?
      Der eigentliche Skandal ist doch, wie schon bei Wolf, das so einer freiwillig gehen darf und nicht rausgeschmissen wird!

  6. ky

    oh, ha, Pattex-Hilke, der gerade mal Verträge von Hoffmann verlängern konnte, selbst nicht viel an- oder umgestossen hat, der der Maulwurf war, um HSV+ zu unterstützen, der so prima in die Riege der freundlichen Ahnungslosen passt, genau dieser geht jetzt freiwillig?
    Weil er irgendwo in der Wirtschaft einen besser dotierten Vertrag erhalten wird?
    Eher nicht.
    Nein, das könnte ein Signal sein, dass KMK sich vielleicht doch zurück zieht, auch wenn aus Gernandts Interviews (“investieren, nichts ist teurer als der Abstieg”) sich eigentlich ein anderes Bild abzeichnet.
    Schiff klar zum Gefecht – die Ratten verlassen das Deck…

    Wenigstens scheint Gisdol erkannt zu haben, wie sehr die Wohlfühloase HSV leistungsmindernd auf allen Ebenen ist. Mit Sakai tatsächlich den besten Charakter zum Kapitän zu machen, ist schon mal ein deutliches Zeichen. Bin gespannt, wann die Trainingsgruppe 2 oder die Transfergruppe 1 eröffnet wird…

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  7. pietkunz

    Hallo liebe HSV-Fetischisten,

    ich hatte mir das Gernandt-Interview im HA durchgelesen.
    Und es inspiriert mich, dazu etwas zu schreiben.
    Auch wenn es schwer fällt, nach all den zeitgleichen Wirrungen um Draxlers (Bild), Linnenbrüggers (Mopo) und heute Matthias Müllers (Bild) Hinterrücks-Denunzierungen sowie Hilkes Arschretter-Rückzug den Einstieg zu finden.

    Natürlich (von Unverständnis kann gar keine Rede mehr sein) treibt es mich auch schier zur Verzweiflung, dass immer noch an dem völlig überschätzten und schon ewig inakzeptabel überforderten Beiersdorfer festgehalten wird – und wie diesem Mann ohne jegliche Perspektive auch noch die Findung eines Sportdirektors aufertragen werden kann…
    In der Hinsicht würde ich Gernandt und seine Räte auch am liebsten durchschütteln bis zum geht nicht mehr!

    Ansonsten betrachte ich das Gernandt-Interview mit Wehmut.
    Mich beschleicht das Gefühl, dass der HSV in der Konstellation mit Kühne und Gernandt eine RIESEN-Chance vermasselt hat.
    “Dank” des Unvermögens eines Didi Beiersdorfer!
    Auch mit der Folge, dass so eine Chance nie mehr wieder auf Akzeptanz stoßen wird und es ein von Tradition besessener und Amateuren zerrissener Klub bleiben wird!

    Ich habe mich immer an die Worte Gernandts anlässlich seines Einstiegs orientiert, die mich auch beeindruckt hatten:
    Innerhalb einer AG greift jedes Rädchen ins Nächste, Vorstand und AR beraten und unterstützen sich gegenseitig, es dürfe kein Blatt Papier dazwischen passen.

    Und dieser Linie bleibt sich Gernandt absolut treu – auch in diesem Interview. Es dürfte ein Erklärungsansatz für die bedingungslose Loyalität mit dem Vorstand sein, auch wenn sie uns angesichts der Person Beiersdorfer längst in den Wahnsinn treibt. Man stelle sich vor, diese Loyalität würde auch einem anderen VV als ausgerechnet einem Beiersdorfer gebührt werden. Denn Gernandt verkörpert auch im Interview absolute Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit darin, grundsätzlich das Operative dem Vorstand zu überlassen, diesem aber jederzeit – erst recht bei Bedarf – Beratung, Hilfe und Schutz zukommen zu lassen. Anders kann ich mir auch nicht den Versuch erklären, die bedeutsamsten Medienvertreter zum Schulterschluss einzuschwören. Ein beinahe altruistischer Akt, dem Klub und allen voran seinem angeschlagenen VV noch irgendwie Ruhe zu verschaffen – denn Gernandt dürfte im Grunde klar gewesen sein, dass für sowas nicht gegen den eigentlichen Sündenbock Beiersdorfer, sondern nur wieder gegen ihn die Messer gewetzt werden sollten, was Typen wie Draxler und Linnenbrügger sogleich auch hinterrücks zum Anlass nehmen.
    Das HA hingegen schreibt selbst, dass das Interview mit Gernandt lange Zeit zugesagt war – “ein Mann ein Wort”, habe er zurückgesimst, als unklar war, ob er sich überhaupt noch stellt.

    Ungeachtet der Umstände, dass wir einen Beiersdorfer hier keine Sekunde länger ertragen können, kann man Gernandts Verhalten zugunsten des HSV und seiner Operateure, der er selbst nicht ist, durchaus auch als ehrenwert und professionell betrachten – ich jedenfalls mehr, als das Gernandt-Bashing unter der offenbar mutwilligen Verweigerung, auch nur einmal den Namen des eigentlichen Operateurs Beiersdorfer im Zusammenhang mit dem HSV-Chaos zu erwähnen, noch im Verhältnis steht.
    Und wie oft hat sich damals ein Ertel in den Vordergrund gestellt oder wurde ihm eine Plattform geboten – aber wurde er von den Medien auch nur annähernd so angefeindet?

    Denn was ist es denn eigentlich, weshalb sie sich permanent immer nur auf Gernandt einschießen und das Problem Didi außen vor lassen?
    Sind die Gründe jene, die gerade wieder die Effenbergs, Dr. Kleins, Draxlers, Linnenbrüggers so stimmungsvoll und medienträchtig durch die Welt posaunen, nämlich dass Gernandt und Kühne sich “ständig einmischen”, die “Mannschaft aufstellen”, für “Unruhe” sorgen und den “richtigen Mann” und großen Didi “enteiern”??
    Oder ist der Grund vielmehr der, der uns aller aus dem Herzen sprechen würde – dass Gernandt einfach zu lange an Total-Versager Beiersdorfer festhält?

    DANN aber soll man endlich das Kind beim Namen nennen – und das heißt Beiersdorfer und nicht Gernandt!

    Haben die denn nie mitgekriegt, was Gernandt im HA-Interview nochmals erwähnt und im Grunde den Atem stocken lässt:
    “Der sportliche Bereich konnte für 120 Millionen Euro (in Worten HUNDERTZWANZIG Millionen!!!) eine Mannschaft neu zusammenstellen…”

    Was hätte ein fähiger Operateur oder meinetwegen ein Rangnick mit diesem dank der Kühne-Gernandt-Verbindung zur Verfügung gestellten sagenhaften Vermögen innerhalb von gerade mal zweieinhalb Jahren angestellt – wo stünde der HSV nun?
    Und was hat bloß ein Beiersdorfer damit angerichtet, wenn der HSV nun in der Vorweihnachtszeit mit gerade mal zwei Pünkten und einem perspektivlosen Schrott-Kader auf Platz 18 steht und erst ein wie gehabt adhoc eingestellter und zuvor langzeitarbeitsloser 08/15-Trainer eigenständig dazu genötigt wird, hier Leistungsphilosophie, Führungsstruktur und Deutsch-Kurse einzuführen?

    Das Kernproblem neben der Unfähigkeit Beiersdorfers ist die Unwucht in der sportlichen Kompetenz, die dem AR nach dem Ausscheiden von Heesens gänzlich abhanden gekommen ist, wofür übrigens ein Gernandt auch nichts kann.
    Gernandt, Goedhart, Becken, Bönte sind in den AR gezogen, um andere Fähigkeiten einzubringen – dazu stehen die auch.
    Statt der Kompetenz eines von Heesens nur ein Hafenmeier – nur die “Mopo” konnte/kann davon profitieren…
    Nogly als die einzig verbliebene Fachaufsicht für sportliche Angelegenheiten war nie mit dem modernen Fußballbusiness vertraut oder vernetzt und zu keiner Zeit den Anforderungen gewachsen – scheint jedoch mit der Glorie des Ex-Helden bezeichnenderweise ebenso unantastbar wie der große Didi zu sein.

    Die Abhängigkeit von der einzig verbliebenen und völlig überschätzten sportlichen “Kompetenz” des angeblich so großen Beiersdorfers ließ diesen hier ungehindert alles in Schutt und Asche legen. Diese Abhängigkeit ist sogar so nachhaltig, dass sie selbst in der Findung eines Nachfolgers für ihn als Versagenen auf ihn angewiesen sind.

    Wo war die sportliche Kompetenz, als Beiersdorfer mit einem verbrannten Slomka allen Ernstes noch in eine neue Saison geht?
    Wo, als ein Zinnbauer über ein dreiviertel Jahr völlig überfordert herumexperimentieren durfte?
    Wo, als es darum ging, HSV-Fan Tuchel zu überzeugen und fix zu machen?
    Wo, Didi von seinem vertorften Tuchel-Traum zeitnah und schadensfrei zu erlösen?
    Wo, als erst ein Pressesprecher Wolf “fünf vor zwölf” einen Bruno zur Rettung holen musste?
    Wo, als erkannt werden musste, dass der HSV unter Bruno seit November 2015 fortlaufend abstiegsreif auftrat?
    Wo, als ein trügerischer Platz 10 wegen eines Ballermann-Ausflugs des Gegners Augsburg allen die Sinne vernebelte?
    Wo, als nach der Saison 15/16 ein sauberer Schnitt auf dem Trainerposten fällig war?
    Wo, als noch Klopp, Favre, Weinzierl, Hasenhüttl machbar waren?
    Wo, als ein Heidel eben doch nicht für immer an Mainz kleben wollte?
    Wo, als eine Nichtabstiegsgarantie Tah oder ein Demirbay als neuer Barbarez zurückgeholt werden konnten?
    Wo, als des gescholtenen Knäbels brauchbare Kandidaten wie Gondorf (Abräumer und Leader in Darmstadt) und Vogt (jetzt in Hoffenheim schnellster und bester IV der Liga und Leader) dem Didi wieder mal nicht genehm waren?

    Das sind für mich wesentliche Faktoren, warum das Schiff unter dem Dilettanten Beiersdorfer untergehen musste – die Gesamtheit seiner Fehler noch weiter aufzuführen, bedürfte die Verfassung eines Buches… Dass er ein Nichtverhältnis zu Geld hat, im Klüngelsumpf einstiger Totengräber verstrickt ist, konzept- und planlos Personalentscheidungen angeht, überhaupt keine Führungseigenschaften aufweist und dadurch unfassbaren Mehltau-Schaden angerichtet hat, ganz zu schweigen.

    Wer will es einem Kühne verdenken, wenn der in der verzweifelten Bereitschaft, dem HSV finanzielle Mittel für Transfers und sportlichen Aufschwung zur Verfügung zu stellen, sich Berater zur Seite zieht und diese sogar selbst bezahlt?
    Aber ist sowas unter der hilfsbereit gemeinten Devise “vier Augen sehen mehr” gleich das sagenumworbene und von Alt-Traditionalisten stets verächtete “Einmischen”?
    Und was ist denn aus den “Einmisch”-Versuchen über Kühnes Berater geworden, einen vor der EM in Hamburg unterschriftsbereiten Sissoko, lieber einen Emre Mor statt Halilovic oder für einen Kostic eine Transfersumme von bloß nicht mehr als 10 Mio zu empfehlen oder dringend die Verpflichtung eines Spodis, eines Sechsers, eines Innenverteidigers anzuraten, übrig geblieben…!?
    Nichts!
    Beiersdorfer hat sich diesen Empfehlungen verweigert – wie auch schon damals Kühnes Angebot, gegen Anteile Lasogga zwecks Erhalts eines Calhanoglu zu finanzieren.

    Der völlig überschätzte Beiersdorfer war immer hilfsbedürftig – hat fachlicher Hilfe aber stets eigensinnig getrotzt – und nur fein die Kohle genommen und aus`m Fenster geworfen.

    Wo aber war denn nun das so geächtete Einmischen Kühnes? Was ist der Grund für das Bashing gegen Gernandt, wenn das eigentliche Problem Beiersdorfer tabuisiert, dieser vielmehr derzeit allseits sogar noch wieder bestärkt und bemitleidet wird?

    Es sind die Glorifizierungen des gehuldigten Beiersdorfers durch unsägliche Statements der mächtigen Supporters, Dr. Kleins, Effenbergs, Draxlers, Linnenbrüggers und wie die Vögel alle heißen, die den Rauswurf Beiersdorfers als Ding der Unmöglichkeit machen!

    Ein Gernandt muss herhalten als Blitzableiter und Zielscheibe für all den Schaden, den Beiersdorfer hier im Schutze einer sektenhaften Kultur anrichten durfte.

    Damit war und ist die Verbindung zu Gernandt/Kühne zum Scheitern verurteilt.
    Dem HSV und seiner Glaubensgemeinschaft fehlt es an Professionalität im Umgang mit einem strategischen Partner.
    Deshalb wird der HSV auch immer ein abgehalfteter Klub auf Tradition ausruhend bleiben.
    Aus der Not geboren mag hier vielleicht noch mal ein Heribert Bruchhagen aufschlagen – aber es ist und bleibt der Verbleib in der Steinzeit.

    Ich werde Beiersdorfer für immer verachten – ebenso wie all seine fanatischen Glaubensbrüder und Schreiberlinge, die eine Riesen-Chance zunichte gemacht haben.
    Und ich kann Kühne und Gernandt nur empfehlen, sich zurückzuziehen und sich nicht mehr länger mit Schmutz übergießen zu lassen, ehe Präsidium/Beirat/Wahlausschuss 2017 ohnehin dafür ihre Sorge tragen werden – nur so können Gernandt/Kühne Nachweis dafür erbringen, woran es wirklich krankt in dieser Sekte.
    Denn eines ist klar – ob noch zwei Bulis schlechter sein könnten oder ob in 2. Liga oder lizenzlos Regionalliga – für diesen HSV ist auf Jahrzehnte der Zug abgefahren – vom schmerzlich drohenden Verlust des markenträchtig unschätzbar wertvollen Dino-Status mal ganz abgesehen… Aber was interessieren sie auch wirtschaftliche Aspekte…

    Wünsche euch gute Unterhaltung mit den Lasoggas und Jungs in Hoffenheim, der sprintstärksten Mannschaft der Liga.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ein Gernandt als ARV und damit Oberkontrolleur des VV, der mit diesem, die ganze Zeit den Schulterschluss übt, anstatt das Unheil abzuwenden, kann nich ernsthaft noch einen Glorienschein bekommen.

      “Der Hehler ist schlimmer als der Stehler“

  8. lovemachinelovemachine

    das hilke und wolf so nah aufeinander gehen kann kein zufall sein. freiwillig gibt keiner diese fett bezahlten jobs auf. ich bin mir sicher, dass den pfeifen nahe gelegt wurde zu gehen. mal sehen wer als nächstes geht…

    Antworten
  9. ky

    Ansehnliche Leistung der Mannschaft heute; Hoffenheim war ein schwer zu bespielender Gegner (bis zum Spieltag Tabellen-Dritter). Kostic beste Saisonleistung (offensiv), aber defensiv auch mit einem defensiv überforderten Ostrzolek liessen diese Santos zu oft allein.
    Mathenia strahlt keine Ruhe aus, und das 1:2 geht auf seine Kappe. Hätten wir noch Hirzel (oder Ron-Robert Zieler, AK war 3 Mio.), wäre mir wohler. Gut, dass die Mannschaft endlich verschiedene Systeme lernt, das Verschieben klappte schon ganz gut.

    Hätte Gisdol zum 1.6. diese Truppe übernommen, und mit einem engagierten Spodi die Truppe zusammen gestellt, wäre der Weg ein einfacherer gewesen – so wird es Zittern bis zum Schluß (SP.34 + ggf. 2 Reli-Spiele). Danke an Herrn Beiersdorfer, an Herr Gernandt und viele andere “Führungskräfte”, danke für NICHTS.

    Antworten
  10. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben.
    .
    Na der Didi kann ja richtig zicken ( Beim Sky Reporter ) und schnell sprechen kann
    er auch und glücklich über die mitgereisten Fans ist er auch.
    Seht ihr den nicht das wir alles richtig machen? Diese 5-10 000 sind doch der Beweis.
    Wie sie sich freuen, singen und Fähnchen schwingen.
    Der Verein war unten, ganz tief, wurde 2x vor der Insolvenz gerettet.
    .
    Didis Ansichten, machen mir Angst.
    .
    Das heisst, ihr Undankbaren, was wollt ihr eigentlich.
    Hm……
    .
    Schlimm finde ich auch ein Abkommen der Verschwiegenheit.
    Das nun einer petzte, warum eigentlich?
    Wem soll man überhaupt glauben?
    .
    Okay, die Tabelle zeigt die Wahrheit!
    Auch das strecken über 3 Tage nutzt da nicht.
    Wir sind letzter und das zeigt, dass wir mit diesen Leuten nix erreichen.
    Obwohl wir gestern kämpften aber immer noch nicht gewinnen können.
    Und die Auswechselungen tragen auch nicht da zu bei, entspannter zu werden.
    .
    Ohne Sieg steigen wir ab.
    Die Millerntorianer zeigen, schon seit vielen Sonnenwenden, dass der Aufstieg
    fast unmöglich ist.
    Darum hört nicht auf das Geschwätz der Gesundung in der Tiefebene.
    Wenn wir oben bleiben wollen, müssen die Jungs treffen.
    Also müssen wir so spielen, dass dies möglich ist.
    Abwehr allein reicht nicht!
    .
    So …ich hoffe das ich alle geweckt habe und wir am
    Sonnabend, Pizza naschen. :mrgreen:
    Allerdings so einfach wird das nicht.
    Die Hähnchen haben den Grillmeister gesehen.
    Sie rennen wie verrückt und selbst Hennen sind ihnen egal.
    Solln die doch ihre Eier selber befruchten.
    .
    Zum Schluss……..lach….die Bild macht aus Helm-Peter
    ein Z-Promi. Ab in den Dschungel, Mehlwürmer essen. :-)

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  11. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Der HSV zeigt ausnahmsweise mal, dass sie in der 1. Bundesliga “mittendrin statt nur dabei” sein könnten und schon wird wieder vieles schöngeredet. Eine jahrzehntelange Krankheit beim HSV. Von den Medien, über den Spielern, bis hin zum “einfachen” Fan. Keine realistische Einschätzung zur gestrigen Partie. Normalerweise hätte es gestern eine 2:4-5 Niederlage gegeben. Nächste Woche glaubt doch wohl keiner ernsthaft an nur einen Punkt, wenn das mangelhafte bis ungenügende Defensivverhalten (unbeweglich, langsam, Stellungsspiel) nicht endlich verbessert wird. Ob Pizarro, Kruse und Gnarby wieder ähnlich kläglich vergeben werden wie Wagner und Kramaric? Wohl eher nicht…
    .
    Spieler Müller sah sich gestern bestätigt, dass man sich nicht wie ein Tabellenletzter präsentiert hat. Herzlichen Glückwunsch! Und nächste Woche kann ein Derbysieg etwas freisetzen. Für den Rest der Saison eine bundesligawürdige Leistung abzuliefern? Diese (wieder einmal) nur auf Emotionalisierung aufgebauten Szenarien nutzen sich ab. Wie oft will man das noch hochschaukeln? Die “normalen” Spiele pflichtbewusst, seriös, mannschaftsdienlich und bundesligatauglich anzugehen und zu gewinnen, das wäre mal ein Ansatz. Aber gestern war ja “Auferstehung” und “Wunderheilung”.
    .
    Dass der VV sich jetzt sogar als zweimaliger Retter vor der Insolvenz brüstet, passt gut in das/die (Gesamt)Bild. Alle komplett irre…

    Antworten

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