Die Nahtoderfahrung eines Märchenonkels auf dem Weg zur Präsidentschaft

7 Wochen große Asien Reise, 4 schlimme Tage Taifun, die schlimmsten in seinem Leben, sie haben ausgereicht, um aus Jürgen Hunke einen neuen Menschen zu machen, einen Menschen, der die Hand ausstreckt und dessen vorrangigstes Ziel es geworden ist, nach Harmonie in der Welt zu streben.

Wenn man da so mit Schwimmwesten seinem Hotelzimmer sitzt, der Bauch ein bisschen Angst um Frau und Kinder bekommt, man plötzlich realisiert, wie klein wir Menschen doch sind, dann fällt es einem spätestens wenn die ersten Fische mit den 7,8 Meterhohen Wellen ins Zimmer schwappen wie Schuppen von den Augen, dass man klein und nichtig ist und die eigentliche Macht ganz wo anders liegt. Da sollen wir das Leben doch genießen, versuchen, das Beste daraus zu machen und in einer gewissen Harmonie miteinander zu leben.

Als positiv denkender Mensch, weiß man im Anblick des Todes natürlich: Unsere Zeit ist noch nicht gekommen! Und fasst in mitten des Chaos den Entschluss eine Pressemitteilung auf seinem Handy zu verfassen um seine Präsidentschaftskandidatur in Hamburg zu begründen. Eine Art letzter Wille, geboren aus einem 25 Jahre alten Versprechen an das sich kaum noch einer erinnern kann, geschweige denn mag. Außer ihm natürlich, unserem Jürgen, der die tosende Brandung um sich, mit letzter Kraft ein letztes Datenpaket vor dem bevorstehenden Weltuntergang nach Deutschland bringt, um seinen treuen Anhängern bei denen er im Wort steht, den mehr als 80.000 Mitgliedern des Hamburger Sportvereins, die garantiert nicht zur Mitgliederversammlung am 19.1.2019 kommen werden, zu erklären, warum sie ihn denn nun eigentlich wählen sollen.

Letztlich obsiegt eben die Pflicht bei einem guten Deutschen und das bedeutet, sich an gegebene Versprechen zu erinnern und da zu sein, Verantwortung zu übernehmen, wenn man gebraucht wird, auch in der schwärzesten Stunde, auch und gerade dann, wenn es dafür keinen Blumentopf, keine Briefmarke zu ernten gibt.

4 Tage purer Überlebenskampf, keine ausgehenden Schiffe, keine Flugzeuge und doch erlebt man einen alles andere als gezeichneten, ja sogar einen ausgesprochen ausgeruht wirkenden, wenngleich unrasierten 75jährigen nur Augenblicke nach seiner Landung beim diesjährigen Neujahrsempfang des Hamburger Abendblattes. Die Botschaft von der Harmonie in der Welt muss ja schließlich unter die Leute gebracht, verkündet werden.

Jürgen Hunke erzählt...

Jürgen Hunke erzählt…

„Eigentlich bin ich ja in einem Alter, wo ich mich ausruhen sollte, aber ich glaube, dass ich dem HSV helfen kann.“ Verkündet der rüstige Alte dem devoten Abendblatt Reporter, haute diesem leicht überfordert wirkendendem Abziehbild eines Journalisten die Schlagworte: Insolvenzgefahr, totale Überschuldung, keine Kredite mehr von den Banken, (die Banken helfen uns nicht mehr, die haben in Hamburg abgeschaltet) um die Ohren; verwies darauf, dass er ja nur für den EV kandidiere, den Mehrheitseigner der AG der doch lediglich Informationen über die genaue Finanzlage von der AG haben möchte, um sich wappnen zu können. Man müsse mal so schauen, was die AG da eigentlich so mache. Dazu muss man schließlich auch kein ARV werden.
Dieser Sport braucht schließlich die Besten „und die Besten…und ich halte mich…das soll keine Überheblichkeit sein… ich hab ja immer mit Insolvenz zu tun gehabt…“
Aber bitte alle an einem Strang : „Es gibt gar keine andere Möglichkeit.“

Peace on Earth and Harmony!

Dieser Herr Hunke ist und bleibt ein Märchenonkel, ein kreidefressender Taktierer, der mit mehr als Vorsicht zu genießen und nicht zu unterschätzen ist.

Seinem eigenen Bekunden nach hat dieser kreidefressende Taktiere, der Märchenonkel gar kein Programm. Er möchte lediglich Schaden vom e.V. abwenden, das hatte er weiland den damals anwesenden – na, vielleicht 5000 Mitgliedern versprochen, von denen inzwischen gut die Hälfte bereits das Zeitliche gesegnet haben dürfte, aber Wort ist Wort und so macht er sich dann auf nach Willhelmsburg in die Edel Optics Arena, in der Hoffnung, dass die Beteiligung so mau sein wird, dass seine verbliebenen gut 2000 Mitstreiter von damals ausreichen werden, um ihn in die Lage zu versetzen den HSV zu sanieren, vor allem aber zunächst einmal dafür zu sorgen, dass man der AG ordentlich auf die Füße tritt. Was sich ja besonders gut macht, weil man dort ja dem Erzfeind Bernd Hoffmann, den einen oder anderen Knüppel zwischen die Beine werfen kann.

Die Rede war ja von einer ‚gewissen Harmonie‘ und sooo schlimm war der Taifun letztlich ja auch nicht, eine kurze Nahtoderfahrung hält einen alten Kämpen auf dem Weg zu Ruhm und Macht doch nicht ernsthaft auf.

Ein Taifun nicht, aber ihr da draußen, die ihr Mitglieder seid, ihr schon!!!
Also, bewegt euern Allerwertesten und sorgt dafür, dass es mit Märchen beim HSV ein für alle Mal vorbei ist!

—-
P.S.
Die von Jürgen Hunke verfasste Pressemitteilung gibt es Pressemitteilung Präsidenschaftskandidatur Jürgen Hunke.
Ein Video mit seinen Aussagen vom Neujahrsempfang Jürgen Hunke auf dem Neujahrsempfang des HA zu seiner Kandidatur.

11 Kommentare

  1. GVGV

    So trifft es das Thema Hunke wohl sehr umfassend genug und damit sollte diese Figur abgehakt sein. Einfach nur Hunke zu verhindern, wird der Sache des HSV aber auch nicht wirklich weiterhelfen.
    Wie schaut es mit Hartmann aus?
    Kann dieser ein Kandidat im Sinne konstruktiver Arbeit für den e.V. und als ARV für die AG sein?
    Oder sind die Wähler darauf angewiesen, mittels Wahl einer Sprechpuppe auf die letzte Patrone einer quasi Alleinherrschaft Hoffmanns zu setzen?
    Mir scheint es kaum vermeidlich, zum Frühling/Sommer hin den sogenannten “Gönner” wieder mitten im Boot sitzen zu haben, eine Sperrminorität in der Hand.
    Welche Folgen für den e.V. hätte es, wenn man sich entschlösse, die Fußball AG in die Tonne zu kloppen und weit unten wieder zu beginnen? Also, wenn jene Mio. der Tochter der Mutter nicht mehr zuflössen?

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  2. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Der ‘Gönner’ sitzt ohnehin mitten im Boot, er ist und bleibt das Werg und Pech ohne das der Kahn jämmerlich absaufen würde, da können der Steuermann Hoffmann und die Ruderer Becker und Wolf mit ihrer Cellistenkapelle an Bord noch so sehr Zeter und Mordio schreien.

    Tja, wie schaut es mit Hartmann aus. Wirklich Konkretes war von ihm letztlich in den diversen Formaten auch nicht zu erfahren. Mir erscheint er lediglich ein besserer ‘Gegenpart’ zu Hoffmann zu sein, pragmatisch und durchaus konstruktiv, der seiner Kontrollpflicht im AR eher nachkommen dürfte als ein Marcell Jansen. Eine unkontrollierte Allmacht des großen Vorstandsvorsitzenden hielte ich für äußerst gefährlich, wobei ich dessen Arbeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt damit gar nicht be- oder abwerten möchte.

    Und zu den Folgen für den e.V.? Interessante Frage. Folgen für wen? Den Jugendfussballer, den Segler, den Volleyballer? Oder die 70.000 Ticketgeier, die es nicht einmal im Jahr zu einer Mitgliederversammlung schaffen, bei ihrem Herzensverein und sich dann übergangen fühlen und maulen, weil es nicht nach ihrem Willen geht?

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    1. GVGV

      “Und zu den Folgen für den e.V.? Interessante Frage. Folgen für wen? Den Jugendfussballer, den Segler, den Volleyballer? Oder die 70.000 Ticketgeier …”
      Alle natürlich wären betroffen, nicht zuletzt durch die mutmaßlich ausbleibenden Mio. der Ticketgeier, wenn sich die AG nicht mehr über Wasser halten kann.
      .
      Herzensvereins-Mitglieder sind mal sowas von out …
      Eventmitglieder, die wenig tun fürs Herz noch den Verein sondern vor allem erstmal etwas erwarten. Für diese Junkies der Dienstleistungsgesellschaft ist das selbstverständlich; sie zahlen Beiträge und wollen Service … von der Couch aus.
      Da bietet sich doch ein gutes Geschäftsfeld für Netzwerker-Jungunternehmer Jansen: Fernvoting selbst organisiert für die eigene Wiederwahl. Win win sozusagen 😀

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    2. WORTSPIELERWORTSPIELER

      meines wissens hat sich MJ noch vor zwei tagen (abendblatt-jahresempfang) GEGEN die fernwahl ausgesprochen. dann gab es wohl einen auf den deckel von björn hoffmann und nach dem briefing hat “cello” jetzt die meinung, dass man mal drüber diskutieren könne…! #MVschach

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    3. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      @Wortspieler

      so hab gerade mal nachgeschaut. Im Video vom Neujahrsempfang (https://www.youtube.com/watch?v=T6s46qkGsAM)gibt es keine Aussagen von Jansen bezüglich der Fernwahl.

      Allerdings im Artikel (https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article216157259/Angst-vor-der-HSV-Insolvenz-Es-geht-um-die-Existenz.html) von Laux/Schiller vom Neujahrsempfang. Danach ist es ganz eindeutig:

      Sind Sie für eine Fernwahl?

      Jansen: Ich bin komplett dagegen. Bei so wichtigen Entscheidungen finde ich es wichtig, dass sich die Mitglieder vor Ort versammeln.

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    4. WORTSPIELERWORTSPIELER

      @heluecht
      genau darauf bezog ich mich. danke.

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  3. WORTSPIELERWORTSPIELER

    // Tja, wie schaut es mit Hartmann aus. Wirklich Konkretes war von ihm letztlich in den diversen Formaten auch nicht zu erfahren. //

    nicht mehr und nicht weniger “konkret” als bei den anderen beiden kandidaten – und sicherlich auch nicht weniger als bei den “abgelehnten” kandidaten. aber eben mit anderen motiven als hunke und jansen. wie sagt der volksparkmund so schön: “never catch a falling cello”

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      deswegen steht da oben ‘auch’ 😉

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    2. WORTSPIELERWORTSPIELER

      dein auchgefühl sozusagen…! dann ticken wir ja auf einer wellenlinie.

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  4. Krischan1887Krischan1887

    Marcel Jansen und Dr. Ralph Hartmann waren bei uns im Podcast zu Gast. Jansen ist gegen die Fernwahl, da diese zur Zeit nicht sicher ist. Eine Übertragung z.B. via HSVTV hat er nichts. Er ist beim Thema Fernwahl gesprächsbereit.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ja, das hat er bei euch im Volksparkgeflüster gesagt (du hättest gerne auf https://www.volksparkgefluester.de/2019/01/10/folge-010-praesidentenwahlkampf-beim-hsv-e-v-zu-gast-marcell-jansen/ verlinken dürfen), gestern im Rautenperlentalk klang das aber ganz anders, denn da wurde die Differenzierung zwischen eventuell möglicher Teilhabe per Videoübertragung als Informationsmedium und tatsächlicher Abstimmung bei Wahlen aus der Ferne nicht getroffen, sondern unisono war die Rede davon, es prüfen zu müssen.

      Jansen ist ein cleveres Bürschen in eigener Sache, das darf man neidlos anerkennen und ihm zugestehen. PR-gestylt eben. Das heißt ja nicht, dass er nicht die einen oder anderen guten und substanziellen Ideen hat oder deren Inhalte verkörpert. Insbesondere bei den Werten für die die Raute steht hat er ja ein Manko ausgemacht umm es mal vorsichtig auszudrücken. Leider auch da nichts konkretes, wie man das mit Leben füllen will ausser hanseatisch und nicht diskriminieren und all dem, was bereits im Leitbild verankert aber leblos im Keller der Sylvesterallee vor sich hinmodert, obwohl, wer weiß, vielleicht ist bereits Leben drin und es asselt sich dort gut.

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