Die No. 1 im Norden!?

Es ist schon merkwürdig. Es sind noch zwei Spieltage zu absolvieren, der Klassenerhalt des HSV ist nach wie vor nicht zu 100% gesichert und alle Welt in Hamburg und umzu spekuliert lediglich über eine Entlassung Peter Knäbels, einen Abgang Drobnys bei gleichzeitigem Zugang eines durchschnittlichen Keepers aus Darmstadt. Es werden von der Presse wieder massenhaft Säue durchs Dorf getrieben, die Messer gewetzt, Leute zum Abschuss freigegeben. Auf die übliche ‘Fähnlein nach dem Winde’ Art und Weise natürlich und ohne sich dabei wirklich angreifbar zu machen. Das hat man zumindest an journalistischer Ausbildung mitbekommen.

Loide, es geht noch um was. Zugegeben, nicht um Meisterschaften oder Pokalmeriten, aber es geht immerhin noch darum, wer denn nun in dieser Saison die Nummer 1 im Norden ist. Hey, wer hätte das gedacht, dass der HSV diese Möglichkeit hat?

Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass man die ‘Radkappen’ mal wieder vom Thron würde stürzen können. Jene Millionentruppe, die in der Champions League in dieser Saison für Furore sorgte und dicht dran am Halbfinaleinzug war. In der Bundesliga schwächelt sie. Die Wölfe sind zahnlos geworden, sie beissen nicht mehr. CL Qualifikation adé, nicht einmal eine Qualifikation für die EL ist mehr möglich. Ein Desaster, ein Missverhältnis von Aufwand und Ertrag, noch größer als beim Dino aus Hamburg. Kaum vorstellbar, aber wahr.

In Wolfsburg hat man jetzt die Reißleine gezogen und ist zu einem Kurztrainingslager an den Chiemsee gereist. Man will sich noch einmal fokussieren, sich vernünftig aus dieser Saison verabschieden und sich vor allem zum Saisonabschluss beim letzten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart den eigenen Fans vernünftig präsentieren.

Und die Hamburger? Aalen und suhlen sie sich schon wieder in Selbstzufriedenheit? Das Stadion wird wieder ausverkauft sein, bestes Fußballwetter ist angesagt, die Fans wollen den einstiegen Publikumsliebling Olic verabschieden und noch einmal ihren Rudi feiern. Beide werden den HSV definitiv verlassen. Einzig Bruno Labbadia scheit die Spannung noch hochhalten zu können, mit dem ihm über die gesamte Saison eigenen Blick für die wahren Gegebenheiten. Man kann dem Trainer vieles vorwerfen, eine beschönigende Sichtweise sicherlich nicht. Daran ändern auch die sprechblasenartigen Worthülsen auf den Pressekonferenzen oder in Interviews nach verlorenen Spielen nichts. Bruno Labbadia weiss: “Es geht nur ums Punkten!“.

Punkten für den Klassenerhalt zunächst, aber auch dafür, dass man am Ende der Saison dann doch noch als die Nummer Eins im Norden dasteht, auch wenn der Trainer beteuert, dies würde bei ihm momentan keine Rolle spielen. Es wäre aber immerhin ein versöhnlicher Saisonabschluss und ein Ziel, für dessen Erreichen alle Akteure noch zweimal alles rausholen und in die Waagschale werfen sollten. Sie sind es sich selbst, vor allem jedoch ihren Fans schuldig und da ist es auch egal, mit welchem Personal die Rothosen antreten können. Adler, Müller, Ekdal und Jung werden nach derzeitigem Stand der Dinge nicht zur Verfügung stehen.


Fakten zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg

Die Aufgabe wird schwer genug. Von den letzten 10 Heimspielen konnte der HSV lediglich eines gewinnen (1S/4U/5N) und das ist inzwischen schon 9 Jahre her. Im April 2007 gewann der HSV vor 57.000 Zuschauern durch ein Tor von Mehdi Mahdavikia (60.) [Der HSV spielte damals mit: F. Rost –Benjamin, B. Reinhardt, Mathijsen, Atouba –Jarolim (90. Abel), de Jong – Mahdavikia, Ben-Hatira (71. Laas) –van der Vaart (77. Trochowski), Sanogo]

Die letzten Heimspiele des HSV gegen den VfL Wolfsburg (aus HSV Sicht):

  • 0:2 (0:1) [2014/15]
  • 1:3 (0:2) [2013/14]
  • 1:1 (1:0) [2012/13]
  • 1:1 (0:1) [2011/12]
  • 1:3 (1:1) [2010/11]
  • 1:1 (0:1) [2009/10]
  • 1:3 (0:2) [2008/09]
  • 2:2 (1:0) [2007/08]
  • 1:0 (1:0) [2006/07]
  • 0:1 (0:1) [2005/06]
So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Drobny – G. Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Kacar, Holtby – Gregoritsch, Hunt, Ilicevic – Lasogga
Bank: Mickel (TW), Cleber, Diekmeier, Bahoui, Altintas, Olic, Rudnevs, Schipplock
Trainer: Bruno Labbadia

VfL Wolfsburg:
Benaglio – Vieirinha, Naldo, Dante, M. Schäfer – Guilavogui, Luiz Gustavo – D. Caligiuri, Arnold, Schürrle – Dost
Trainer: Dieter Hecking

Schiedsrichter: Benjamin Brand
Der 26jährige Student vom FC Schalldorf pfeift seit dieser Saison Spiele in der deutschen Eliteliga. Die Partie am Samstagnachmittag ist erst die 9. Bundesligapartie für Benjamin Brand, der bereits das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 im Dezember (1:3) leitete.   Eine weitere Partie unter Beteiligung des HSV hat Brand schion vor Jahren gepfiffen, als 19jähriger in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nord-Ost. Damals, in der Saison 2008/09, trat der HSV mit dem Trainer Cardoso bei Union Berlin “An der alten Försterei” an und gewann unter anderem durch ein Tor von Maximilian Beister mit 2:0.


Auf geht’s… Bremen hinter sich lassen und auf der Zielgeraden an den Wölfen vorbeiziehen…die No. 1 im Norden…ein MUSS!!!

4 Kommentare

  1. der Coach

    Nummer eins im Norden? Oh Gott und womöglich noch was drauf einbilden bei diesem Not gegen Elend Wettkampf am Ende der Einäugige unter den Blinden zu sein. Tja, egal. Hauptsache es gibt irgendwie einen Grund zu hüpfen und sei er noch so unbedeutend und armselig. Bitte, bitte, sollte es denn so kommen, kein Faß aufmachen, kein Gejohle und Gesinge und bitte vor allem keine T-Shirts mit “Nordmeister 2016″ oder “Die Besten im Norden”. Ball gaaaanz flach halten…

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  2. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Letztlich geht es bei der ganzen Geschichte immer noch um Fußball und um Erfolge, wie klein und bescheiden die auch immer sein mögen. Ich freue mich über einen Sieg der Zwoten in der 4. Liga gegen Rehden nach einem durchaus schwachen Spiel, andere freuen sich über Pokalsiege auf Kreisebene, über geschossene Tore, gehaltene Bälle…. da interessiert es mich dann zwischenzeitlich auch nicht, ob kein Geld da ist, es verbrannt wurde oder was auch immer.

    Sport lebt vom Konkurrenzdenken, auch für die Fans und regionale Bezüge spielen da eine besondere Rolle, üben einen besonderen Reiz aus. Nachbarschaftsduelle eben. Und wenn man seinen Nachbarn ausstechen kann, dann hat das etwas Besonderes. Unter diesem Aspekt wäre die No. 1 im Norden für mich sehr wohl ein Grund zur Freude, ohne dass ich daraus gleich ableiten würde alles sei prima. Es gibt auch Grautöne!

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  3. Horst Hrubesch Fan

    Was für eine gewissenlose, einfallslose Leistung.
    Vor vollem Haus muss ein Feuerwerk
    brennen und nicht so ein frühsommerlicher Rentnerkick.
    Bin bedient.
    Das hat nichts mit der Raute zu tun.
    Didi tu mir ein Gefallen geh zurück wo Du hingehörst Sportmanager HSV

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    1. der Coach

      Da fehlt ein “irgendwo, nur nicht” zwischen Sportmanager und HSV. :)

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