Die Remis- und Auswärtstorewürfel sind gefallen… [Die 2. Liga]

…und die Ligenzusammenstellung im deutschen Profifussball steht fest. Werfen wir heute zunächst einen Blick auf die 2. Liga, wo Wehen Wiesbaden das Teilnehmerfeld nach dem heutigen 3:2 Auswärtssieg beim FC Ingolstadt komplettiert, das sich damit folgendermaßen darstellt:

  • VfB Stuttgart
  • Hannover 96
  • 1. FC Nürnberg
  • Hamburger SV
  • 1.FC Heidenheim 1846
  • Holstein Kiel
  • Arminia Bielefeld
  • SSV Jahn Regensburg
  • FC St. Pauli
  • SV Darmstadt 98
  • VfL Bochum
  • SG Dynamo Dresden
  • SpVgg Greuther Fürth
  • FC Erzgebirge Aue
  • SV Sandhausen
  • VfL Osnabrück
  • Karlsruher SC
  • SV Wehen Wiesbaden

Insgesamt 6 neue Mannschaften und Städte präsentieren sich dem Hamburger SV und seinen Fans in der kommenden Saison. Inzwischen tummeln sich 10 (mit dem HSV 11) ehemalige Erstligisten (Traditionsvereine) in der 2. Bundesliga sowie 7 Teams, die zumindest alle schon einmal Zweitligluft schnuppern durften. Der VfL Osnabrück ist nach 8 Spielzeiten wieder zurück in der 2. Liga, der SV Wehen Wiesbaden musste gar 10 Jahre bis zur Rückkehr ins deutsche Unterhaus warten. Von den letzjährigen Aufsteigern in die 2. Liga ist in der Saison 2019/20 keiner mehr am Start. Der 1. FC Magdeburg musste zurück in die 3. Liga, während die Überraschungself von Markus Krösche und Steffen Baumgart direkt in die höchste deutsche Spielklasse durchmarschierte.

Wieder einmal geistert das Schlagwort von der ‘geilsten Zweitligasaison’ sowie der ‘stärksten 2. Liga aller Zeiten’ durch die sozialen Medien. Der Hamburger (HSV) Fan beginnt sich diese Liga stark und schön zu reden. Schließlich hat die 2. Liga ja viel sympathischere Klubs und viel nettere Fans zu bieten als die 1. Bundesliga mit ihren doofen Bayern, den Plastikklubs aus Leverkusen, Hoffenheim oder Wolfsburg. Von den verhaßten Brauseballern aus Leipzig wollen wir lieber gar nicht erst anfangen. In gewisser Weise ist um den Volkspark herum eine gewisse Sankt Paulianisierung zu bemerken. Man scheint sich in Liga 2 einzurichten. Obwohl….das ist ja quasi eine Retrobewegung, denn beim FC St. PAuli sollen diese Zeiten ja künftig vorbei sein. Man ist sportlich ehrgeizig und ambitioniert geworden und will tatsächlich aufsteigen und sich oben etablieren. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen hat man in den letzten Jahren, letztlich Dank der rigiden Vorgehensweise von Corny Littmann, schaffen können und inszwischen gibt es unter den Fans auch mehr und mehr jene, die sich nicht mehr dagegen sträuben, dass höhere sportliche Ziele verfolgt werden, nachdem Präsident Oke Göttlich entsprechende Überzeugungsarbeit leistete und den Skeptikern durchaus plausibel zu vermitteln mochte, dass Mehreinnahmen aus der 1. Liga letztlich auch der Basis- und Stadtteilarbeit zugute kämen, weil einfach mehr Geld für Projekte vorhanden wäre.

Wie dem auch sei. Die 3 Absteiger werden traditionell einen unmittelbaren Wiederaufstieg anstreben, der HSV ohnehin. Der FC St. Pauli hat diesbezügliche Ambitionen in Persona Jos Luhukay für die nächsten 2 Jahre hinterlegt und das eine oder andere Überraschungsteam dürfte wie üblich im Laufe der Saison auch noch seine Ambitionen zeigen und verkünden. Ob und inwieweit Holstein Kiel auch dazu gehören wird, ist nach dem erneuten Aderlass (Trainer und diverse Schlüsselspieler) eine spannende Frage. Zumindest äußerlich scheinen die Kieler unaufgeregt ihren Kurs weiter zu verfolgen. Wirtschaftlich vernünftig, Schritt für Schritt, in dem Wissen Jahr für Jahr die Leistungsträger wieder zu verlieren. Alleine aus diesem Grunde wünsche ich den Störchen auf jeden Fall den Verbleib in der Liga. Einen Verbleib, um den der VfL Osnabrück wohl bis zum Ende kämpfen dürfte, wobei auch hier spannend zu beobachten sein wird ob und inwieweit, der ehemalige HSVer Benjamin Schmedes seine erfolgreiche Arbeit und glückliche Hand bei Kaderplanung und Zusammenstellung fortsetzen kann.

Neben dem Derby gegen den FC St. Pauli (das eigentlich kein Mensch braucht), wird es jedenfalls eine Reihe interessanter, teils brisanter Nordduelle geben, auf die ich mich in der Tat wesentlich mehr freue als auf einen Kick gegen Bayern oder Freiburg.

Warten wir also die nächsten Wochen erst einmal ab und schauen, was die einzelnen Klubs so auf dem Transfermarkt treiben, bevor wir irgendwelche Prognosen über Saisonverlauf, mögliche Auf- und Absteiger abgeben.

1 Kommentar

  1. GVGV

    Die entspannte Abwesenheit beinahe jeglicher fokussierender Volksparkperspektive macht diesen Blog schon grundsätzölich sehr angenehm.
    Dazu kann ich vielem zustimmen.
    Erstmal erscheint aus der Startposition heraus die kommende Zweitlligasaison als weniger vorhersehbar und leichwohl auch höherwertiger, verglichen mit der letzten.
    Aber wer weiß …

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