Der Nachwuchs – Immer für ein Spektakel gut!

Waldschmidt, Porath, Jatta, Köhlert, Feka, Behounek. Illustre Namen, mit denen sich in Hamburg viele Hoffnungen verbinden. Die ‚Youngsters‘ sollen es eines Tages richten.

Einstweilen müssen sie sich allerdings mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügen, dürfen die Schuhe nur für die Zwote in der Regionalliga Nord schnüren. So auch zum Heimspielauftakt nach der Winterpause gegen die BSV Schwarz-Weiß Rehden. Lange haben die Rothöschen warten müssen, bis sie wieder in das Geschehen eingreifen konnten. Das Heimspiel gegen die U21 von Hannover 96 (20. Spieltag) musste genauso abgesagt werden wie die Heimpartie gegen die Zweitvertretung von Eintracht Braunschweig (22. Spieltag) und die Auswärtsbegegnung bei Lupo Martini in Wolfsburg (21. Spieltag). Knapp 3 Monate Spielpause bedeutete dies nach dem, gemessen an einer furiosen Anfangsphase recht dürftigen 1:0 beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Eichede am 4. Dezember 2016.

Zeit genug also für Coach Dirk Kunert, das Team nach einigen personellen Veränderungen weiter und wieder zu formen. Blicken wir kurz zurück:

Personelle Veränderungen

Innenverteidiger Dong-Su Kim hat seinen Vertrag aufgelöst, nachdem er keine Berücksichtigung mehr unter Dirk Kunert fand. Kim, der unter Zinnbauer noch zum unangefochtenen Stamm gehörte, hat sich nicht wie erhofft entwickelt. Seine Leistung stagnierte, war gar rückläufig, so dass eine Trennung auch vor Ablauf der eigentlichen Vertragsdauer (30.06.2017) nur logisch erschien. Nach insgesamt 46 Regionalligapartien, die er für die Zwote absolvierte, geht es zurück in sein Heimatland Südkorea.

Auch für Keeper Johannes Kreidl fand sich nach Ablauf der Leihe an den finnischen Erstligisten Kuopion Palloseura (KuPs), für den er 24 Liga- und 8 Cup-Spiele absolvierte, keine Verwendung mehr. Ihn hat es etwas näher an seine österreichische Heimat gezogen; er wechselte ablösefrei in die Regionalliga Bayern zur Zweitvertretung der ‚Clubberer‘ nach Nürnberg. Einst als großes Talent beim HSV gestartet, reiht Kreidl sich ein in die Reihe von Torhütern, die sich beim HSV nicht weiterentwickeln konnten. Dies ist ein Phänomen, welches sich durch sämtliche Mannschaften des Hamburger Sportvereins zieht. Angefangen bei René Adler, über das Top Talent Andreas Hirzel bis hin zu Johannes Kreidl und anderen in den U-Mannschaften. Torwarttrainer werden beim HSV zwar genügend beschäftigt, hier scheint es aber ganz offensichtlich an der Qualität und/oder einem fehlenden Konzept zu mangeln.

Ebenfalls den Verein verlassen hat der 20jährige Innenverteidiger Leon Deichmann, der erst zum Sommer aus der vereinseigenen U19 in die Zwote aufgerückt war, Trainer Kunert nach vier 90minütigen Einsätzen zum Saisonauftakt allerdings nicht überzeugen konnte. Deichmann taugt definitiv nicht für höhere Aufgaben. Von daher ist sein Schritt zum Ligakonkurrenten LSK Hansa zu wechseln nur konsequent. Dort feierte Leon am vergangenen Wochenende in der Partie gegen den FC St. Pauli sein Debüt, immerhin über die volle Distanz.

Endlich aus der U19 zur U21 hochgerückt ist nunmehr Angreifer Mats Köhlert. Den 18jährigen aktuellen U19 Nationalspieler hatte ich mir aufgrund seines Talentes und seiner wohl maßgeblich im Umfeld der U-Nationalmannschaften (EM und WM mit der U17) erworbenen Fähigkeiten bereits im Sommer in der Zwoten erhofft, aber beim HSV ticken die Uhren ja anders. Während in Dortmund beim CL-Achtelfinalrückspiel gegen Benfica Lissabon mit Dembelé und Pulisic ein 18- und ein 19jährige das Westfalenstadion rocken, ticken die Uhren in Hamburg leider anders. Hier gilt man bis 22 als junges Talent und dann…

Dritter Neuzugang zum Jahreswechsel ist der – zuletzt auch durch vier Auftritte bei der U19 N11 in den Fokus gerückte – 1,82 m große , gerade 19 Jahre gewordene Mittelstürmer Christian Stark, den der HSV erst kürzlich mit einem Profivertrag bis 2020 ausgestattet hat. Stark feierte sein Regionalligadebüt beim ETSV Weiche in der Startelf (61 Min) und wusste dort trotz der Niederlage durchaus zu gefallen, ebenso wie seine ehemaligen U19 Kollegen Behounek (90 Min) und Köhlert (90 Min).

Die Spiele

Überhaupt, das Spiel in Flensburg…was für ein Spektakel. 8 Tore, drei mal gingen die Rothöschen in der ersten Halbzeit in Führung (9. Strompen [FE.], 16. Knoell, 30. Jatta), drei mal kamen die Flensburger postwendend zurück, um dann in der 2. Halbzeit den Sack gegen zu grüne Hamburger mit zwei Treffern zum 5:3 Endstand dann doch zuzumachen.

Waldschmidt, Porath, Jatta, Köhlert, Feka, Behounek, Götz, Haut, Oschkenat, Knoell, Behrens…so lautete die Startformation im ersten Heimspiel nach der Winterpause bei frühlingshaftem Wetter, vor einer doch armseligen Kulisse von 150 Leuten gegen Schwarz-Weiß Rehden. Alleine der Auftritt von Luca Waldschmidt, der in der Zwoten Spielpraxis sammeln sollte, war das Eintrittsgeld (für mich) schon wert. Ich habe im Laufe der Zeit einige Akteuere der Profis in der Zwoten erleben dürfen, die ‚Spielpraxis‘ in der Zwoten sammeln sollten, aber niemand von denen hat mich von seiner Einstellung im Spiel und den auf dem Platz gezeigten Leistungen dermaßen überzeugt wie der junge Waldschmidt in der ersten Hälfte (Maxi Beister als absolutes Negativbeispiel oder aber auch ein lustloser Ilicevic, schadeten mit ihren Einsätzen ja mehr als sie genützt hätten). Waldschmidt sprühte nur so vor Spielfreude und agierte besonders im Zusammenspiel mit Porath, Jatta Behounek und Köhlert spielbestimmend. Immer in Bewegung, mit einem blitzschnellen Antritt, gutem Torabschluß und einem exzellenten Timing für den Vertikalpass in die Schnittstellen, sorgte er ein ums andere Mal für höchste Gefahr in und um den Rehdener 16er herum.

Waldschmidt war es dann auch, der den Torreigen gegen die insgesamt überforderten Rehdener eröffnete (13. Min), Knoell (20. Min.) und Jatta (25. Min.) erhöhten zum 3:0 Pausenstand, der auch wesentlich höher hätte ausfallen können, wenn die Hamburger ihre Angriffe konsequenter ausgespielt hätten. Nach der Pause ließ die Kunert Elf es etwas ruhiger angehen, kam aber dennoch immer wieder zu Chancen, die zum Teil leichtfertig vergeben wurden. So dauerte es bis zur 60. Minute bis wiederum Bakery Jatta mit seinem insgesamt 9. Treffer auf 4:0 erhöhte. Jatta hat sich in der Regionalliga und in diesem Team sehr gut akklimatisiert und weiß immer wieder durch seine Schnelligkeit, die eine oder andere unorthodoxe Idee, aber auch durch seinen Abschluß und sein Kopfballspiel zu überzeugen. Bis zur Bundesliga ist es allerdings dann doch noch ein gewaltiger Schritt.

Das 5:0 erzielte der kurz zuvor eingewechselte Gillian Jurcher, für den aufgrund mangelnder Entwicklung und der neuen Konkurrenz, die ohnehin nicht üppigen Einsatzzeiten, noch geringer ausfallen dürften. Schade, hier bleibt ein weiteres, einst von St. Pauli losgeeistes, hochgehandeltes Talent auf der Strecke.

Den Endstand von 6:0 in einem Spiel, das hätte zweistellig ausgehen können, ja müssen, stellte dann Rechtsverteidiger Jonas Behounek her.

14 Tore in den letzten beiden Partien, davon 9 eigene. Wenn das kein Spektakel ist, beste Unterhaltung, die natürlich die nach wie vor vorhandenen Schwächen in der Defensive nicht überdecken sollte – kann.

Der Trainer

Dennoch, Dirk Kunert ist es gelungen – im Rahmen des Ausbildungskonzeptes des HSV – die Spieler aus der U19 zu integrieren und zu einem Team zu formen, dass entgegen der Befürchtungen nicht wirklich um den Klassenerhalt bangen muss. Er hat der Mannschaft eine Spielidee verpasst, die diese zumindest offensiv zunehmend besser umsetzt. In wieweit diese Arbeit nachhaltig sein wird, steht allerdings in den Sternen. Zum einen, weil die Fluktuation auch künftig sehr hoch sein dürfte, mit den (verordneten) Nachrückern aus den unteren U-Mannschaften, zum anderen, weil die Zukunft von Dirk Kunert beim Hamburger SV ungewiss ist. Kunert selber hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm zwar die Arbeit mit dem Nachwuchs Spaß macht, aber auch immer betont, für ‚höhere Aufgaben‘ zur Verfügung zu stehen. Die stattgefundenen Gespräche mit Erzgebirge Aue bestätigen dies. Gespräche über eine Vertragsverlängerung wurden zwar ebenfalls kolportiert, doch hier darf man wohl davon ausgehen, dass Kunert einen Verbleib vom Ausbleiben anderweitiger Angebote abhängig machen dürfte. Ich persönlich würde mir einen langfristigen Verbleib Kunerts beim Hamburger SV wünschen.

Fraglich ist natürlich auch immer noch ob und wie lange der HSV sich noch eine U23 (U21) leisten will bzw. kann. Im Falle eines Abstieges dürfte ‚Sparmeister‘ Heribert Bruchhagen den in Frankfurt eingeschlagenen Weg wohl fortsetzen und die Zwote vonm Spielbetrieb abmelden, wie auch RB Leipzig dies für die kommende Saison für seine Zweitvertretung bereits angekündigt hat.

Solange der HSV allerdings nicht den Mut aufbringt auch einmal 17 oder 18jährige Kicker in der Bundesliga einzusetzen wie dies in anderen Vereinen auch im unteren Tabellendrittel durchaus üblich ist, wird der HSV wohl an dem Peters’schen Konzept festhalten und den besten Nachwuchskickern Spielpraxis in der Regionalliga verschaffen.

Wie dem auch sei, momentan macht die Zwote auf jeden Fall Freude und das Zusehen bei allen noch vorhandenen Unzulänglichkeiten auch jede Menge Spaß. Ein torreiches Spektakel eben, auf einem erstaunlich guten Niveau bei einem geringen Durchschnittsalter.

Sicherlich profitiert die Zwote (und ihre Akteure) auch von der Tatsache, dass es Perspektivkadertrainings gibt, ein Teil der Spieler regelmäßig bei den Profis mittrainiert und deutlich mehr Athletik- und Individualtrainer zur Verfügung stehen, die mit den Spielern im technischen, taktischen und athletischen Bereich zielgerichtet an ihren individuellen Bedürfnissen arbeiten können.

Ich sehe da jetzt nicht den ganz großen Wurf, den absoluten Durchbruch bei der Nachwuchsarbeit und man mag auch darüber diskutieren, ob dieser Weg richtig ist oder jener es wäre. Es scheint inzwischen einen konzeptionellen roten Faden zu geben, von der U11 bis zu den Profis, nicht nur auf den Powerpoint Präsentationen des Bernhard Peters, sondern inzwischen im realen HSV Leben. Die Durchlässigkeit bis in die U21 ist jedenfalls gegeben. Der letzte, entscheidende Schritt läßt jedoch noch auf sich warten. Hier sei dem HSV wesentlich mehr Mut gewünscht.

Für die Zwote geht es an diesem Wochenende weiter, nach Hildesheim zum VfV Borussia 06 Hildesheim, der mit dem HSV den größten Tag seiner Fußballgeschichte verbindet. Damals war’s im Jahre 1961, als die Hildesheimer vor 26.000 (!) Zuschauern die Rothosen in der damaligen Oberliga Nord, ausgerechnet an Uwe Seelers Geburtstag (5.11.) mit 3:0 bezwingen konnten. Es war das erfolgreichste Jahr der Hildeheimer Vereinsgeschichte, die heuer froh wären, sich in der Regionalliga Nord fest etablieren zu können.

Warten wir ab, wer am Wochenende feiern darf. Eines jedoch scheint sicher, das HSV-Spektakel (so oder so) dürfte weitergehen.


Die bisherigen Partien der HSV U21 in der Saison 2016/17

Sp Datum/Uhrzeit Heim Gast Ergebnis
1 So., 31.07.16, 14.00 Uhr TSV Havelse Hamburger SV 3:0
2 So., 07.08.16, 13.00 Uhr Hamburger SV SV Eichede 2:3
3 Sa., 13.08.16, 12.00 Uhr Hannover 96 II Hamburger SV 1:1
4 Sa., 20.08.16, 13.00 Uhr Hamburger SV Lupo-Martini Wolfsburg 1:0
5 Sa., 27.08.16, 14.00 Uhr Eintracht Braunschweig II Hamburger SV 1:5
6 So., 04.09.16, 13.00 Uhr Hamburger SV ETSV Weiche Flensburg 1:2
7 Fr., 09.09.16, 19.30 Uhr BSV SW Rehden Hamburger SV 0:2
8 So., 18.09.16, 13.00 Uhr Hamburger SV VfV Borussia 06 Hildesheim 3:1
9 So., 25.09.16, 15.00 Uhr 1. FC Germ. Egestorf-Langreder Hamburger SV 3:2
10 Sa., 01.10.16, 13.00 Uhr Hamburger SV FC St. Pauli 2:2
11 Sa., 08.10.16, 14.00 Uhr VfB Lübeck Hamburger SV 3:1
12 So., 16.10.16, 13.00 Uhr Hamburger SV Drochtersen/Assel 1:1
13 Sa., 22.10.16, 13.00 Uhr VfL Wolfsburg II Hamburger SV 1:3
14 So., 30.10.16, 13.00 Uhr Hamburger SV SV Meppen 1:3
15 So., 06.11.16, 14.00 Uhr Lüneburger SK Hamburger SV 1:0
16 Sa., 12.11.16, 14.00 Uhr Hamburger SV Eintracht Norderstedt 1:0
17 So., 20.11.16, 14.00 Uhr VfB Oldenburg Hamburger SV 1:2
18 So., 27.11.16, 13.00 Uhr Hamburger SV TSV Havelse 1:1
19 So., 04.12.16, 14.00 Uhr SV Eichede Hamburger SV 0:1
23 So., 26.02.17, 14.00 Uhr ETSV Weiche Flensburg Hamburger SV 3:5
24 So., 04.03.17, 13.00 Uhr Hamburger SV BSV Rehden 6:0

12 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    schöne zusammenfassung mit entsprechend logischem fazit. danke für den starken blog, „heluecht“. das wird zwar viel arbeit gewesen sein, aber dennoch kaum verständlich, dass ein fulltimer solche leistungen niemals bringt…! vom thema „nachwuchs“ ganz zu schweigen. hier kommt ja – mangels interesse der breiten masse (?) – ja niemals fundiertes…! aber hauptsache man schreit dann nach der jugend und/oder feiert einen (fast) 23-jährigen oberhausener, der per zufall zum HSV kam, als eigengewächs ab…

    was die U23 (U21) angeht, habe ich bereits vor knapp einem jahr geäußert, dass der HSV die „reserve“ in 2-3 jahren abschaffen wird. der (letzte) verzweifelte versuch der verjüngung und somit kostenersparnis durch die vorgegebene einbindung der U19-spieler geht unter kunert auf, aber ist eben auch nicht nachhaltig respektive gewinnbringend, denn in diesem sommer werden wieder 7-8 spieler aufrücken und ebenso viele die „zweite“ verlassen (müssen) und dann in HH in der oberliga spielen.

    die kostenstelle kann sich der HSV nicht leisten. der mehrwert an integration ist auch unter gisdol nicht gegeben, wo ich dachte, dass er gerade auf dieses faustpfand setzen würde. die spieler schaffen es ja nicht einmal in den kader. und ich weigere mich zu glauben, dass es keiner – mit entsprechendem vertrauen ausgestattet – schaffen würde, zumindest zu den ersten 15/16 spielern zu gehören…! das ist alleine deswegen kokolores, weil solche spieler wie diekmeier, ostrzolek & co. seit jahr und tag ihre unzulänglichkeiten demosntrieren dürfen, dabei ein vielfaches an millionen kassieren. diese spieler sind keinen deut besser.

    zurück zur U21: immerhin hatte der HSV mal eine idee mit dem konzept, aber leider wurde die idee nicht zu ende gedacht und auch nicht mit mittel-/langfristigen perspektiven (verträgen) ausgestattet. das liegt siche auch an kunert selbst (siehe verhandlungen mit aue), aber in diesem bereich ist kontinuität noch wichtiger als im profibereich.

    wäre peters nicht (mehr) in HH wäre das ende des projektes vielleicht schon besiegelt…?! bruchhagen wird aber nach der (wirtschaftlichen) bilanz seinen katalog durchzusetzen wissen, wie man die ausgaben-seite auf einen normales maß herunterschraubt – also, durch einnahmen gedeckelt…! und bekanntlich werden die einnahmen (auch bei verbleib in der 1. liga) nicht seigen. im gegenteil, hospitility&zuschauer und TV-gelder werden insgesamt bzw. im vergleich zur konkurrenz weniger, wenn erneut eine solche platzierung abgeliefert werden. die 5-jahreswertung ist da unerbittlicher gradmesser. da hilft auch kein 10. platz aus dem letzten jahr mehr…

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  2. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    3 Millionen – soviel hätte man für die Zwote vor zwei Jahren im Aufstiegsfalle als Etat aufbringen müssen. Das Doppelte des damaligen Regionalligaetats hieß es damals. Bereits zu der Zeit munkelte man von einem Aufstiegsverbot für die Zwote und wie durch ein Wunder verpasste man dann Platz 1 auch denkbar knapp (nicht dass das alleine bereits eine Aufstiegsgarantie gewesen wäre).

    Nun dürfte der derzeitige Etat durchaus niedriger liegen, da man sich ja zunehmend der U19 Spieler bedient hat und künftig bedienen wird, aber ein Etat im siebenstelligen Bereich muss wohl nach wie vor angenommen werden.

    Bruchhagen hat in Frankfurt die U23 wegen 800.000 Euro dichtgemacht. Man kann über den Sinn oder Unsinn einer Zwoten als U23 oder auch U21 sicher streiten. In Zeiten, wo junge Spieler eben 17, 18, 19 sind und nicht, wie der von dir auch erwähnte Oberhausener (Gideon Jung – für die weniger Eingeweihten) deutlich über 20, macht eine U21 lediglich dann Sinn, wenn der Unterbau (U17/U19) nicht massiv mit Top Talenten bestückt ist.

    Bei Leipzig ist das aus meiner Sicht der Fall und wird zunehmend der Fall sein. Aus diesem Grund ist für mich deren Schritt zur Abmeldung der U23 durchaus verständlich. Beim HSV ist man von einer derartigen Konstellation allerdings meilenweit entfernt, so dass es Sinn macht den durchaus talentierten Spielern noch eine kurze Übergangsfrist zu gewähren in der sie sich zur Bundesligatauglichkeit entwickeln können (oder nicht).

    Eine U17 bzw. U19 mit Toptalenten zu bestücken, wird ohne Geld allerdings auch nicht möglich sein. Am Ende ist es ein Rechenexempel. Aus den eigenen Reihen hochgezogene Spieler, die den Weg in die 1. Liga schaffen, sind am Ende trotz der Eingangsinvestitionen immer noch billiger als die fertigen Spieler zu überhöhten Marktpreisen dann nach Hamburg zu holen (Lasogga, Holtby etc.)

    Ohne Peters dürfte das Ganze hier jedoch ganz schnell in die Tonne gekloppt werden. Das hielte ich für absolut fatal, was nicht heißt, dass ich ihn für den großen Zampano halte, aber so strukturiert (und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet) wie unter seiner Ägide war die Nachwuchsarbeit beim HSV bis dato nicht.

    Und was den Mehrwert von Nachwuchsarbeit anbelangt? Diese Frage hat vor kurzem ja auch Andreas Rettig aufgeworfen. Was bringt es, wenn man die Drecksarbeit macht und einem die anderen Vereine die Talente wegschnappen, bevor der Ausbildungsverein einen Mehrwert erzielen kann. Wenn die eigenen Spieler die U19, U23 bzw. die Profis gar nicht mehr erreichen und das obwohl eine Durchlässigkeit absolut gegeben wäre.

    Man darf gespannt sein, was sich diesbezüglich beim Kiezclub tun wird. Der HSV müsste eh eher den Weg der Wegschnapper gehen oder aber auch bei seiner Zwoten bleiben.

    Antworten
    1. Aradia

      Der HSV müsste eh eher den Weg der Wegschnapper gehen oder aber auch bei seiner Zwoten bleiben.
      ———————————————————-
      .
      Oder sich um Streich bemühen. Moin.Moin :mrgreen:

  3. ky

    Erneut 1.000 Dank, HL, eine solche qualifizierte Abhandlung über unsere „Zwote“ findet man nur bei Dir und nirgends sonst – einfach Klasse.

    Wie ich schon mehrfach geschrieben hatte, muss das Ziel des HSV 2 sein, um die Meisterschaft in Liga 3 mitzuspielen statt in den Niederungen von Liga 4 mitzukicken – nur dann ist der Schritt zur „Buli-Truppe“ ein verhältnismässig kleiner.

    Leipzig hat seine Zwote nur aus einem Grund abgemeldet – die Zwote von RB Leipzig ist jetzt RB Salzburg… Und Vizekusen hat in der Region gegen Köln, Gladbach, Schalke, BVB, etc. überhaupt keine Strahlkraft; die müssten die Nachwuchskicker eben wie in der Ersten mit „Kohle zuschütten“.

    Lasogga kostet 4 Mio. im Jahr, spielt aber nicht. Bei einer sinnvolleren Mittelverwendung wäre genug Kohle da, eine attraktive „Zwote“ dauerhaft zu finanzieren.
    Wenn da nur ein Talent alle 5 Jahre ist, welches den Weg in die Buli findet und später verkauft werden kann, ist das Finanzierungsmodell auch für einen Heribert Bruchhagen interessant…

    Guckt mal nach Schalke – Draxler, Sane, Goretzka, Meyer, etc.

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  4. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben,
    die Dresche von den Spielerfrauen zeigte Wirkung.
    Die Jungs liefen und liefen wobei der Gedanke am Teppichklopfer
    allgegenwärtig war.
    Die Spielerfrauen waren es, die ihnen erklärten das ein Umzug,
    Verlust von Klönnachbarinnen und beliebte Shoppingmeilen
    nicht akzeptiert werden.
    Und das Image geht auch den Bach runter.
    Wer sagt schon gern, mein Freund spielt in Darmstadt. :mrgreen:
    Ja und so war es kein Wunder das mit Mühe 3 Punkte geholt wurden
    und das Kraftfutter für die Fohlen nix brachte.
    .
    Nun hüpfen aufgeregt die Tabellenvorderen des HSV und Angst
    macht sich breit.
    In Bremen versucht man eine Festschreibung der BL-Tabelle beim DFB
    zu erreichen.
    In Wolfsburg wird überlegt ein Autostadtteil von Hamburg zu werden.
    Die Augsburger verpflichten sich bei Nichtüberholung durch
    den HSV die Hälfte ihrer Steuereinnahmen nach Hamburg zu überweisen.
    Den Mainzern bleibt ja noch ihr feiern.
    Na und Gelsenkirchen macht zur Not das Licht aus und fährt in die Grube
    damit wir sie nicht finden……grins…..
    .
    Und so läuft in Hamburg alles normal.
    Die Medien suchen neue Sündenböcke für die Woche.
    Die Spieler sind zu Hause.
    Der Trainer lässt sich alle Zeitungen bringen und schneidet Texte
    für die Pinnwand aus.
    Selbst der Sportdirektor überlegt, warum suchen? wenn da ist
    und so könnte er alle bestehende Verträge verlängern fliegt
    aber nach Brasilien um interessante Spieler zu beobachten.
    Er muss schliesslich wissen was so passiert, aufn Markt.
    .
    :mrgreen:
    :
    :

    Antworten
  5. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    OT, aber ein hörens- bzw lesenswerter Beitrag mit dem Fußball-Philosophen aus Argentinien:

    http://www.deutschlandfunk.de/cesar-luis-menotti-man-faengt-an-sich-bei-so-viel-fussball.892.de.html?dram:article_id=381087

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Danke Prof.

      Und…OT gibt es hier nicht 😉

  6. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben,
    sie haben ihn. Wood heisst er.
    Ängstlich zittert Hamburg um seinen Stürmerstar und das Stadion
    ist überfüllt mit Spähern in Kriegsbemalung.
    Alle wollen den Überflieger erlegen um ihn zu verpflichten.
    Wird durch Ihn der HSV Schuldenfrei?
    Was für ein Märchen.
    .
    Im Keller der Burg wurde Knecht Bobby von der Prinzessin
    an das Tageslicht geholt um ihr zu dienen.
    Er sollte dafür sorgen das sie immer zu essen hat und es ihr
    Wohl ergeht. Die Zeit verging und aus dem Knecht wurde
    ein hübscher Mann. Doch das Verpflegen der verwöhnten
    Prinzessin fiel ihm schwer. Sein bemühen konnte sie sehen
    aber so richtig satt wurde sie nicht.
    Und so drohte sie, ihn wieder in den Keller zu schicken.
    .
    In seiner Verzweiflung wuchs Knecht Bobby über sich hinaus
    und fand endlich nach langem suchen eine lichte Gestalt die
    ihm versprach zu helfen.
    Neidvoll sah das Fussvolk wie Knecht Bobby plötzlich die
    leckersten Mahlzeiten durch die Burg schleppte und
    die Prinzessin glücklich machte.
    .
    Das blieb dem „König, Rudi der Erste“ von Schloss Kusen nicht
    verborgen und er wollte auch solchen Knecht haben.
    Aber in seinem Keller waren keine Knechte mehr.
    Die sind alle verkauft worden damit seine Krieger zu
    essen und trinken hatten und ihm treu zur Seite standen.
    Und so schickte er seinen besten Späher los um den
    Knecht der Prinzessin ab zu werben.
    .
    Doch der kam mit schlechter Kunde zurück.
    Mein König Rudi, stell die vor, da war doch ein Neuer
    und der wollte viel Geld für den Knecht haben obwohl
    wir immer mit viel Prunk empfangen wurden und unsere
    Geschenke umsonst bekamen.
    .
    König Rudi schwoll die Zornesader und lies verkünden
    das es nur einen Weg gab um an den Knecht zu kommen.
    Er musste die Prinzessin heiraten.
    Und so bereitet König Rudi das grosse Fest vor.
    .
    Die Prinzessin aber, heiratete ihren Knecht und lies
    ihre Burg mit hohen Eisenwänden gegen König Rudi schützen.
    Wenn es Nacht wird hört man noch heute das Hämmern
    der Schmiede.
    Darum nannte man im Volksmund die Burg auch Hämmerburg
    also dem heutigen Hamburg. 🙂
    :
    Ihr seht also, keine Angst um Wood.
    Er bleibt uns erhalten.
    So steht es geschrieben.
    Er wird nur durchs Dorf getrieben.

    Antworten
  7. ky

    Aradia, sehr lustig 🙂 🙂
    Eine Nachfrage: Bist Du neben deinem Hauptberuf als „kleine Hexe“ jetzt auch nebenberuflich Prinzessin? 🙂

    Antworten
  8. Aradia

    Also ky, am Tag bin ich Hexe und ab Abends Prinzessin.
    Bin wie jeder Sterbliche wandelbar. :mrgreen:
    Immer nur meckern nervt. Aber zum loben zu früh.
    Und so schreibe ich Märchen wie die meisten Schreiberlinge. 🙂

    Antworten
  9. Aradia

    Hallo ihr Lieben,
    hier gibt es immer frische Ware.
    Hier wird nicht wiedergekaut :mrgreen:
    Auch ausgespuckt oder am Tellerrand schieben
    gibt es nicht.
    Es wird gegessen was aufn Tisch kommt.
    .
    Demnächst gibt es ein HSV Menü mit gelb/schwarzen Graupen
    sowie einen Nachtisch von Sky völlig umsonst
    beim Spiel der Giganten. 🙂
    Natürlich freut man sich über diese Überraschung.
    .
    Werden wir die gelb/schwarzen wieder vernaschen?
    Es wäre schön wenn wir die Tradition des
    Punkte klauen fortsetzen könnten.
    Daher Freude auf eine freie Übertragung.

    Antworten
  10. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Die Kritik an den Vorgänger(n) wird konkreter und deutlicher. Mal schaun, ob Onkel Herry diese Position auch durchziehen kann/will/darf…

    http://www.sky.de/programm-entdecken/mediathek/videos-bundesliga/5360582391001

    Antworten

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