Es geht wieder los! (Wochenrückblick 01/2019)

1. Los geht’s wieder mit: regelmäßigen (sonntäglichen) Blogs

Ja, es geht wieder los, los mit regelmäßigen Blogs und da geht es quasi ‚back tot he roots‘, zurück zu den sonntäglichen Wochenrückblicken (immer so gegen 22 – 22:30 Uhr). Es geht los mit kleineren Häppchen, Dingen, die mir aufgefallen sind, Dingen, zu denen ich meinen Senf kurz abgeben möchte. Der Fokus wird sich dabei allerdings ein wenig verändern, denn künftig wird über den HSV Tellerrand hinausgeschaut.

Ich habe festgestellt, dass mich der HSV alleine ermüdet, teilweise mehr als das. In der 2. Liga ist folglich zwangsläufig mein Augenmerk zunehmend auch wieder auf den FC St. Pauli gefallen. Dieser Klub und das was in ihm und um ihn herum geschieht, wird künftig hier also auch eine Rolle spielen. Gerade so, wie es mir in den Kram passt und Spaß macht. Zu diesem Spaß wird es künftig auch gehören mal zu schauen, was bei den Störchen in Kiel so passiert oder bei der Hansa Kogge in Rostock oder bei unserem allseits beliebten ‚Is noch’n Bier da‘ Kollegen Stefan Schnoor vom VfB Lübeck.

Tja, und wer weiß, vielleicht gibt es sogar mal etwas aus Bremen zu berichten, zum Beispiel von der guten Jugendarbeit des FSC Borgfeld. Vielleicht schlummert auch dort ein goldener Steak Esser, wer weiß.

Das Ganze behält in erster Linie natürlich einen (direkten) HSV Bezug. Der Hamburger SV bleibt natürlich das Hauptthema und deshalb:

2. Los geht’s mit: Training

Gefühlt war die Winterpause selten so kurz wie in dieser Saison. Bereits gestern stand das erste Mannschaftstraining beim HSV an. Bei typischem Hamburger Schmuddelwetter wollten zwischenzeitlich um die 300 Fans den Trainingsauftakt des HSV live miterleben. Auch heute waren sie wieder zahlreich vertreten, nicht nur um Fiete Arp zu seinem 19. Geburtstag zu gratulieren und ihm schöne Augen beim Überreichen von Geschenken zu machen. Sie sind einfach da, die Fans von nah und fern. Das ist etwas, was man verstehen mag oder nicht, was man mögen mag oder nicht, es ist aber ein Fakt: das ist die Strahlkraft eines Clubs, den auch die jahrelange Misswirtschaft der Herren Jarchow und Beiersdorfer (ja, auch einen Bruchhagen darf man hier nicht vergessen) nicht kaputt bekommen hat, nicht zuletzt auch Dank eines Christian Titz, als dessen größter Verdienst es in die HSV Geschichte eingehen wird, die Fans sanft und geeint wie selten in die Niederungen des deutschen Profifußballs begleitet zu haben.

Diese Strahlkraft erreicht der Lokalrivale (ja, das ist er in dieser Saison in der Tat einmal!) von der Kollaustraße in dieser Form und in diesem Ausmaße (eben) nicht. Wenngleich heute zum Trainingsauftakt der Kiezkicker ein ungewohnter Andrang an der Kollaustrasse zu verzeichnen war, aber das hatte ja auch seinen Grund, schließlich kehrte ein ‚verlorener‘ Sohn zurück. Dazu später mehr.

Während der Stadtteilklub bereits fleißig am transferieren ist (Verpflichtung eben jenes Sohnes, Abgang von Clemens Schoppenhauer zum VfR nach Aalen und Abgang von Kapitän Bernd Nehrig zu den Löwen nach Braunschweig, hört man beim Hamburger SV immer gebetsmühlenartig, wie zufrieden man mit dem derzeitigen Kader sei, allerdings nur, um sogleich in einem Nebensatz verlauten zu lassen, dass es durchaus sein könne, dass…

3. Los geht’s vielleicht auch wieder für: Bernd Hollerbach

Tja, die Situation für den HSV könnte sich in der Tat ändern, sollte der neue Koggenchef Martin Pieckenhagen Holler wie es Gerüchte besagen, als Nachfolger für den entlassenen Pavel Dotchev verpflichten wollen und können. Der Metzger meiner Meinung nach allerdings kaum auf die saftigen Steaks gebratenen Tauben verzichten wollen, die ihm da noch garantiert bis zum 30.06.2019 in Luxusausführung ins Maul fliegen.

Aber gut, ich mag mich ja täuschen. Ob dann allerdings ausgrechnet 2 Ex-HSVer die Kogge wieder auf Kurs bringen werden erscheint doch zweifelhaft.

4. Los geht’s wieder für: Dennis Diekmeier

Gezweifelt haben mag Dennis Diekmeier inm letzten halben Jahr häufiger. An sich oder an seinem Berater Volker Struth. Einer von beiden hat sich in den Vertragsgesprächen mit dem damaligen Sportchef Jens Todt verzockt, vielleicht auch beide. Statt 2 Jahre mit Option auf ein Drittes für jeweils 1,5 Mio p.A. gibt es es für den bestbezahlten Ballabwischer der 1. Liga nun lediglich einen 1,5 Jahres Vertrag für kolportierte 300.000 p.a. und das noch dazu im dunklen Wald. In den Hardtwald zieht es und´seren Tattoo-Dennis nun nach 8 Jahren. Ob die Möpse von Dana zusammen mit DD2 nach Heidelberg ziehen oder ob das >Geschäft weiter aus dem Niendorfer Domizil betrieben wird, war bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.

Dennis Diekmeier zum SV Sandhausen

Dennis Diekmeier zum SV Sandhausen

Eines ist hingegen sicher, der freundliche Kellner aus dem Bahrenfelder Gastwerk ist jetzt wohler ums Herz. Er hatte bereits etwas gespürt, was Simon Braasch erst im kürzlichen Interview erfuhr: Diekmeier begann an sich selbst zu zweifeln, zum Schluß. Da ging es ihm immerhin noch besser als vielen Fans, die waren nämlich ob seiner gezeigten (Nicht)Leistungen auf dem Platz (außerhalb hat er ja immer zuverlässig geliefert!) schon längst verzweifelt.

Nun, Dennis geht es wieder gut, der Garcon ist erleichtert und in Sandshausen ist man es zufrieden. Im Volkspark womöglich auch. Hier hofft man, dass ein Sandhausen mit Diekmeier vielleicht noch 500 – 1000 Fans mehr veranlasst sich das Spiel am 30. Januar anzuschauen. 30.000 im Vorverkauf abgesetzte Karten lassen eine Minuskulisse vermuten, an der auch die gutgemeinte Einladung an die Sandhausener zu einer gemeinsamen Barkassenfahrt nichts ändern wird.

Na ja, ums Geld geht es unserem DD2 ja ohnehin nicht, er hatte sich ja nicht mal arbeitslos gemeldet, der Gute. HAuptsache wieder kicken! Und ja, das kann ich nachempfinden. Es ist nicht einfach sich verzockt zu haben, nicht einfach seinen Job nicht wie gewohnt ausüben zu können. Von daher: Alles Gute Dennis!

5. Los geht’s endlich und schon wieder für: Gideon Jung

Zweifel gibt es auch bei Gideon Jung. Also, genau genommen gibt es diese natürlich bei Hannes Wolf. Der weiß nämlich noch nicht genau, wo er den genesenen 24jährigen Schlüsselspieler künftig einsetzen will oder soll: Innenverteidigung oder defensive Mittelfeld.

Sicher ist, dass Gideon Jung genesen und belastungsgesteuert nun soweit aufgebaut ist, dass er voll ins Mannschaftstraining einsteigen kann und konnte, dass er nun den Kampf um die Stammplätze und einen Platz in der Startelf aufnehmen wird. Die anstehenden Testspiele werden entscheiden, auf welcher Position Gideon letztlich sein erstes Zweitligaspiel bestreiten wird. Gegen Sandhausen ist er jedenfalls bereits eine Option.

Viel Hoffnungen verbinden sich mit ihm, vor allem der nach mehr Stabilität ist besonders unter den Fans ausgeprägt. Jung hat sich in den Jahren beim HSV durchaus entwickelt und gemausert. Ein Überflieger ist er in meinen Augen jedoch nicht geworden. Seine Erstligaerfahrung wird ihm in der 2. Liga nur bedingt etwas nützen. Man hat gesehen, dass alle anderen ‚Erstligakicker‘ ihre Anpassungsschwierigkeiten hatten und zum Teil immer noch haben. Dennoch denke ich, dass er seine Sache in der Innenverteidigung kaum schlechter machen dürfte als ein Bates, Lacroix oder auch ein van Drongelen, dessen hervorstechendste Eigenschaft ohnehin seine Mentalität und sein Auftreten ist. Eine Eigenschaft, die durchaus benötigt wird und über die der eher schüchtern und introvertiert auftretende (sehr sympathische) Gideon Jung nicht verfügt.
Im defensiven Mittelfeld sehe ich kein Vorbeikommen an Orel Mangala, der auf der 6 – solange gesund – gesetzt sein sollte. Und auch als Alternative zu dem zuletzt schwächelnden Lewis Holtby sehe ich Jung nicht wirklich.

Unterm Strich muss man ohnehin erst einmal abwarten, wie sich Jungs Knie unter Wettbewerbsbedingungen verhält. Ich drücke ihm die Daumen und finde es überhaupt erstaunlich, dass er nach dieser Verletzung bereits wieder an Bord ist.

6. Los geht’s für: Alex Meier

Ebenfalls wieder an Bord und los geht es auch wieder für den zuletzt vereinslosen Alex Meier, der sich nach seinem Ausscheiden bei Eintracht Frankfurt zwischenzeitlich bei Admira Wacker Mödling in Österreich fit hielt, ein dortiges Engagement letztlich aber ablehnte.

Wie die Bild bereits vor Tagen berichtete, und heute offiziell bestätigt wurde, schließt sich Meier nun den Kiezkickern an, für die er bereits – vom HSV aus der Jugend kommend – von 2001 – 2003 seine Buffer schnürte und in 23 Zweitligapartien 7 Tore und einen Assist verzeichnen konnte. 2 Erstligaeinsätze für die Boys in Brown stehen für ihn aus der damaligen Zeit ebenso zu Buche. Einer davon im April 2002 sogar gegen den HSV.

Nun kehrt Alex Meier also mit einem stark leistungsbezogenen Vertrag bis Saisonende an seine ersten Profistation zurück und zeigt sich positiv überrascht über die Entwicklung die der Verein (insbesondere im strukturellen) seit der Zeit genommen hat.

Alex Meier unterschreibt leistungsbezogenen Vertrag bis zum Saisonende beim FC St. Pauli

Alex Meier unterschreibt leistungsbezogenen Vertrag bis zum Saisonende beim FC St. Pauli

„Es gab Anfragen, aber ich wollte nur etwas machen, wozu ich auch wirklich stehe und wozu ich wirklich Lust hatte oder aber ein Abenteuer im Ausland. Aber als St. Pauli dann angerufen hat, war es für mich eigentlich relativ schnell klar, dass ich das mache.“

Kurz vor Weihnachten kontaktierte der FCSP Meiers Berater -[ Genau wie Jann Fiete Arp wird Meier von T21Plus/Jürgen Milewski vertreten] und es war schnell klar, wohin die Reise gehen würde, klar, dass Meier dorthin zurückkehren möchte, wo seine Karriere begann.

„Ja, es ist natürlich ein super Gefühl. Ja, ich komm von hier und es war eigentlich eine leichte Entscheidung für mich hierher zurückzukommen“ äußerte Meier nach seiner offiziellen Verpflichtung gegenüber St. Pauli TV

Vor seiner endgültigen Entscheidung telefonierte Alex Meier noch mit seinem ehemaligen Frankfurter Teamkollegen Johannes ‚Flumi‘ Flum , der ihm vom Zusammenhalt sowie dem Teamgeist in der Truppe vorschwärmte, ihn aber nicht mehr groß überreden musste.

Über den Teamgeist sagt Meier: „ Das ist immer das Wichtigste. Aber das war glaube ich immer so auf St. Pauli. Das war damals bei uns auch so und ich glaube, das zeichnet diesen Verein auch aus.

Die Erwartungshaltung der Fans ist natürlich riesig. Bereits die Ankündigung der Bild vor einigen Tagen, die Kiezkicker würden Meier verpflichten, löste einen regelrechten Hype aus.
Mit welcher Erwartungshaltung aber geht Alex Meier, der ja im vergangenen halben Jahr vereinslos war und sich in Österreich fit hielt, in die Rückrunde?
„ Ich wurde gefragt, ob ich helfen kann und das will ich tun so gut ich kann. Versprechen kann ich natürlich nichts. Das kann man nie im Fußball, aber ich kann versprechen, dass ich alles geben werde und mich voll reinhauen werde, mit ganzem Herzen dabei bin und ja – mehr kann ich nicht versprechen“ antwortet Meier mit strahlenden Augen auf seine gewohnt bescheidene und bodenständige Art.

Ja, das ist der Alex Meier, wie man ihn von Frankfurt kennt. Ein Alex Meier der immer alles geben wird und der von daher zum Millerntor passt, wie die Faust auf’s Auge. Von der Mentalität und Einstellung her wäre Meier ganz sicher auch einer für HSV Trainer Hannes Wolf gewesen.

Von dem findigen Deal, der den FC St. Pauli nur im Erfolgsfalle wirklich Geld kosten wird, dürfte nun allerdings sein Kollege Markus Kauczinsky profitieren, sollte der verletzungsgeplagte Alex Meier, der sein letztes Spiel über 90 Minuten im Februar 2017, also vor knapp 2 Jahren absolvierte.

Hoffen wir, dass der Veermann Ersatz verletzungsfrei bleibt und die Fans mit seinen Aktionen und Toren begeistern wird. Nicht nur am Millerntor. Ich jedenfalls freue mich auf ihn!

7. Und zu guter letzt für heute geht noch etwas wieder los bzw er ist wieder los: Jürgen Hunke

Der gute alte edle Ritter hatte seinen Hut für die Präsidentschaftswahl in den Ring geworfen. Der dubios, weil nicht transparent agierende Beirat hat sich nicht getraut, dem ‘verdienten’ HSver den Weg zu eine Nominierung zu verwehren, die einem Herrn Ferslev oder einer Frau Sattlmair aus welchen Gründen auch immer verwehrt wurde.

Nun meldet sich der selbstlose Herr mit einfachen Worten von seinem Handy aus Asien und erklärt nicht nur Herrn Hoffmann die Hand reichen zu wollen, sondern auch, dass er sich mit seiner Kandidatur auf ein abgegebenes Versprechen, eine Art Ehrenwort, bezieht, dass er also kandidieren muss, weil es ja ach so schlecht um seinen Herzensverein den HSV bestellt ist. Hätte er daran nicht auch bereits währed seiner unsäglichen Zeit im Aufsichtsrat denken können.

Na, egal. Er ließ zur Beruhigung ja es die Nachricht streuen, er würde seine Kandidatur nach einer flammenden Rede am 19. Januar ohnehin zurückziehen. Daran sind inzwischen Zweifel angebracht, denn der schlitzohrige, vor allem aber vergessliche Sieger, der noch nie eine Abstimmung verlor, zieht natürlich wie immer seine Strippen im Hintergrund und bereitet seine Schattenarmee. Je weniger Mitglieder auf der Versammlung erscheinen, desto größer dürften seine Chancen werden doch gewählt zu werden.

Es wird also garantiert wieder los gehen mit dem Theater. Es ist eben der HSV und wenn dort auf eine Verlass ist, dann auf Theater, leider häufig nur als Schmierenkömodie. Daran wird auch 2019 nichts ändern.

In diesem Sinne, gehabt euch wohl, geruhsame Nacht und eine angenehme Woche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.