Fazit der Saisonvorbereitung 2017/18: HSV mit dem Rücken zur Wand

saisonvorbereitung2017-18

Die Saisonvorbereitung ist so gut wie vorbei. Es geht auf die Zielgerade. Am Wochenende steht das erste Pflichtspiel der neuen Saison für die Profis des Hamburger SV an.

Im DFB-Pokal wartet der unerwartet schwach in die 3. Liga Saison gestartete VfL Osnabrück mit dem ehemaligen Kapitän der ‚Zwoten‘ Ahmet Arslan und hofft, dem HSV wie schon 2009 (4:2 i.E. [3:3 (2:2,0:0)] ein Bein stellen zu können.

Die Aussichten dafür könnten nicht einmal schlecht sein, schaut man sich die Testspielergebnisse der Rothosen in der Saisonvorbereitung einmal an, so stellt man schnell fest, dass dem HSV lediglich Siege gegen stark unterklassige Gegner gelungen sind. Ansonsten ist man über 2 Unentschieden nicht hinausgekommen und musste sich zweimal geschlagen geben, wobei das 3:5 gegen den 2. Liga Aufsteiger Holstein Kiel sicherlich den Tiefpunkt darstellte.

Nun sollte man Testspielergebnisse nicht überbewerten, aber gerade die Partie gegen die Kieler Störche offenbarte doch die Harmlosigkeit in der Offensive sowie die Anfälligkeit in der Defensive und das bereitet Sorgen, zumal die defensive Anfälligkeit auch in den Partien gegen Sparta, Antalyaspor sowie Espanyol mehr als deutlich zu erkennen war.

Trainer und Sportchef blicken doch einigermaßen ratlos drein.

Trainer und Sportchef blicken doch einigermaßen ratlos drein. [Foto: Benno Hafas]

Offensiv ist über die Zeit der Vorbereitung schon zu erkennen, dass Markus Gisdol mit seinem Team vom ‘langen Hafer’ weg möchte, insgesamt bleiben die Fortschritte aber eher marginal. Zuviele Bälle gehen nach wie vor leichtfertig und durch technische Unzulänglichkeiten im Aufbauspiel verloren, die Pässe in das letzte Drittel sowie in die Schnittstellen sind nicht präzise genug, die Standards – trotz Extraeinheiten – nicht verbessert und in der Rückwärtsbewegung? Da ist man dann einfach nicht schnell genug hinter dem Ball, läßt sich zu leicht durch schnelles Umschaltspiel auseinander nehmen.

Wie gesagt, es sind Testspiele, mit einem begrenzten Aussagewert. Es hätten aber auch Spiele sein können, in denen man sich durch Siege das notwendige Selbstvertrauen erarbeitet, um einen Saisonauftakt mit etwas breiterer Brust bestreiten zu können, was gerade nach dem durchweg schlechten Abschneiden und den Kraftakten in den letzten Jahren zweifelsohne von Vorteil gewesen wäre.

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[accordion-item title=”ÜBERSICHT: Die Testspiele in der Saisonvorbereitung 2017/18 (klicken)” id=1]

  • Rotenburger SV – Hamburger SV 0:8 (1. Trainingslager 12.07.2017)
    [Aufstellung: Mathenia (46. Mickel) – Diekmeier (46. Behounek), Papadopoulos (65. Knost), Thoelke (46. Hunt), Santos (46. Porath) – Jatta (65. Lasogga), Janjicic, Walace, Müller (46. Holtby) – Waldschmidt (65. Lasogga), Hahn (46. Schipplock).
    Tore: 1:0 Müller (9.), 2:0 Hahn (12.), 3:0 Jatta (21.), 4:0 Waldschmidt (24.), 5:0 Hahn (36.), 6:0 Waldschmidt (37.), 7:0 Schipplock (78.), 8:0 Lasogga (80.)]
  • (Benefiz-Veranstaltung Timo Kraus 15.07.2017)
    TSV Buchholz 08 (OL HH) – Hamburger SV 0:4 (0:2)
    [Aufstellung:Mathenia – Janjicic, Papadopoulos, Thoelke, Douglas – Müller, Walace, Holtby, Jatta – Hahn, Waldschmidt
    Tore: 1:0 Waldschmidt (24.), 2:0 Jatta (25.), 3:0 Müller (36.), 4:0 Walace (56.)]
    Buchholzer FC (KL NS) – Hamburger SV 1:8 (0:4)
    [Aufstellung: Mickel – Diekmeier, Pfeiffer, Knost, Behounek – Arp, Porath, Hunt, Knöll – Lasogga, Schipplock
    Tore: 1:0 Lasogga (6.), 2:0 Schipplock (10.), 3:0 Arp (16.), 4:0 Lasogga (20.), 5:0 Hunt (35.), 6:0 Hunt (36.), 6:1 Fänger (46.), 7:1 Schipplock (53.), 8:1 Arp (57.)]
  • Holstein Kiel (Aufsteiger 2. BL) – Hamburger SV 5:3 (1:2) (Neumünster 19.07.2017)
    [:Mathenia (46.Pollersbeck) – Diekmeier (82.Arp), Mavraj (60.Holtby), Papadopoulos (46.Thoelke), Sakai (60.Behounek) – Hunt (46.Müller), Walace (46.Jung), Ekdal (46.Janjicic), Kostic (46.Jatta/76.Lasogga) – Waldschmidt (46.Wood), Schipplock (46.Hahn)
    Tore: 0:1 Hunt (7., FE.), 0:2 Kostic (10.), 1:2 Duksch (11., FE), 2:2 Lewerenz (68.), 3:2 Schmidt (79.), 3:3 Lasogga (84.), 4:3 Sen (88.), 5:3 Awuku (90.)]
  • Hamburger SV – Sparta Rotterdam (15. Eredivisie) 1:1 (0:1) (Imst (A) 25.07.2017)
    [Aufstellung:Pollersbeck – Diekmeier (69. Behounek), Papadopoulos (60. Thoelke), Mavraj, Sakai – Jung (46. Walace), Ekdal (46. Janjicic) – Hahn (46. Hunt), Müller (46. Holtby), Kostic (46. Jatta) – Wood (60. Lasogga)
    Tore: 0:1 van Drongelen (27.), 1:1 Jatta (77.)]
  • Hamburger SV – Antalyaspor (5. SüperLig) 0:2 (0:1) (Schwaz (A) 31.07.2017
    Aufstellung:- Diekmeier, Mavraj (46.Sakai), Thoelke, Santos (46.Behounek) – Ekdal (46.Janjicic), Walace (46.Hunt) – Müller (46.Lasogga), Holtby (67. Arp), Hahn (46.Jatta/75.Porath) – Schipplock (46.Wood)
    Tore: 0:1 Maicon (39.), 02: Eto’o (60.)]
  • Hamburger SV – Espanyol Barcelona (8. La Liga) 1:1 (0:0) (Hamburg 06.08.2017)
    Aufstellung:Mathenia (46. Pollersbeck) – Sakai (62. Diekmeier), Papadopoulos (69. van Drongelen), Mavraj, Douglas – Jung (62. Janjicic), Walace – Müller (69. Jatta), Hunt (46. Holtby), Hahn (89. Arp) – Wood (69. Schipplock)
    Tore: 0:1 Baptistao (61.), 1:1 Holtby (87.)

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Fiete Arp nur mit sporadischen Einsätzen in den Testspielen

Fiete Arp nur mit sporadischen Einsätzen in den Testspielen [Foto: Benno Hafas]

Und wenn wir schon bei ‘Testspielen’ sind, dann stellt sich mir die Frage, warum man seine Nachwuchsleute, seine Talente, dann nicht auch mal vernünftig testet. Einen Innenverteidiger Tobias Knost (U19) hat man nach dem Rotenburg Trainingslager nicht mehr berücksichtigt. Gut, dann hat er halt nicht überzeugt. Kommt vor. Aber warum man die Youngster Behounek, Porath, Arp nicht auch mal neben gestandenen Spielern eine Halbzeit oder länger spielen läßt oder testet, erschließt sich mir offengestanden nicht. Stattdessen wechselt man sie alle zusammen in einer Hälfte ein und erwartet, dass sie das Spiel gegen etablierte Mannschaften machen. Kann da ein Talent gut aussehen? Ich behaupte: Nein!

Abschließend noch ein kurzer Blick auf den Kader und die Transfers. Ich kann mit der Verpflichtung von Pollersbeck gut leben, auch mit der Verpflichtung von Bjarne Thoelke, schließlich geht man bei ihm kein wirtschaftliches Risiko ein. Die Verpflichtung von Rick van Drongelen begrüße ich insofern als hier ein junger Spieler mit Wertsteigerungspotenzial verpflichtet wurde, der dem HSV auch bereits kurzfristig weiterhelfen könnte.

Die Verpflichtung von Papadopolous halte ich für verkehrt. Sie steht für mich in keinem vernünftigen Kosten/Nutzen Verhältnis. Mit André Hahn hat man einen Spieler dazugeholt, der sicher die offensiven Optionen hinsichtlich Variabilität und taktischer Vielfalt erhöht. das ist ein Transfer, den man machen kann, obwohl ich ihn auch für grenzwertig (kein Wertsteigerungspotenziel, zu teuer) halte.

Die Gehaltserhöhung für Bobby Wood ist eine Katastrophe. Statt klare Signale zu setzen…

Sportchef Jens Todt bleibt die angekündigten 'smarten Transfers' bislang schuldig

Sportchef Jens Todt bleibt die angekündigten ‘smarten Transfers’ bislang schuldig [Foto: Benno Hafas]

Nun, es wurden wieder bummelige 20 Millionen in den Kader investiert. Geld, welches man gar nicht hat und sich von daher wieder bei Kühne beschaffen musste (der, wie wir ja nun fast alle begriffen haben, sein Geld eben nicht verschenkt). Von den vollmundigen Ankündigungen den Gehaltsetat zu senken ist der HSV meilenweit entfernt. Spieler abzugeben ist nicht gelungen. Das ewige “der kann gehen, wenn..:”, “nein, wir wollen keinen Spieler loswerden” tut der Aussendarstellung des HSV nicht eben gut. Herr Bruchhagen und Herr Todt sind inzwischen leider auch da angekommen, wo Herr Beiersdorfer schon war. In der Planlosigkeit!

Der HSV steht mit dem Rücken zur Wand. Es wird wieder eine Saison in der auf Biegen und Brechen um den Klassenerhalt gerungen werden muss, denn qualitativ hat sich weder kadertechnisch noch spielkulturell entscheidend etwas geändert. Das zumindest ist mein Eindruck nach der Saisonvorbereitung.

“Uwe” macht sich große Sorgen. Ich mir auch!

12 Kommentare

  1. bopsi

    Die Hoffnung auf Besserung ziehen die Fans vor allem aus der letzten Rückrunde. Immer und immer wieder ist zu hören, der HSV belegte in der Rückrunde Platz 7 …
    Und nichts, wirklich gar nichts, kann dies widerlegen. Dieser Platz 7 in der Rückrunde wurde tatsächlich erreicht.
    Ich glaube nicht daran, dass der HSV DIE Überraschungstruppe wird. Ich denke ernsthaft, sie schaffen das endlich, Abstieg!
    Der HSV ist fällig, überfällig, für mich neben dem VfB und H96 einer der Abstiegskandidaten. Aber es waren bislang noch immer mindestens 2 Teams schlechter …

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  2. Aradia

    .
    Hallo ihr Lieben,
    der Scherenschleifer war da und hat Edgar mit den Scherenhänden
    die Schnipp-Schnapps geschärft, damit er seine Fehler ausschneidet
    und die Gardine öffnet, um ganz lieb aus dem Fenster zu gucken.
    .
    Das veranlasste den Otto zu sagen, was alles schief läuft.
    Beide hatten die Möglichkeit an den Stellschrauben zu drehen.
    Aber die Suche nach dem passenden Schlüssel war erfolglos
    und so gaben sie sich dem Schicksal hin.
    .
    Von daher können sie Bettgeschichten für unsere Kurzen erzählen
    aber nicht die Jetzigen anprangern.
    .
    Ansonsten gibt es ja nichts aufregendes.
    Neuverpflichtet fällt aus, kennen wir……( ja..ja..isch de Bundeschliga
    da obe. )
    Na und der Muttivator ist im trainieren einer der Fleissigsten.
    Tut ja sonst nichts.
    Ajjajjai und die Gejagten sind immer noch da.
    Heul….keiner will die haben, noch nicht mal Juve.
    .
    Das Gemeinschaftvernichten des Dinos verhindert Michi
    und die DFL……..was ein Spass. Und das schon ein paar Jahre.
    .
    Die Uhr tickt weiter….. :mrgreen:
    :

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  3. ky

    Tja, HL, seh ich leider alles ganz genauso. Es wird erneut eine Drahtseil-Saison, und die ersten negativen Überraschungen erwarte ich bereits am Sonntag in Osnabrück und dann bei der Buli-Partie gegen Augsburg.
    Dann werden noch schnell ein paar Verzweiflungstransfers getätigt, und die MV muss die Abgabe von 49,9% der HSV-AG-Anteile beschliessen…. soweit ist zumindest Kühne im Plan…
    .
    Wie man es richtig macht, zeigt gerade der VfB Stuttgart:
    Die eingenommemen Daimler-Millionen nicht sinnlos verprasst, sondern gezielt teilweise investiert. Dazu einen Holger Badstuber ablösefrei, und mit Michael Reschke den Kaderplaner des FC Bayern geholt – Chapeau!

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  4. bopsi

    ky,
    beim VfB herrscht ganz große Angst vor, man steige sofort wieder ab. Entladen hat sich diese Befürchtung nun bei Schindelmeiser, dem man kurzerhand die Kompetenz abspricht.
    Zu Reschke ließe sich vieles sagen, aber gehe mal davon aus, dass die Bayern ihn niemals hätten ziehen lassen, wenn die Bayern es nicht so wollten.
    Der VfB balanciert auf einem sehr dünnen Drahtseil in extremer Höhe. Ein nochmaliger Abstieg würde das Aus sämtlicher hochtrabender Allüren (3. Kraft in D innert 5 Jahren) bedeuten.
    Der VfB ist Abstiegskandidat, das wissen sie alle. Badstuber, der seit über 2 Jahren kein gutes Spiel mehr gemacht hat, ist die allerletzte Hoffnung, diese Katastrophenabwehr noch irgendwie zu stabilisieren, wirklich dran glauben kann ich nicht.
    Schindelmeiser hat gerade hier, Kaderplanung Abwehr, komplett versagt, was ihn nun (zurecht) den Job kostete.

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    1. ky

      bopsi, Reschke ist neben Mislintat (BVB) einer der über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, Erfolge vorzuweisen hat, der ein großes Verhandlungsgeschick hat (eben auch Leihen mit KO) etc., der aber sehr zurückhaltend in der Öffentlichkeit agiert – in Allem das komplette Gegenteil von Jens Todt…

      Gucke ich in den Kader von Stuttgart, sehe ich mit Zieler, Gentner, Mane, Terrodde, Ginczek, dem Arsenal-Japaner, mindestens 6 Spieler, die eine höhere Qualität bereits nachgewiesen haben als ihre HSV-Pendants.

      28 Spieler Kader, Transferminus 13 Mio. Das nenne ich eine vernüftige Planung für einen Aufsteiger; Kaderalter im Schnitt übrigens 24, Gentner mit 31 der Älteste.

      Und die haben eben noch richtig Kasse aus dem Anteilsverkauf – Reschke soll wohl noch 15 Mio. zur Verfügung gestellt bekommen. Aogo (vereinlos) als schnelle Reaktion auf den verletzten LV ist übrigens auch nachvollziehbar – Baustellen schliessen, nach weiteren Optionen Ausschau halten.

      Wer am Ende dieser Saison absteigt, ist völlig offen, 10 Vereine sind wohl in der Verlosung, und unser HSV ist sicherlich wieder dabei.
      Stuttgart hingegen könnte einen Abstieg wirtschaftlich deutlich leichter verkraften, weil die Gehälter deutlich niedriger liegen, und einige Spieler sicherlich Potential zur Wertsteigerung haben, und es keine so hohe Verschuldung gibt. just my 2 cents…

  5. WORTSPIELERWORTSPIELER

    Eine Einschätzung zur Vorbereitung…? Eigentlich nicht notwendig, denn die Blau(-Weiß-Schwarz-)Pause haben die letzten 2-3 Sommervorbereitungen bereits geliefert. Allerdings wurden die Fehler aus der Vergangenheit dieses Mal komprimiert vorgetragen und zum Besten gegeben, was sich früher über mehrere Transferperioden erstreckte. Ein Haufen voller Defizite erstreckt sich über die letzten zweieinhalb Monate nach dem erreichten Klassenerhalt. Man musste den Eindruck gewinnen, dass die Herren Bruchhagen, Todt & Co. wochenlang durchatmeten, aber dabei die Zukunftsplanung völlig vergessen hatten…?!

    Es wurden zudem nahezu ALLE gesteckten Ziele verfehlt, die sich die sportliche Führung und der Vorstand der HSV AG selbst setzten. Dabei wurden diese Ziele noch munter und ohne kritische Begleitung durch die Medien peu à peu aktualisiert, geschönt und in die Zukunft geschoben. Das “Geschwätz von gestern” interssiert in HH ja nur recht selten. Und Hinterfragen wäre ja mit Aufwand verbunden…! Die journaille ist lediglich ein billiger Excortservice – nur ohne Rucksäcke.

    Man wollte den Kader dieses Mal frühzeitig – nämlich zum Trainingsstart im Juli – zusammen haben. Die letzten Jahre war immer die Ausrede, dass die fehlende Planungssicherheit der Ligazugehörigkeit – v.a. durch die Relegationsspiele – sehr kontraproduktiv gewesen sei. Das war in gewissem Maße sogar noch nachvollziehbar, aber wie man nunmehr sieht nur ein vorgeschobenes Argument.

    Die Korrektur war dann laut dem sehr informationsfreudigen (Stichwort: Wasserstandsmeldungen) Jens Todt, den Kader für das (zweite) Trainingslager zu komplettieren. Man sei “sehr weit in den Gesprächen”, war wenig smart wie die meisten Kandidaten, die nicht selten gerade ihre Verträge verlängerten, einen Marktwert weit über den Budget des HSV hatten oder aber sportlich gar nicht in das Profil passten, was der HSV so dringend benötigt(e). Beide Vorhaben, den Kader zu vervollständigen, scheiterten gnadenlos. #smartphone-transfers

    Btw: Zur Planung des Trainingslagers ist bereits alles geschrieben. Die Tatsache, dass “Match-IQ” die letzen Jahre offensichtlich dringend notwendig war, weil die HSV-Angestellten selbst eine solche solche Organisation nicht auf die Kette bekommen, lässt den Laien wundern und den Fachmann staunen. Die Frage ist wieder einmal, was machen weit über 100 bezahlte Kräfte das ganze Jahr lang während ihrer Arbeitszeit…?!

    Ein weiteres Ziel war, unter Markus Gisdol nicht mehr eingesetzte Spieler zu verkaufen und somit wenigstens die Gehälter freizuschaufeln. Dies gelang mit wesentlichen Spieler à la Lasogga gar nicht, denn die Verkaufsbilanz des HSV ist sehr überschaubar, was man allerdings nicht dem aktuellen Personal anlasten darf, denn die hoch-dotierten Verträge haben Beiersdorfer & Co. unterschrieben. Die Supp€ müssen nun andere auslöffeln.

    Das Ziel, den Gehaltsetat (deutlich) zu reduzieren konnte somit nicht aufgehen. Das hätte man aber mit gesunden Menschenverstand bereits vorher wissen können, statt es blind zu kommunizieren. Spätestens ab der öffentlichen Aussage von Heribert Bruchhagen zu dem Thema war der Drops ohnehin gelutscht. Was für eine “Strategie”, ein solches Vorhaben vorher anzukündigen. Doch die Gehaltsetat-Medaille hat zwei Seiten, denn der Etat wurde ja nicht nur nicht gesenkt, sondern wurde ein weiteres Mal hochgeschraubt, so dass man wieder zu den Top-Vereinen, was die Personalkosten angeht, gehören wird, aber abermals eine Truppe ins Rennen schickt, die diesem Euronen-Niveau nicht standhalten wird.

    À propos, Kader: Eine Woche vor dem Pflichtspielstart hat der Trainer – mal wieder – keine Stammelf, sondern experimentiert selbst mit Spielern, die schon mehr als ein, zwei Jahr zum Kader gehören. Da wird munter vom Zentrum nach Außen rotiert oder umgekehrt. Absoluter Höhepunkt für mich, Dennis Diekmeier als Innenverteidiger zu testen. Der Übungsleiter stellte sich nach dem Spiel allen Ernstes vor die Mikrofone und gab an, dass das ja auch in der Saison eine Option sein könnte. Geht alleine deswegen nicht, weil ohne Ashton Götz [ Peters: “Wir haben im Nachwuchsbereich Einwurfvarianten einstudiert.” ] und DD auf Rechts gar keine Spielfortsetzung möglich wäre, wenn der Ball vom Gegner ins Seitenaus befördert würde. Man könnte meinen, dass man schon alles erlebt hat, aber es gibt sie immer wieder, diese komödiantischen Akzente durch Spieler, Trainer oder andere Künstler aus dem Volkspark.

    Einen sehr wichtigen (sportlichen) Aspekt hat “HeLuecht” genannt, der das Elend der so hochklassig propagierten Nachwuchsarbeit des HSV beim Namen nennt. Diese Alibieinsätze der jungen Kicker im Block ist so selten dämlich und wenig hilfreich, dass einem die Augen schlackern, das beobachten zu müssen. Nicht nur, dass kaum einmal ein Nachwuchsspieler in der Start- bzw. A-Elf steht, ist vor allem verwerflich, die Spieler nicht mal länger spielen zu lassen und/oder sie wenigstens auf ihren (Lieblings-)Positionen aufs Feld zu schicken und dann auch mit Spielern, die sie führten, wobei das natürlich schwerer als geschrieben ist, da der HSV diese Führungsspieler ja gar nicht hat, weil alle mit sich selbst beschäftihgt sind. Aber: Wir reden hier über Testspiele. Dass der Übungsleiter im Ligaalltag seine Bedenken hat, dass die Qualität nicht ausreicht, mag ja noch gerade nachvollziehbar sein, aber ohne ins Wasser geschmissen zu werden, lernt man halt auch niemals das Schwimmen. Beim HSV scheint es allerdings nur theoretische Schwimmkurse zu geben. Und Seepferdchen scheint das höchste der Gefühle zu sein. “Freischwimmer” sind wohl nicht gewollt…?! Und das Ganze schreibt man ja im Wissen, was die hochbezahlten Spieler für einen stetigen Dreck (Spielniveau) abliefern. Schlechter können es die 1-2 fähigen Kicker der Marke Janjicic gar nicht machen. q.e.d. zum saisonfinale.

    Die Transferperiode des HSV hatte ein weiteres hehr(ibert)es Ziel, welches kilometerweit verfehlt wurde, denn “nur ausgeben, was man eingenommen/eingespart hat”, hörte sich gut an, ist aber so unrealistisch wie ein einstelliger Tabellenplatz des HSV. Im Gegenteil, vollkommen unnötig wurde beispielsweise der Vertrag mit dem Wunderstürmer Wood “verdoppelt”. Sich nicht in die Personalpolitik reinreden zu lassen, war ein frommer Wunsch respektive eine gelungene Schlagzeile, aber Struth & Kühne haben nicht nur bei diesem Transfer ganze Arbeit geleistet. Dass das Schuldenrad weitergedreht wurde, nimmt man mittlerweile einfach hin. Schon ebachtlich, dass hier seit einem halben Jahrzehnt Millionen um Millionen ausgegeben werden, die es gar nicht gibt, aber die Gleichgültigkeit bei Fans, Medien und dem ganzen Verein (AG) mit jedem Fall steigt.

    Die Außendarstellung des HSV war im Sommer – welcher Sommer eigentlich (?) – ein weiteres Mal kurz vor katastrophal, so dass die angebliche “Ruhe” sicher ein weiteres Mal deutlich verfehlt wurde. Das Thema Aufsichtsrat kommt ja erst noch in Schwung, bleibt deshalb Außen vor. Die zahlreichen Wasserstandsmeldungen der sportlichen Führung zu den (angeblichen) Transferverhandlungen in beide Richtungen (Ein- und Verkäufe) sind da nur ein Teil des Desasters. Das ständige Hin- und Her bei der Kader”plan”ung wirkt zudem wenig vorbereitet und professionell. Zudem scheint es wie schon mehrfach moniert immer nur einen “Plan A” zu geben, auf den man sich versteift, um bei einer Absage etc. dann wieder bei “Null” anzufangen. Und selbst vorbereitete Aktivitäten werden dann so schlecht verkauft, dass man wieder von einem Eigentor sprechen kann/muss: Rick van Drongelens “spontane” Verpflichtung ist so ein Beispiel. Dass die kleinste Baustelle (TW) als erstes mit sehr viel Geld geschlossen wurde, passt dabei perfekt ins Bild. Dass Julian Pollersbeck gegebenenfalls erstmal die “Nummer 2″ wird, rundet das Bild dann wunderbar ab, dass der Zufall regiert.

    Zum Sportlichen und den Testspielen – im übrigen imho erstaunlich wenige Partien in der langen Vorbereitungsphase. Vor allem, weil in fast allen Spielen zur Halbzeit komplett gewechselt wurde. Weder eingespielt noch “spielfit für 90min” zeig(t)en sich die “HSV-Stars”. Außerdem immer wieder erstaunlich, dass selbst im Trainingslager vor den Testspielen “belastungsgestuert” wurde, statt die Spieler gerade vor einem Spiel mal zu jagen. Die anderen Profimannschaften trainier(t)en vor den Tests i.d. Regel ganz normal, während der HSV “frei” macht(e) oder eben nur anschwitzte. Und nach den Spielen dann auch erstmal “Regeneration”. Das ist in der Vorbereitung i-wie alles nicht so fordernd wie man sich das vorstellt und anderen Ortes erlebt. Beim HSV bedeutet das de facto: Für 45min Einsatzzeit gehen drei Tage flöten. Das ist allerdings nicht nur Gisdols Prozedere, sondern war schon in den letzten Jahren immer so. Aber es ging ja all die Jahre gut. Warum sollte man was ändern…?!

    Dass wieder exakt die Spieler mit ihren notorischen Verletzungen [ Papadopoulos, Ekdal & Co. ] aufwart(et)en, kann ja nun niemanden mehr überraschen, aber wird mannschaftsintern nicht sehr prickelnd ankommen. Warum auch…?! Während sich Spieler A quält, schaukelt Spieler B die Eier und steht am Ende doch auf dem Platz. Das tut weh – egal ob Test- / Pokal- oder Punktspiel. Und das fängt vor alem dann an zu nerven, wenn man weiss, dass Spieler B zur Belohnung auch noch das dppelte Gehalt erhält…! Die tolle Mentalität der Mannschaft wird hier ganz sicher noch auf eine harte Probe gestellt, denn es nicht davon auszugehen, dass Gisdol seine Marschroute ändern wird und die arrivierten lieber ‘ran lässt als die Jungen. Wenn dann noch mächtig belastungsgesteuert wird, dann wird es bei Misserfolg ganz gewaltig rumoren.

    Diese Unzufriedenheit kann zudem schnell aufkommen, wenn der aufgeblähte Kader von über 30 Spielern für eineinhalb Wettbewerbe seine Größe ganz schnell entfaltet und zum Dampfkochtopf werden lässt, wenn es – wieder vom Saisonbeginn an – ums Überleben in der Bundesliga geht. Es wird Spieler oder deren Mütter geben, die ganz schnell die Öffentlichkeit suchen werden, wenn sie wiederholt auf der Bank/Tribüne sitzen… *doppelschwör*

    Fazit: The Shame Procedure as every Year.

    P.S. Die Ergebnisse in den Testspielen sind wirklich zu vernachlässigen, aber dennoch kein Zufall. Mehr Sorgenfalten sollten auch und vor allem die Entstehung dieser Ergebnisse ans tageslicht bringen, denn die Qualität der Gegner war nur selten bis gar nicht Bundesliga-tauglich. Der HSV hatte zudem sehr viel Platz zum Spielaufbau, den Gisdol wohl verbessern wollte und will, aber unter Druck werden die Herren Mavraj, Jung & Co. wieder die Fehler produzieren, die den HSV die Punkte kosten wird, um eine sichere Saison zu spielen. Es läuft wieder auf “langen Hafer” und “2. Bälle” hinaus. Das ist legitim und sicher auch nicht unerfolgreich. Das ist aber eben nicht 50+ Millionen wert, sondern maimal die Hälfte…!

    Antworten
    1. ky

      Worty, well done, wie der Alt-Franzose so sagt.
      Ja, es gibt sie, die eine Wohlfühloase in der Buli.
      Sie liegt in der “schönsten Stadt” Deutschlands, mit viel Wasser und Grün, weit überdurchschnittlichen Gehältern, wenig Training und geringem Anspruch.
      Da kommen die “müden” Kicker gern, um abzusahnen.
      Kerstin Lasogga und Michael Preetz sollen angeblich halbe-halbe gemacht haben…
      Dennis “mein Friseur hat mir neue Einwurf-Varianten getwittert” hat neue Tattoos,
      ein Kind mehr und hat bei Ferrari einen Van bestellt… auch schön.
      .
      Hier dürfen 3.Liga-Spodis ihr markantes Kinn täglich im TV sehen, und von Potsdam aus Fifa 17 spielen, allerdings mit 600.000 Euro Jahresgehalt.
      .
      Die übervolle Geschäftsstelle kriegt kein Trainingslager organisiert, weil beim “Julklapp” der alten Merchandising-Artikel Streit unter den Prakikanten entbrannte, wer das “Ich wische jeden Ars***”-Klopapier zuerst an die “Führung” übergeben darf.

      Seit 2011 ist der HSV nur noch bemitleidenswert, gesteuert von Blendern, mit Personal aus “DSDS für Hartzer”, die weder Grundrechenarten noch sonstwas kapieren.
      .
      Es ist eine Schande für Hamburg, was der HSV abliefert. Eine Schande!!! Hoffentlich hat der Fußball-Gott endlich ein Einsehen, und schickt den Trümmerhaufen dahin, wo er hingehört – in Liga 4.
      Vielleicht gibt es dann ein paar Verantwortungsvolle, die den Neu-Aufbau mit Kompetenz und ohne “Ego” vorantreiben. Dieser Patient ist schon lange gestorben, aber solange KMK noch Geld gibt, laufen die lebenserhaltenden Maschinen unsinnig weiter.

  6. Mick

    Wortspieler, hast du jetzt eine Sekretärin mit einer Handtasche voller Großbuchstaben? Sehr schön, macht mir das Lesen leichter. In der Sache hast du leider so fürchterlich recht, dass man schon wieder mit Sorgen nach Osnabrück guckt. Glücklicherweise sitze ich die ganze Zeit im Bus. Das Gefühl freut sich über einen HSV-Sieg, der Verstand möchte eine Niederlage nach der anderen haben, damit am Ende aufgeräumt wird. Die Situation muss so grob werden, dass auch Ehemalige-Männer-Hinter-Vorhängen sich nie wieder trauen, ihren Hut in den Ring zu werfen. Herrn Gisdol hab ich mir anders vorgestellt. Aber anscheinend ist seine Nähe zu Herrn Kühne einer konsequenten Arbeit eher hinderlich. Irgendwie schade; wenn nur EINER in der Führungsriege echtes Rückgrat zeigen würde, könnte er die anderen mitziehen – oder natürlich entlassen werden, aber das würde sowohl seine Reputation als auch die Aussicht auf einen besseren Job steigern. Also Win-win für den, der wagt!

    Antworten
    1. ky

      Mick, dream on…
      Zu der Chance, irgendwie eine leitende Position beim HSV zu bekommen, kommst Du nur über Netzwerke und bewiesene “Königstreue”.
      Guck Dir mal Kauder, Tauber, etc. unter Muddi Merkel an – die dürften im normalen Leben nicht mal einen Kindergeburtstag organisieren…
      Es gibt halt “selbsterhaltende Systeme”, deren evolutionäre Negierung im “weiter so” liegt. Solange jemand dafür bezahlt (Fans, Sponsoren, Mäzene) geht die Party weiter, wie jahrzehntelang in Griechenland.

      Nein, nach der “gescheiterten Ausgliederung” hilft dem HSV nur noch der Full-reset. Insolvenz, 4. Liga. Leider…

  7. der Coachder Coach

    Und dann sind die alten Seilschaften plötzlich verschwunden?

    Antworten
    1. ky

      @ Coach, wo die Gier nach Mammon und Eitelkeit nicht mehr befriedigt wird, verschwinden die Motten, weil das Licht nicht mehr hell genug ist.
      Tatsächlich bedarf es auch in Liga 4 “guter Manager”, um den Neuaufbau zu betreiben, aber die haben wenigstens keine 230-Mann-Geschäftstelle mehr und die Aufsichtsräte sind dann auch eher 2 Nummern kleiner (im Ego…).

  8. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Wie und ob es geht, in der 4. Liga einen Neuanfang zu starten, um sich zukunftsträchtig und erfolgreich aufzustellen, werden wir zunächst ja am Beispiel 1860 sehen können.

    Ich bleibe bei meiner bereits vor Jahren aufgestellten These, dass ein Retortenverein (à la RB Leipzig) die einzige Möglichkeit wäre, in Hamburg noch einmal Spitzenfußball auf internationalem, ja gar nationalem Niveau zu sehen zu bekommen.

    Träume, einstweilen heißt die Realität Abnutzungs- und Abstiegskampf, die 1887te.

    Antworten

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