Gelder für Local Player

“Arp, Ito & Co. bringen dicke Nachwuchsprämie ein” titelte das Abendblatt am Freitag und war sich nicht zu schade vorab einen am Samstag in der Bild erschienenen Artikel fast wörtlich zu übernehmen.

Eine knappe Million (475000 €) hatte der HSV für den Einsatz seiner Nachwuchs Kräfte mit Local Player Status erhalten.

Belohnt werden dabei die Einsatzminuten von U23-Lizenzspielern der Kategorie „Local Player“ (mindestens drei Jahre Registrierung zwischen 15. und 21. Lebensjahr bei einem Club im Bereich des DFB). […]

Der gesamte Topf beträgt zwei Prozent der nationalen Medienerlöse und somit für die vergangene Saison 2017/18 insgesamt 20 Millionen Euro. Berücksichtigt werden alle Einsatzminuten der „Local Player“ in einem Pflichtspiel (Meisterschaftsspiele der Lizenzligen), höchstens jedoch bis zur Spielzeit, in die sein 23. Geburtstag fällt. Spieler aus dem Ausland müssen dabei vor Vollendung des 18. Lebensjahres im Bereich des DFB registriert sein.

Quelle: DFL

Unklar bleibt, ob hier tatsächlich lediglich Spieler gemeint sind, die unmittelbar aus der U23 kommend bei den Profis eingesetzt wurden oder grundsätzlich alla Spieler die das 23. Lebensjahr zum Zeitpunkt ihres Einsatzes noch nicht vollendet haben.

Unabhängig davon, wird von beiden Medien die ausgezeichnete Jugendarbeit des HSV aufgrund der Einsatzzeit gelobt. Dabei wird allerdings nicht berücksichtigt, dass es das meiste Geld für einen Matti Steinmann gab, der bereits weg vom HSV war und nur noch ein wenig in der Zwoten kicken wollte, um in Ruhe studieren zu können. Matti hat also definitiv nichts, aber auch gar nichts mit der aktuellen Jugendarbeit zu tun.

Verschwiegen wurde hier auch die Tatsache, dass andere Vereine wesentlich höhere Zahlungen erhielten, mithin also eine wesentlich bessere Jugendarbeit haben, folgt man der Rgumentation von Dr. Gudel, der Bild und dem HA.

So erhielt Greuther Fürth beispielsweise 3mal soviel Geld wie der HSV (1,4 Mio) und auch der 1. FC Nürnberg (1,03 Mio) sowie Dynamo Dresden (990.000) konnten noch doppelt so viel Geld einspielen und das bei deutlich weniger Mitteleinsatz als der HSV.

Zudem fehlen Vergleichszahlen, was die Einsatzzeit in den Vorjahren anbelangt (die Gelder wurden zu dieser Saison ja erstmalig ausgeschüttet).

Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, das zu recherchieren, aber zumindest unter Zinnbauer dürften die Einsatzzeiten mit Götz, Gouaida, Marcos und Steinmann eher höher gewesen sein. Von daher stelle ich mal die These auf, dass die Durchlässigkeit zu den Profis eher von der Beförderung von U23 Trainern zu Cheftrainer abhängt als von erfolgreicher Jugendarbeit.

Und wer mir jetzt mit Arp kommt, dem komme ich mit Tah. Ausnahmetalente hat es schon immer gegeben, die ihre Einsatzzeiten bei den Profis bekamen

11 Kommentare

  1. GVGV

    Soviel zum Juwelier-Mythos; Hofmedien Pumperei, ne Menge heiße Luft.

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  2. Hanna

    Nichts desto trotz ist Steinmann ein “HSV-Eigengewächs” -> von 2009 bis 7/2015. In der Saison 14/15 ausgeliehen, um Spielpraxis sammeln zu können, was ja durchaus üblich ist. Ich finde es bedauerlich, dass grundsätzlich in jeder Meldung nach dem Haar in der Suppe gesucht werden muss

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Es geht nicht darum ob Steinmann ein Eigengewicht ist oder nicht, sondern darum, dass er eben kein Kind der laut Presse so erfolgreichen Nachwuchsarbeit des Juweliers (Presse!) Peters ist, sondern wenn, dann der erfolgreichen Jugendarbeit vor Peters’ Zeit.

      Matti hatte den Verein bereits verlassen. In Mainz hat es nicht für die Erste gereicht. Er hatte mit der Karriere abgeschlossen (seine eigenen Worte). Unter Titz in der Zwoten als Führungsspieler in zentraler Rolle ist er mit Titz hochgekommen, weil niemand anderes seine Spielidee den Profis auch nur annähernd gleich hätte vermitteln und sie auf dem Platz dirigieren zu können. Letzteres extrem deutlich in den ersten 45 Minuten im ersten Spiel gegen Hertha. Nun, Matti hat eingeschlagen und jetzt hat er Blut gefleckt. Prima, freut mich für ihn.

      Ansonsten geht es nicht darum Haare in der Suppe zu finden, sondern sich kritisch mit den jeweiligen Berichten und Artikeln aus der Presse auseinanderzusetzen.

      Was heute […] verlangt wird, ist ein Gefolgschafts-Journalismus, ein Jubelpersertum, das sich in den Dienst der Sache, also der Mannschaft stellt.

      ist heute zum Beispiel in der Sueddeutschen über den derzeitigen Journalismus in der Fußballberichterstattung zu lesen. Ich bin in der Lage, mir den Luxus gönnen zu können, kein Jubelperser sein zu müssen. Das mag manchem mißfallen, ist aber so.

  3. Karl-Heinz GrabowskiKarl-Heinz Grabowski

    Gelder? Kenne nur Geldern! Ein Städtchen nahe der niederländischen Grenze!

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      manmanman…und wenn es eng wird, wieder nach vergeldung schreien. das sind mir die liebsten…

  4. Horst Schlau

    Morgen,

    wo kann man den die komplette Rangliste sich ansehen ?

    Gruß

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  5. ThomasToll

    Die Durchgängigkeit zu den Profis ist natürlich auch bei den genannten Klubs deutlich höher, denn diese Klubs mussten zwangsläufig mehr auf die Jugend setzen. Wenn ich mir das beim HSV so anschaue, kann sich das durchaus sehen lassen. Wobei es das ohne den ersten Trainer, der mutig ist, nie gegeben hätte. Bei Gisdol wäre die Summe wohl eher nochmal gedrittelt gewesen.

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  6. Horst Schlau

    Hat einer ne Idee ???

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Nein. Ist bei der DFL angefragt.

  7. Horst Schlau

    Morgen

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Nein, gestern.

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