Gerettet und doch verloren!

Der HSV und seine Fans können sich freuen!?

Sportlich zwar noch nicht, denn da geht es nach wie vor darum das Alleinstellungsmerkmal “Immer Erste Liga” zu erhalten, was schwierig genug werden dürfte angesichts der Tatsache, dass selbst der Trainer Markus Gisdol bei der heutigen Pressekonferenz vor dem Spiel auf Schalke davon sprach, der HSV hätte einen Scheiss-Fußball gespielt. Dies sei dem mangelnden Selbstvertrauen geschuldet, meinte er. Gleichzeitig ließ er jedoch offen, woher plötzlich ein gesteigertes Selbstvertrauen kommen sollte, um in den restlichen zwei regulären Partien dieser Saison an diesem Zustand etwas zu ändern.

Während es also sportlich, bei weiterhin trüben Aussichten, auf Spitz und Knopf steht, atmen die Verantwortlichen des HSV an anderer Front,der Finanzfront, erleichtert auf.

Hurra, die Lizenz ist gesichert!!! Und zwar für die 1. und die 2. Liga, wie Finanzvorstand Frank Wettstein heute über die Hompage der HSV AG verlauten ließ.

“Wir haben die notwendigen Maßnahmen getroffen, um sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Liga die erforderliche Spielgenehmigung zu erhalten“ Quelle: hsv.de

Das überrascht insofern nicht, als der Club schon bei Bekanntwerden der Tatsache, die DFL hätte die Lizenzerteilung für die Saison 2017/18 an zusätzlich zu erfüllende Bedingungen geküpft, lauthals mitteilte, man werde mit der Erfüllung keine Probleme haben.

Wenig überraschend ist nun auch, wie der Traditionsverein von der Sylvesterallee dieses Problem gelöst hat. Wer außer Klaus-Michael Kühne könnte, konnte und wollte dem HSV in der derzeitigen Situation und Konstellation aus der Finanzklemme helfen?

Machen wir es an dieser Stelle kurz. Kühne erhältfür sein erneutes Engagement weitere Anteile, noch einmal 6%.

Mit Vereinbarung vom 28. April 2017 hat Kühne die Übernahme weiterer Aktien an der HSV Fußball AG erklärt. Die beschlossene Kapitalerhöhung umfasst insgesamt 312.500 Aktien. Mit Durchführung der Kapitalerhöhung erhöht sich die Beteiligung von Klaus-Michael Kühne an der HSV Fußball AG auf 17 %.

Neben Kühne (17%) halen noch Burmeister (1,5%), Margaritoff: (0,75%) und Bohnhorst (1,5%) als ‘Großinvestoren’ derzeit Anteile an der HSV AG.

“Insgesamt hat die HSV Fußball AG seit der Ausgliederung des Lizenzspielbetriebs aus dem Hamburger Sport-Verein e.V. im Jahr 2014 rund 20% der Anteile im Wege der Kapitalerhöhung platziert und damit das Eigenkapital um rund Euro 60 Mio. verbessern können.“

Nimmt man die auf hsv.de genannten Zahlen als Grundlage, lägen die Zuwendungen für die weitern 6% Anteile bei rund 18 Mio Euro.

Das sollte für die kommende Saison ausreichen, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, egal in welcher Liga. Dieser Betrag entspricht gleichzeitig auch in etwas den in den letzten Jahren wiederholt eingefahrenen Defiziten. Aber selbst wenn diese geringer ausfielen, das Ende der Fahnenstange, sich über zusätzliche Anteilsverkäufe Luft zu verschaffen, ist erreicht.

Die noch verbliebenen 5% werden ohne einen signifikanten Kurswechsel künftig nicht ausreichen, den HSV am Leben zu erhalten. Neue Großsponsoren oder Investoren wird es in dieser Konstellation nicht geben.

Der HSV hängt – jetzt wohl auch für den letzten Zweifler sichtbar – am Tropf von Kühne. Ohne Wenn und Aber und auf Gedeih und Verderb.

Damit hat der HSV das wichtigste im Fußballgeschäft verloren, die Entscheidungshoheit und die Selbstbestimmung.

Gerettet? Gerettet sieht irgendwie anders aus!!!

5 Kommentare

  1. Aradia

    Moin Helue,
    Okay, der Dino ist am Ende und die Uhr hat schon Aussetzer, aber…..
    Wir haben viele Negativrekorde gesammelt und wir sind
    Relegationsmeister!
    Damit haben wir ein anderes Alleinstellungsmerkmal geschaffen.
    .
    Und da wir ja auf Grund von Managerausbildungen etwas mehr
    ausgaben als eingenommen, kam der gütige Michi und füllte
    unsere Kassen wieder auf.
    Wie wir gelernt haben sind auch mehrere Leute nicht in der Lage
    unseren Verein zu führen.
    Ob das nun einer macht und sich alles aneignet oder viele
    ist doch egal da wir Fans eh aussen hervor sind.
    Wer damals aufgepasst hat und über den Tellerrand geschaut hat
    sollte doch wissen, dass die Mitglieder nur noch trotzig aufstampfen
    können und ihren Frust nur noch bund gestalten können.
    Schlimm ist nur was da so angeschleppt wird.
    .
    Und zum Trainer, der ja weiss das wir einen Scheixxfussball gespielt
    haben nur soviel:
    Er kann es ja ändern! Aber Schisser und Namensvertrauer werden nie
    gross. Wozu hat er Assis. Er sollte doch wissen und sehen ob die
    Jungs stabil sind und uns helfen.
    Er hat soviel Möglichkeiten um zu probieren.
    Da war Fink ein Schritt weiter mit seinen Versuchen am Mittwoch.
    .
    Und sonstso……… ??????
    .
    .

    Antworten
  2. bopsi

    Hier wurde schon vor vielen Monden darüber gesprochen, dass Kühne weiter für Kleingeld den HSV übernehmen wird.
    Als Gravesen und Jovanov davon schrieben, auch Kühne könne dem HSV wegen der Lizenz nicht mehr helfen, wunderte ich mich doch, dass sie die Möglichkeit eines weiteren Anteilsverkauf offensichtlich nicht in Erwägung zogen.
    Ist das ein guter Tag für den HSV? Es ist zumindest ein weiterer Tag, an dem beim HSV alle sich entspannt zurücklehnen können und ihrer üppigen Bezüge gewiss sein können.

    Antworten
  3. ky

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich es geschrieben habe:
    Der HSV hat seit dem Abgang von Bernd Hoffmann ein fatales Problem: Keinen Ehrgeiz, etwas erreichen zu wollen.
    Man badet in der Vergangenheit, besingt Erfolge von vor 34 Jahren, und ist schnell zufrieden mit viel zu wenig. Aber: Solange die viel zu üppigen Verträge erfüllt werden, lässt es sich prima Leben in dieser schönen Stadt. Das gilt für die Spieler wie für die Angestellten auf der Geschäftsstelle.
    Ein Uli Hoeness hätte hart durchgewischt, die Ertels, Jarchows, Meyers etc. können/konnten das nicht.

    Die Crux des HSV ist ein defektes Gen: Zufriedenheit.
    Wahrscheinlich muss man durch das Entmüdungsbecken 2. Liga, bis irgendwann eine Führung auftaucht, die das “Verlieren” satt hat. Und aus dem ehem. Dino einen Phoenix macht… Schade. Aber ist halt so.
    Nach 6 Jahren Grottenfußball hält sich mein Mitgefühl in Grenzen.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende…

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  4. GVGV

    Mit dem derzeitigen Kader,der Einstellung,Niveau und gezeigten Rumpel-Gekicke wäre der HSV auch in der 2. Liga wohl kaum ein Spitzenteam, im Gegenteil.
    Die Altlasten würde er mehrheitlich auch mitnehmen.
    Die großen Träume und Großsprechereien würden um den Aspekt “Wiederaufstieg” erweitert werden.
    Dieser HSV scheint mir nicht aus eigener Kraft Reform- bzw. Sanierungsfähig.
    Da müsste wohl schon der Insolvenz- oder Konkursfall eintreten.

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  5. PaderbornerPaderborner

    Give a man a fish and you feed him for a day; teach a man to fish and you feed him for a lifetime …

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