HSV U23 – Der große Jahresrückblick 2014

Viel Freude gab es für die Anhänger des Hamburger SV im Jahre 2014 wirklich nicht. Sowohl in der Bundesliga als auch in der Regionalliga bei der U23 und in der A-Junioren Bundesliga bei der HSV U19 konnte der Abstieg gerade so eben vermieden werden. Drei Trainer in einem Jahr. Das sieht nach typischem HSV Chaos aus. Dennoch ist die U23 der sportliche Lichtblick des „Vereins“ schlechthin. In insgesamt vier Teilen schauen wir zurück und geben einen kurzen Ausblick auf 2015.

Seit Jahren kriselte die Hamburger U23. Jede Saison wurde erneut um die Klasse gezittert ohne dass davon besondere Notiz genommen wurde. Im Mai stand die „Zwote“ des HSV bereits mit mehr als einem Bein in der Oberliga, bevor der Absturz nicht zuletzt auch aufgrund der Insolvenzen von Lübeck und Oberneuland verhindert werden konnte.

Teil I: Die HSV U23 unter Rudolfo Esteban Cardoso

Trotz der bescheidenen Leistungen in der Regionalliga Nord durfte Rudolfo Cardoso auch in der Saison 2013/14 weitermachen. Der eher als trantütig und wenig motivierend geltende Trainer, knüpfte mit seiner durch etliche Profis aus der Bundesligamannschaft verstärkte Truppe allerdings nahtlos an die Minusleistungen der Vorsaison an, so dass es zu Beginn des Jahres, nach der Winterpause, wieder nur um den Klassenerhalt ging.

HSV U23 unter Cardoso nach der Winterpause 2ß13/14

Bilanz unter Trainer Rudolfo Esteban Cardoso

Der Start ins neue Jahr begann vielversprechend mit einem Sieg gegen den VfR Neumünster. Danach blieb die U23 unter Cardoso jedoch in 5 Spielen sieglos, bei nur einem Unentschieden und sackte auf Platz 15 der Tabelle ab. Spätestens jetzt muss der damalige Sportchef Oliver Kreuzer entschieden haben, den auslaufenden Kontrakt mit Rodolfo Cardoso nicht zu verlängern.

Mit 34. Punkten war der HSV am Ende der Saison 2013/14 zwar um 3 Punkte besser als im Vorjahr, rangierte aber lediglich mit einem Punkt Vorsprung vor Zwangsabsteiger SV Wilhelmshaven und sage und schreibe 40 Punkten Rückstand auf Tabellenführer VfL Wolfsburg nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem VfR Neumünster auf dem unbefriedigenden Tabellenplatz 14.

Die Partien unter Cardoso im Detail

Spieltag Partie Ergebnis Platz
20. HSV – VfR Neumünster 1:0 10
21. HSV – St. Pauli 0:2 12
22. Goslarer SC – HSV 4:1 12
23. HSV – Eintracht Norderstedt 0:1 14
24. HSV – BSV SW Rehden 0:0 14
25. HSV – SV Meppen 0:1 15
26. SV Eichede – HSV 2:4 13
27. HSV – Eintracht Braunschweig 0:1 14
28. VfB Oldenburg – HSV 0:1 13
29. HSV – ETSV Weiche 0:0 13
30. SC Victoria Hamburg  – HSV 0:0 13
31. HSV – Werder 0:2 14
32. TSV Havelse – HSV 1:1 14
33. HSV – BV Cloppenburg 0:2 14
34. VfL Wolfsburg – HSV 3:2 14

Bereits im April des Jahres stand der Nachfolger für Cardoso als Trainer der U23 für die Saison 2014/15 fest. Josef „Joe“ Zinnbauer, den Kreuzer aus gemeinsamen Karlsruher Zeiten kennen und schätzen lernte. Ein bis dato eher unbeschriebenes Blatt, der sein Handwerk unter anderem bei Uwe Rapolder lernte. Pikant dabei, sowohl Zinnbauer als auch Cardoso drückten gerade gemeinsam die Schulbank um ihren Fußball-Lehrer Ausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie zu absolvieren. Beide gehörten allerdings nicht zu den Besten der 24 Absolventen des 60. Fußball-Lehrer-Lehrgangs.

Teil II: Die HSV U23 unter Joe Zinnbauer

Zur neuen Saison 2014/15 krempelte Joe Zinnbauer zusammen mit Michael Schröder den Kader der Hamburger U23 gehörig um. Mehr als 20 Spieler mussten oder wollten den Verein verlassen, beendeten ihre Karriere oder fanden keine Berücksichtigung mehr.

Abgänge nach der Saison 2013/14

Anzahl Spieler Abgang nach
1 Sven Neuhaus (TW) Karriereende
2 Florian Stritzel (TW) Karlsruher SC
3 Henrik Dettmann (IV) TuS Dassendorf
4 Torben Wacker (IV) SC Victoria Hamburg
5 Lennart Müller (IV) vereinslos
6 Angelo Langer (LV) FC St. Pauli
7 Patrick Owomoyela (RV) Pause
8 Timo Brauer (DM) SV Grödig
9 Dennis Richter (LM) Lüneburger Hansa SK
10 Ndiqrim Halili (OM) vereinslos
11 Matias Ojala (OM)(Neu 13/14) AC Oulu
12 Knud Sobottka (OM) Tura Meldorf
13 Manuel Farrona-Pulido (LA) Wacker Nordhausen
14 Isaac Akyere (LA)(Neu 13/14) SSV Markranstädt
15 Dennis Bergmann (RA) FC St. Pauli
16 Josef Shirdel (RA) vereinslos
17 Sebastian Synwoldt (RA) unbekannt
18 Mattia Maggio (MS) vereinslos
19 Pablo Kunter (MS) Eintracht Norderstedt
20 Zhi Gin Lam* (RA) Greuther Fürth
21 Michael Mancienne* (IV) Nottingham Forrest
22 Jonathan Tah* (IV) Fortuna Düsseldorf
23 Goyko Kacar * (DM) HSV I
24 Robert Tesche* (ZM) Nottingham Forrest
25 Kerim Demirbey* (ZM) Kaiserslautern
26 Lasse Sobiech* (IV) FC St. Pauli
* Spieler des Lizenspielerkaders des HSV

Insgesamt 16 Neuzügänge vermeldete die HSV U23 in diesem Sommer. Bis auf den zum Lizenzspielerkader gehörenden Gideon Jung, der für eine Ablöse von 150.000 € von Rot-Weiß Oberhausen an die Elbe wechselte, waren alle Spieler ablösefrei. Zinnbauer setzte dabei bei der Zusammenstellung seines Kaders nicht unbedingt auf die individuell stärksten Spieler, sondern auf eine Mischung verschiedener Spielertypen und deren Teamfähigkeit. Unter den neuverpflichteten Akteuren waren einige vereinslose (arbeitslose) Spieler, sowie einige, die in anderen Vereinen gescheitert waren. Für viele bot der HSV so etwas wie die letzte Chance auf eine Profikarriere.

Zugänge zur Saison 2014/15

Anz. Spieler seit Zugang von
1 Kevin Otremba (TW) 07/2014 Werder Bremen U23
2 Johannes Kreidl (TW) 07/2014 Wacker Innsbruck II
3 Gideon Jung* (IV) 07/2014 RW Oberhausen
4 Dong-Su Kim (IV) 07/2014 HSV U19
5 Kerim Carolus (IV) 08/2014 SC Victoria Hamburg
6 Glenn Schröder (DM) 12/2014 vereinslos
7 Sven Mende (ZM) 07/2014 Karlsruher SC
8 Tolcay Cigerci (ZM) 07/2014 VfL Wolfsburg U19
9 Christian Derflinger (OM) 07/2014 Bayern München U23
10 Mohamed Gouaida (LA) 07/2014 SC Freiburg U23
11 Ahmet Arslan (RA) 07/2014 VfB Lübeck
12 Philipp Müller* (RA) 07/2014 VfL Wolfsburg U19
13 Merphi Kwatu (HS) 09/2014 vereinslos (Augsburg U19)
14 Nico Charrier (MS) 07/2014 Karlsruher SC II
15 Roan Kwon (MS) 07/2014 HSV U19
16 Said Benkarit (MS) 09/2014 vereinslos (Dortmund U19)
* Spieler des Lizenspielerkaders des HSV

Lediglich 10 Spieler aus dem alten Kader schafften den Sprung in die neuformierte Mannschaft. Sie wurden zu Beginn der Saison noch durch die Lizenzspieler Jonathan Tah und Kerem Demirbay ergänzt, bevor diese nach Düsseldorf respektive Kaiserslautern ausgeliehen wurden, um höherklassig Spielpraxis zu sammeln.

Aus der Saison 2013/14 übernommenes Personal

Anz. Spieler seit Zugang von
1 Alexander Brunst *(TW) 07/2013 (07/2014) HSV U19
2 Tino Dehmelt (TW) 07/2011 HSV U19
3 Fabio Morena (IV) 08/2013 SV Sandhausen
4 Ronny Marcos (LV) 01/2014 Hansa Rostock
5 Francis Adomah (LV) 01/2014 TSV Niendorf
6 Ashton Götz* (RV) 7/2011 (07/2014) HSV U19
7 Dominik Jordan (RV) 07/2013 HSV U19
8 Matti Steinmann* (DM) 07/2012 (07/2014) HSV U17
9 Dominik Masek (OM) 07/2013 HSV U19
10 Nils Brüning (MS) 07/2013 SC Victoria Hamburg
* Spieler des Lizenspielerkaders des HSV

Getreu der Maxime: „Wenn wir mal einen schlechten Tag haben, können wir den Gegner immer noch mit unserer Physis besiegen, weil wir länger laufen können!“ ging Joe Zinnbauer mit seinen Mannen in eine knallharte Vorbereitung, die den Spielern alles abverlangte. Wer schwächelte, wurde gnadenlos angetrieben, seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Zwei Mal täglich wurde jeweils 2 Stunden lang trainiert, darüber hinaus gab es diverse Taktikschulungen. „Wenn ich es will, müssen die Jungs um 2 Uhr nachts innerhalb kürzester Zeit auf dem Platz zum Training erscheinen“, sagte Joe Zinnbauer einst, nicht ohne allerdings auch sofort zu beteuern, dass er zu jeder Tages- und Nachtzeit ebenfalls für seine Schützlinge bereit steht.

In die Saison ging es schließlich mit dem Ziel, so früh wie möglich 40 Punkte und damit den Klassenerhalt zu sichern. Ein in Anbetracht der Leistungen der vergangenen Jahre realistisches Ziel?

Nun, zumindest ging es im ersten Spiel, dem vorgezogenen Spiel in Goslar gleich gut los. Mit 4:0 wurden die Niedersachsen besiegt, die noch in der Vorsaison unbezwingbar waren. Ein 3:0 gegen den Eintracht Norderstedt sowie ein Auswärtssieg beim Tabellendritten des Vorjahres, dem VfB Oldenburg schloss sich an. Manch einer begann bereits, sich verwundert die Augen zu reiben. Die Mannschaft spielte einen höchst ansehnlichen und vor allem erfolgreichen Fußball, sie war zu einer echten Einheit zusammengewachsen.

Die Partien unter Joe Zinnbauer im Detail

Spieltag Partie Ergebnis Platz
1. Goslarer SC – HSV 0:4 2
2. HSV – Eintracht Norderstedt 3:0 1
3. VfB Oldenburg – HSV 0:2 1
4. HSV – ETSV Weiche 3:1 1
5. VfL Wolfsburg – HSV 1:3 1
6. HSV – Lüneburger SK Hansa 3:1 1
7. Werder Bremen – HSV 2:4 1
8. HSV – BV Cloppenburg 5:0 1

Selbst der Vorjahresmeister, der VfL Wolfsburg konnte im gegnerischen Stadion besiegt werden, genauso wie die Bremer, die mit 2:4 das Nachsehen hatten. Mit sieben Siegen in Folge hatte die U23 bereits einen neuen Regionalliga Startrekord aufgestellt. Der achte Sieg sollte am 13. September 2014 mit einem 5:0 gegen Cloppenburg folgen. Es war zugleich das letzte Spiel unter Joe Zinnbauer, der bis auf Weiteres die Bundesliga-Mannschaft von Mirko Slomka übernahm.

Die Bilanz von Joe Zinnbauer als U23 Trainer beim Hamburger SV

Die HSV U23 unter Trainer Joe Zinnbauer

Bilanz unter Trainer Joe Zinnbauer

Mit 8 Siegen aus 8 Spielen wird Zinnbauer bei einem Punkteschnitt von Ø3,0 wohl auf ewig der erfolgreichste Trainer bei der U23 sein.

Nachdem Joe Zinnbauer in einer Nacht und Nebelaktion am 16. September 2014 zum Cheftrainer und Nachfolger von Mirko Slomka ausgerufen wurde, vermuteten einige Rodolfo Cardoso würde die U23 wieder übernehmen. Andere rechneten damit, dass Otto Addo von der U19 in die U23 befördert werden würde. Beide wären wahrscheinlich auf Grund der vorhanden Fußball-Lehrer-Lizenz eine Option gewesen. Stattdessen entschied man sich beim HSV jedoch für den Trainer der U16 (B-Junioren Reionalliga Nord), Daniel Petrowsky, der „lediglich“ im Besitz der A-Lizenz ist, allerdings einen ausgezeichneten Ruf im Nachwuchsbereich besitzt und von daher wohl eher in das Anforderungsprofil von Bernhard Peters passte.

Teil III: Die U23 unter Daniel Petrowsky

Nun viel Zeit blieb dem Neuen nicht, sich und sein Team auf das nächste Spiel vorzubereiten, denn bereits zwei Tage später stand die schwere Auswärtspartie bei der U23 von Eintracht Braunschweig an. Aber auch diese Partie konnte 4:1 siegreich gestaltet werden, wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Mannschaft nach acht Siegen in Folge ohnehin auf Wolke sieben schwebte und von Co-Trainer Soner Uysal entsprechend der Zinnbauer Maxime eingestellt wurde.

Ohnehin übernahm Petrowsky eine perfekt eingespielte und gut funktionierende Mannschaft, so dass von seiner Seite keine Veranlassung bestand an Taktik und Spielausrichtung etwas zu ändern.

Am 10. Spieltag schließlich erfolgte der erste Punktverlust. Gegen die BSV SW Rehden gingen die Hamburger zwar bereits in der 8. Minute in Führung, schafften es allerdings nicht ihre Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen. Als die Hamburger die Partie nach Hause schaukeln wollten, gelang Rehden 12 Minuten vor Schluss der Ausgleich. Der HSV war nicht mehr in der Lage zu kontern.

Es folgten Heimsiege, gegen den FC St. Pauli sowie gegen Hannover 96 und ein hartumkämpfter Auswärtssieg in Neumünster, der in Unterzahl erst in den letzten Minuten sichergestellt wurde. Hier machte sie sich bemerkbar, die gute Physis die an einem schlechten Tag den Unterschied macht.

Auffällig allerdings bereits in diesen Partien den Anfälligkeit der U23 bei schnellen Kontern, wenn beide Außenverteidiger bis an die Mittellinie und weiter vorgerückt pressen, sind nicht genügend Spieler hinter dem Ball, um blitzschnell vorgetragene Vertikalangriffe zu verteidigen.

Gerade Recht als Aufbaugegner kam da die Freie Turnerschaft Braunschweig, die im eigenen Stadion mit einem Kantersieg von 10:0 gedemütigt wurde. Mit diesem Sieg am 14. Spieltag sicherte sich der HSV gleichzeitig bereits 3 Spieltage vor Ende der Hinrunde souverän die Herbstmeisterschaft.

Die Partien unter Daniel Petrowsky im Detail

Spieltag Partie Ergebnis Platz
9. Eintracht Braunschweig – HSV 1:4 1
10. HSV – BSV SW Rehden 1:1 1
11. HSV – FC St. Pauli 2:1 1
12. HSV – Hannover 96 4:1 1
13. VfR Neumünster – HSV 1:2 1
14. FT Braunschweig – HSV 0:10 1
15. HSV – SV Meppen 0:0 1
16. TSV Havelse – HSV 1:2 1
17. HSV – VfB Lübeck 2:2 1
18. Eintracht Norderstedt – HSV 4:1 1
19. HSV – VfB Oldenburg 1:2 1
20. ETSV Weiche – HSV 2:1 1

Bis zum Ende der Hinrunde blieb die U23 des HSV weiter ungeschlagen, in den Heimspielen reichte es allerdings nur mit viel Mühe zu einem Unentschieden. Der SV Meppen war die erste Mannschaft, die konsequent zeigte, wie man diesen HSV in seinen Angriffsbemühungen matt setzen konnte. Robuster physischere Einsatz bei gleichzeitig tiefer Kompaktheit zogen den Hamburgern den Nerv und den Zahn. Der VfB Lübeck hatte mit dieser Methode und über zwei, drei Stationen pfeilschnell vorgetragenen Kontern den HSV bereits am Rande der ersten Saisonniederlage, bevor Mohamed Gouaida mit einer feinen Einzelleistung doch noch kurz vor Ende der Partie den Treffer zum 2:2 Ausgleich markieren konnte.

Mit Beginn der Rückrunde war es dann mit der Herrlichkeit vorbei, alle drei Spiele bis zum Beginn der Winterpause gingen verloren. Der erwartete Einbruch war da, wobei der Fairness halber auch erwähnt werden muss, dass Daniel Petrowsky in den letzten Partien aufgrund von Verletzungen, Sperren und Abstellungen an die Bundesligamannschaft teilweise bis zu 10 Akteure fehlten, so dass die U23 mit Spielern aus der U19 aufgefüllt werden musste und lediglich 4 Auswechselspieler zur Verfügung standen.

Die Bilanz von Daniel Petrowsky als U23 Trainer beim Hamburger SV

Die HSV U23 unter Trainer Petrowsky vor der Winterpause 2014/15

Bilanz unter Trainer Daniel Petrowsky

Vier Spiele ohne Sieg sind natürlich nicht unbedingt dazu angetan, entspannt in die Winterpause zu gehen. Man darf gespannt sein, wie das Team unter Petrowsky Anfang Februar aus den Startlöchern kommt, vor allem auch, weil seit Dezember klar ist, dass der jetzige Coach zur neuen Saison die U19 übernehmen und durch einen neuen Coach ersetzt wird.

Teil IV: Fazit und Ausblick auf 2015

Die U23 hat ihr jahrelanges Mauerblümchendasein beendet. Über weite Strecken wusste sie in den bisherigen 20 Partien der laufenden Saison zu begeistern. Das ursprünglich ausgegeben Saisonziel, der Klassenerhalt, war bereits zum Ende der Hinrunde mit erzielten 45 Punkten erreicht. Ein Abstieg ist, wie der Blick auf die nachstehende, aktuelle Tabelle zeigt, wohl nur noch theoretisch möglich.

Die Tabelle der Regionalliga Nord zur Winterpause 2014/15

Pos. Verein Sp S U N Tore Punkte
1. Hamburger SV II 20 14 3 3 57:21 45
2. Werder Bremen II 20 11 7 2 54:24 40
3. VfL Wolfsburg II (M) 20 11 4 5 44:28 37
4. SV Meppen 20 9 6 5 35:27 33
5. ETSV Weiche 20 9 3 6 34:21 32
6. TSV Havelse 20 9 4 7 30:24 31
7. St. Pauli II 20 8 6 6 25:27 30
8. Eintracht Norderstedt 19 9 3 7 25:29 30
9. Eintracht Braunschweig II 20 7 8 5 43:35 29
10. VfB Lübeck (N) 19 7 7 5 25:24 28
11. Hannover 96 II 19 7 5 7 27:25 26
12. VfB Oldenburg 20 7 4 9 27:32 25
13. Lüneburger SK Hansa (N) 20 6 5 9 24:34 23
14. BV Cloppenburg 20 5 5 10 27:41 20
15. Goslarer SC 08 19 5 4 10 23:40 19
16. VfR Neumünster 20 5 2 13 23:40 17
17. BSV SW Rehden 20 2 9 9 21:35 15
18. FT Braunschweig (N) 20 2 3 15 17:55 9

Nicht zuletzt wegen der nach wie vor eher desolaten Leistung der 1. Mannschaft ist die Hamburger U23 in aller Munde. Insbesondere seit der Beförderung von Joe Zinnbauer zum Cheftrainer ist die „Zwote“ in den Blickpunkt gerückt. Joe Zinnbauer machte inzwischen seine Ankündigungen wahr, den etablierten Profis mit Hilfe „seiner Jungs“ aus der Regionalliga Druck zu machen und sie gegebenfalls an ihrer Stelle in der Bundesliga einzusetzen.

Während es für Matti Steinmann und Tolcay Cigerci, auch verletzungsbedingt, lediglich einige Minuten Bundesligaluft zu schnuppern gab, kamen die Außenverteidiger Ashton Götz und Ronny Marcos ebenso wie zuletzt Mohamed Gouaida auf über 300 Einsatzminuten. So erfreulich dies für die jeweiligen Spieler sein wird und hoffentlich auch für die 1. Mannschaft des Hamburger SV im weiteren Verlauf der Saison, so problematisch gestaltet sich inzwischen jedoch das Hochziehen der „Nachwuchstalente“.

Die U23 droht auszubluten. Bereits zum Ende der Hinrunde war beispielsweise bei Ashton Götz und teilweise auch bei Matti Steinmann ein gewisser Schlendrian bei den U23 Einsätzen zu bemerken, nach dem Motto: „ Wir können Bundesliga, da machen wir es hier doch mit halber Kraft!“. Während diese mentale Schwäche sicherlich ausgemerzt werden könnte, wiegt der permanente Aderlass hingegen schwerer. Der Kader ist einfach quantitativ und qualitativ nicht so besetzt, als dass man die abgestellten Akteure eins zu eins ersetzen könnte.

Überdies hat sich gerade in den letzten Spielen herauskristallisiert, dass es nicht ausreicht, wenn man lediglich versucht, sich spielerisch durchzusetzen. Gegen physisch starke, aggressiv attackierende Gegner muss man auch mal körperlich dagegen halten können. Die eher schmächtigen und jungen Hamburger haben hier mächtig Nachholbedarf. Aus diesem Defizit resultiert auch die relativ hohe Anzahl gelber Karten (schlechtes Zweikampfverhalten) und gelb-roter und roter Karten (Frustfouls, Meckern), mit denen sich die Hamburger zuletzt mehr und mehr selber schwächten.

Es wird spannend sein, ob und wie es Daniel Petrowsky gelingt die Jungs wieder in die Spur zu bringen. Ebenso spannend wird sein ob im Januar noch einmal personell für die U23 nachgerüstet wird.

Nachdem zu Beginn der Erfolgsserie noch darüber diskutiert wurde, ob ein Aufstieg in die 3. Liga nicht zu teuer für den Verein werden würde, ist die 3. Liga inzwischen als klares Ziel für den HSV Nachwuchs formuliert worden. Wenn man eine realistische Chance haben will, dieses Ziel in diesem Jahr zu erreichen, muss man nach der Winterpause sofort vernünftig aus den Startlöchern kommen. Der Vorsprung von 5 Punkten auf den Tabellenzweiten Werder Bremen ist ansonsten schnell aufgebraucht.

Aber selbst die Meisterschaft, wäre ja noch längst keine Garantie für einen Aufstieg in die 3. Liga wie der souveräne Meister VfL Wolfsburg im vergangenen Jahr leidvoll erfahren musste. In der Aufstiegsrunde würden Stand jetzt immerhin so arrivierte Mannschaften wie Rot-Weiss Essen, Würzburger Kickers, Kickers Offenbach sowie der 1. FC Saarbrücken und der FSV Zwickau warten.

Dennoch selten war die Chance Meister in der Regionalliga Nord zu werden und aufzusteigen für den Hamburger SV so groß wie in dieser Saison. Drücken wir Daniel Petrowsky und den „Jungs“ also die Daumen. Am Samstag den 07. Februar 2015 um 17 Uhr steht die verlegte Partie gegen den Stadtrivalen FC St. Pauli auf dem Programm und eine Woche später geht es um 14 Uhr auf der Wolfgang-Meyer Sportanlage gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg. Ab dann gilt es: „Go for it!“

–ENDE–

2 Kommentare

  1. Dosentoast

    Danke He Luecht. Toller Blog. Die wichtige Arbeit der U23 kommt ja häufig in den Medien zu kurz. Weiter so.

    Antworten
  2. ky

    Klasse Jahresrückblick und Vorschau; es bleibt spannend, wie die Rückrunde angegangen und beendet wird.
    Dir persönlich ein großes DANKE für die guten Berichte und die unsagbar viel Mühe, die ein solches ehrenamtliches Engagement bedeutet – klasse!

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