Ja, es ging wieder los…und wie?!

Saisonauftakt15-16_5-0

nach hinten nämlich, ging es los. Und obschon die Niederlage auch in dieser Höhe nicht unerwartet kam – im Vorfelde wurde ja allerseits über eine wesentlich deutlichere Abfuhr im zweistelligen Bereich spekuliert – war sie unnötig wie ein Kropf. Zumindest ein 5:0 hätte es nicht werden müssen, ja nicht werden dürfen.

Bruno Labbadia überraschte mit seiner Startformation: Adler – Diekmeier, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Jung, Ekdal, Holtby – Gregoritsch, Schipplock, Ilicevic. Kein Lasogga und kein Olic. Was zunächst überraschte war Kalkül, Schipplock und Gregoritsch liegen die Bayern besser an als ein Lasogga es jemals tun wird. Hier liegen unter anderem seine Defizite, schon Joe Zinnbauer versuchte von Anbeginn an dem bulligen Mittelstürmer zu zeigen und beizubringen, wie man den Gegner anläuft um ihn unter Druck zu setzen ohne ihm dabei Räume anzubieten. Vergeblich!

Die Hamburger standen tief, dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte, verschoben prima und hielten dabei auch die Abstände, so dass sich für die Bayern prinzipiell keine Lücken boten. So gelang es ihnen in dieser Phase lediglich zwei Mal mit langen Bällen hinter die Hamburger Abwehr zu gelangen und so Gefahr heraufzubeschwören. Ansonsten wuselten die Bayern meistens wie Handballer um den Sechzehner des HSV herum, der immer wieder stören konnte, teilweise sogar einige gute Ansätze zu eigenem Konterspiel zeigte, dann aber zu unpräzise im letzten Drittel agierte. Dennoch – das sah durchaus nach Plan aus und alleine das überraschte (mich).

Selbst nach dem 1:0 durch die Bayern, welches ohne eine umstrittene Ausballentscheidung zuvor nicht gefallen wäre, verlor der HSV seine gute Ordnung und sein Spielkonzept nicht. Der durch Diekmeier unnötig verursachte Freistoss segelte an einer von Adler schlecht gestellten Mauer (drei Mann, mit dem woanders benötigten kopfballstarken Spahic) vorbei und landete bei Benatia, der ungehindert einköpfen konnte (27. Minute). Vor dem Fernseher war das vorhersehbar, ich sagt noch: “Jetzt fällt das 1:0!” Die Hamburger Abwehr nicht wach und geistesgegenwärtig genug, Adler auf der Linie ohne sich zu rühren, obwohl der Ball lange genug in der Luft segelte. Das Ding geht für mich glasklar auf seine Kappe. Dennoch, die Hanseaten schüttelten sich kurz und fanden sogleich zu ihrem alten Spiel zurück. Immerhin ein Fortschritt, so dass es mit einem verdienten, aber knappen 1:0 in die Halbzeitpause ging.

Nach der Pause erhöhten die Bayern sichtlich den Druck und dem hielt der HSV – obwohl zu Beginn der 2. Hälfte weiter engagiert und gut geordnet – dann nicht mehr stand, weil Müller Ostzolek derartig geschickt im Hamburger Sechzehner bearbeitete, dass dieser eine Kopfballabwehr nur direkt zu Lewandowksi ablegen konnte, der sich dieses Geschenk nicht entgehen ließ und aus 11 m einnetzte (53. Minute). In der Folge vermehrte gefährliche bayrische Angriffe, die Adler aber gut parieren konnte.

Labbadia wechselte Olic für Ekdal ein und plötzlich versuchte der HSV nach vorne zu spielen, verlor dabei aber die stabile Grundordnung und bot den Bayern Räume, die sie geschickt zu nutzen wussten. Fast zwangsläufig und mit Ansage das 3:0 in der 69. Minute durch Thomas Müller (69. Minute) nach toller Vorarbeit von Costa (wo war da Ostrzolek???), der bei seinem Treffer allerdings auch massiv von der Schlafmützigkeit Djourous profitierte, der mit zunehmendem Spielverlauf mehr und mehr zu einem Unsicherheitsfaktor in der Hamburger Hintermannschaft wurde.

Nach diesem Treffer wechselte Labbadia Lasogga und Diaz für Ilicevic und Schipplock ein und mit diesen Wechseln löste sich die Hamburger Ordnung komplett auf, so dass die Treffer vier und fünf als zwangsläufige Folge zu sehen sind. Es hätte am Ende auch noch höher ausgehen können.

Die Höhe der Niederlage hat für mich klar der Trainer zu verantworten, der seine Truppe in der ersten Halbzeit gut eingestellt hatte, in der zweiten Hälfte mit seinen Wechseln allerdings komplett daneben lag, wie auch mit der Einschätzung, es wäre sinnvoll auf ein Tor gegen die Bayern zu gehen anstatt weiterhin defensiv stabil und geordnet zu agieren.

Fazit: Der HSV ist unnötig unter die Räder gekommen. Zwei individuelle Fehler (Adler, Ostrzolek) brachten den HSV auf die Verlierestrasse. Labbadia vercoacht sich und sorg dafür, dass es eben keine erträgliche Niederlage gegeben hat, sonst eine 5:0 Packung.  Der HSV startet also mit ziemlicher Sicherheit gleich als Tabellenachtzehnter – mit einem Torverhältnis von minus fünf – immerhin plus 3 gegenüber dem Bayern Spiel in der vergangenen Saison. Ob das schon der vielbeschworene Aufwärtstrend ist, darf bezweifelt werden. Es bleibt spannend, wie es weitergeht. Wir bleiben dran!

Skandalös dabei, dass es einen der Mitverursacher dieser Niederlage nach dem Spiel wieder einmal überhaupt nicht zu interessieren schien. Wie schon bei der Pleite in Leverkusen in der letzten Saison, scherzte und herzte Rene Adler breit lachend über den Playground als sei das alles nicht so schlimm. Klar, Brot und Spiele….Fußball ist nur noch Zirkus und der Fan ist “bescheuert”, weil er dafür auch noch Geld ausgibt.

Aber bei, HSV interessiert das ja niemanden – es wird ohne Konsequenzen bleiben. Bei mir wäre ein Spieler, der ein derartiges Verhalten an den Tag legt, Geschichte und nicht Mitglied des Mannschaftsrates, aber ich habe ja auch keine Ahnung. Deshalb gebe ich für diese “Figuren” ja auch kein Geld aus. Das spar ich mir lieber für die gute Bratwurst morgen bei der U23.

 

5 Kommentare

  1. kk7

    Skandalös dabei, dass es einen der Mitverursacher dieser Niederlage nach dem Spiel wieder einmal überhaupt nicht zu interessieren schien. Wie schon bei der Pleite in Leverkusen in der letzten Saison, scherzte und herzte Rene Adler breit lachend über den Playground als sei das alles nicht so schlimm. Klar, Brot und Spiele….Fußball ist nur noch Zirkus und der Fan ist “bescheuert”, weil er dafür auch noch Geld ausgibt.
    —-
    Genau das ist einer der Punkte die mich beim HSV ankotzen. Die leiden bei keiner Niederlage und es fehlt ganz klar an Kampf und Wille. Hauptsache sich am Ende fast prügeln, wer mit den “Stars” das Trikot tauschen darf.
    Das ist wie in der letzten Saison. Denen ist egal ob sie verlieren. Die für den HSV? NEIN!

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Nun, ich bin ja nicht so naiv zu glauben, dass die Spieler wirklich die Raute im Herzen tragen.
      Aber, Zirkus bzw. Schauspiel erfordert zumindest, seiner Rolle so lange treu zu bleiben, wie zugeschaut wird und da ist es nun einmal die des verbissen und aufopferungsvoll kämpfenden Gladiators, die den Kickern zugedacht ist.

      Ihrem Selbstverständnis nach, kommen viele jedoch nicht über die Rolle des seelen- und lustlosen Söldners hinaus, der seinen Obolus bereits vor Antritt des Spektakels in der Tasche hat und weiss, dass er morgen bereits woanders auftreten wird.

      Vielleicht sind wir allerdings auch lediglich im falschen Stück, im falschen Zelt, im falschen Kino.

      Wir könnten wegbleiben – vom Fernseher oder aus den Stadien. Der Ball rollt irgendwann nicht mehr ohne uns, die Erde dreht sich auch ohne uns weiter.

  2. FlamboFlambo

    Wieder mal schön zusammengefasst. Ich erlaube mir aber eine kleine Ergänzung: Adler ist auch noch stellvertretender Mannschaftskapitän. Bei solchen Vorbildern darf man sich nicht wundern, dass der HSV-Virus nicht zu besiegen ist und neue Spieler regelmässig schlechter werden.

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  3. ky

    unerwartet guter Anfang, gute Auf- und Einstellung, es wurde geholfen, gedoppelt, und aggressiv auf Umschalten gespielt. Schipplock hat mir gut gefallen, Gregoritsch auch, und Diekmeyer hat das auch gegen Irrwisch Costa auch ordentlich gemacht.
    1:0 und 2:0 müssen nicht fallen (Fehler Adler und Ostrzolek), 3-5:0 sehr gut heraus gespielt von der Weltauswahl des Gegners.

    Kleiner Bayern-Bonus: Die Tätlichkeit von Benatia gegen Schipplock an der eigenen Eckfahne, das war Absicht und wäre auch so zu ahnden gewesen.

    War Lasogga nach seiner Einwechslung überhaupt einmal am Ball? Ohne Worte, seine “Leistung”.

    Jung hat das gut gemacht, und ich hoffe, Labbadia lässt Lasogga und Olic auch zukünftig draussen!

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  4. SchbaggnSchbaggn

    Tja HL, Mimik, Gestik.. Körpersprache… völlig überschätzt.
    Roboterartiges Auftreten ist angesagt (neuester Trend, übrigens).
    Nach dem Spiel lachen und herzen… Minuten später vor’m Mikro ein bedröppeltes Gesicht machen = VP
    … nein nein… nicht das, was Du denkst… Vollprofi !

    Während ich diese kurze Mitteilung schreibe wird mir klar, das ich morgen eine neue Tastatur brauche… diese hier ist hinüber, weil voller Tränen.
    Da meine Mimik nicht zu sehen ist, gebe ich einen Tipp: es sind keine Freudentränen.

    Ich verspüre immer weniger Lust, mir diesen Zirkus mit voller Emotion anzuschauen.

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