Kleinigkeiten (Wochenrückblick 02/2019)

Kleinigkeiten – die Erste

Die Woche wurde – zumindest in meiner Wahrnehmung – maßgeblich durch außersportliche Dinge bestimmt, auch wenn dabei erstaunlicherweise oft die Rede von Sportkompetenz war. Die Rede ist natürlich vom Wahlkampf der 3 Präsidentschaftskandidaten, die spätestens seid dem Neujahrsempfang beim Hamburger Abendblatt, so dann zugegen, begannen, die Werbetrommel für sich zu rühren. In zahlreichen Formaten (Podcasts, TV Shows, Radiosendungen und Presseterminen) versuchten sie ihre Botschaften gewinnbringend an den Mann zu bringen  (Wir haben dies an anderer Stelle ja bereits ausführlich behandelt). Wirklich inhaltlich Relevantes konnte aus meiner Sicht keiner der 3 Kandidaten vermelden. Es geht allen in erster Linie um die AG, es sollte aber um den eV gehen. Das derzeitige Konstruk mit AG, eV. und den Mitgliedern, erscheint mir doch sehr unglücklich. Doch dazu am Ende dieses Blogs vielleicht noch etwas mehr.

Kleinigkeiten – die Zwote

Wenn Kleinigkeiten eine Reise verhindern…

…dann kann man von Glück reden. Ein Faszieneinriss ist kein großes Ding. Man erspart sich Reisestrapazen, den angekündigten Konkurrenzdruck und das entsprechend härtere Training und Einsteigen der Kollegen, die um einen Stammplat käämpfen. Schwereren oder schweren Verletzungen beugt man so vor. Das weiß man als erfahrener Kämpe und Kapitän und auch der Trainer weiß ja, was er an seinem Aaaron Hunt hat, der ja ohnehin nur schlechter spielt je konkreter man ihm sagt, was er auf dem Feld tun solle. Wieder fit für Sandhausen, das ist waszählt. Training mit der Mannschaft zum Einstudieren der Laufwege ist nicht wichtig. Die Laufwege schon, das betont Trainer Wolf ja auch immer, aber die Spieler müssen eben wissen, wohin sie laufen müssen, wenn Aaron wie steht, mit der linken oder rechten Wimper zuckt u.ä. und das kann man ihnen ja auch vermitteln ohne dass der Spielmacher, das kreative Hirn, die Schaltzentrale Mannschaft vor Ort ist. Videostudium ein paar Clips für den Laptop zur Gute Nacht Lektüre. Sollst mal sehen. Sandhausen wird sowas von hergespielt. Diekmeier hin, Diekmeier her.

Kleinigkeiten – Die Dritte

Wenn ein kleiner Tropfen das Fass zum überlaufen bringt…

und der Vize-Kapitän sich plötzlich als das 5. Rad am Wagen fühlt, keinen Bock mehr auf die Rolle des Buh-Manns hat, tja dann.. dann kann man einerseits hoffen, dass die Zeit von Lewis Holtby beim Hamburger Sportverein im Sommer 2019 endlich zuende geht, er als ein einziges teures Mißverständnis im Gedächtnis bleibt. Abdereseits kann man sich auch mal entspannt zurücklehnen und sich fragen, ob Lewis, der Dauerläufer, der Duracell Hase, das Retalin Männchen, der sowohl innerhalb der Mannschaft als auch außerhalb immer ein wenig polarisierte, zuweilen gar nervte nicht auch recht hat, mit dem was er sagt. Er muss halt schon schneller als andere als Buh-Mann herhalten und zumindest von Seten der Presse hagelt es eher auf ihn als auf den Capitano ein, der clever belastungsgesteuert irgendwie jede Klippe zu meistern weiß.

Wie gesagt, ich mag Lewis. Für mich ist er ein sympathischer ‘Chaot’. Für die Verträge und das Geld welches er bekommt…. na ja, die Platte ist hinlänglich bekannt. Er spielt nicht mehr Mist als viele andere in dieser bei weitem nicht erstligatauglichen Truppe.

Kleinigkeiten – Die Vierte

Ob er jemals noch einmal Erstligaformat erreichen und mit seinem Klub in dieser Liga spielen wird, ist für Alex Meier nicht klar. Eines ist es jedoch, er will zum Angriff blasen um dieses Ziel zu erreichen. Und einen ersten Anfang hat Alex Meier nun auch bereits während des Trainingslagers in Oliva Nova gemacht. Der Fußballgott hat getroffen. In seinem ersten Spiel für den FC St. Pauli erzielte er das 1:0 im Testspiel gegen den belgischen Erstligisten Charleroi sowie einen weiteren Abseitstreffer. Besser hätte es für ihn kaum kommen können. Zur rechten Zeit am rechten Ort brauchte er nach einem Knoll Freist0ß und Klasse Ablage von Youngster Florian Carstens lediglich noch seine Goldmauke hinhalten und drin war die Kirsche. Dennoch zeigte sich Meier nach dem Spiel gewohnt realistisch und selbstkritisch als er doch einigermaßen außer Atem konstatierte, dass ihm noch einiges fehle und er hoffe diesen Rückstand durch die Trainings und anstehenden Testspiele schleunigst aufholen zu können. Kiezkickertrainer Kauczinsky bescheinigte Meier entsprechend auch eine ordentliche Leistung. Der Torriecher ist da, der Rest kommt noch. Kleinigkeit!

Kleinigkeiten – die Fünfte

Wenn Einsatzzeiten zur Winzigkeit verkommen, ist ein Vereinsechsel eine Kleinigkeit…

…dachte sich unter anderem der Hamburger und EX-HSVer Steven Lewerenz (von 2003-2009 beim HSV Nachwuchs von der Jugend bis zur U23) nach lediglich 4 Einsätzen und bescheidenen 93 Minuten Spielzeit und hat seinen Vertrag bei Holstein Kiel aufgelöst.

Der Linksaußen schloss sich in der Winterpause dem 1. FC Magdeburg an, bei dem mit Alex Brunst bereits ein Ex-HSVer das Tor hütet und mit Michael Oenning ein weiterer Ex-HSVer auf der Trainerbank zu finden ist.

Bei Holstein Kiel hat man diesbezüglich die branchenüblichen Verlautbarungen herausgegeben: “Steven hat uns gegenüber den Wunsch geäußert, die KSV vorzeitig zu verlassen. Da er in dieser Saison nicht m„ehr auf regelmäßige Einsatzzeiten gekommen ist, möchte er sich verändern. Dem Wunsch haben wir nach sehr offenen Gesprächen entsprochen. Holstein Kiel bedankt sich bei ihm für die vergangenen intensiven Jahre und wünscht ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg.” wurde Holsteins Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth, der Nachfolger von Ralf Becker zitiert.
Und auch Lewerenz bedankt sich brav im inzwischen nichtsagenden üblichen Rahmen: Ich habe hier in Kiel tolle Jahre gehabt, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Die Hinrunde lief nun nicht so befriedigend für mich, so dass ich nach einer neuen Herausforderung suche.” so Lewerenz, der vor 3 Jahren von den Würzburger Kickers zu den Störchen kam.

Ein weiterer Ex-Hamburger wechselte in der Winterpause, weil er mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden war. Einst als eines der größten Talente des Hamburger SV gehandelt, zieht es Sören Bertram nun von Aue nach Darmstadt zu den Lilien. Bertram spielte zum Ende der Hinrunde beim Wismut keine Rolle mehr und schaffte es die letzten 5 Ligaspiele nicht einmal mehr in den Kader. Dirk Schuster verspricht sich von dem einst mit der Fritz-Walter Medaille in Silber ausgezeichneten Angreifer wichtige Offensivimpulse im Abstiegskampf. In Halle konnte Bertram diese mit 24 Toren und 25 Assists in 101 Spielen durchaus setzen. In Aue gelang ihm das zu keiner Zeit annähernd und wirklich überzeugend. Vielleicht läuft es unter Schuster wieder besser für ihn.

Kleinigkeiten – die Fünfte

Mal eben eine alte Stehtraverse abreißen und eine Tribüne hinsetzen. Das ist doch eine Kleinigkeit…

dachte man in Kiel. Zwei Ausschreibungen später war man schlauer. Niemand ließ sich finden, der den Stadionausbau vornehmen wollte. Das war und ist schlecht, denn am Ende läßt die DFL nicht mit sich spaßen und die Auflage lautet nun einmal ein 15.000 Zuschauer fassendes Stadion anzubieten, wenn man in der 2. Liga kicken will.

Nun werden endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Störche bauen die Ost Tribüne selber. Es wird zwar nur ein Provisorium für 4 Jahre sein, diese 22m hohe Stahlrohrkonstruktion,  aber immerhin. Es geht los. Bald und dann auch schnell. Die Tribüne, die sich aus Teilen zusammensetzt, die bereits in anderen Stadien eingesetzt wurden, soll insgesamt Platz für 7.0000 Zuschauer bieten. Man hofft den 4.000 Leute fassenden Stehplatzbereich bereits bis zum Pokalspiel gegen Augsburg fertigstellen zu können, so das Wetter denn in den nächsten Tagen mitspiele und alle Auflagen erfüllt werden. 4 Millionen Euro soll das Provisorium kosten. Für diese Summe will der Verein einen entsprechenden Kredit aufnehmen. Wohl dem, der das noch so ohne Weiteres kann.

Kleinigkeiten – die Letzte

Für ein HSV Mitglied bei einer einmal im Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung zu erscheinen, wäre eigentlich eine Kleinigkeit und doch ist der Zuspruch in der Regel ehr mehr als bescheiden. Bescheiden in Anbetracht der inzwischen weit über 80.000 Mitglieder (von denen ja gut 75.000 entweder fördernde Mitglieder oder Mitglieder des Supporters Clubs sind) eh, aber auch angesichts der etwa 8.000 Mitglieder, die tatsächlich im Hamburger SV eV mehr oder weniger aktiv Sport betreiben.

In diesem Zusammenhang taucht dann ja auch gerne immer mal wieder und gerade jetzt wieder vehement das Thema Fernwahl auf. Nachdem die 3 Präsidentschaftskandidaten sich dagegen ausgesprochen hatten, gab es vielerorts Diskussionen. Ich habe mich dort klar positioniert. Gegen Fernwahl, mit der Begründung, dass ich es für zumutbar halte, dass jemand deer nicht in Hamburg wohnt einmal im Jahr zu einer Mitgliederversammlung seines Vereines anreisen kann, wenn ihm dieser Verein so viel bedeutet, es ein Herzensverein ist und man wirklich mitbestimmen und mitgestalten will. Ja, das ist mit Kosten verbunden, wenn man von auswärts anreist. Auch die Anreise zu Spielen ist mit Kosten verbunden. Hobbys kosten Geld und nicht jedem ist es vergönnt ein teures Hobby ausüben zu können. Ich behaupte allerdings, dass die wenigsten der 75.000 Fans, die sich zu einer Mitgliedschaft entschlossen haben (warum eigentlich?) keine sozialen Härtefälle sind. Es liegt an Ihnen und an ihrer Prioritätensetzung.

Zu dieser Thematik verweise ich sehr gerne auf den Kommentar von Mick.

Was in drei Gottes Namen haben Supporters in einem Verein zu suchen in dem diejenigen, die sie unterstützen, deretwegen sie eingetreten sind längst ausgegliedert sind? Es wird Zeit, diese ‘Mitglieder’ eines Universalsportvereins in die AG auszugliedern. Da können sie dann als PSeudofanclub a la Leipzig ihre Lieblinge unterstützen. Zu melden haben sie dann nichts mehr und so war es bei der Ausgliederung ja auch irgendwie gedacht, dass die Mitglieder in punkto Profifussball raus sind.

Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen hierzu etwas ausführlicher Stellung zu beziehen und auch die von GV in seinem Kommentar gestellte Frage: “Welche Folgen für den e.V. hätte es, wenn man sich entschlösse, die Fußball AG in die Tonne zu kloppen und weit unten wieder zu beginnen? Also, wenn jene Mio. der Tochter der Mutter nicht mehr zuflössen?” dabei näher zu beleuchten.

Für heute muss das aus gegebenem Anlaß reichen, denn gleich soll es
Eine Antwort vorweg: Der eV., der Universalsportverein müsste auch endlich vernünftig und professionell arbeiten und könnte nicht wie bisher weiterwurschteln.

Für heute soll und muss es das gewesen sein, denn aus aktuellem Anlaß gibt es gleich noch einen Teil aus der Reihe Sackgasse Sylvesterallee – Endstation HSV!. Teil 7 befasst sich sehr ausführlich mit der Amtszeit von Jürgen Hunke.

1 Kommentar

  1. GVGV

    Gute Idee, dieser Wochenrückblick!

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