Köln – HSV (Vorschau)

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Spät fielen die Hamburger Treffer zum glücklichen 3:2 Sieg gegen den VfB Stuttgart. Spät und in gebotener Kürze auch die Spielvorschau auf das morgige 89. Spiel der beiden Traditions- oder auch Karnevalsvereine der 1. Bundesliga. Wobei man ja sagen muss, dass die Kölner ihr Image als Karnevalsverein in den letzten Jahren ja weitgehend ablegen konnten.

Unter dem Duo Schmadtke/Stöger ist Ruhe eingekehrt am Kölner Dom und das schlägt sich nachhaltig auf dem Rasen nieder. Konstanz ist das Zauberwort, welches in Köln zu funktionieren scheint und wonach man in Hamburg nach wie vor lechzt. In Hamburg will man endlich auch wieder sportlich in die Schlagzeilen kommen und zwar positiv, was in Anbetracht der Gesamtlage und den “Pleiten, Pech und Pannen”-Serien nicht ganz leicht werden dürfte.

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV beim 1. FC Köln

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV beim 1. FC Köln

Beide Teams trafen bisher 88 mal in der Bundesliga aufeinander. Das bessere Ende für sich hatte dabei bisher der Hamburger SV mit 34 Siegen. Die letzte Partie werden die Hamburger allerdings in schlechter Erinnerung behalten haben. Nach einer enttäuschenden Leistung musste man sich zuhause mit 0:2 geschlagen geben. Die Auswärtsbilanz sieht mit 11 Siegen aus 44 Partien auch nicht eben rosig aus. Der letzte Auswärtssieg gegen die Geißböcke datiert aus der Spielzeit 2008/2009. Die damalige Besetzung mit F. Rost – Boateng, Mathijsen, Demel, Aogo – Jarolim, Alex Silva (3. Benjamin), Trochowski, M. Jansen – Petric (78. Guerrero), Olic führte durch zwei Treffer von Mladen Petric zur Pause mit 2:0 und ging am Ende mit einem 2:1 Sieg vom Feld. Ivica Olic wird sich vielleicht noch erinnern, der als einziger Akteur von damals noch im heutigen Team ist.

Die letzten Spiele des HSV beim 1. FC Köln:

  • 0:0 (0:0) [2014/15]
  • 3:4 (1:0) [2011/12]
  • 2:3 (2:2) [2010/11]
  • 3:3 (2:1) [2009/10]
  • 2:1 (2:0) [2008/09]
  • 1:0 (1:0) [2005/06]
  • 1:0 (1:0) [2003/04]
  • 1:2 (1:0) [2001/02]
  • 2:4 (0:2) [2000/00]

Während die Kölner voller Selbstvertrauen nach einem Sieg in Stuttgart und einem beachtlichen Unentschieden gegen die Wölfe ins Rennen gehen können, weiß man beim HSV immer noch nicht so recht wo man steht. Dem unseligen, unwürdigen Auftritt im Pokal folgte eine ordentliche Defensivleistung über weite Strecken der ersten Hälfte gegen die Münchner Bayern, allerdings am Ende dann doch mit einer 0:5 Klatsche. Und auch gegen den VfB Stuttgart brannte der HSV kein spielerisches Feuerwerk ab, befand sich lange auf der Verliererstrasse, um dann mit einer Willensleistung gegen dezimierte und müde Stuttgarter die notwendigen drei Punkte doch noch einfahren zu können.

Doppeltorschütze beim letzte Sieg des HSV gegen Köln - Mladen Petric

Doppeltorschütze beim letzte Sieg des HSV gegen Köln – Mladen Petric

Bruno Labbadia muss auf den Siegtorschützen der letzten Partie verzichten. Kapitän Johann Djourou wird einige Wochen mit einem Faserriss ausfallen, wodurch die Innenverteidigung und gegebenfalls auch das defensive Mittelfeld umgebaut werden müssen. Dafür gibt es für den Trainer mehrere Varianten, zu denen er sich verständlicherweise vorab nicht äußern wollte. Eine Möglichkeit wäre, den gerade für die U21-N11 nominierten Gideon Jung in der Innenverteidigung neben Emir Spahic auflaufen zu lassen und dafür Kacar und/oder Diaz von Beginn an im defensiven Mittelfeld aufzubieten. Allerdings brennt auch Cléber Reis wieder auf einen Einsatz. Nach überstandener Nackenverletzung zeigt er sich bereit und will spielen. Wie dem auch sei, Bruno Labbadia wird erstmals seine Startaufstellung ändern müssen. Ob darunter am Ende auch Matthias Ostrzolek leiden muss, der nach zwei schwächeren Partien arg in der Kritik steht, oder ob der Trainer ihm weiterhin den Rücken stärkt, bleibt abzuwarten. Ebenso stellt sich diese Frage bei Lewis Holtby, der den Erwartungen bisher in keinster Weise gerecht werden konnte.

Definitiv keine Chance erhalten wird zum wiederholten Male Zoltan Stieber, den der HSV dem Vernehmen nach gerne noch verkaufen würde, der aber klar formuliert hat, bleiben und sich beim HSV durchsetzen zu wollen. Ronny Marcos ist ebenso wie der noch im Aufbautraining befindliche Ashton Götz nicht mit von der Partie. Ansonsten kann Bruno Labbadia aus dem vollen schöpfen.

Das sagen die Trainer

Nach wie vor bleibt der HSV allerdings eine Wundertüte, eine Ansammlung von Spielern, die sich erst zu einer Mannschaft finden muss, was Zeit benötigt, wie der Trainer nicht müde wird immer wieder zu betonen. Es werde gegen Köln auch wieder auf eine äußerst geschlossene Mannschaftsleistung ankommen, also ein ähnliches “Abreibungs”-Spiel wie gegen Stuttgart werden. Viel mehr war auf der (wohl überflüssigsten Pressekonferenz, die ich jemals beim HSV erlebt habe [Dank an die versammelten Journalisten] nicht zu erfahren.

Und auch die Pressekonferenz des Gegners gab ausser ein, zwei Allgemeinplätzen kaum mehr her. Über seine Startelf äußerte sich Peter Stöger ebenfalls nicht, man habe viele Optionen und Varianten, war alles, was zu erfahren war. “Das wird ein brutal offenes Spiel” warnte er jedoch und redete damit den HSV bewusst stark, denn auch er kann die Leistungsfähigkeit der Hamburger bisher nicht so richtig einschätzen. Beeindruckt zeigte er sich allerdings über die Nehmerqualitäten der Hamburger und die Tatsache, dass sie in der letzten Zeit, am Boden liegend, immer wieder aufgestanden sind und bereits verlorengeglaubte Spiele gedreht haben.

Eben genau diese Tatsache ist es auch, aus der ich persönlich Hoffnung schöpfe, dass der HSV in Köln eine Chance hat zu punkten. Mit den Neuzugängen Modeste, Jojic und Bittencourt sowie dem Rückkehrer Zoller halte ich die Kölner offensiv für wesentlich stärker als im letzten Jahr, ohne dass dadurch die gut funktionierende Defensive gelitten hätte. Qualitativ hat der 1. FC Köln zugelegt, ob dies auch für den HSV gilt? Morgen Abend werden wir schlauer sein.


So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Diekmeier, Jung, Spahic, Ostrzolek – Kacar, Diaz, Ekdal, Ilicevic – Schipplock, Gregoritsch
Bank: Hirzel, Cleber, Holtby, Lasogga, Müller, Olic, Sakai
Trainer: Bruno Labbadia

1. FC Köln:
Horn – Olkowski, Sörensen, Heintz, Hector – M. Lehmann, Vogt – Risse, Bittencourt – Zoller, Modeste
Trainer: Peter Stöger


6 Kommentare

  1. ky

    Hl, wie machst Du das? Perfekt recherchiert, alles platziert, wunderbar geschrieben und ein ordentliches Fazit? Alle, die für das Stadion-Magazin schreiben, sofort entlassen. Hier kommt der wahre Schreiber – mit Kenntnis, Struktur und ganz leichtem Optimismus :-)
    bis morgen ca. 18.15h im Chat.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ky, dir muss ich doch wohl kaum erklären, wie man eine Tastatur bedient, oder?

  2. cool downcool down

    Moin zusammen,
    ich schliesse mich Ky an – Daumen hoch.

    Freue mich auf das Teichfest in 2 Wochen bei Totti -> dazu wird er sich heute in Kölle heiser schreien ;)

    Antworten
  3. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben.
    .
    Ausgeschlafen, beim Frühstück, die qualifizierten Kommentare über Treffen
    mit Erstbesichtigung beim Dom gelesen, :grin: den schreienden Optimismus
    mit Kaffee runter gespült und HeLuechti’s Begrüssungsschreiben wohltuend
    zur Kenntnis genommen.
    Ach so Ky, Danke für die netten Worte.
    .
    Bevor ich nun zu meinem Paule fahre ( Das grösste Haustier wo gibt :mrgreen: )
    um ihn zu pflegen und mit Mohrrüben füttere (zur Bestechung)
    noch ein paar Zeilen, allgemein.
    Wolfsburg hat mich überrascht. Allofs scheint ein Glücksbringer zu sein.
    Bremen kämpft immer noch gegen die Folgen. Ich nannte ihn zwar auch,
    den Halslosen, aber immer mit Bewunderung dabei.
    Wenn ich so vergleiche…..naja lassen wir das.
    Dortmund wird interessant, und der Lederhosenverein hat Neuer und Müller.
    .
    Wie wird wohl Jogis Arbeit aussehen mit den verstreuten.
    Es wird schwerer. Bisher konnte er sich gut bedienen und eingespielte
    Pärchen benutzen. Auch bei uns kann er nix mehr holen. :lol:
    .
    Nun wünsche ich Bruno viel Glück bei der Beurteilung und Aufstellung
    seiner Spieler.
    Ich habe früher immer gemeckert beim würfeln vor den Spielen.
    Das er nun versucht immer die Gleichen auf zu stellen, finde ich löblich
    und entspricht meinen Wünschen.
    Nur das Auswechseln scheint so eine Sache zu sein.
    Er hofft zu lange, dass ein ausser Tagesform spielender, sich fängt.
    Und dabei kann man nervös werden.
    .
    Nun drücke ich uns die Daumen und denke, Köln ist auch eine schöne Stadt.
    Daher sollte zumindest ein 1 : 1 drin sein.

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  4. slobocop plusslobocop plus

    ich glaube, der stöger spielt uns heute her.

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  5. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben.
    .
    Na nun iss es noch nich ma nen Gleichstand geworden. :razz:
    .
    Was nützt ein verbessertes Spiel, welches die Fachmänner und
    durch dick und dünn-Fans meinen, gesehen zu haben, wenn die
    Heu-Ernte vom Leiterwagen fällt, nur weil ein fetter Ast
    zu tief hängt. Der Traktorfahrer hat sich auf das Navie verlassen
    und nicht seine bekannten Wege genutzt.
    Und nu muss er von vorne anfangen.
    .
    Leider…leider….es ist das alte Spiel.
    Es wurde gegangen, Neue kamen, Trainer hat seine alten Ausreden,
    Spieler quatschen zu viel und das Geheimtraining verärgert nur.
    Es geht einfach nicht voran.
    .
    Über Jahre geht das nun schon so.
    Keine Spieler mit Format und Können.
    Masse statt Klasse.
    Selbst Adler ist bedauernswert.
    Durchschnitt wird gross geschrieben.
    .
    Es fehlt uns ein “Macker” so einer,
    der fette Buchstaben in den Medien produziert..
    .
    Die Mannschaft spielt so wie sie geführt wird. :mrgreen:
    .
    Ach manno….welch ein Elend.

    Antworten

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