Kontrolle ist gut. – Fair handeln ist besser.

In einer Woche ist es also soweit: Die aller-aller-allerwichtigste Mitgliederversammlung des Hamburger SV findet in HH-Wilhelmsburg statt, und dort wird die aller-aller-allerletzte Patrone verschossen, denn es ist bereits fünf vor Drölf.

Es gibt nur ein Problem bei den aktuellen Wahlkampfterminen um höchste Amt beim HSV e.V. und dem vehementen Werben um das eine oder das andere Mitglieder- respektive Fanlager, gepaart mit teils unfasslichen opportunen wie paradoxen Parolen von den Hüpfern in Richtung der <strike>Pester</strike> Realisten und umgekehrt: Es hat sich seit 2014 lediglich die Spielklasse geändert – und das sicher nicht zum Positiven. Stichwort: Abstiegseuphorie. Sonst NICHTS. Die Ausgliederung war allerdings schon der Strohhalm, an den sich ALLE Beteiligten klammerten und “goldene Steaks” versprachen.

Die damaligen Protagonisten von “HSV-Plus” – mittlerweile aus Scham von der Bildfläche verschwunden [ Grüße nach SC_Hamburg ] – und deren lautstark jubelierenden Anhänger brachten bereits vor einem halben Jahrzehnt die identischen Argumente wie heute und wussten mit der Ausgliederung um des Rätsels Lösung. Genau diese Claqueure wissen es nun erneut ganz, ganz, ganz genau und geben Tipps und Ratschläge, wer den HSV aus dem Sumpf zöge. Das wussten sie bereits bei Seeler. Das wussten sie bei van der Vaart. Das wussten sie bei Beiersdorfer. Und das wissen nun auch – je nach Lager – bei Hunke oder Jansen.

Und hier VEREIN-t sich abermals eines der Kernprobleme des HSV, die man mit der Ausgliederung eigentlich “ad AGda” legen wollte. Etwaige Helden von einst fühlen sich bemüßigt, jetzt aber wirklich mal anzupacken und werden dabei munter von ihren einstigen Fans hofiert und gefördert.

Man müsse den HSV jetzt “vereinen”, und der Verein (e.V.) muss jetzt geschlossen hinter der AG stehen, aber die Leitlinien wirtschaftlich wie sportlich vorgeben. Vereint in den Farben. Getrennt in der S(pr)ache. Obgleich diese Gemeinsamkeit verbindet ALLE vergangenen wie aktuellen Retter des Hamburger SV. Sie wissen ALLE wie es nicht weiter gehen darf. Sie versprechen ALLE die nächsten notwen(d)igen Schritte. Die Frage bleibt: Wer hat die Ausgliederung eigentlich bis dato verstanden…?!

Doch die drei Kandidaten zur Wahl des Präsidenten des e.V., was ein Großteil der Meinungsmacher und Meingungsgemachten immer wieder vergessen, können gar nichts für den Profifußball versprechen. Sie haben in ihrer Funktion nur Kontrollaufgaben und Kontrollmöglichkeiten. Diese endlich umzusetzen, heisst es anzugehen. Nichts anderes. Und deswegen beisst sich auch Jansens Bewerbung mit den tatsächlichen Beweggründen der Kandidatur. Für alle Aussagen und Wahlkampfversprechen von “Cello” braucht es nicht seine Wahl [ siehe auch u.a. Beitrag “Adwendt. Adwendt. Der Beirat brennt.” ], denn Marcell Jansen kontrolliert doch schon seit Februar 2018 im Aufsichtsrat der HSV AG. Uups, total vergessen – auch seine Wähler…?!

Man kann indes davon ausgehen, dass Marcell Jansen der Puffer von Björn Hoffmann wird, wenn man im Sommer die 24,9%-Hürde torpedieren muss und somit ausgerechnet der e.V.-Präsident sein “Okay” geben muss die wichtige 3/4-Mehrheit des Vereins zu verkaufen – und das ausgerechnet an den “geliebten” Gönner…!

Apropos, “Kontrolle”. Hier kommt – mal wieder – die Presse ins Spiel, die nun – mal wieder – fordert, dass den HSV-(Un-)Verantwortlichen fortan mehr und besser auf die Finger geschaut werden müsse, um den Traditionsverein nach all den Jahren der Misswirtschaft [ btw: “Mr. Misswirtschaft 2019” könnte Frank Wettstein werden. ] zu retten. Dabei lag und liegt die Lösung so nah, denn hätte die hamburger Journaille in den letzten 5 bis 10 bis 20 Jahren mal ihren Job gemacht und die Protagonisten seriös hinterfragt, statt sich selbst im Schlaraffenland zu wähnen, dann hätte man viele, viele, viele Probleme frühzeitig erkennen und mit Druck von Außen (!) beheben können. Kontrolle ist gut. – Fair handeln [ spich: verhandeln ] ist besser. Mit der Kampagne für den Fanliebling und “Influenza”, Marcell Jansen, wird der Sumpf zwar nicht mehr tiefer, aber tiefer sinken geht auch, wenn man schon bis zum Hals drinnen steckt…! Der Zweck aller, aller, allerheiligt die Mittel.

Noch eine Bemerkung zum Thema “Briefwahl / Fernwahl” und den erstaunlichen Meinungswandel von Marcel Jansen binnen nur zwei Tagen. Während die “einzige sportliche Kompetenz” (MJ) im Rahmen des Neujahrsempfanges des Hamburger Abendblattes noch wie folgt zur Thematik zitiert wurde,

Sind Sie für eine Fernwahl?

Jansen: Ich bin komplett dagegen. Bei so wichtigen Entscheidungen finde ich es wichtig, dass sich die Mitglieder vor Ort versammeln.

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Quelle: Hamburger Abendblatt

gab es keine 48 Stunden später in der TV-Debatte von HH1 eine offensichtlich neue, gebriefte Version von “Cello” zu hören, als ihm offensichtlich jemand die Meinung geigte, um so wohl kein Stimmvieh zu verprellen. Man könne sich ja mit “beiden Anträgen beschäftigen und mal drüber diskutieren”, gab Jansen zu Protokoll. Es greift die uralte HSV-Regel: Das einzig Beständige ist der Handel – und zwar der mit den (notwendigen) Stimmen.
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Mit sportlichen Grüßen
 – WORTSPIELER –
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P.S. Bereits am 12.12. des vergangenen Jahres hatte ich am Tag der Verkündung des Beirates, welche drei Kandidaten zur Präsidentenwahl zugelassen wurden, meine Einschätzung zu Ralph Hartmann, Marcell Jansen und Jürgen Hunke abgegeben. Daran hat sich natürlich nichts geändert. Genau wie meine Empfehlung, den Kandidaten zu wählen, der für den e.V. der Beste ist, denn darum geht es, und vor allem die Kandidaten NICHT zu wählen, die durch Dampfplauderei – trotz korrekten Inhalten – und auswendig gelerntem PR-Talk keine Glaubwürdigkeit besitzen. Wenn man [ = wählendes Mitglied ] sich ernsthaft mit den Inhalten und nicht den Namen auseinandersetzen würde, dann kann es auch nur eine Entscheidung geben. Keine Meinung zu haben und/oder diese nicht zu äußern, ist fragwürdig bis feige. Und wenn die Konsequenz der eigenen Unschlüssigkeit ist, dass man UNGÜLTIG wählt, statt sich zu enthalten, dann ist das legitim, aber dann sollte der ehemalige Vorzeige-Vorstandsvorsitzende, Dietmar Beiersdorfer, auf den Stimmzettel (?) geschrieben werden, denn der hatte schließlich nie ein Abschiedsspiel… #diditalisierung
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Adwendt. Adwendt. Der Beirat brennt…

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21 Kommentare

  1. Krischan1887Krischan1887

    Wie ich vorhin schon geschrieben habe, ist Marcell Jansen nicht komplett gegen eine Fernwahl. Ihm geht es darum, dass die absolut sicher sein muss. Ich bin für eine Fernwahl, allerdings gegen eine Briefwahl.
    Auch hat er in unserm Podcast zu dem Vorwurf, dass er Marionette von Hoffmann sei und die BILD für den Wahlkampf nutzt.

    Und zu den Anteilsverkäufen: Wir haben es am 19.01. in der Hand, die 24,9% dingfest zu machen.

    Das eine wirtschaftliche Gesundung nur durch sportlichen Erfolg zustande kommen kann, sollte auch jeden klar sein. Die letzten 10 Monate wurde ja bedacht gehandelt. Genau so muss es weiter gehen. Andere Möglichkeiten wird es eh nicht geben.

    Zum Podcast mit Jansen —> https://www.volksparkgefluester.de/2019/01/10/folge-010-praesidentenwahlkampf-beim-hsv-e-v-zu-gast-marcell-jansen/

    Zum Poscast mit Hartmann —> https://www.volksparkgefluester.de/2019/01/08/folge-009-praesidentenwahlkampf-beim-hsv-e-v-zu-gast-dr-ralph-hartmann/

    Ich persönlich könnte mit beiden Kandidaten leben. Werde meine Stimme aber Jansen geben, da er für mich unverbrauchter ist.

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  2. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

    Wie ich vorhin schon geschrieben habe, ist Marcell Jansen nicht komplett gegen eine Fernwahl.

    das (vorherige) zitat aus dem “hamburger abendblatt” ist gedruckt und dem wurde nicht widersprochen.
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    Und zu den Anteilsverkäufen: Wir haben es am 19.01. in der Hand, die 24,9% dingfest zu machen.

    so “dingfest” wie bei der ausgliederung (2014)…?! btw: eine außerordentliche mitgliederversammlung ist schnell einberufen…! btw: da käme eine fernwahl auch nicht gut zu pass. das kann man dann ieber in kleiner runde regeln, um der insolvenz zu entgehen. mal sehen, ob dann immer noch ALLE mitglieder so dringflich aufgefordert werden, zur AOMV zu erscheinen, die dann aus organisatorischen gründen auf helgoland ausgetragen werden könnte…

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  3. Krischan1887Krischan1887

    Es gibt bei der MV am 19.01. einen Antrag für die nächste MV eine Satzungsänderung vorzubereiten für eine Fernwahl, daher ist diese dann für eine mögliche AOMV noch nicht möglich. Die Aussagen aller 3 Kandidaten zur Fernwahl bezogen sich im übrigen auch auf diesen Antrag, der leider auch eine Briefwahl enthält.

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

      noch einmal, die unwidersprochene ausssage jansens vom letzten dienstag (!) ist ziemlich eindeutig und ohne großen interpretationsspielraum…! die beiden anträge sind ja nun auch schon ein paar wochen bekannt. die zulassung zur kandidatur auch, so dass es da auch keine zwei meinungen geben könnte, wenn es nicht #nurderHSV wäre…

      Sind Sie für eine Fernwahl?

      Jansen: Ich bin komplett dagegen. Bei so wichtigen Entscheidungen finde ich es wichtig, dass sich die Mitglieder vor Ort versammeln.

      .
      Quelle: Hamburger Abendblatt

      Antworten
  4. HeLuechtHeLuecht

    Ausserdem hat sich Jansen auch im Volksparkgeflüster klar und deutlich, zudem mit mehr als nachvollziehbaren Gründen, gegen eine Fernwahl ausgesprochen. Vielmehr wolle er prüfen ob und inwieweit man jenen Mitgliedern helfen könne zu einer Mitgliederversammlung zu kommen, die es sonst aus schwerwiegenden Gründen nicht KÖNNTEN (und nicht nicht wollten).

    Wer für einen tkhh oder tkdeutschland durch die Weltgeschichte reist, kann auch zu einer MV nach Hamburg kommen, so er/sie denn will und die Prioritäten nicht anders setzt.

    Aber ein klares NEIN macht sich bei den Mitgliedern natürlich nicht so gut. Der Cello Mann hat da schon ein sehr feines Gespür , ergo drückt man sich dort, wo ein paar mehr Leute zussehen gerne auch mal etwas nebulöser aus.

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  5. Krischan1887Krischan1887

    Der Vergleich mit dem TKSchland ist populistisch und armselig….
    Wenn man nach Euch beiden geht, darf man seine Meinung also nicht ändern. Wenn man sie ändert sind es wahlkampftaktische Änderungen und nicht seine eigene, sondern von Marionettenspielern aufgedrängte Meinung.

    Auweia… Ihr habt echt mit dem HSV abgeschlossen. Eure Meinungen sind echt eingewachsen.

    Wir haben im OFF sehr lange mit Marcel noch gesprochen. Auch über die Fernwahl. Das dieser Austausch vielleicht auch zu einer Meinungsänderung geführt hat, ist für Euch ja ausgeschlossen.

    Dann mal immer weiter drauf.

    Schönes Wochenende.

    Antworten
    1. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

      Wenn man sie ändert sind es wahlkampftaktische Änderungen und nicht seine eigene, sondern von Marionettenspielern aufgedrängte Meinung

      ich kann nichts dafür, wenn der medienprofi so schwach agiert und sich vom abendblatt so überraschen liess. und die meinungsänderung binnen 48h sind doch sehr wohl “taktisch” und manipulativ. das gibst du ja selbst zu…

      Wir haben im OFF sehr lange mit Marcel noch gesprochen. Auch über die Fernwahl. Das dieser Austausch vielleicht auch zu einer Meinungsänderung geführt hat, ist für Euch ja ausgeschlossen.

      schön, dass du die OFFnung noch nicht aufgegeben hast. hoch lebe die mitbestimmung. dazke. #nurderrichtigneueHSV

      Antworten
    2. HeLuechtHeLuecht

      Gelobhudelt wird genug, der nächste Heilsbringer ist im Anmarsch. Sogar einer der nach dem Austausch mit Fans seine Meinung ändert.

      Beleuchtet man das ganze mal von der anderen Seite, Haut man drauf.

      Du weisst doch: ‘Das Glas ist halb voll’ ist die eine ‘ Das Glas ist halb leer’ die andere Seite. Beide sollten gleichermaßen betrachtet werden.

      3 Kandidaten, die sich präsentieren, die gewählt werden wollen. 3 Kandidaten, die sich ihrer Auftritte und ihrer Wirkung dabei sehr bewusst sind und sich, wenn sie clever sind, dabei sogar ab und zu beraten lassen.

      Natürlich darf man seine Meinung ändern. Man darf auch Fehler machen, diese sogar eingestehen und oder Schwächen zeigen. Man sollt das auch tun. Das macht den Menschen aus.

      Auch vor dem Hintergrund wirkt ein eher fragile Dr. Ralph Hartmann für mich am authentischsten.

      Abgeschlossen? Nein! Aber ich kann mit dem : Aber jetzt wird alles besser. Jetzt sind die Richtigen dran. Lass die mal erst machen, Geduld. Das wird schon.

      nichts mehr anfangen. Gebranntes Kind.

      Hinterfragen, kritisches Begleiten; das ist wichtiger als vorauseilend Spalier zu stehen und zu appaudieren.

      Das kritische Begleiten wäre der Job der Medien, der Job, den sie seit Jahren sträflich vernachlässigen.

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  6. AvatarKeule1887

    Leider ist der Wortspieler in einem Nischenblog verschwunden. Dies scheint ihn etwas zu verbittern.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht

      Moin Keule,

      warum sollte es ihn verbittern, er ist doch schon lange hier? Und du hast die Nische doch offensichtlich auch gefunden.

      Antworten
    2. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

      du witterst verbitterung, weil ich meinen leitgedanken treu bleibe oder weil dir meine schlussfolgerung (“wahlempfehlung”) nicht passt…?!

      es läuft in diesen tagen die blaupause wie vor der ausgliederung ab. und das groteske ist, dass die selben leute wieder ganz, ganz, ganz genau wissen, wer und was den HSV nach vorne bringen soll. problem nur: wieder sind es keine argumente, sondern nur namen und hoffnungen, die zählen…

      Antworten
      1. AvatarKeule

        Hallo Wortspieler, Hallo HeLuecht.
        Der Kommentar war nicht von dem Keule1887 den ihr kennt. Da macht sich jemand einen Spaß mit meinem Namen. Ist auch überhaupt nicht meine Art.

      2. HeLuechtHeLuecht

        Ich kenne keinen Keule, außer einer guten Lammkeule 😉

      3. AvatarKeule
  7. AvatarThomasToll

    Beim HSV sind die 10 Leute, die noch halbwegs geradeaus denken können, in einer Nische verschwunden und haben ihren Austritt aus dem Saftladen vollzogen, bzw. waren nie so irre dort einzutreten.
    Man kann es auch als DAS ZENTRUM bezeichnen 🙂

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht

      Manchmal ist ‘um die Ecke’ Denken allerdings auch nicht so verkehrt. Andernorts sprach man einst von Tellerrand 😉

      Antworten
  8. AvatarMick

    Ich bin nicht Mitglied des HSV, weil ich keinen Sport betreibe, zu dem ich einen Verein benötigte. Ich gucke gerne Fußball, weil es ein interessantes Spiel ist. Es ist ein interessantes Spiel, weil körperliche und geistige Kräfte gebraucht werden, und weil es schwierig ist, auf dem Feld so zu kommunizieren, dass Tore erzielt werden. Es ist also kein Sport, wo einfach ein Mensch der Beste (= Stärkste, Klügste, Schnellste oder was auch immer) ist. Solche Vergleichs-Sportarten wie Leichtathletik oder Schwimmen oder mit’m Schlitten den Berg runterrutschen finde ich langweilig.

    Welchen Fußball ich gucke, hängt ein wenig von der Gewohnheit und dem Ort ab, an dem ich nun mal lebe, und viel von der Qualität des Spiels. Für mich ist das ähnlich wie mit Bands. Ja, ich höre auch mal eine lokale Band, die ein oder andere ganz gerne, aber wirklich geil sind die Auftritte von internationalen Größen (wie immer man das für sich auch definieren mag). Das heißt, ich guck HSV (meist im TV, weil mir das Stadion zu teuer ist) und zum Beispiel ausgesuchte Premier-League-Spiele u.ä. am Computer oder in gewissen Kneipen.

    Das heißt, ich bin überhaupt nicht daran interessiert, wie der HSV wieder zu Fußball hoher Qualität zurückfindet, sondern nur daran, dass er das tut. (Mit “der HSV” meine ich die Fußball AG). Vermutlich geht das nicht ohne Geld/Investoren. Wir leben in einem System, dass ich mir nicht ausgesucht und lange Zeit aktiv “bekämpft” habe. Und natürlich ist mir klar, dass hochklassiger Fußball nichts mehr mit Sport zu tun hat, wie Sport einmal definiert war, nämlich so etwa als faires Vergnügen von Amateuren, als eigene Freizeit-Bewegung. Die großen Fußball-Ligen bieten in dem Sinne keinen Sport, sondern Events; Events übrigens, die weit mehr mit Politik zu tun haben als viele annehmen. Events, wie Konzerte von Superstars oder Partys am Brandenburger Tor. Das ist die Realität. Ich mag sie nicht, aber isso. Sollen die Liga-Clubs meinetwegen richtige Firmen werden a la Man United. Der Sportverein HSV e.V. sollte ich vollständig trennen von der Fußball AG, die heuchlerische 51-%-Regel – sowieso oft genug umgangen – sollte fallen, so wie der ganze romantische Quatsch “mein Verein”, “Raute auf der Brust” oder “im Herzen” oder sonstwo (“im Arsch” böte sich noch an), den Spieler hin und wieder von sich geben, längst hohles, unverstandenes Geplapper geworden ist. Dann wird vielleicht mal wieder ein lokaler Verein internationales Niveau erreichen.

    Am liebsten möchte ich es bei jeder der nun selten gewordenen Bemerkungen in HSV-Blogs wiederholen: dass Zehntausende Nichtsportler Mitglied in einem Sportverein sind, nur weil sie im Stadion bei Wurst, Fisch und Bier ihren Spaß haben finde ich absolut absurd. Nichts gegen Fanclubs! Aber alles gegen eine – wie ich finde, heuchlerische – Mitgliedschaft in einem Sportverein, wenn man gar keinen Sport treiben will.

    Den ganzen Sermon hier liefere ich ab, weil ich glaube, dass ich nicht alleine so über den Eventsport denke. Cricket ist ein ähnlich interessanter Sport.

    Antworten
    1. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

      Das ist wunderbar zusammengefasst und kann mich dem nur anschließen…

      Antworten
    2. 1887Breisgau1887Breisgau

      Vielen Dank! Kurz gesagt, mein Verein ist hier um die Ecke, dort schau ich Spiele vor Ort, dort bin ich Mitglied, dort ist Fußball eben noch “der” Fußball (…hier wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld…). Und ja, e. V. ist e. V. und AG ist AG und gut…

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    3. Avatarder Coach

      Wahre Worte. Jedenfalls entsprechen sie sehr dem, was auch ich darüber denke. Danke dafür.

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  9. AvatarThomasToll

    Dass Fans als Vereinsmitglieder mit Stimmrecht über die Geschicke des Breitensports entscheiden, ist natürlich völlig absurd, ebenso natürlich dadurch die indirekte Einflussnahme auf die AG, auch das ist absurd. Eine Trennung von e.V. und AG wird möglicherweise irgendwann geschehen. Die AG darf hier weiter als Melkkuh des e.V. herhalten. Ich möchte den Breitensport im HSV mal als völlig verhätschelt bezeichnen. Solche Sportstätten und finanzielle Vergünstigungen haben andere Breitensportler gewöhnlich nicht. Dank Hr. Beiersdorfer besteht eine gewisse Chance, dass die Trennung schneller kommt als die Vereinsmeier es gerne hätten. Eine Insolvenz dreht ja dann endgültig den Hahn zu.

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