Das nächste Endspiel: Mainz 05 – Hamburger SV (Vorschau)

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Am Sonntag ab 15:30 Uhr geht es für den HSV wieder einmal um Alles, ums Überleben in der 1. Liga. Es geht darum, dass die Uhr nicht abgeschaltet wird und darum, dass der Dino nicht stirbt. Also ein weiteres von noch insgesamt vier, im Falle einer Relegation gar sechs Endspielen.

Inwieweit die Tatsache Sonntags spielen zu müssen ein Nachteil ist, wird sich herausstellen. Im Falle von Siegen der Konkurrenz geriete der HSV zusätzlich unter Druck. Im Falle von Niederlagen, könnte der übliche Schlendrian einkehren. Ohnehin hat Bruno Labbadia nach wie vor damit zu tun, die Köpfe der Spieler frei zu bekommen, ihnen den Druck zu nehmen und sie stark zu reden.

Nach dem Sieg gegen Augsburg ist zumindest bei der Hamburger Presse und bei den Hamburger Fans schon wieder so etwas wie Euphorie angekommen. All das blendet Labbadia allerdings aus. Er befände sich im Tunnel und sei lediglich auf das nächste Spiel fokussiert, ließ er verlauten. Gut so!

Der HSV resit mit der “Empfehlung” von zuletzt fünf Auswärtsniederlagen nach Mainz (Bremen, Leverkusen, Hoffenheim, Frankfurt, München). Der letzte Sieg in der Fremde gelang beim derzeitigen Tabellensiebzehnten Paderborn am 4. Februar des Jahres.

Die Bilanz gegen Mainz 05 lässt hoffen!

Die Bilanz gegen Mainz 05 lässt hoffen!

Die Bilanz der Hamburger in Mainz selber läßt allerdings hoffen. Noch nie lagen die Rothosen dort bisher zur Pause zurück und lediglich zweimal mussten sie sich dort geschlagen geben. Der letzte Hamburger Sieg resultiert aus der vorletzten Saison. Unter Thorsten Fink gewannen die Hamburger durch 2 Treffer von Son mit 2:1. Die letzte Partie in der Domstadt ging allerdings mit 3:2 verloren und wie in der vergangenen Saison, so schickt sich der FSV Mainz 05 auch in dieser Saison an, die Hamburger in der Tabelle weit hinter sich zu lassen.

Die letzten Ergebnisse des HSV bei Mainz 05 (aus HSV Sicht):
2:3 (1:1) [2013/14]
2:1 (0:0) [2012/13]
0:0 (0:0) [2011/12]
1:0 (0:0) [2010/11]
1:1 (1:0) [2009/10]
0:0 (0:0) [2006/07]
3:1 (1:0) [2005/06]
1:2 (1:0) [2006/07]

Mit einem Sieg gegen Hamburg sollen in Mainz sämtliche Rechenspiele beendet und der Klassenerhalt perfekt gemacht werden. Mitleid mit den Hamburgern im Falle eines Abstieges habe man nicht, betonten Manager Heidel und Trainer Schmidt unisono. Schmidt ergänzte, daran würden auch die vielen Schweizer in den Hamburger Reihen nichts ändern. Die Mainzer haben sich unter der Woche beim Baseball fitgehalten und streben nun in der ausverkauften Coface Arena einen Homerun an. Verzichten müssen die Mainzer dabei auf Hofmann, Nedelev sowie Castillo. Auch Joo-Ho Park gesellte sich kurzfristig zu den Ausfällen. Als Ersatz stünden Junior Diaz oder Pierre Bengtsson bereit.

Der HSV kann personell wieder aus dem Vollen schöpfen und somit hat Bruno Labbadia die Qual der Wahl. Vieles spricht dafür, dass Labbadia so wenig Änderungen wie möglich vornehmen wird und vor allem die Defensive nicht verändern wird. Spannend wird sein, ob Behrami nach seiner Sperre in die Mannschaft zurückkehren wird oder ob Gojko Kacar, dem vom Trainer ein sehr gutes Spiel gegen Augsburg attestiert wurde, den Vorzug erhält.


So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Westermann, Cleber, Rajkovic, Ostrzolek – Behrami, Holtby, van der Vaart, Stieber – Olic, Lasogga
Trainer: Bruno Labbadia

Mainz 05:
Karius – Brosinski, Bungert, Bell, Diaz – Geis, Baumgartlinger – Jairo, Malli, Koo – Okazaki
Trainer: Martin Schmidt

Schiedsrichter: Peter Sippel (FC Würzburger Kickers)

Peter Sippel pfeift am Sonntag zum 204. Mal eine Bundesliga-Partie und zum 18. Mal eine mit dem Hamburger SV. Die Bilanz unter ihm ist negativ. In den bisherigen 17 Spielen unter Sippel gingen die Hamburger 6 mal als Verlierer vom Platz, 8 mal mit einem Unentschieden und lediglich 3 mal als Sieger. Der letzte Sieg unter Peter Sippel ist 10 Jahre her. Er gelang ausgerechnet beim kommenden Gegner Mainz 05 (3:1 am 10.09.2005).


Die HSV-Pressekonferenz vor dem Spiel

war knappe 20 Minuten lang und offenbarte, dass Bruno Labbadia im Tunnel ist und nichts von außen an sich ran lässt. Man habe das Augsburg spiel schnell abgehakt und unter der Woche weiter an Stellschrauben gearbeitet, denn ohne eine bessere Leistung als im Augsburg Spiel werde man in Mainz nicht bestehen können. Es sei jetzt nicht die Zeit um durchzuschnaufen. Man befinde sich in einer angestrengten Situation und der Abstiegskampf koste viel Kraft.

Obgleich es für die Mainzer eigentlich um nichts mehr geht, erwartet Bruno Labbadia, dass die 05er ihren Zuschauern etwas bieten wollen. Sie können befreit aufspielen und werden Power spielen. Von daher wird es schwer aber man fahre nach Mainz mit der klaren Vorgabe zu punkten.

Dabei möchte Labbadia auf die fittesten Spieler setzen. Kacar habe gegen Augsburg sehr gut gespielt, aber ihm merke man an, dass er lange Zeit keine Wettkampfpraxis hatte und die Belastungen nicht gewohnt ist. Diaz ist nach seinem Trainingsrückstand auch noch nicht bei 100% und solle nicht verheizt werden. Lasogga hingegen ist ein Personalie, auf die Labbadia nicht verzichten will. Er sei zwar auch noch nicht bei 100%, habe aber in der letzten Zeit gut und viel gearbeitet und auch die Ärzte und Physios haben ihr möglichstes getan um Lasoggas Fitnesszustand stetig zu verbessern.

Als Alternative, dürfte Maximilian Beister von der Bank bereitstehen. Auch Dennis Diekmeier ist wieder einsatzfähig.

Die HSV-PK im Wortlaut:


Die Pressekonferenz von Mainz 05 vor dem Spiel

Ein wenig kürzer, dafür aber umso weniger langweilig war die Pressekonferenz der Mainzer am heutigen Tage. Vernünftige Antworten auf vernünftige Fragen. Warum um alles in der Welt ist es Journalisten in Mainz (und Freiburg) eigentlich möglich, sich vorzubereiten und sich sachkundig in ganzen Sätzen zu artikulieren. In Hamburg scheint das nicht möglich zu sein.

Interessant auch, dass man bei der Mainzer Pressekonferenz mehr über die Fähigkeiten und die Entwicklung von Spielern in Hamburg erfährt, als dies jemals beim HSV der Fall gewesen wäre. Eine interessante Einschätzung zu Nikolai Müller und Zoltan Stieber gibt Mainz Trainer Schmidt ab Minute 12:50.

4 Kommentare

  1. Hallo

    Falls Du auf die Frage, warum es Journalisten in Hamburg nicht möglich ist, sich vorzubereiten und sich sachkundig in ganzen Sätzen zu artikulieren, noch eine plausible Antwort findest, lass es uns bitte wissen. ;-)

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  2. ky

    Danke Dir für den erhellenden und umfassenden Vorbericht, HL.
    Tja, die HH-Presse. Faul, bräsig, und schnell zufrieden, und wenn es schief geht, wird “hinterher abgerechnet”.
    Ein Beruf mit Zukunft – keine Ausbildung, kein Ethos, aber kurzweilig.
    Wie in der Riege unserer Politiker-Kaste – was haben Frau Nahles, Frau Schwesig, Herr Gabriel etc. an Ausbildung und “standing” vorzuweisen? Sorry, ich schweife ab. Aber manchmal möchte man nur noch verzweifeln. Die ” Lauten” ins Töpfchen, die “Guten” ins Kröpfchen…

    Habe 2:2 getippt, für Sonntag, aber da ist viel Optimismus dabei. Ivo Ilicevic dürfte eigentlich nicht zum Kader gehören, dafür würde mich interessieren, warum der Julian Greene es geschafft hat, völlig – und ohne irgendeine Nachfrage – den Congerton zu machen: Wird bezahlt, keiner weiß wofür und wo er steckt….
    Gute Nacht, Hamburg.

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  3. Totti61

    Danke HeLuecht,

    wie immer sehr informativ … dann wollen wir mal die Daumen drücken

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  4. claus1955

    Leider garantieren Statistiken und Bilanzen nicht automatisch einen gegenwärtigen Erfolg, auch wenn ein Blick zurück ein wenig Hoffnung aufkeimen lässt.

    die “Schweizer” ändern ohnehin eher etwas in Richtung negativ, insofern hoffen die Mainzer wohl eher in diesem sinne auf deren Einsatz.. :)

    Naja, erst mal auf die anderen Abstiegs-Aspiranten schauen, dann morgen möglichst 3 Punkte holen, dann hätte der HSV einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt bewerkstelligt…

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