Medienhoheit und die Folgen

Es ist Länderspielpause, da passiert nicht viel. Strafanzeige gegen Hilke, Vertragsverlängerung mit dem Trainer, ein Leiche wird gefunden und Johann Djourou gibt einer Schweizer Zeitung ein Interview, einige Hamburger Nachwuchscracks, allesamt aus dem Ruhrpott geholt geben ihr Debüt für die U20 und U21. Alles gut, der HSV ist im Aufwind auf Relegationsplatz 16. Wir müssen ja immer im Auge behalten, wo wir herkommen.

Da habe ich mich doch wirklich auf zwei Sendungen am Wochenende auf ndr 90,3 gefreut. Lars Pegelow hatte Heribert Bruchhagen zu Gast im Stadtgespräch (am Freitag) und Nachwuchsguru Bernhard Peters bei Britta Kehrhahn zu Gast (am Samstag), die ja durchaus für die eine oder andere kritische Nachfrage bekannt ist.

Pegelow wies vorab auf Twitter auf seine Sendung hin:

pegelow-twitter

 

 

 

 

Was das heißt, wurde spätestens nach einer Stunde klar, einer Stunde,  in der die gespielten Oldies, nach Ewigkeiten mal wieder gehört, das eigentliche Highlight waren. Wer, wie ich, die eine oder andere neue Information erhoffte, wurde enttäuscht. Okay, manch einer wird vielleicht noch nicht gewußt haben, dass Herr Bruchhagen mal ein ausgezeichneter Leichtathlet war, sogar Zehnkampfmannschaftsmeister,  und nicht mehr starten durfte, nach dem er einen Kontrakt als Fußballer unterzeichnete, weil das damals gegen die Amateurstatuten verstieß. Aber sonst? Nix Neues im Westen und zudem unüberhörbar, ein Lars Pegelow, der mit vorgefertigten Versatzstücken und nicht mit frei gestellten, authentisch spontan gestellten Fragen daher kam, was mich zunehmend an ein schlecht vorgetragenes Theaterstück erinnerte. Immerhin: zwischen den Zeilen konnte man vernehmen, dass beim HSV ohne Klaus-Michael Kühne gar nichts mehr geht. Neu war das allerdings auch nicht.

Neues gab es bei Britta Kehrhahn und Bernhard Peters auch nicht. Wobei, sie war schon um einiges besser, professioneller drauf, aber auch ihre Sendung leider irgendwie (ungewohnt) weichgespült und zu boulevardesk. Spiel du mir den Ball zu, ich spiel ihn zurück.

Wie der Hase läuft bzw. zu laufen hat, stellte Heribert Bruchhagen entsprechend ziemlich zu Beginn des Interviews von Lars Pegelow klar:

„Ich habe da vollstes Vertrauen in Sie, dass Sie mir die Fragen stellen, die mir zustehen.“

Und da sind wir bei dem Punkt. Alles wirkt abgesprochen, wie bereits vorher eingereicht und abgesegnet, wie Hofberichterstattung.

Die Vereine streben mehr und mehr nach der Informations- und Medienhoheit. Sie wollen entscheiden, was die ‚Wahrheit‘ ist und worüber berichtet werden darf und wann. Dafür haben sie ihre ehemaligen Pressestellen zu „gigantischen Medienfabriken“ aufgerüstet, wie Harald Stenger (Ex-DFB-Mediendirektor) im Gespräch mit Hendrik Maaßen unlängst bei ZAPP feststellte. Stenger billigt den Vereinen durchaus das Recht zu „Wohlwollen für die eigene Position“ gewinnen zu wollen, fordert aber gleichzeitig, dass kritischer und recherchierender Journalismus weiterhin möglich sein muss. Die Krux begänne dort, so Stenger, „wo Pressestellen die Anrufe von Journalisten, weil sie etwas weil sie etwas zum Alltagsgeschäft wissen wollen oder möglicherweise kritisch recherchieren, als störend oder lästig empfinden, das ablocken“. Das dürfe natürlich nicht sein.

Wenn gewisse Medien oder das eigene Club-TV bevorzugt werden und die anderen nur noch von der Resterampe bedient werden, mit unwichtigen Interviews, dann ist da eine Entwicklung in Gange, die aus journalistischer Sicht natürlich nicht gutgeheißen werden kann.

Aber genau dies ist zunehmend die Realität. Da erhalten ‚liebsame‘ Journalisten schon mal die eine oder andere Information über Whats App oder andere Kanäle zugespielt, die eher kritischen Köpfen vorenthalten wird. Nicht alle Vereine gehen dabei so unsanft, rabiat und dumm vor wie dies 1860 München tut. Die Münchner Bayern sind da viel subtiler, sie haben einfach ihr eigenes Club-TV gegründet, das nun 24/7 sendet und die einzig wahre bayrische Wahrheit verbreitet. Sehr zum Leidwesen des Bayrischen Rundfunks, der zunehmend beklagt, er würde kaum noch Gesprächspartner für seine Sendungen von FC Bayern bekommen.

Die Vereine bemächtigen sich im Bestreben die öffentliche Meinung zu bestimmen mehr und mehr der diversen Kanäle der sozialen Medien, ihrer Internetauftritte, Live Magazine oder Fernsehsender.

„Wir bestimmen den Zeitpunkt der Veröffentlichung, nicht die Medien!“ sagte Heribert Bruchhagen noch kürzlich im Doppelpass auf die mögliche und anstehende Vertragsverlängerung mit Markus Gisdol angesprochen. Neben den Zeitpunkten, werden zunehmend auch die Inhalte kontrolliert.

„Es wird dann problematisch, wenn man sagt, ihr bekommt keine Gesprächspartner mehr von uns, aber ihr könnt die O-Töne oder die Bewegtbilder die wir im Bayern TV haben, die könnt ihr benutzen. Das erlaubt natürlich keine kritische Berichterstattung mehr. Das ist das Kalkül von Vereinen, einen eigenen Fernsehsender zu machen, dass sie damit alles unter Kontrolle haben wollen. Das ist für uns kritische Journalisten schon ein großes Problem.“

konstatiert Klaus Kastan (Sportchef des BR) im Gespräch mit Hendrik Maaßen

Wie weit die Vereine mit ihrem Ansinnen bereits sind, belegt die folgende Aussage Kastans:

Ich kann schon gelegentlich eine gewisse Arroganz gegenüber den Medien feststellen. Als ob wir als Medien auf die Gnade der Vereine angewiesen sind. Das wollen wir natürlich nicht sein, obwohl wir es gelegentlich schon manchmal auch sind.

Ja, es ist so weit: Die Medien sind auf die Gnade der Vereine angewiesen! Das hat dann zur Folge, „dass bei den Journalisten auch eine Resignation einkehrt“ wie Harald Stenger zu berichten weiß, wenn teilweise angedeutet wird: „Wenn Ihr Euch auflehnt, dann gibt es noch weniger!“

Vor diese Wahl gestellt, beginnt die Zensur leicht schon mal im eigenen Kopf und dann wird der/die Eine oder Andere eben zu einer Art Hofberichterstatter/in, schließlich will das Brot verdient und die Familie ernährt werden.

Dies sollte uns Lesern immer bewußt sein denn der Otto-Normal-Verbraucher und vor allem der gutwillige Fan ist in der heutigen Zeit oftmals überfordert, das Ganze vernünftig einzuordnen. Dazu fehlt schlichtweg ein Minimum an Insiderwissen.

Dieses wird unbedingt benötigt und daher ist mutiger und kritischer Sportjournalismus heute mehr denn je nötig!!!

P.S. Am Freitag erschien das neue HSV Live Magazin mit einer Titelstory über Bobby Wood. Heute am Montag, sind die Zeitungen voll damit. Abgeschrieben vom HSV. #Meinungshoheit.

20 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    das problem ist doch nicht, dass der verein als erstes berichten will und somit die quelle liefert. das problem ist, dass nur die halbe wahrheit veröffentlicht wird, weil sich niemand selbst an den karren pissen will und wird. das heutige djourou-thema ist doch das „beste“ beispiel. es gibt wohl nur einen einzigen journalisten in HH und umgebung, der die „entschuldigungsstory“ glaubt und als positivum weiterverbreitet. ergibt 1:1 wider, was todt diktierte. kein kontext. keine einordnung. dass der gutgläubige und naive HSV-fan als solches das ganze dann gutgläubig abnickt, mag die protagonisten bestätigen, aber eben auch nur diese. es wird eine blasse entstehen, die dann – bei misserfolg – platzen wird. und das ist das perfide an der ganzen sache, dass der gemeine (sport-)journalist nach ergebnissen berichtet und nicht wie sie zustande kommen.

    vor einigen jahrern bekam hann joachim friedrichs aussage

    „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“

    eine ganz wichtige bedeutung, weil (sport-)journalisten in ihrer zeit steckenblieben und „per du“ durch die bundesliga marschieren wollten, um die fußballer und vor allem sich selbst zu feiern, dass man teil des geschäftes war. als „beste“ beispiele dienen hier dieter matz, jörg womtorra und waldemar hartmann, die sich voller stolz mit der sache gemein machten und sich gemein ins abseits manövrierten. und diese vetternwirtschaft und buddy-journalismus sind die gründe für die heutige strategie der vereine und verbände…!

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    1. der Coach

      Herrn Ortlepp haste vergessen, die personifizierte Bayern-Hofberichterstattung von Sport 1.

    2. WORTSPIELERWORTSPIELER

      haha…ja, was für ’n blasehase…!

  2. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Angelehnt an dieser Thematik, ein Artikel aus dem Jahre 1995(!):

    […]Mit der Verpflichtung beredter Marktschreier des Sportjournalismus markierte die Biedermann-Anstalt auch die Trendwende von der Sportberichterstattung zum Showbusiness. Wollte die alte ARD-„Sportschau“ vor allem informieren, so verstehen die Privatfunker „als erste Aufgabe die Unterhaltung“, wie Sat-1-Mann Kerner sagt. Und die soll von fröhlichen Menschen kommen: Alle duzen sich, alle sind Fußballfans, und alle haben „Fun und unwahrscheinlich Bock auf das, was wir hier machen“.[…]

    […]Mit der zielstrebigen Aufarbeitung des Fußballs zur Unterhaltungsware haben sich die Sportreporter selbst in hochdotierte Showstars verwandelt. Die Bekanntesten unter ihnen werden wie Fußballer auf dem Transfermarkt gehandelt. Mit Gagen von angeblich knapp 500 000 Mark wie beim RTL-Neuling Marcel Reif haben sich die Sportconférenciers auch pekuniär der Unterhaltungsbranche genähert.

    Ähnlich wie beim Schwarzwald-Doktor Klausjürgen Wussow präsentiert Bild am Sonntag exklusiv die ersten Fotos von Beckmanns Sohn Vincent. Erhielt der frühere ARD-Mann Jörg Wontorra einst wegen kritischer Berichte Hausverbot bei Werder Bremen, so lädt der zum „Ran “-Schönredner Gewendete jetzt selbst zur Homestory in seine Luxemburger Wohnung ein und moderiert für 12 000 Mark den Ball des Karlsruher Sport-Clubs.

    Für die prominentesten Moderatoren sind die Grenzen zur traditionellen Fernsehunterhaltung fließend. Beckmann moderiert nebenher die Talkshow „No Sports“; Wontorra unterhält das Publikum mit schmalzigen Real-Komödien („Bitte melde dich!“).

    Längst haben die Entertainer keine Gewissensbisse mehr, den teuer eingekauften Sport-Rohling zum Amüsement hochzureden. „Jedes drittklassige Spiel“, urteilt der Publizistikprofessor Josef Hackforth, „wird als absoluter Höhepunkt der Saison“ verkauft. Beim verbalen Overkill wird aus dem drögen Bundestrainer Hans-Hubert Vogts via Zuschauerquiz der „Super Berti“, den Dauerquaßler Werner Hansch („Die erigierte Freude“) stilisieren die Kollegen im Studio zum „Ruhrgebietspoeten“. Für den Medienkritiker Dietrich Leder wird Sport-TV dagegen von „glatten, uninteressanten, der Sprache kaum mächtigen Menschen gemacht“.

    Was im „Netzwerk zwischen Sport, Ökonomie und Publikum“ (Hachmeister) weitgehend verlorenging, ist schlichter Journalismus: Die Kritik ist tot. Als „Ran“-Reporter Markus Höhner einmal ein verdecktes Foul des Mönchengladbacher Profis Stefan Effenberg geißelte, entschuldigte er sich anschließend wortreich bei den Verantwortlichen des Klubs; vielleicht wollte er ein gemeinsames Projekt, eine Jubel-Videokassette über die Borussia, nicht gefährden.

    Je mehr Geld für die Rechte gezahlt wird, fürchtet Hackforth, desto belangloser werde das Sammelsurium „kurzlebiger Oberflächlichkeiten“. Gleichzeitig wird der unangenehme Teil der Sportwelt schlicht weggeblendet: Doping und Gewalt werden ignoriert, Skandale gern verschwiegen. Die „Gesinnungs- und Glaubensgemeinschaft“, kritisiert Hachmeister, stelle nichts mehr in Frage, „sich selbst schon gar nicht“.

    Um prominente Namen präsentieren zu können, wird nach Unabhängigkeit nicht gefragt. So darf Franz Beckenbauer, Präsident des FC Bayern München, bei RTL und als Bild-Kommentator ungeniert Vereinspolitik machen. Als Bild gegen den Münchner Trainer Giovanni Trapattoni stichelte, drohte Manager Uli Hoeneß den Journalisten unverfroren „Ärger mit eurem Kolumnisten“ an. Bild schrieb eine harmlose Trapattoni-Homestory.[…]

    […]Damit den Sat-1-Leuten nach Tennis nicht auch der Quotenbringer Fußball wegbricht, forderte Beckmann vor dem Start der Bundesliga die Klubmanager auf, den Erstligakick vor allem als „Kultveranstaltung zu inszenieren“.[…]

    http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/9158757

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    1. der Coach

      Über 20 Jahre alt und wenn man einige Namen austauschen würde (zum Teil nicht mal notwendig, da einige Herren immer noch mittendrin statt nur dabei sind) könnte er gestern erschienen sein.

  3. GVGV

    Das Problem ist nicht zuletzt diese riesige Konsum-Schaf Herde, die so abgestumpft das ganze Kasperle-Theater föhlich hüpfend trägt, der permanentes Hinterfragen und Selbst-Kritisch-Denken inzwischen viel zu anstrengend im untrainierten Hirn geworden ist.
    Eine zu „Brot und Spiele“ Junkies verkommene nachblökende Masse, die einfach nur noch genau das will; gepimpte Protagonisten vor hübschen Kulissen in immer wiederkehrenden Soap-Schleifen.
    Gelegentlich wird der subtil entstehende dumpfe Druck in ein wenig Eventpöbeleien auf Gegner-Fans oder Minderheiten gerichtet kurz abgelassen, um gleich darauf wieder ins übliche Mitgeblöke zu verfallen.
    Alles systemimmanent.
    Eine kleine Minderheit hat die Wahl, als Kabarettist oder Sarkast oder desillusionierter Beobachter in ein Nischen-Dasein zu verdrücken, oder sich ins Privatexil zurückzuziehen.
    Ist ja schließlich eine freie Gesellschaft hier.

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  4. GVGV

    quod erat demonstrandum

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  5. hektohekto

    Mhmm auch andere Firmen halten sich PR Abteilungen und geben Ihre Flyer und Web Seiten dem Markt frei. An Ihren Entscheidungen lassen sie auch nicht jeden teilhaben. Wozu auch. Trotzdem gibt es immer wieder Journalisten die deren Machenschaften aufdecken. Wieviele Sportkonsumenten aber wollen wirklich Hintergrund? Der Masse reichen Hochglanzfotos und ein paar Stories über die Miezen der Fussballer. Knappes Outfit von einer Ische neben dem Star des Teams, oder schnöde Zahlen der Bilanz. Was bringt mehr Klicks?

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      Natürlich sind es die Kunden, die den Markt bestimmen. Als die Bundesliga-Rechte damals an die Privaten ging und der Sport mehr und mehr der Show wich, wurden die Konsumenten in eine Richtung erzogen, deren Auswirkungen aktuell ihren Höhepunkt erreicht haben. Die Eventfans haben kein Interesse an Hintergründen und Skandalen. Wenn man bedenkt, dass „football-leaks“ quasi ignoriert wurde, kann einem ganz schumrig werden, wenn man bedenkt, was in anderen gesellschaftlichen Bereichen für Moralin verschüttet wird…! Es ist aber schlicht und einfach zu anstrengend und nicht-gewollt, die Wohlfühloase zu durchbrechen. Man möchte lieber berieselt werden.

      Für kein Hobby wird mehr Geld ausgegeben, aber so wenig Leistung eingefordert. Geht Papa mit seinen Gören ins Kino, und der Film war scheiße, ist das Kino erst einmal monatelang tabu. Geht Papa mit seinen Gören ins Stadion, und das Spiel war scheiße, kommt er in zwei Wochen wieder. Papa ist ja auch Teil des Ganzen. Der Mitgliedsausweis und/oder die Dauerkarte im Portemonaie ist ein Statussymbol. Das gibt man nicht auf.

      Allerdings ist die Trendwende m.E. bereits erreicht. Es geht mit der Selbstlüge los, dass Dauerkarten nur deshalb gekauft, aber gar nicht mehr genutzt werden, weil man Angst hat, in Zukunft was zu verpassen, weil man seinen Status verliert. Man rechnet mittlerwiele hoch, dass man ja trotzdem noch clever gewirtschaftet hat, wenn man nur 10-12 Mal die Karte nutzt. Der eigentliche Grund, ins Stadion zu pilgern, ist mittlerweile vollkommen egal. Die Fussi-Demenz, jedes Mal aufs Neue zu hoffen, dass es besser wird, ist indes beachtlich und kaum verständlich.

      Am Beispiel HSV wird jedoch deutlich, dass imemr mehr „Fans“ abstumpfen, wobei die Langsamkeit dieses Prozesses wirklich erstaunlich ist. Die zunächst geringfügig rückläufigen Zuschauerzahlen werden sich aber potenzieren. Auch die Einschaltquoten gehen ja – wegen Übersättigung – zurück. Mir unbegreiflich, dass sich die Blase so lange halten konnte, aber sie wird platzen und der Markt sich regulieren.

    2. GVGV

      Und einige sitzen an den Pfründen und verdienen sich beim Aufblasen wie beim Zerplatzen noch blöde..

  6. hektohekto

    Zugleich gibt es “Fans“, die noch nicht einmal Mitglieder sind, diese forderen Informationen ein, die Ihnen rechtlich nicht zustehen. Vertragsdetails usw. Einfach nur zum Mitreden und Bescheid wissen, weil man ja Fan ist..

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  7. gobigobi

    Moin Moin,
    ich stimme hekto zu, wir erwarten einerseits, dass sich die Fußballclubs wie mittelständische Unternehmen verhalten und keine Informationen nach außen dringen. Andererseits beschweren wir uns, dass wir keine Informationen erhalten.
    Ich sehe das wie bei anderen Unternehmen. Es gibt einerseits die meisten Journalisten, die die offiziellen Informationen widergeben und evtl. erläutern und es gibt Journalisten, die über andere Kanäle etwas erfahren und dann nachforschen, und wenn sie viel Glück haben wirklich mal etwas ausgraben und auch beweisen können.
    Jetzt ist aber die Frage, wollen wir als „Normalfan“ wirklich jeden scheinbaren Skandal erfahren? Ich hätte lieber Hintergrundberichte wie funktioniert ein moderner Fußballclub, zur Jugendarbeit und auch neue Erkenntnisse zum Training, zur Motivation, zur Spieltaktik.
    Zum Glück liefert He Luecht ja einiges hierzu.

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  8. der Coach

    Es geht doch nicht nur um Enthüllungen oder Skandale – es geht um die objektive Berichterstattung. Natürlich ist dass, was die Vereine betreiben PR und keine Berichterstattung, von objektiv mal ganz zu schweigen. Wenn es der Presse aber immer schwerer gemacht wird objektiv zu berichten und es immer mehr zur Propaganda wird dann ist dies auf Sicht eine schlechte Entwicklung. Gerade wenn die Klubs immer mehr Eigenpropanda betreiben, gerade wenn die Profiteure des Systems immer mehr ein rosarotes Bild ihres Produkts zeichnen ist ein objektives Korrektiv dringend notwendig. Glaubt doch nicht, dass das was die welche vom Fußball direkt leben die Wahrheit ist. Ja, ich weiß, viele finden eine solche Entwicklung sogar ganz toll, nur noch gute News über ihren Verein, alles Schlechte schön unter der Decke gehalten, keine kritischen Fragen und Berichte mehr von den „bösen Medien“. Aber in Wahrheit ist diese Entwicklung eine schlechte Entwicklung. Wer sich einlullen lassen will von der Propaganda kann dies tun aber problematisch wird es für die, welche eben dies nicht wollen, wenn den Medien objektive Berichterstattung immer mehr erschwert wird. Die Teile der Medien übrigens, welche da ganz vorne mitschwimmen und den Weg der Hofberichterstattung wählen und dabei ihrer eigentlichen Aufgabe, der objektiven Berichterstattung nicht mehr nachkommen, diese sogar eher verraten, für diese Medien habe ich nur Verachtung übrig.

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  9. hektohekto

    Kann ein Reporter, der Fan eines Vereines ist, objektiv berichten? Er sollte…aber das Ganze ist ein nehmen und geben. 1860 Verhältnisse will wohl keiner.

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  10. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Kommerz-Klimbim von und mit Oliver Bierhoff. Gibt es eine Steigerung von Heuchelei? Wie heißt es doch so schön: Gegen Bierhoff ist ein Aal ein Reibeisen…

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/wohin-rollt-der-ball/dfb-manager-oliver-bierhoff-ueber-die-zukunft-des-fussballs-und-die-angst-vor-dem-crash-14942645.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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  11. ky

    Panem et circences – Brot und Spiele, war das Motto im alten Rom.
    Dafür haben wir heute die RTL-Senderfamilie, und Dschungelcamp, etc.
    90% unserer Bevölkerung sind leider strunzend doof, leider.

    Deswegen bekommt eine FDP nur 6%, und eine AFD 18%… aber Mutti Merkel ist ja so vertrauenswürdig, weil sie so tolle Kinder und Enkel hat…
    Spaß beiseite.
    Unsere Gesellschaft zerfällt seit Jahren in zwei Teile – die Übermacht der Selbstoptimierer und die wenigen, die das Gemeinwohl über ihr eigenes stellen.

    Und genau das bedienen unsere Fußball-Vereine – „Fun“ für 90 Minuten. Weil die Ohnmacht ob des eigenen Lebens so groß ist, dass es dringend einer „Pause“ bedarf…

    Ich kann das ganz gut analysieren, aber ich bin nicht weit entfernt von Mitschuld; gehe immer noch gelegentlich ins Stadion, verfolge alle Spiele des HSV „live“. Tja, auch ich möchte eine „Auszeit“ haben, eine Zeit der Emotion, nicht der Probleme.

    Panem et circenses – wie tief muss eine Gesellschaft gesunken sein (mich inkludiert), umso eine Darbietung nötig zu haben?

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  12. bopsi

    Moin,
    dass die Clubs die Medien- und Deutungshoheit besitzen wollen, ist für mich jetzt nicht das Problem. Das passiert doch überall in allen Bereichen unserer Gesellschaft.
    Das Problemm ist, inwieweit sich die Medien darauf einlassen? Wie mündig ist der Konsument? Das Volk soll dumm gehalten werden, kennen wir doch alle aus der Politik.
    Eine eigene Meinung bilden, zugegeben nicht so einfach, wenn man ständig „falsche“ Informationen präsentiert bekommt, dennoch unabdingbar, interessiert man sich wirklich für die Sache.
    „Hofberichterstattung“ wird als solche entlarvt und auch missbiligt werden. Wenn der Bürger (Fan) wirklich ernst genommen werden will, wird er den weichgespülten Journalisten nicht folgen, sondern sich Quellen erschließen, die ein anderes Bild der Situation zeichnen, vielleicht sogar überzeichnen.
    Mitbestimmung wird in dieser Republik immer mehr eingefordert. Leider haben wir im Mai 2014 in einer Art Panikreaktion genau diese aus der Hand gegeben. Dass die Clubs Informationen streuen, gar fehlinformieren, ist die logische Konsequenz unseres Handels vom Mai 2014. Darüber darf sich einfach keiner wundern.
    Wer Mitbestimmung abwählt, muss eben zusehen, wie gehandelt wird. Aber diese HSV Fußball AG ist nicht von Gott gegeben, mal sehen, wie lange es sie geben wird.

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  13. Aradia

    Hallo ihr Lieben.
    Der Sommer kommt und Verträge laufen aus und die Berater
    stecken den ausgehungerten Medien kleine Sätze so als
    Leckerli zu, und die machen daraus einen Weltuntergang.
    Stellt euch vor, unser Adler hat keinen Bock mehr.
    Katastrophe! Wo einen finden der annähernd so gut ist.
    Unsere Lage ist ja nicht so berauschend das nun alle drängeln.
    Und unserer Dagobert will schliesslich beim Sprung in seinem
    Schwimmbecken, zum morgentlichen Bad, nicht auf Grund stossen.
    Donald steht schliesslich mit seiner leeren Schubkarre seit Tagen
    am Beckenrand um ein paar Spritzer ein zu fangen, für den
    neuen Stürmer.
    Woody der ja das halbe Stadion füllt, voller kauflustigen Beobachtern,
    für kleines Geld zu haben ist, bleibt sicher nicht für den Hungerlohn.
    Und mehr geben? Bei uns ist jetzt Heribert, der weiss wie es geht. 🙂
    Und daher, finde ich, sollte man es so lassen wie es ist und mit
    Adler verlängern weil wir uns erst stabilisieren müssen.
    Das heisst, die Mannschaft muss in der Lage sein, Fehler eines
    „Neuen“ , aus zu gleichen.
    .
    Nun stellt sich die Frage, schafft er das, der neue Sportchef.
    Worte wie, wir müssen zweigleisig denken, machen mich nicht froh.
    Für mich ist das Quatsch.
    Wir sollten versuchen das Beste zu holen.
    Und bei Abstieg erst recht.
    Bisher hatten wir ja immer beim Einkauf, schimmelige Ware dabei.
    Das ist auch der Grund warum unserer Koch keinen Stern hat.
    .
    Köln hat mit seinem Stürmer Glück gehabt.
    Ich sag das ja schon seit Jahren.
    Ohne einen beständigen Knipser geht es nicht.
    Aber was soll ich machen?
    Diese männliche Hosenträger wissen alles besser. :mrgreen:
    .
    .

    Antworten
  14. ky

    Habe nochmal versucht, „drüben“ zu schreiben, weil sich dort genau 13 Kommentare (Stand: jetzt) eingefunden haben, aber nach der verheißungsvollen Begrüßung „willkommen, ky“ ging – erwartungsgemäß – nichts mehr. Ja, ja, die Bezahlmedien und ihr Umgang mit kritischen Abweichlern. Irgendwann führt das nur noch zum Ein-Gehirn-mir-die-Macht Kim Jong Un.
    Dass der Niendorfer „Sportjournalist“ MS immer noch die kleine Fönfrisur Andre Matz als Blogwächter akzeptiert, ist schon bezeichnend; oder wie Theo Lingen so schön in der Feuerzangenbowle fabulierte: “ Traurig, traurig, traurig.“
    Ich jedenfalls wünsche HL morgen einen 6er im Lotto, und der Funke-Mediengruppe die baldige Insolvenz 🙂

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Wer, wann, wie, wo, warum gesperrt ist und ob die drüben (wo auch immer) alle doof sind, ist nicht Gegenstand dieses Kommentarbereiches. Das sollte bekannt sein.

      Warum ist das so schwer zu verstehen und vor allem zu respektieren???

      Ky, du bist rücksichtslos, egoistisch und verbohrt. Das ist dein Problem, mach es nicht zu meinem!!!

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