Minimalziel erreicht

Während die 1. Mannschaft des Hamburger Sportvereins gerade wieder von den Toten aufzuerstehen scheint und plötzlich tatsächlich noch Hoffnungen auf einen möglichen Klassenerhalt weckt, droht den bisher so erfolgreichen Nachwuchsmannschaften im Saisonendspurt die Luft auszugehen.

Für die HSV U19, die lange Zeit die A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost dominierte und sich souverän an der Tabellenspitze festsetzte, wird die Luft allmählich dünner. Nachdem man vor 3 Wochen beim Nachholspiel in Berlin bei der Hertha mit 5:1 geradezu vorgeführt wurde und die Führung auf einen mickrigen Punkt schrumpfte, sollte am Samstag im „Rückspiel“ ein Sieg, die Verhältnisse an der Tabellenspitze wieder klar rücken.

Knapp 600 Zuschauer wollten sich bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein dieses Spitzenspiel (1. gegen 2.), das auch vom DFB TV live übertragen wurde, nicht entgehen lassen. Die Hertha, angereist mit der Empfehlung von 15 Spielen ohne Niederlage, wollte es wissen und dieses Spiel unbedingt gewinnen, um die Tabellenführung zu übernehmen und sich für die Endrunde zu qualifizieren. Dafür stellte Profitrainer Pal Dardai gleich 4 Jungs, die normalerweise bei den Profis trainieren wieder zur U19 der alten Dame ab. Sein Sohn Palko Dardai sowie Julius Kade, Florian Baak und Keeper Dennis Smarsch sollten dafür sorgen, dass es für die Berliner ähnlich erfolgreich wie im Hinspiel ausgehen würde.

„Die Jungs sollen so wie im Hinspiel spielen, da haben sie 5:1 gewonnen. Unsere A-Jugend war noch nie Deutscher Meister, das wäre doch am Ende ein schöner Abschluss für unseren goldenen 99er Jahrgang. Aber dafür muss dieses Spiel in Hamburg erst mal gewonnen werden“ ließ Pal Dardai verlauten und Hertha Manager Preetz ergänzte: „Es wäre eine tolle Geschichte, wenn die U19, die zu den besten Teams in Deutschland gehört.“

Und auch in Hamburg träumt man ja davon, sich zum ersten Male seit Bestehen der A-Junioren Bundesliga (2003) für die Endrunde, das Halbfinale, zu qualifizieren.

Entsprechend engagiert gingen beide Seiten die Partie an, die über die gesamte Spielzeit intensiv und hart umkämpft geführt wurde. Mit Ausnahme von Fiete Arp, der im Kader der Profis stand, konnte der HSV auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Auch Josha Vagnoman war mit von der Partie und sollte für Stabilität in der Abwehr der Rothosen sorgen.

Bereits in den ersten Minuten zeigt die Hertha die reifere und abgeklärtere Spielanlage, ohne dass daraus allerdings zwingende Chancen erwuchsen. Die Hamburger bekamen wenig Zugriff auf das Spiel und agierten oftmals zu überhastet und unpräzise, fanden aber nach gut 20 Minuten besser ins Spiel und belohnten ihr Engagement in der 32. Minute mit dem Führungstreffer durch Julian Ulbricht, den auch der ansonsten bärenstarke Keeper Dennis Smarsch nicht verhindern konnte.

Jetzt kamen die Rothosen besser ins Spiel, Hertha wirkte geschockt und konnte den HSV nicht mehr so unter Druck setzen, was zu mehr Räumen und weiteren Chancen vor allem durch Kapitän Aaron Opoku führte.

Auch in der zweiten Hälfte war der HSV zunächst die tonangebene Mannschaft, von der Hertha wenig zu sehen. Um so überraschender der plötzliche Ausgleich (57. Minute) unmittelbar nach einer weiteren, eher kläglich vergebenen Riesenchance durch Opoku. Zu schlafmützig die Defensivarbeit der Hamburger im Mittelfald. Da waren sie dann doch, die Fehler, die man laut Daniel Petrowsky unbedingt vermeiden wollte. Jene Fehler, die man sich gegen ein Topp Team wie die Berliner ganz einfach nicht leisten kann.

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit den besseren, weil klareren Chancen für die Hamburger. Es wurde mit offenem Visier gekämpft, beide Seiten wollten den Sieg, mit einem Unentschieden wollte sich keiner zufrieden geben. Mehrere Male hielt Smarsch die Hertha mit Glanzparade im Spiel, dann wiederum scheiterten Opoku und Ulbricht an ihrem eigenen Unvermögen. Kurz vor Ende der Partie setzte noch Patric Pfeiffer einen Kopfball nach einer Ecke knapp links neben das Gehäuse und nach 3 Minuten Nachspielzeit war Schluss und die Spieler sanken hüben wie drüben erschöpft zu Boden.

Letzlich ein leistungsgerechtes Unentschieden mit dem die Hamburger das Minimalziel, die Verteidigung der Tabellenführung erreichen konnten, es aber versäumten sich einen komfortablen 4 Punkte Vorsprung auf die Berliner zu erarbeiten. Coach Petrowsky hätte natürlich gerne einen Sieg für seine Jungs gesehen (den alleine Opoku mit 3 Treffern hätte herausschiessen können/müssen), zeigte sich nach der Partie hingegen dennoch zufrieden „Ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft heute gespielt hat. Wie wir immer wieder Lösungen gefunden haben und wie wir zusammen verteidigt haben.“

Jetzt wird es in den verbleibenden 4 Partien wohl für beide Teams darauf ankommen, wie die Spiele gegen den Tabellendritten Werder Bremen ausgehen werden. Dabei scheinen die Berliner im Vorteil, denn sie empfangern Werder am vorletzten Spieltag zuhause, während die HSV U19 am letzten Spieltag auswärts an der Weser antreten muss.

Das Restprogramm:

Hertha BSC U19 HSV U19
Holstein Kiel (H) Eintracht Braunschweig (A)
Dynamo Dresden (A) Holstein Kiel (A)
Werder Bremen (H) Dynamo Dresden (H)
Niendorfer TSV (A) Werder Bremen (A)

Aufstellung HSV-U19: Schauer – Owusu, Pfeiffer, Isermann, Vagnoman – Geißen, Cyriacks – Drawz, Krasniqi (75. Fagerström), Opoku – Ulbricht (81. Heil)

Tore:
1:0 Julian Ulbricht (32.)
1:1 Zografakis (57.)


Das Spiel im Relive:

13 Kommentare

  1. Horst Schlau

    Morgen heluecht,

    nur eine Frage,

    sehen wir hier oder anderswo noch ein Spiel der U 21 ?

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ja 😉

  2. Horst Schlau

    Ach ja, heute habe ich einen guten Beitrag bei 11 Freunde betreffend 3. Liga gelesen !!!

    Sehr interessant – hat aber bei mir die Frage aufgeworfen, ob überhaupt ein Aufstieg der U 21 – Mannschaft Sinn macht. Siehe unter anderem die Zweite von Bremen.

    Gruß horst

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Was ist denn mit der Zweiten von Bremen? Hat die 3. Liga für die keinen Sinn gemacht?

  3. Horst Schlau

    Morgen,

    bezüglich meines Kommentars ging es mir um die Finanzen in der 3. Liga !

    http://www.11freunde.de/artikel/warum-die-3-liga-zum-millionengrab-wird

    http://www.11freunde.de/artikel/wie-geht-es-mit-rot-weiss-erfurt-weiter

    Desweiteren mit den Aussichten, eine zweite Mannschaft in der 3. Liga zu haben, die allerdings die komplette Saison gegen den Abstieg spielt. Und ob es nicht mehr Sinn macht, die in der Regionalliga um die Tabellenspitze mitkämpft.

    Gruss und einen erfolgreichen Tag 🙂

    Antworten
    1. Horst Schlau

      ………….. und aktuell folgt Chemniter FC ! 🙁

      Wenn dass so weiter geht, dann bleibt Werder Bremen automatisch der Liga erhalten ! 😉

      Gruß

  4. WORTSPIELERWORTSPIELER

    Desweiteren mit den Aussichten, eine zweite Mannschaft in der 3. Liga zu haben, die allerdings die komplette Saison gegen den Abstieg spielt. Und ob es nicht mehr Sinn macht, die in der Regionalliga um die Tabellenspitze mitkämpft.

    nein, weil die RL eine katastrophenliga ist, was da niveau angeht.

    und finanziell ist das ganz sicher kein großes plus-geschäft, aber ein wunderbares taufbecken für profis in spe. ist natürlich auch wenig „local player“-gesteuert, aber bei werdre dennoch glaubwürdiger als beim HSV (vgl. harnik, kruse früher oder aktuell eggestein & co.) gucksu:

    https://www.deichstube.de/news/werder-bremen-thore-jacobsen-erhaelt-profi-vertrag-9738746.html

    https://www.werder.de/de/aktuell/news/profis/20172018/sargent-profi-vertrag-20022018

    https://www.werder.de/de/aktuell/news/profis/20172018/pm-plogmann-10032018

    https://www.werder.de/de/aktuell/news/profis/20172018/pm-mbom-26022018

    Antworten
  5. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    3. Liga oder RL?

    Um möglichst dicht an das Niveau der 1. Heranzukommen und damit die Chancen für eine Durchlässigkeit zu erhöhen, sollte man schon die 3. Liga anpeilen, zumal das Niveau in der RL Nord in der Tat äusserst bescheiden ist. Finanziell bedeutet das Etat Verdoppelung bis Verdreifachung. Also 3 – 4,5 Mio.
    Geld, welches der HSV momentan eigentlich nicht hat, aber dann müsste man ohnehin darüber nachdenken, die U21/23 komplett abzumelden.

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  6. Horst Schlau

    Morgen,

    dass erledigt sich beim HSV alles wie von Geisterhand von alleine !!!! Toll !!!

    Gruß

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Kommt jetzt nicht wirklich überraschend.

  7. bopsi

    „Während die 1. Mannschaft des Hamburger Sportvereins gerade wieder von den Toten aufzuerstehen scheint und plötzlich tatsächlich noch Hoffnungen auf einen möglichen Klassenerhalt weckt, …“
    ———————————————-
    Das ist ein Witz, oder?

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Nein, ist es nicht. Hör dich doch um. Glauben tut das kaum einer, Hoffnung besteht in weiten Kreisen dennoch, was daran liegt, dass man dem HSV zumindest wieder zutraut, jedes Spiel tatsächlich gewinnen zu können.

  8. Horst Schlau

    …… Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 72. Minute, ehe Unterhaching wieder gefährlich wurde: Nach einer Flanke in den Strafraum köpfte der eingewechselte Porath vom Elfmeterpunkt knapp über das Tor. …….

    Ob noch andere rund um den HSV den Spieler Porath in Unterhaching beobachten ?

    Gruß

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