Nach einem Jahr am Ende?

Ich würde so gerne etwas Positives schreiben und ja es gäbe sogar Einiges Erfreuliches zu berichten vom Hamburger SV dieser Tage. Zum Beispiel die hervorragend absolvierte englische Woche der U21, mit einem Sieg und einer absoluten Toppleistung gegen Lübeck, einem ordentlichen Remis gegen die Wölfe und einem fulminanten Flickflack Abschluss beim Derbysieg über die Zweitvertretung der Kiezkicker durch ‘Mono’ Kwarteng, der nach einem Infekt die 90 Minuten,in einer personell auf dem letzten Loch pfeifenden Truppe, nur mit zwischenzeitlicher Einnahme von ‘Pillen’ überhaupt überstand.

Die Titzsche Truppe grüsst nach dem 9. Spieltag einsam von der Tabellenspitze. Das ist aller Ehren wert und dokumentiert die gute Arbeit, die derzeit beim Flaggschiff des Nachwuchses geleistet wird und bereits unter dem Vorgänger Kunert geleistet wurde, dem auch noch ein Teil des diesjährigen (bisherigen) Höhenflugs zuzuschreiben ist.

Und auch Jann-Fiete ist auf eindrucksvolle Art und Weise back und ballert die U19 mit 4 Treffern an die Tabellenspitze der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost, punktgleich mit, aber 4 Tore vor Werder Bremen.

Die U17 gewinnt ebenfalls und das sogar ohne Tore von Peter Beke. Es hätte ein tolles Wochenende, eine superbe englische Woche sein können.

Hätte, gäbe es die Erste, die Profis nicht!

Erneut chancenlos und hoffnungslos unterlegen, muss nun auch der Trainer nach 4 Niederlagen in Folge und 0:10 Toren, nach 360 Minuten ohne eigenen Torerfolg, konstatieren, dass er (mit seiner Mannschaft) an Grenzen stößt, dass mit ihm und dem Kader nicht mehr drin ist, als jenes erbärmliche Schauspiel, welches uns da Woche für Woche geboten wird. Brav gekämpft, in den Mitteln begrenzt, mit einer Taktik ins Spiel geschickt, die dieser Kader nicht umsetzen kann.

Ein Jahr nach Amtsantritt steht der Trainer vor einem Scherbenhaufen und er beginnt seinen Kopf aus der Schlinge, aus der Verantwortung ziehen zu wollen. In seiner Gesamtheit bietet der Profibereich des HSV inklusive der Verantwortlichen wieder einmal ein Bild des Jammers, wie es schlimmer kaum sein könnte, wie es selbst unter Beiersdorfer nicht schlimmer war, der natürlich auch immer noch seinen Anteil an diesem Kader hat, aber bei weitem nicht mehr alleine. Bruchhagen, Todt und ja Trainer Gisdol haben zu verantworten, was uns derzeit Woche für Woche Augenkrebs zu verursachen droht.

Überraschend ist das alles nicht. Man werfe nur mal einen Blick auf die Testspielergebnisse in der Vorbereitung und vor allem die Art und Weise, wie diese zustande gekommen sind. Das peinliche 3:5 gegen Holstein Kiel, das Pokalaus gegen Osnabrück. Auf der Haben Seite ein durch Keeper Hinz geschenktes 1:0 und ein himmelhochjauchzend gefeierter Sieg gegen einen Euroleague Fighter aus Köln, der sich im Laufe der Saison als Starfighter entpuppte und komplett abschmierte.

Gegen Dortmund, Leipzig, Leverkusen und sogar Hannover letztlich chancenlos. Gut gekämpft, das wird dann immer angeführt. Gut gekämpft wurde in den letzten Jahren des öfteren, da wurde allerdings dann auch regelmäßig gegen diese Gegner, gerade gegen die vermeintlich Übermächtigen gepunktet. Jetzt nicht mehr. Nein, der HSV steht sportlich so ausweglos schlecht da wie noch nie, dies lediglich auf die Verletzten zu schieben, greift zu kurz (solche Verletztenserien plus Abstellungen zur Ersten kompensiert die Zwote Woche für Woche, aber dort werden Spieler auch weiterentwickelt und man hat einen Kader, der mit Sinn und Verstand zusammengestellt wurde).

Ich erspare mir an dieser Stelle die Mühe, die einzelnen Statements von Gisdol, Bruchhagen, Todt sowie einiger Spieler hier zu zitieren, nicht ohne einen Seitenhieb auf die ‘geile Truppe’ von André Hahn, ‘in der es soviel Spass macht’, loszuwerden und meiner Verwunderung Ausdruck darüber zu verleihen, dass Teile der Presse, den ‘Nachwuchs’ namentlich Jatta und Ito massgebliche Anteile an dem schwachen Auftreten hatten.

Wer Ito vor dem gestrigen Spiel bereits hat spielen sehen, wird unschwer erkannt haben, dass er wiederholt aussichtsreich auf LA offensiv (komplett freistehend!) positioniert war und von seinen Mitspielern einfach nicht angespielt wurde, sei es, dass sie ihn nicht sahen und lieber durch die komplett zugedeckte Mitte agierten, sei es, dass niemand in der Lage ist, mit einen vernünftigen Diagonalball schnell die Seite zu wechseln. Dazu ist bei diesem HSV ja immer der Rückweg über den eigenen Torwart notwendig.

Wahrscheinlich hätte man Tatsuya Ito vorwarnen müssen, dass er in der Bundesliga nicht mit den gewohnten Pässen und Anspielen rechnen darf. Wie dem auch sei: Glückwusch zum Bundesligadebüt ‘Tatsu’!

Ob er wieder kommen darf? Unter Markus Gisdol?

Was Positiv begann, soll für heute positiv enden: Für das anstehende Derby gegen Werder Bremen gibt es noch Karten

3 Kommentare

  1. ky

    Die letzten Jahre – seit 2011 – haben jeden “Fan” des HSV doch mittlerweile derart ernüchtert, das man den “Wahnsinn” dort gar nicht mehr kommentieren möchte.

    Es ist alles gesagt, es ist alles klar, aber wenn die Protagonisten wie Bruchhagen, Todt und Gisdol eben glauben, so weiter wurschteln zu können, dann werden wir alle die Quittung dafür kriegen.

    Der Fan-Zuspruch geht ja bereits zurück, bei Kartenpreisen wie 85Euro gegen Werder auch kein Wunder. Und warum soll jemand 1 Stunde hin und zurück zum “Training” fahren, wenn die Akteure dort nur 45 Minuten zu “bewundern” sind.

    Nein, dieser Verein stinkt nicht nur, er modert bereits…

    Mal gucken, wer in 2018/19 dann die Zügel in der Hand hält, und in welcher Liga der HSV dann versucht, wieder Fußball “spielen” zu lernen…

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  2. Aradia

    Todt war bei Aladin und soll sich nach Teppichen
    erkundigt haben. :mrgreen:

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  3. ky

    Lewis Holtby bekommt 10.000 Euro – am Tag… eher sind es mit Prämien 12.000 Euro.
    Wieviele Tore hat er geschossen? Wieviele Laufwege waren sinnvoll?
    .
    Nein, es geht mir wahrlich nicht um eine Sozialneid-Debatte. Jeder verdient, was er bekommt…
    .
    Aber: Das blinde Angerenne hat System. Viel Laufleistung, wenig Tadel…
    .
    Lewis steht stellvertretend für Dennis D. u.a.; gut gemeint, schlecht gemacht.
    Der Kampf- und Einsatzwillen von Lewis ist vorbildlich, aber eine “Pershing ohne Software” trifft nie das Ziel.
    Wann haben wir endlich in HH wieder einen Spodi und Trainer, die das Prädikat “bundesligareif” verdient haben? Nach Happel nur noch Graupen… Gisdol ist charmant, integer und sicherlich bemüht, aber auch er kennt die Halbwertzeiten von Trainern…

    Nein, die Wohlfühloase HSV nimmt jedem Mitarbeiter, egal ob “on or off playground” nach kurzer Zeit den Biss. Solange keine leistungshungrigen Typen wie einst B. Hoffmann an der Spitze stehen, solange wird der HSV da herum dümpeln, wo er ist – kurz vor Liga 2.

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