Nach oben schauen? HSV – Mainz (Vorschau)

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Minus hin, Minus her. Der Ball rollt weiter und mit ihm am Fuß bzw. in des Gegners Tor könnte der HSV an diesem Wochenende Historisches gelingen. Der dritte Sieg in Folge!

Das hat es seit gefühlten Ewigkeiten nicht gegeben. Genau genommen nicht seit 5 Jahren. Damals, im Dezember 2011, unter Trainer Armin Veh konnten die Rothosen zuletzt drei Dreier am Stück einfahren. Die Gegner Mönchengladbach (2:1), FC Schalke 04 (1:0) und Frankfurt (1:0).

Der HSV kommt nach zwei 3:1 Siegen gegen Dortmund und Werder Bremen mit breiter Brust ins Volksparkstadion, obwohl man in dieser Saison bei Heimspielen eher schwächelt. Dabei wird sich der jetzige Trainer, Bruno Labbadia, nicht unbedingt gerne an Mainz erinnern, war es in seiner vorigen Amtszeit doch das vorletzte Spiel, vor seiner Entlassung. Diese ging 2009/10 mit 0:1 verloren ging und ebnete den Weg zum finalen Aus nach dem 1:5 Debakel in Hoffenheim.

Doch die Vorzeichen stehen in diesem Jahr anders. Labbadia verkörpert das Positive des HSV, er ist sein Gesicht, der Tausendsassa an allen Fronten, inzwischen weit mehr als nur ein Trainer, der den HSV vor dem Gang in die zweite Liga bewahrt hat. Er ist zugleich Sprachrohr, Vorbereiter schlechter Nachrichten, Hoffnungsträger und Heilsbringer und bleibt dennoch immer freundlich, bescheiden und vor allem fokussiert auf die Hauptaufgabe, die sportliche. Ob das auf Dauer gute gehen wird oder ob er eines schönen Tages an dieser ihm aufgebürdeten Last zerbrechen und wieder vom Hof gejagt wird lassen wir derzeit mal dahingestellt. Für’s erste ist Lamentieren jedenfalls nicht sein Ding. Er macht das Beste aus der jeweiligen Situation, arbeitet an Lösungen und die wird er ob der angespannten Personalsituation auch an diesem Wochenende wieder finden müssen. Die Liste der Ausfälle ist nach wie vor lang: Diekmeier, Spahic, Kacar und Lasogga werden fehlen. Dafür wird Aron Hunt wieder im Kader stehen, wohl aber nicht von Beginn auflaufen.

Es wird wohl ein Duell auf Augenhöhe werden, wie üblich eines dieser Spiele in denen der HSV an seine Grenzen gehen muss, ja vielleicht sogar darüber hinaus um erfolgreich zu sein. Anders als gegen Bremen oder Dortmund dürfte es gegen die Mainzer schwerer werden, mit Konterfußball zum Erfolg zu kommen.

HSV Heim- und Gesamtbilanz gegen Mainz 05

HSV Heim- und Gesamtbilanz gegen Mainz 05

Die Bilanz gegen die Mainzer lässt wenig Prognosen zu, zu ausgeglichen waren die Partien bisher. Von den letzten vier Heimspielen verlor der HSV jedoch lediglich eines.

Im Gegensatz zum HSV kann Mainz personell aus dem Vollen schöpfen, aber wie man in den letzten Spielen des HSV sah, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein. Durch die vielen Verletzungen, kamen nun auch Spieler aus dem zweiten Glied zum Einsatz, konnten sich beweisen und wissen, dass sie dran und drin in der Mannschaft sind, was insbesondere dem Teamgeist zugute kommt. Es scheint als wäre inzwischen ein Grundgerüst in einer gewissen Stabilität bei den Rothosen vorhanden, welches Spielerwechsel problemlos verkraftet. Ob dem tatsächlic so ist, wird sich allerdings erst nach Rückschlägen zeigen. Ich hab immer noch starke Bedenken, der HSV könne jederzeit auseinanderbrechen, wie dies in Berlin geschah.

Die letzten Heimspielergebnisse des HSV gegen Mainz 05 (aus HSV Sicht):

  • 2:1 (1:0) [2014/15]
  • 2:3 (1:0) [2013/14]
  • 1:0 (0:0) [2012/13]
  • 0:0 (0:0) [2011/12]
  • 2:4 (1:0) [2010/11]
  • 0:1 (0:1) [2009/10]
  • 2:2 (1:1) [2006/07]
  • 1:0 (1:0) [2005/06]
  • 2:1 (1:1) [2004/05]

Platz 7 nach 14 Spieltagen, da geht der Blick auch schon mal nach oben, nicht zum lieben Gott, der möge das Loch in der Kasse stopfen, sondern in Richtung europäische Fleischtöpfe. Das ist grundsätzlich ja nicht verkehrt, schließlich sollte jedes Team sportlich ambitionierte Ziele haben. Beim HSV lässt es allerdings immer wieder aufhorchen. Zu häufig schon hat sich Selbstgefälligkeit breit gemacht, wurden Chancen auf bessere Platzierungen verspielt. Hoffen wir, das es am Smastag endlich einmal besser gemacht wird und auch dann sind es nur 3 weitere Punkte gegen den Abstieg, die weitere dringend benötigte Luft zum Atmen verschaffen.


So könnten sie spielen:

Hamburger SV:
Adler – Sakai, Djourou, Cléber, Ostrzolek – Jung, Holtby – N. Müller, Gregoritsch, Ilicevic – Schipplock
Bank: Drobny, A. Arslan, Carolus, Diaz, Götz, Hunt, Olic
Trainer: Bruno Labbadia

Mainz 05:
Karius – Brosinski, Bell, Bungert, Bengtsson – Baumgartlinger, Moritz – De Blasis, Malli, Jairo – Muto
Trainer: Martin Schmidt

Schiedsrichter: Benjamin Brand
Mit dem 26jährigen Studenten aus Gerolzhofen, pfeift ein Frischling die Partie am Samstagnachmittag. Für Benjamin Brand ist es erst der dritte Auftritt (nach Schalke – Darmstadt und Frankfurt- Hertha)in der höchsten deutschen Spielklasse. In beiden Partien kam er bisher ohne rote Karte aus, zückte jedoch jeweils 3 mal Gelb. Eine Partie unter Beteiligung des HSV hat der Novize dennoch bereits gepfiffen und zwar als 19jähriger in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nord-Ost. Damals, in der Saison 2008/09, trat der HSV bei Union Berlin “An der alten Försterei” an und gewann unter anderem durch ein Tor eines gewissen Maximilian Beister mit 2:0. Damaliger HSV-Trainer, natürlich Rodolfo Esteban Cardoso, das Trainer Urgestein.


Ob es für die Hamburger zu einem Wiedersehen mit eben jenem Maximilian Beister kommen wird, ist fraglich. Beister hat sich bis jetzt in Mainz nicht durchsetzen können, hat noch nicht eine Minute Bundesligaluft bei seinem neuen Arbeitgeber geschnuppert und wurde auch in Mainz, wie zuletzt beim HSV, in die Zwote “abgeschoben”. “Er muss nicht Geduld haben, bis ich ihn reinstelle, sondern härter an und mit sich arbeiten, lernen sich wieder zu quälen, in jeder Einheit ans Limit zu gehen” bemängelt Mainz Trainer Schmidt die Arbeitseinstellung des ehemaligen Hamburgers, der eben nicht nur aufgrund von Verletzungen nicht über den Status eines Talents hinausgekommen zu sein scheint.


Die HSV-PK in Wort und Bild

Die PK von Mainz 05 in Wort und Bild

3 Kommentare

  1. Jonny

    Vor Spielen gegen Mainz, schreibe ich gerne eine kleine Büttenrede.

    Morgen geht es gegen Mainz,
    Wir schießen drei , die keins.

    Der Bruno, der ist unser Trainer,
    Der von Mainz ist echt kein Schöner.

    Bei Mainz spielen Enkel von Ernst Neger,
    Sind duster wie die Schornsteinfeger.

    Wir werden kämpfen, beißen, rennen,
    die Mainzer werden traurig flennen.

    Unsre Bilanz macht uns zufrieden,
    Denn Mainz wird morgen abgeschrieben

    Ich rufe nun , Mainz ist im A………
    Narrhallamarsch.

    http://youtu.be/U-2DFOyUDAc

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  2. ky

    Danke Dir für den schönen Vorbericht, HL.
    Und Jonny textet und reimt – es ist ein Gedicht :-)

    Dazu kurz 2 Angler.
    Der Erste sagt:
    “Dem Angler stand das Wasser bis zum Arsch, sein Anglerglück war dann ein Barsch”.
    Der Zweite dann:
    “Das Wasser stand dem Angler bis zum Mors, im Hintern er einen Korken hatte.”
    Darauf der Erste: “Das reimt aber nicht!”
    Der Zweite: “Nö, aber es dichtet.”
    Schönes Wochenende!

    Antworten
  3. cool downcool down

    @ Heluecht: ” Du bist das Sternchen in meiner Nudelsuppe, danke für den umfangreichen Vorbericht – sogar die links zu den PK´s beider ! Clubs hast Du geliefert – da kann sich die Mainstream-Presse ne dicke Scheibe von abschneiden, was Du hier an Qualität bietest.

    Um diesen Kommentar mit Jonny´s Gedicht und Ky´s Kommentar zu verknüpfen:
    ” Heluecht am Fischteich: ” Is mir scheissegal, wer Dein Vater is; solange ich hier angel´, geht hier keiner übers Wasser ”

    Ich grüsse alle HL-chatter, die gleich in Buchholz bei Schbaggn´s Kroaten zusammen hocken. Jungens, ich wäre verdammt gerne dabei und denk an Euch, na klar.
    .
    Ebenfalls: Schönes Fussball-WE an alle Leser; mir würde ein schmutziges Unentschieden reichen ;)

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