Nachwuchs im Abseits? Die HSV A-Jugend seit 1969.

National gesehen, spielt der Hamburger Nachwuchs traditionell  eine untergeordnete Rolle, man könnte sogar sagen, er spielt gar keine Rolle.

Passend zur Veröffentlichung von Teil 2 der Serie ‘SACKGASSE SYLVESTERALLEE – ENDSTATION HSV’ in dem sich Prof. Vitzliputzli den Nachwuchsaktivitäten des Hamburger SV widmet,  bin auch ich mal ins Archiv gekrabbelt und habe geschaut, was die A-Jugend des HSV so an Erfolgen verbuchen konnte:

Seit der Saison 1968/69 werden Deutsche Meisterschaften der A-Junioren ausgetragen. Dem Hamburger Sportverein ist es in dieser Zeit nicht ein einziges mal gelungen, den Titel zu gewinnen.

Von 1969-1971 qualifizierten sich lediglich die Meister der fünf Regionalverbände (Nord, West, Südwest, Süd, Berlin) für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft.

Saison Nordverteter
1968/69 1. FC Saarbrücken VfL Bochum 3:5 VfL Wolfsburg
1969/70 FC Hertha 03 Zehlendorf TuS Altrip 3:2 SC Concordia Hamburg
1970/71 1. FC Köln 1. FC Nürnberg 3:1 Eintracht Braunschweig

In diesen 3 Spielzeiten konnte sich der Hamburger SV nicht für die Endrunde qualifizieren. Dies gelang hingegen dem SC Concordia Hamburg, der allerdings 1970 gegen einen übermächtigen TuS Altrip mit einem gewissen Manfred Kaltz in seinen Reihen in der Vorrunde chancenlos war und frühzeitig ausschied.


Ab dem Jahre 1972 nahmen die 16 Landesverbandsmeister (Nord: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen / West: Westfalen, Mittelrhein, Niederrhein / Südwest: Rheinland, Südwest, Saarland / Süd: Hessen, Baden, Südbaden, Würtemberg, Bayern / Berlin: Berlin) an der DM Endrunde teil. Hier spielte man bis 1974 zunächst in Vor- und Endrunden gegeneinander:

Saison Nordverteter
1971/72 MSV Duisburg VfB Stuttgart 2:0 HSV
1972/73 VfB Stuttgart Kickers Offenbach 3:1 HSV
1973/74 1. FC Nürnberg 1. FC Köln 1:0 HSV

Zum ersten Male mit dem Hamburger Sportverein, der allerdings bei den ersten beiden Anläufen bereits in der Vorrunde an Kickers Offenbach und ein Jahr später an Schalke 04 scheiterte. 1974 schließlich konnte der HSV sich gegen die Offenbacher revanchieren und den bis einschließlich heute den größten Erfolg der A-Jugend in der Vereinsgeschichte feiern. Im Spiel um Platz 3 (2:2) verließ der HSV schlussendlich mit 2:1 nach Elfmeterschießen den Platz als Sieger.


Ab 1975 fielen die Vorrundenturniere weg und es wurden KO-Runden mit Hin- und Rückspiel eingeführt. Bis 1991 nahmen nach diesem Modus die 16 Landesverbandsmeister an der Endrunde teil.

Saison Nordverteter
1974/75 VfB Stuttgart FC Schalke 04 4:0 HSV
1975/76 FC Schalke 04 Rot-Weiss Essen 5:1 FC St. Pauli
1976/77 MSV Duisburg VfB Stuttgart 2:1 FC St. Pauli
1977/78 MSV Duisburg FC Hertha 03 Zehlendorf 5:2 HSV
1978/79 1. FC Nürnberg Stuttgarter Kickers 1:2 SC Concordia Hamburg
1979/80 FC Schalke 04 SV Waldhof Mannheim 1:2 SC Concordia Hamburg
1980/81 VfB Stuttgart FC Schalke 04 4:0 FC St. Pauli
1981/82 VfB Stuttgart Eintracht Frankfurt 0:2 HSV
1982/83 Eintracht Frankfurt 1. FC Köln 2:0 HSV
1983/84 VfB Stuttgart 1. FC Kaiserslautern 3:1 n.V. SC Concordia Hamburg
1984/85 Bayer 04 Leverkusen Eintracht Frankfurt 2:4 TSV Reinbek
1985/86 Bayer 04 Leverkusen 1. FC Nürnberg 2:0 HSV
1986/87 Bayer 05 Uerdingen Eintracht Frankfurt 2:1 HT 1816
1987/88 VfB Stuttgart Bayer 04 Leverkusen 4:1 HSV
1988/89 VfB Stuttgart 1. FC Nürnberg 3:2 HSV
1989/90 FC Hertha 03 Zehlendorf VfB Stuttgart 1:5 HSV
1990/91 VfB Stuttgart 1. FC Kaiserslautern 4:1 Altona 93

 

In dieser Zeit konnte sich der HSV 8mal für die Endrunde qualifizieren, 9mal allerdings nicht. Mehr als ein Einzug ins Halbfinale 1988/89, nachdem man sich zuvor im gegen Holstein Kiel durchgesetzt hatte, sprang für den Rothosen Nachwuchs jedoch nicht heraus. Im Halbfinale erwies sich zudem der VfB Stuttgart als zu stark und man zog mit jeweils 0:2 Niederlagen in Hin- und Rückspiel den kürzeren. Zwar konnten sich auch die anderen Hamburger Verteter nicht erfolgreicher präsentieren. Altona 93 und der TSV Reinbek schieden jeweils im Achtelfinale aus. Der Underdog HT 1816 schaffte es 1987 zum 100jährigen des HSV immerhin ins Viertelfinale, wo der VfL Bochum dann aber Endstation war und auch der Rivale vom Kiez, der FC St. Pauli kambei 3 Anläufen nicht über das Viertelfinale hinaus. Concordia Hamburg hingegen verbuchte ein Achtelfinalaus (1979 gegen den späteren Meister Stuttgarter Kickers), ein Viertelfinalaus im Jahr darauf gegen Nürnberg und setzte 1983/84 letztmalig ein Ausrufezeichen, als erst im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern Endstation war.


Ab 1992 nahmen auch die Meister der neuen Bundesländer an der Endrunde zur Deutschen A-Junioren Meisterschaft teil. 17 Landesverbandsmeister sowie aus der Oberliga Nord die jeweils bestplatzierten Vereine aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen, also 21 Teams stritten sich um die begehrte Trophäe, so daß in 5 Vorrundenpartien, das Teilnehmerfeld zunächst auf 16 reduziert werden musste.

Saison Nordverteter
1991/92 1. FC Köln 1. FC Kaiserslautern 1:5 HSV
1992/93 FC Augsburg 1. FC Kaiserslautern 3:1 HSV
1993/94 Werder Bremen Borussia Dortmund 2:3 HSV

 

Für den HSV gab es in dieser Zeit nichts zu beschicken. Dem Vorrundenaus gegen die Frankfurter Eintracht folgten ein Achtelfinalaus gegen Jena und eines gegen Uerdingen.


Von 1995 (Einführung der Regionalligen) bis zum Jahre 2003 nahmen dann nur noch die 8 Qualifikanten der (neuen) 5 Regionalverbände (Nord, West, Südwest, Süd, Nordost) teil. Gespielt wurde weiterhin im KO-Modus.

Saison Nordverteter
1994/95 Borussia Dortmund Bayer 04 Leverkusen 2:0 Werder Bremen
1995/96 SV Waldhof Mannheim Borussia Dortmund 0:2 Werder/96
1996/97 TSV 1860 München Borussia Dortmund 1:2 HSV
1997/98 Borussia Dortmund Bayern München 2:2 n.V 2:1 n.E. St. Pauli
1998/99 VfB Stuttgart Werder Bremen 1:4 Werder Bremen
1999/2000 Bayer 04 Leverkusen Werder Bremen 4:2 Werder/96
2000/01 Bayer 04 Leverkusen Bayern München 2:3 Werder Bremen
2001/02 Bayern München VfB Stuttgart 4:0 HSV/Werder
2002/03 VfB Stuttgart Bayer 04 Leverkusen 5:2 VfL Wolfsburg

3mal war der HSV nun noch dabei und das sogar vergleichsweise erfolgreich.1997 war wieder erst im Halbfinale Schluss. Endstation dieses Mal: 1860 München und 2002 ging es noch einmal bis ins Viertelfinale, wo sich der BVB aus Dortmund als zu stark erwies. Auch der Lokalrivale St. Pauli konnte sich in dieser Phase noch einmal für eine Endrunde qualifizieren, musste allerdings auch gegen die Dortmunder die Segel streichen, im Halbfinale von 1998. Zugleich der größte Erfolg der A-Jugend der Kiezkicker.


Mit Einführung der A-Junioren Bundesligen zur Saison 2003/04 war es vorbei mit der ‘Herrlichkeit’ des Hamburger Nachwuchsfußballs. Kein Hamburger Verein konnte sich seit der Zeit jemals wieder für eine Endrunde qualifizieren, was allerdings auch daran liegt, dass sich seit 2004 nur noch die Meister der drei Staffeln der A-Junioren-Bundesliga sowie der Vizemeister jener Staffel, deren Teilnehmer in den letzten drei Jahren am erfolgreichsten waren, für die Endrunde qualifizieren. Es gibt mithin nur noch Halbfinals und Finals, die ausgespielt werden.

Saison Nordverteter
2003/04 Bayern München VfL Bochum 3:0 Hannover 96
2004/05 VfB Stuttgart VfL Bochum 1:0 Hertha BSC
2005/06 FC Schalke 04 Bayern München 2:1 Hertha BSC
2006/07 Bayer 04 Leverkusen Bayern München 2:1 n.V. Werder Bremen
2007/08 VfL Wolfsburg SC Freiburg 0:2 VfL Wolfsburg
2008/09 FSV Mainz 05 Borussia Dortmund 2:1 Werder Bremen
2009/2010 Bayer 04 Leverkusen Hansa Rostock 0:1 Hansa Rostock
2010/11 VfL Wolfsburg 1. FC Kaiserslautern 4:2 VfL Wolfsburg
2011/12 FC Schalke 04 Bayern München 2:1 Wolfsburg/Hertha
2012/13 Hansa Rostock VfL Wolfsburg 1:3 n.V. Wolfsburg/Rostock
2013/14 Hannover 96 TSG 1899 Hoffenheim 0:5 Wolfsburg/Hannover
2014/15 FC Schalke 04 TSG 1899 Hoffenheim 3:1 RB Leipzig
2015/16 TSG 1899 Hoffenheim Borussia Dortmund 3:5 Werder Bremen
2016/17 Borussia Dortmund Bayern München 8:7 n.E. VfL Wolfsburg

 

Während Vereine wie Stuttgart und Dortmund Seriensieger waren, Schalke, Frankfurt, Bayern, Leverkusen und einst sogar der MSV Duisburg mehrfach Titel sammelten, verzeichnet der traditionsreiche Hamburger SV lediglich 3 Halbfinalteilnahmen und einen 3. Platz als größten Erfolg.

Andere norddeutsche Vereine wie Wolfsburg (2 x Meister), Bremen und sogar Rostock waren da national erheblich erfolgreicher.

Dass der HSV beim Nachwuchs nicht nur national weit hinterherhechelt ist eine Sache, dass ddies regional auch nicht wirklich anders ist, zeigt ein Blick auf die Tabellnplatzierungen in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost. Seit der Einführung im Jahre 2003/04 ist man über zwei 3. Plätze nicht hinausgekommen.

Platzierungen des HSV seit Gründung der A-Junioren Bundesligen in der Staffel Nord/Nordost

Platzierungen des HSV seit Gründung der A-Junioren Bundesligen in der Staffel Nord/Nordost

Rein tabellarisch ist zumindest in den letzten beiden Spielzeiten ein Aufwärtstrend zu erkennen. Damit knüpft man allerdings auch lediglich an die Jahre 2007 bis 2012 an, so dass sich nicht schlüssig herleiten ließe, dieser Aufwärtstrend wäre dem Wirken von Bernhard Peters zuzuschreiben.

Es wäre wünschenswert, wenn sich der HSV hier auch endlich einmal leistungsmäßig klar positionieren würde und das klare Ziel ausruft und ins Auge fasst, endlich wieder einmal Staffelmeister zu werden und an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu wollen.

In Zeiten klammer Kassen und in Anbetracht des bisherigen Wirkens in den letzten 40 Jahren, dürfte das allerdings wohl absolutes Wunschdenken sein.
NACHTRAG: Inzwischen gibt es der Vollständigkeit halber auch einen Überblick über das Abschneiden der HSV A-Jugend im DFB Junioren Vereinspokal, der seit 1987 ausgespielt wird.

9 Kommentare

  1. ky

    Schöne Fleißarbeit mit doch erschreckenden Ergebnissen, HL. Aber gerade in Zeiten knapper Kassen ist doch die Förderung der U16-U18 der einzig erfolgversprechende Weg. Aber dafür braucht es eben auch sehr gute Trainer und Scouts und Betreuer in diesem Bereich.

    Hätte man z.B. sich von Hunt jetzt trennen können, wären ca. 1,8 Mio. Gehalt und vielleicht 1 Mio. Ablöse mehr zur Verfügung.
    Es hakt halt an allen Ecken und Kanten, der Kader ist viel zu groß, zu teuer und unausgewogen. Tafelsilber gibt es nicht mehr, und eine nachhaltige Sanierung ist auch in weiter Ferne. Aber solange sehr viele Dilettanten in der Geschäftstelle (Trainingslager als neuester faux pas) immer pünktlich ihr gutes HSV-Geld bekommen, ist ja alles gut…

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  2. WORTSPIELERWORTSPIELER

    der vergleich auf nationaler ebene hinkt. der HSV hat im nachwuchsbereich sicher viele fehler gemacht und wird sie auch zukünftig wiederholen oder aber neue defizite offenbaren, aber die anzahl der hochtalentierten fußballer ist nun einmal sehr stark begrenzt.

    die anzahl hochqualifizierter (jugend-)spieler im gesamten norddeutschen raum sind immer noch weniger als alleine im ruhrgebiet. natürlich gibt es auch mehr (ambitionierte) vereine, aber es ist und bleibt die ausnahme, dass der HSV die chance hat, in der U17 / U19 in deutschland oben mitzuspielen. das müsste schon ganz viel passieren.

    die qualität der (eingekauften) jugendtrainer bei wolfsburg in der neuzeit und früher die qualität der kontinuität bei werder, wo jahrelang nicht nur bei den profis das identische personal zuständig war, lassen sicherlich auch andere ausgänge zu, aber die talente kommen eben nicht mal eben so zum HSV.

    und da der HSV nicht viel tat/tut, gab es schon immer spieler, die sich lieber in bremen aus-/fortbilden ließen, weil man sich eben mehr um sie bemühte, sich auch schon frühzeitig ums umfeld (inkl. ausbildung) kümmerte. so geschehen bei harnik und kruse. oder fürher bei wolter, neubarth und co. !!! dass noch früher die effenbergs und brehmes aus der weltstadt flüchteten, spricht zudem bände.

    bis dato war es allerdings ein leichtes, die junsg aus SH zu rekrutieren, da die wege kurz waren/sind, aber mit holstein kiel in der 2. liga gibt es da jetzt einen weiteren echten konkurrenten. wer weiss, ob arp nicht bei den “störchen” landen würde, wenn er 3-4 jahre jünger wäre…

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Vorab nur:
      Der Vergleich hinkt nicht, der HSV hinkt und zwar hinterher.
      .
      Die von dir angesprochene Knappheit gilt für andere Vereine ja ebenso.
      .
      Später ausführlicher, muss jetzt los.

    2. WORTSPIELERWORTSPIELER

      richtig. das tut sie. und das ist ja auch de rgrund, warum i.d. regel vereine aus dem swesten oder südwesten deutscher meister der U17 / U19 werden…! würde man die kräfte im norden mal bündeln, sähe das anders aus. aber ein dauerhaftes zugpferd war vielleicht mal bremen. aber seit VW & co. ist das thema abgefrühstückt.

  3. WORTSPIELERWORTSPIELER

    p.s. der “95/96er”-jahrgang u.a. mit steinamnn, tah und öztunali hätte was reissen können, aber die spieler waren schon als junge a-jugendliche quasi in dauereinsatz bei der U23 und tah später ja sogar bei den profis. das konnte der HSV dann nicht kompensieren, so dass die U19 in der rückrunde abkackte und sogar beinahe abstieg, wenn die o.a. spieler am ende der saison nicht doppelbelastung geschoben hätten und für zwei mannschaften spielten…

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  4. bopsi

    Die glorreichen 80er der VfB-Jugendarbeit …
    Ein knallhartes Auswahlprogramm beginnend Ende D-Jugend, ab C-Jugend fast schon Profi-Trainingsbedingungen.
    Der VfB war in Süddeutschland konkurrenzlos. Dann kam irgendwann Hoffenheim …

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  5. J. Lantz

    Sehr fundierte Recherchen, klasse!!!

    Ich verstehe nicht warum in anderen “Medien” dieser Blog niedergemacht wird!?
    Lieber etwas seltener aber dafür rrrichtig gut!

    Die (oder wahrscheinlich ein- und derselbe User) Balla Balla aka Kevin zu Zweit Zuhaus und nun Leon mit dem Cabrio scheint sich anscheinend auf Dich eingeschossen zu haben …

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  6. pietkunz

    Nachwuchs wird völlig überbewertet…
    Ich kauf mir was – kaufen macht so viel Spaß!

    “Größte Baustelle” und “bekannte Vakanz” – so beschreibt Jens Todt in dem aktuellen Interview aus dem Trainingslager also die Frage nach einem neuen Innenverteidiger.

    Dabei hatte der HSV gerade erst im Winter den Innenverteidiger Mavraj für satte 2 Millionen Ablöse aus Köln losgeeist, obwohl dieser dort nur noch wenige Monate Vertrag hatte…
    Aber Mavraj war ja Gisdols ausdrücklicher Wunschspieler – unabhängig davon, dass Mavraj sich beim HSV schließlich ja auch finanziell bzw. gehaltsmäßig schön verbessern konnte.

    Und der HSV hat vergangenen Monat den Innenverteidiger Papadopoulos gekauft – für eine Ablöse von sage und schreibe 10 Millionen.
    “Moment – der kostet ja nur 6,5 Mio, Du Pester!”, würden einige empörte Sektenmitglieder mir jetzt wohl deutlich machen wollen – ohne Bewusstsein dafür, dass sie damit nur das eingestehen würden, was wir alle längst befürchten – nämlich dass sich “Papa” noch als ein die Gesamtsumme reduzierender Invalide entpuppen wird…
    Oder “Den haben Kühne und Struth uns ja aufgezwungen”, würde die andere auf Kühne-Bashing eingeschworene Glaubensgemeinde behaupten…
    Aber nein – in Wahrheit war Papadopoulos ebenfalls Gisdols und Todts ausdrückliche Glückseligkeit.

    Und dann hat Todt auch noch seine kompletten Marktkenntnisse bündeln und walten lassen und seinen persönlichen Wunsch-Innenverteidiger Thoelke verpflichtet.

    Mavraj, Papadopoulos und als Ergänzung Thoelke für die Innenverteidigung bei einem Klub ohne jegliche Zusatzbelastungen und auch ohne stressige Asien-Reisen, wo man laut Amtsinspektor Bruchhagen ja ohnehin nichts mehr verdienen würde (habt ihr gestern in der BILD mal gelesen, was allein Bayern, Schalke, BVB und Werder dort für Millionenbeträge einstreichen!?)…
    Nicht schlecht, die vielen Innenverteidiger, könnte man meinen – wenn also tatsächlich irgendwas auf die seitens Todt behauptete Aussage “Wir sind sehr gut aufgestellt” oder den von Todt angekündigten “radikalen Umbruch” zutreffen würde, dann doch wohl die Positionen in der Innenverteidigung…
    Ach ja – und wenn, sollen sich Ekdal und der von der Glaubensgemeinschaft ja so gefeierte Nachwuchssuperstar Gideon Jung ja auch schon in der Innenverteidigung bewährt haben und könnten da jederzeit auch mal wieder eingesetzt werden…

    Ja wenn… wenn Todt nun plötzlich nicht doch wieder von der “größten Baustelle” und “bekannten Vakanz” auf der Innenverteidiger-Position schwadronieren würde…

    Ich finde, wenn es noch sowas wie ein offenes Eingeständnis für Miss-Management gibt, dann ist das das allergrößte.
    Nun also wollen unsere Top-Manager ausgemacht haben, dass immer noch ein Innenverteidiger fehle, der auch Spielaufbau kann…

    Und wir machen aus, warum ein KSC lieber mit Kusshand einen bei uns als “Drittligamanager” geschassten Kreuzer zurückholt, als auch nur einen Tag noch länger mit Todt zusammenzuarbeiten…
    Zitat Sport1:

    Auch Kreuzers Vorgänger als Sportdirektor, Jens Todt, bekam sein Fett weg: “Er hätte besser recherchieren und uns besser informieren müssen”, monierte Wellenreuther. Der heutige HSV-Manager habe zudem mehrere Spieler unter Wert angeboten oder ziehen lassen.

    Und überhaupt – Innenverteidiger sind mir derzeit an sich scheeßegal, solange nicht endlich mal die jahrelange wahre größte Baustelle auf der Sechs angegangen und ein schneller, passsicherer Abräumer geholt wird.
    Aber dazu müsste man erstmal einen Manager holen, der sowohl dieses Problem als auch den Markt kennt.
    Und um den zu holen, bedürfte es starker Funktionäre…
    Starke Funktionäre würden in der Sekte aber niedergemacht – siehe Hoffmann…
    Und so schließt sich der Teufelskreis in der Mehltaukultur.

    Apropos Mehltaukultur:

    Neulich las ich einen Bericht über das Trainingscamp der vertragslosen Spieler, die von Neururer gecoacht werden.
    Dieses Jahr kein namhafter Profi dabei, wie verlautet wurde – bis ich auf einen weiteren Bericht aufmerksam wurde…
    Und der handelte über die derzeit arbeitslosen Choupo-Moting, Aogo und Beister, wie sie sich wie zu “besten” Wohlfühloasen-Zeiten lächelnd gemeinsam bisschen in der Mucki-Bude für neue Interessenten warm hielten…

    Und für einen Moment verfiel ich vor lauter Hoffnungslosigkeit dem Gedanken, was ein Choupo-Moting doch für eine fußballerische Qualität und Vielseitigkeit in diese Kernschrott-Truppe reinbringen könnte… oder dass selbst ein Aogo ja zumindest Potential hätte, unsere Ewig-Baustellen abzudecken und die bevorstehende allergrößte Abstiegsnot zu lindern…

    Ehe man sich wieder einkriegt und einem bewusst wird, wie bezeichnend eben gerade diese drei genannten Kicker den unsäglichen HSV-Mehltau personi(n)fizieren und diesen so nachhaltig ausleben. Aogo und Choupo-Moting – beide auf Schalke wegen Inkonstanz ausgemustert – sowie Beister – in Australien ausgemustert, wo es sogar für einen faulen Sack wie Thomas Broich zum Superstar langte…

    Im Grunde kannste zu der Aogo/Choupo/Beister-Combo auch noch einen Marcel Jansen zählen, bei dem es mich immer noch fuchsteufelswild macht, wie er einerseits zwar liebend gern noch in der Wohlfühloase HSV verlängert gehabt hätte, andererseits sich im besten Fußballalter aber verweigerte, sich in neuen Klubs mit gesunder Leistungskultur noch mal quälen zu müssen – und dadurch auf so brutale Weise seine ganze Mehltaufaulpelzigkeit offenlegte, die sich längst aber auf the next generation of “Lassos” and “Diekis” übertragen hat.

    Oder was ächzen die Lauterer derzeit unter der Last, ihre aussortierten und behäbigen Stieber und Zoua einfach nicht wieder loszuwerden, wie man liest…

    Ich habe neulich ein Interview von Sammer gelesen, den ich sehr dafür schätze, wie er in Deutschland die marode Talententwicklung und Trainerausbildung wieder auf Vordermann brachte und dafür mit dem WM-Titel 2014 belohnt wurde oder wie er die Bayern penibel zur Siegesmaschine triezte.
    Sammer hob hervor, dass unabhängig von Saisonzielen es ein Profi sich zur Selbstverständlichkeit machen muss, JEDES Spiel zu gewinnen, um das Höchste zu erreichen. Wenn man dazu nicht den Mut habe, wirst du nie die letzten Prozente rausholen. Diese Siegermentalität würden aber die meisten Klubs nicht vermitteln, weil sie dann Angst hätten, wenn es heißt: “Oh, jetzt haben sie aber ihre Ziele verfehlt.”

    Ungeachtet ihrer völlig verkorksten Transferarbeit leben Fahrstuhlschaffner Bruchhagen und sein Assistent von Todt und Tatnix hingegen mit ihrem “Nicht abzusteigen wäre toll”-Gewinsel jetzt schon vor, dass alles ganz gemächlich angegangen werden kann – die Saison ist ja wieder mal noch lang…

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Die von dir angesprochene Siegermentalität muss allerdings bereits im Nachwuchs implementiert werden, in der Ausbildung.

      Diese Leistungsmentalität, bemängelt Bernhard Peters regelmäßig, habe sich beim HSV noch nicht (überall) durchgesetzt. Gleichzeitig sagt er allerdings auch, es ginge (derzeit) nicht um Titel, sondern um die individuelle Förderung um Spieler auf Bundesliganiveau zu bringen.

      Für mich ein fatales Signal, es muss immer darum gehen jedes Spiel gewinnen zu wollen und am Ende ganz oben stehen zu wollen.

      An dieser Stelle gibt es nur 2 Möglichkeiten:
      1. Peters schwafelt nur dummes Zeug
      2. Beim HSV liegt dermaßen viel im Argen, dass die Strukturen es nicht hergeben auf Titeljagd zugehen.

      Jemand, der den Teamerfolg (bei gleichzeitiger individueller Entwicklung) im Fokus hatte, musste den HSV – nach äußerst erfolgreicher Arbeit – in diesem Sommer verlassen, Dirk Kunert.

      Dass die Wohlfühloase HSV, den Nachwuchskickern den Biss nimmt, war nicht zuletzt an Matti Steinmanns Zeit in Chemnitz zu erkennen, der dort zunächst aus allen Wolken fiel und nun nach dem Abstecher nach Mainz wieder im vertauten beschützenden Umfeld Hamburg in der Regionalliga seine Heimstatt gefunden hat.

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