Noch einmal kurz innehalten…

Noch einmal kurz innehalten, die letzten Tage, vor allem den letzten Samstag Revue passieren lassen. Emotional, rein emotional.

Einfach ist das nicht. Was ohne Zweifel bleibt ist Abschlach. Bereits am Vormittag lief Abschlach, das emotionale Wissen darum, dass es mit dem Klassenerhalt eh nichts werden kann, nichts werden wird?

Ich kriege das für mich immer noch nicht wirklich auf die Reihe, geradezu unwirklich erscheint es, erschien es, dass überhaupt am letzten Spieltag noch eine Chance auf den Klassenerhalt bestehen könnte. Und dann…1:0, 1:1, 2:1… der HSV hatte alles getan, aber Wolfsburg oder besser Köln hatte nicht mitgespielt. Abschlach Zeit. Gänsehautmoment. Alle für einen Moment vereint, alle Gräben zugeschüttet (die Handvoll Vermummter Chaoten mal ausgenommen. Unglaubliches Gefühl, selbst am Bildschirm. Momente, die unvergesslich, einmalig, umwerfend waren und in der Nachwirkung (bei mir) immer noch sind.

Zu verdanken einem einzigen Mann, dem Menschenfänger Christian Titz, dem es in den letzten Wochen mit seinem Team gelungen ist, eine Mannschaft zu formen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten guten, attraktiven Fußball spielte, dem es gelungen ist Hoffnung zu wecken, dem es gelungen ist mit seiner authentischen Art und seinem sportlichen Denken eine Stimmung in Mannschaft, Umfeld und bei den Fans zu erzeugen, die es ermöglicht hat, sich mit Anstand und Stil aus der Ersten Bundesliga zu verabschieden.

Alleine dafür gebührt Christian Titz großer Dank.

Es sind tausend Worte gemacht worden. Jene, die mir dabei am besten gefallen haben stammen dabei von Tanja Hufschmidt.

Noch einmal innehalten….

Ich drücke jetzt einfach bei Abschlach noch mal eine Träne weg, fühle mich irgendwie öde und lehr, wenn ich z.B. das Aktuelle Sportstudio sehe und feststelle, dass es künftig ohne HSV Berichterstattung stattfinden wird, der HSV maximal noch eine kleine Randnotiz sein wird. Das erste Mal in meinem Leben. Das fühlt sich merkwürdig an. Merkwürdig für jemanden wie mich, für den der HSV nicht das Leben ist, der nicht Vereinsmitglied ist, keine Dauerkarte besitzt und eigentlich viel lieber in der Regionalliga oder bei der A-Jugend unmittelbar am Geschehen auf dem Platz dabei ist. Hautnah am Sport. Ich weiß, auch das ist eine Illusion.

Ach was, es fühlt sich Scheisse an!

Und bevor jetzt der Kopf wieder einsetzt und ich davon schreibe, dass es verdient war, das mit dem Abstieg und …und dann  feststelle, dass sich an dem grundsätzlichen Dilemma dieses Vereins und an den Grabenkämpfen nichts, rein gar nichts  geändert hat, und dass… da halte ich noch einmal inne…

Morgen ist auch noch ein Tag!

1 Kommentar

  1. Arminus

    Du sprichst mir aus der Seele…

    Eigentlich abgeschlossen mit diesem Kommerz-Gekasper, welches sich Bundesliga nennt, und irgendwie auch mit dem HSV, der in den letzten Jahren nach allen Regeln der Kunst zugrunde gerichtet wurde, ertappe ich mich doch mit einer gehörigen Portion Wehmut beim Blick in die Medien und all der vielen Videos. Und wenn ich auch kein gebürtiger Hamburger bin, ging mir das Lied am Samstag nahe. Fast, aber wirklich nur fast, hatte es was von dem Gesang der Iren, weiland bei ihrer Klatsche gegen Spanien bei der EM 2012.

    Und ich bin immer noch dabei zu realisieren, dass Sportschau, Sport-Studio, Wontorra, SportClub und alles andere ohne den HSV über die Bühne gehen. Das kommt mir immer noch unwirklich und wie ein schlechter Traum vor.

    Und ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll, wenn ich lese, dass eine nicht kleine Zahl an Leuten Mitglieder werden oder ihre Kündigung zurückziehen. Ist das Realitätsverweigerung? Liebesbekundung? Fanatismus?

    Keine Ahnung. Aber es fühlt irgendwie auch nicht schlecht an, gerade jetzt Anhänger dieses Vereins zu sein. Wie schon seit Mitte der 80’er. Wenige Hochs und unzählige Tiefs miterlebt und durchlitten zu haben. Teil dessen zu sein, was diesen Verein wirklich ausmacht. Klingt kitschig, aber es ist ein Teil des Lebens.

    Und das hört mit so einem Abstieg nicht auf.

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