Werte schaffen, Werte vernichten! (Norddeutsche Marktwertspielereien)

Marktwertentwicklungen bei transfermarkt.de werden ja immer genauestens verfolgt und sind unmittelbar nach Veröffentlichung überall in aller Munde.

Na dann, wollen wir uns auch mal ein wenig an diesen Zahlenspielereien beteiligen. Die absoluten Zahlen haben erfahrungsgemäß bezüglich der tatsächlich gezahlten Ablösen nur einen sehr begrenzten Aussagewert, die Entwicklungen haben allerdings schon einen gewissen Aussagewert dahingehend, dass man sehen kann, ob sich Spieler drezeit gerade gut machen, im eigenen Verein gefragt sind oder aber auch nicht. Durch zunehmendes Alter oder durch Verletzungen bedingte Entwicklungen sind davon in der Regel auszunehmen.

Schauen wir mal, wie sich die Marktwerte bei den 3 Nordvertretern in dre 2. Liga so entwickelt haben. Für den HSV etwas ausführlicher, für den FC St. Pauli und Holstein Kiel bleibt es bei einer jeweiligen Rangliste der Gewinner und der Verlierer der Hinrunde 2018/19.

Betrachtet wird dabei in erster Linie die Entwicklung in absoluten Zahlen:

Hamburger SV

Neben den Gewinnern Douglas Santos, Rick van Drongelen und David Bates, konnte auch Neuzugang Khaled Narey seinen Marktwert steigern, ebenso Julian Pollersbeck und auch Bakery Jatta schwimmt auf der Erfolgswelle und mit einer 50% Marktwertsteigerung in die anstehenden Vertragsverhandlungen.

Gewinner:</caption style=“width:90%; margin: 0 auto;“>
Rang NameDouglas Santos Entwicklung Marktwert
Gold: Douglas Santos + 2,5 Millionen 7,5 Millionen
Silber: Rick van Drongelen + 1,5 Millionen 4,5 Millionen
Bronze David Bates + 1,1 Millionen 2,0 Millionen

 

Unveränderte (bescheidene) Marktwerte wurden für Sakai, Holtby, Lasogga und Janjicic notiert. Moritz und Steinmann sind klare Verlierer des Trainerwechsels, genau wie Ito, der in der 2. Liga überhaupt noch nicht zu überzeugen wusste, genau wie letztlich auch der vielgepriesene Jungstar Fiete Arp, der von sich selber in geschliffenstem Mediendeutsch ja unlängst anführte, dass er noch viele lernen müsse. Er soll sich damit mal beeilen. Es könnte sonst schon bald zu spät sein.

 

Verlierer:
Rang Name Entwicklung Marktwert
Gold: Jann-Fiete Arp – 3,5 Millionen 4,0 Millionen
Silber: Kyriakos Papadopoulos – 1 Million 4,0 Millionen
Bronze Tatsuya Ito – 500 Tausend 1,5 Millionen

 

Betrachtet man die prozentuale Marktwertentwicklung, dann nimmt David Bates mit einer Steigerung von satten 122% die Spitzenstellung ein und auf der Gegenseite bleibt es beim Marktwertflop Fiete Arp, der auch die Rangliste der prozentualen Verluste mit 46,7% anführt.

Bei den Leihspielern ist es so, dass von den geliehenen Spielern sowohl Lacroix als auch Hwang recht deutliche Marktwerteinbußen hinnehmen mussten. Hwangs Marktwert sank um stolze 2,5 Mio um ein Drittel auf jetzt 5 Mio und der von Lacroix um 250 k (14,3%) auf derzeit 1,5 Mio

Beide sind nie wirklich angekommen in Hamburg, Hwang trotz vieler Einsätze bisher leider nicht wirklich und on sich das nach seiner Teilnahme am Asien Cup ändern wird, dürfte mehr als zweifelhaft sein.

Anders verhält es sich bei Orel Mangala, der bereits unter Christian Titz, aber noch mehr unter seinem Ziehvater Hannes Wolf zu gefallen wusste. Den VfB Stuttgart wird es erfreuen, dass Mangala innerhalb der vergangenen 6 Monate seinen Marktwert um 2,2 Mio (ebenfalls 122%) auf nun 4 Mio steigern konnte.

4 Mio alleine beträgt gar die Marktwertsteigerung eines verliehenen HSVers, nämlich die von Filip Kostic, der jetzt auf 10 Mio taxiert wird, was den HSV allerdings nur bedingt freuen wird, denn zum einen ist er noch für ein weiteres Jahr ausgeliehen und zum anderen gibt es eine festgeschriebene Ablösesumme von 6,5 Millionen, die die SGE nur bezahlen müsste. Davon ab, würde der größte Teil aus einem Transfererlös bei Kostic ohnehin in der Schatulle von Klaus-Michael Kühne landen.

Der Marktwert von dem an Hannover 96 ausgeliehenen Bobby Wood liegt unverändert bei 3,0 Millionen, damit aber um 1,0 Million höher als er unmittelbar nach dem Abstieg des HSV taxiert wurde. Auch Finn Porath zeigt sich in der 3. Liga bei Unterhaching stabil. 275 Tausend stehen dort weiter für ihn zu Buche, gegenüber 200 Tausend zu der Zeit als er den HSV Richtung München verließ.

Unter den 25 ‚most valuable players‘ der 2. Liga sind 11 Spieler vom Hamburger Sportverein. Neben 10 Kölnern, können lediglich der Dresdner Koné, die beiden Störche Kinsombi und Schindler und der Paderborner Klement in diese Phalanx der Bundesligaabsteiger eindringen.

 


FC St. Pauli

Für einen Sankt Paulianer findet sich dort erwartungsgemäß – trotz der erstaunlich guten Tabellenplatzierung kein Platz. Während Douglas Santos mit 7,5 Millionen der derzeit marktwertstärkste Spieler des HSV ist, kommt der wertvollste FCSP Spieler Marvin Knoll gerade mal auf das Niveau des heruntergestuften Tatsuya Ito. Der aus Regensburg gekommene Knoll, konnte seinen Marktwert in der Hinrunde immerhin um 20% auf nun 1,5 Millionen steigern und zählt damit hinter Jeremy Dudziak, Christopher Avevor und Philipp Ziereis zu den Gewinnern bei den Kiezkickern.

Gewinner:
Rang Name Entwicklung Marktwert
Gold: Christopher Avevor + 350 Tausend 1,25 Millionen
Silber: Jeremy Dudziak + 350 Tausend 1,25 Millionen
Bronze Philipp Ziereis + 300 Tausend 1,0 Millionen

 

Während Buchtmann, Veermann, Buballa, Himmelmann, Zander, Diamatakos, Allagui und Schneider ihren Marktwert halten konnten, mussten immerhin 7 Spieler (den erst kürzlich verpflichteten Alex Meier lassen wir bei dieser Betrachtung mal aussen vor) Marktwerteinbußen verzeichnen, keine dramatischen zwar, aber das war bei den ohnehin eher bescheidenen Martkwerten der Boys in Brown ohnehin nicht zu erwarten.

 

Verlierer:
Rang Name Entwicklung Marktwert
Gold: Cenk Sahin – 200 Tausend 800 Tausend
Silber: Waldemar Sobota -150 Tausend 500 Tausend
Bronze Johannes Flum -100 Tausend 300 Tausend

 

Prozentual betrachtet ist Innenverteidiger Florian Carstens der große Gewinner. Plus 140% stehen für ihn zu Buche, Marktwert von 125 auf 3000 Tausend gesteigert. Und auch der Japaner Ryo Miachi konnte seinen Marktwert steigern, nämlich verdoppeln (+100%)

 


Holstein Kiel

Holstein Kiel ist neben dem Aufsteiger aus Paderborn und dem Jahn aus Regensburg einer der größten Gewinner der Hinrunde. Insbesondere Kinsombi und Schindler konnten im Wert massiv zulegen, aber auch Janni Serra hat inzwischen bewiesen, dass er eine echte Bereicherung für die 2. Liga sein kann, was sich in der Bewertung positiv niederschlägt.

Gewinner:
Rang Name Entwicklung Marktwert
Gold: David Kinsombi + 1,75 Millionen 3,0 Millionen
Silber: Janni Serra + 1,25 Millionen 2,0 Millionen
Bronze Kingsley Schindler + 1,0 Millionen 3,0 Millionen

 

Verlierer gibt es in Kiel natürlich auch. Zu ihnen gehört ganz sicher Steven Lewerenz, der den Verein inzwischen ja auch in Richtung Magdeburg verlassen hat. In erster Linie betrifft die negative Marktwertentwicklung natürlich jene Spieler, die bei Trainer Walter ins zweite Glied gerückt sind:

Verlierer:
Rang Name Entwicklung Marktwert
Gold: Stefan Thesker – 200 Tausend 500 Tausend
Silber: Masaya Okogawa – 150 Tausend 550 Tausend
Bronze Patrick Herrmann – 150 Tausend 400 Tausend

 

Prozentual betrachtet ist Dominic Peitz der größte Verlierer, dessen Marktwert um die Hälfte auf inzwischen nur noch 150 Tausend gefallen ist, der aber mit seinen 34 Jahren bei den Störchen ohnehin nur noch nebenher (mit)läuft. Größter Gewinner ist Janni Serra mit einem Zuwachs von 166%.


Der abschließende Blick auf die Gesamtmarktwertentwicklung der 3 norddeutschen Zweitligaklubs sieht die Störche ebenfalls klar vorne. Verglichen mit dem Wert zum Ende der Sommertransferperiode konnten die Kieler ihren Marktwert von 14,9 Millionen auf inzwischen 19,65 Millionen um etwa ein Drittel erhöhen und das bei einer um 2 Spieler verringerten Kadergröße von aktuell 26 Spielern.
Damit bestätigt sich auch hier der Eindruck, dass in Kiel mit Umsicht und Nachhaltigkeit gearbeitet wird und zwar unabhängig von den jeweiligen Sportchefs oder Trainern.

Holstein ist damit inzwischen auch am FC St. Pauli vorbeigezogen, der seinen Marktwert zwar auch steigern konnte, allerdings nur moderat von 16,5 auf 17,45 Millionen, wobei auch noch zu berücksichtigen ist, dass die Kiezkicker inzwischen mit einem Spieler mehr gelistet werden (Kadergröße: 30). Neuzugang Alex Meier schlägt hier mit 500 Tausend zu Buche, die fairerweise bei einem Vergleich in Abzug gebracht werden müssten.

Der HSV hat in der Hinrunde bei gleichbleibender Kadergröße von 33 Spielern ein Minus von 2,5 Millionen zu verzeichnen. Er wird aktuell ’nur‘ noch mit 55,9 Millionen (58,4) taxiert.

Diese Zahlen zugrunde gelegt, mag man ermessen, welch vergleichsweise exzellente Arbeit am Millerntor und im Ostssestadion Holstein-Stadion [Anm: Sorry, das kommt davon, wenn man nebenbei schaut, was in Rostock gerade so los ist, wo in den letzten Jahren ja alles andere als exzellent gearbeitet wurde und alles auch und gerade in der Nachwuchsarbeit wieder den Bach runter ging.] geleistet wird, aber gut das wäre jetzt wieder ein anderes Thema und das Geld keine Tore schießt – zumindest nicht, wenn man es verbrennt und sinnlos aus dem Fenster wirft – diese Erkenntnis dämmert allmählich ja auch an der Sylvesterallee. Es wird Zeit, endlich wieder Werte zu schaffen!

9 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    danke für die mühen, wobei mich selbst die zahlen(spielereien) nicht zwingend interessieren. die tendenzen sind aber durchaus diesen vergleich wert.

    man muss mal allerdings konstatieren, dass die merktwerte beim HSV nach dem abstieg ins unterhaus automatisch fallen und auch noch weiter fallen werden.

    das war ja auch der grund, warum der vfb stuttgart die werners, kostic‘ und rüdigers per sofort nach dem abstieg veräußerte, weil so noch reibach gemacht werden konnte. ein jahr später hätte man sicherlich mindestens 1/3 weniger an ablösen kassiert.

    so wird der HSV für santos ganz sicher auch keine 20mio – vermutlich nicht einmal 15mio – für den brasilianer erhalten, wenn er nächsten sommer verkauft werden MUSS…

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  2. Krischan1887Krischan1887

    Moin,
    Bei den HSV Werten sind ein paar Fehler drin. Im Oktober gab es bereits eine Veränderung der Marktwerte.
    Hwang zB kam mit einem Marktwert von 10 Mio und liegt jetzt bei 5,0
    Bates ging mit 0,4 Mio in die Saison und liegt jetzt bei 2,0 Mio. Das sind die Zahlen, die ich schnell mal überschlagen habe.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Jo, das ist wohl möglich. Die Änderungen bei den Spielern beziehen sich ja auch auf die jeweils letzte Periode. Der Gesamtmarktwert hingegen bezieht sich auf das Ende der Sommertransferperiode.

      Traue keiener Zahl, die du nicht selbst gefälscht hast 😉

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  3. Krischan1887Krischan1887

    Sorry, aber die 58,4 Mio sind auch falsch…

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  4. Krischan1887Krischan1887

    Trotzdem falsch..

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Dann beschwer dich bei Transfermarkt oder komm hier mit anderen Zahlen. Ich bin ja gerne bereit mich zu korrigieren.

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  5. Krischan1887Krischan1887

    Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil… Der Marktwert zum Transferschluß lag tatsächlich bei 58,4 Mio Euro. Trotzdem ist da zu berücksichtigen, dass die Marktwerte von Steinmann und Narey nach 3 Spielen um insgesamt 1,45 Mio angehoben wurden. Eine Abwertung bei anderen Spielern gab es während dieser Zeit nicht.

    Hinzu kommt, dass: „Durch zunehmendes Alter oder durch Verletzungen bedingte Entwicklungen sind davon in der Regel auszunehmen.“

    Hier müsste man Hunt, Papa, Jung und Samperio rausnehmen: Marktwertverlust: 2,0 Mio Euro

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  6. WORTSPIELERWORTSPIELER

    die genauen zahlen sind SC-hall und rauch. the trend is your friend.

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