Offener Brief an den Vorstandsvorsitzenden der HSV AG

[– GASTBEITRAG VOM WORTSPIELER –]

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Auch wenn der Hinweis vermutlich ein wenig spät erscheint, da ihn die wenigsten User lesen werden: Mein “offener Brief” ist bereits kurz nach Veröffentlichung beim HSV angekommen. Soviel zum Thema: “Was glaubst Du damit zu erreichen?”

Ferner bin ich mitnichten anonym, sondern via verifizierter E-Mail-Adresse zu kontkatieren. Mein seit über15 (!) Jahren währendes Pseudonym ist in der hamburger (Amateur-)Fußballszene bekannt, und ich mache kein Geheimnis um meine Person. Die jeweiligen Blog- und Forenbetreiber haben stets meine realen Kontaktdaten und meinen Klarnamen, kennen mich zumeist sogar persönlich. Übrigens, dass gerade diejenigen User bekannte Klarnamen missbrauchen, die diese immer wieder einfordern, ist indes bezeichnend, aber ggf. immer durch rechtliche Schritte sanktionierbar.

Die Verlinkung und das Teilen des “offenen Briefes”  auf unterschiedlichen Plattformen war weder abgesprochen noch initiiert von meiner Seite, ist aber Sinn und Zweck des Internets. Stichwort: “hyper-hyper”-Links. Soviel zum Formalen.

Nun zum Inhaltlichen: Als dieser “offene Brief” gedacht und erstellt wurde, war die BILD-Schlagzeile nullkommanull Thema, so dass dieser “offene Brief” weder vom Boulevard beeinflusst noch sonstwie gefördert wurde. Es ist schlichtweg meine Interpretation des HA-Interviews mit KMK. Dies könnte man auch so verstehen, wenn man sich mit dem Inhalt des “offenen Briefes” auseinandersetzte, denn dort wird die BILD-Schlagzeile mit keiner Silbe erwähnt. Der typische Beissreflex der duchkühnisierten HSV-Welt machte sich aber mal eben seine eigene Welt, ohne überhaupt zu verstehen, wie der “offene Brief”  gemeint war.

Ich habe weder Heribert Bruchhagen zum Rücktritt aufgefordert, wie die Zeilen verstanden werden wollten, noch habe ich mich ausschließlich auf das Alter des Vorstandsvorsitzenden bezogen, denn es gab im HA-Interview weit mehr als einen Satz zur “Übergangslösung”. Und das ist dann zwar meine Interpretation, aber wer glaubt, dass KMK seine Worte nicht wohlüberlegt einsetzt, der irrt gewaltig. Zumal ein solches Interview i.d. Regel ja auch vor Veröffentlichung abgenommen wird. Ich möchte meine eigene Interpretation nun gar nicht weiter interpretieren und/oder wiederholen, habe aber erstens festgestellt, dass es inhaltlich kaum “Contra” gab, so dass ich offensichtlich so falsch nicht gelegen habe, und dass Kühnes Worte und Taten der letzten Jahre stets nach dem Muster folgten: öffentliche Kritik – öffentliche Abneigung – öffentliche Demontage – Ende. Diesen Hintergrund blenden viele Anhänger wissentlich aus, wenn sie den “offenen Brief” missinterpretieren. Dieser [ Hintergrund ] ist aber belegbar im Gegensatz zu vielen anderen Bahuptungen und vermeintlichen Gegenargumenten.

Und wer die Passagen  Kühnes zu den gesammelten HSV-Verantwortlichen in der Lage ist zu verstehen, was nicht einmal zwischen den Zeilen erfolgen muss, der wird erhellt durch die mangelnde Wertschätzung des “flüchtig Bekannten” Bruchhagens, während der Trainer + SpoDi die aktuellen Marionetten sind. Erstaunlich für jemanden, der selbst von sich sagt, “keine Ahnung von Fußballgeschäft” zu haben und noch erstaunlicher für jemanden, der “keinen Einfluss” nehmen – und genommen haben – will, dem selbst die  aktuellen/ehemaligen HSV-Verantwortlichen widersprochen haben.

Letzter Punkt: Die Kernaussage meines “offenes Briefes” war, dass ICH Heribert Bruchhagen in zwei Fällen größten Respekt zollen würde: Entweder totale Emanzipation von Kühne oder – bedingt durch frühere Aussagen und Handlungen von HB selbst – der Rücktritt als Beweis seiner Überzeugung. DAS war der Tenor und somit vollkommen unabhängig einer BILD-Schlagzeile.

Mit sportlichen Grüßen
WORTSPIELER

P.S. Dürrenmatt empfehle ich dennoch den meisten Lesern unabhängig, ob sie meiner Meinung sind oder nicht.

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Offener Brief an den Vorstandsvorsitzenden der HSV AG

Sehr geehrter Herr Bruchhagen,

selten zuvor – vermutlich niemals in der Bundesliga-Historie – wurde ein „Retter“ so bloß gestellt und mit Verachtung gestraft wie Sie in diesen Tagen. Das heute veröffentlichte Interview mit respektive von Klaus-Michael Kühne im Hamburger Abendblatt ist mehr als eine Ohrfeige für Ihre Arbeit im letzten halben Jahr. Sicherlich in gewissen Punkten auch plausibel und nachvollziehbar, denn hierfür lieferten Sie auch etliche Anhaltspunkte durch widersprüchliches Handeln zu den Werten, wofür Sie jahrelang eingetreten waren und wofür Sie bei den vorherigen Stationen standen. Am Ende aber steht der Klassenerhalt. Und dieser Erfolg wird durch die heutigen Aussagen torpediert. Wesentlich schlimmer indes, die Zukunft wird nicht nur beeinflusst, sondern massiv gesteuert. Und das alles „ohne (direkte) Einflussnahme“. Beachtlich.

Der Kampf für dieses Ziel hat Sie in Mitleidenschaft gezogen, aber Sie haben das geschafft, was eben nicht selbstverständlich war. „Liebe ohne Leiden“ gibt es aber wohl nicht? Doch wie sieht Ihre Zukunft aus?

Mit Verlaub, ich verstehe bis heute nicht, warum Sie sich diese unlösbare Aufgabe im Dezember letzten Jahres zugemutet und aufgehalst haben. Auch ihre emotionale Bindung („Mitglied seit über 25 Jahren“) zum Hamburger Sport-Verein darf keine Ausrede sein, denn der Status-quo und die aktuelle Entwicklung darf mitnichten als Überraschung gesehen werden. Der Prozess läuft im Prinzip seit der Ausgliederung in immer größer werdenden Schritten und bleibt auch denen nicht verborgen, die keine Insider sind.

Der HSV ist an allen Ecken und Enden gläsern. Wer in der Lage ist, 18+60 zusammenzuzählen, wer in der Lage ist, zwischen den Zeilen zu lesen, wer in der Lage ist, faktische Aussagen (Stichwort: „Sanierungsfall“) der HSV-Verantwortlichen in der Vergangenheit und Gegenwart in einen Gesamtkontext einzuordnen, der MUSS erkennen, dass der HSV längst kein Tanker mehr auf großer weiter See ist. Der HSV ist ein alter Regional(schach)zug, der nicht einmal mehr auf dem Abstellgleis steht, denn die Schienen wurden bereits feinsäuberlich entfernt.

Vor etlichen Monaten, um genau zu sein, vor fast genau zwei Jahren, schrieb ich vor der Relegation gegen den Karlsruher SC, dass der HSV vielleicht die Klasse hält, aber bereits längst abgestiegen sei. Nach weiteren zwei Jahren fühle ich mich bestätigt, denn der HSV hat keine Prinzipien, der HSV lässt sich öffentlich vorführen, und dem HSV fehlt die Zukunft.

Diese Zukunft spricht Ihnen ausgerechnet der einzige „strategische Partner“ der HSV AG nunmehr ab. Der Retter Bruchhagen wird als „Übergangslösung“ denunziert. Was inhaltlich [ Stichwort: Zeit ] sogar richtig sein mag, ist ein gewaltiger Affront und vermutlich darin begründet, dass Sie versuchen (wollen), sich selbst und ihren Prinzipien treu zu bleiben. Dass Klaus-Michael Kühne aber keine Unabhängigkeit duldet, stellt keine Neuigkeit dar. Im Gegenteil, wer ihn nicht liebt, bekommt die Abneigung des „Gönners“ zu spüren – selbstverständlich ohne Einflussnahme. So geschehen im heutigen HA-Interview, dessen Zeitpunkt natürlich kein Zufall ist, sondern den der Aktionär selbst bestimmte. Die Literatur muss dabei nur geringfügig umgeschrieben werden: Statt „Der Besuch der alten Dame“ muss es heißen: „Zu Besuch beim alten Herren“ – Und die Medien bedanken sich artig, dass das „Sommer-Drama“ Stoff für Tage und Wochen liefert. Märchen waren gestern.

Man begleitet. Man hinterfragt lieber nicht. Man stimmt sogar stillschweigend zu. Man sollte allerdings hinterfragen. Sie sollten indes (sich) hinterfragen. Lassen Sie sich wie eine Schachfigur des leidenschaftlichen Schachspielers hin- und herschieben? Genügt Ihnen die Rolle des Bauern(-Opfers) in diesem perfiden Schach(er)spiel? Sind Sie bereit, nur in vorgegeben Feldern agieren zu wollen?

Wiederholt stellt sich Klaus-Michael Kühne im HA-Interview als derjenige hin, der beim HSV keinen Einfluss nehmen könne und wolle. Und genau dies erinnert an Claire Zachanassian aus dem Dürrenmatt-Drama, die den Bewohnern der Stadt Güllen auch freie Hand lässt, das „Problem“ zu lösen. Es gibt so viele unglaubliche Parallelen, dass man meinen müsse, dass Klaus-Michael Kühne und der HSV die größte Inszenierung der Theatergeschichte proben. Der „Besuch der alten Dame“ endete mit dem Tod(t) des Protagonisten. Natürlich war es kein Mord. Es war das „Schicksal“, das es so wollte. Kein Einfluss von Außen. Keine Vorteilsname. Von Nichts und Niemanden. Selbstredend.

Und wie positionieren Sie sich nun in diesem Drama? Machen Sie das (Laien-)Spielchen weiterhin mit? Lassen Sie den Einfluss, den Klaus-Michael Kühne nach wie vor zu bestreiten versucht, obwohl längst das Gegenteil bewiesen wurde, weiterhin zu oder entdecken Sie den HSV (endlich) neu? Es ist die vermutlich letzte Chance, den HSV zu emanzipieren, eine neue Philosophie zu etablieren. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber es ist der einzige, der den HSV vor dem endgültigen Zerfall retten kann.

Wenn Sie keine klare Kante zeigen können, wollen oder Ihnen die Kraft dazu fehlte, kann Ihre (!) Konsequenz nur sein, das Stopp-Schild hochhalten und die Verantwortung abzugeben. Ein Rücktritt wäre die logische Folge Ihrer Worte und Taten, für die Sie stehen (wollen). Und dabei geht nicht um Eitelkeiten und Machterhalt, sondern um Glaubwürdigkeit und die Chance, den HSV-Sonderzug wieder auf Schienen zu stellen. Für den einen wie den anderen Weg würde – nicht nur – ich meinen Respekt zollen, gehen Sie aber wie bisher den vermeintlichen „Wischi-Waschi“-Zwischenweg à la „Sie wissen ja, was wir vorgefunden haben“, „So habe ich das früher nicht gemeint“ und „In der aktuellen Situation sind uns die Hände gebunden“, dann wird aus dem „Retter Bruchhagen“ der „Bretter-Bruchhagen“. Was das bedeutet können Sie ja mal bei Ihrem Chef Gisdol nachfragen…

Mit sportlichen Grüßen
WORTSPIELER

17 Kommentare

  1. slobocop plusslobocop plus

    bäms

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  2. flashbax

    Meinen Respekt hätte er im Falle eines Rückzuges.
    Frage mich immer mehr, ob das wirklich noch mein Verein ist. Meine Freude über späte Rettungen lässt auch immer mehr nach, aber es gibt ja Gott sei dank noch andere Sportarten.

    Antworten
  3. Dylan1941Dylan1941

    Besuch der alten Dame? Ein Nussknacka kommt nicht nur in den Weihnachtstagen…..

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  4. GVGV

    Es ist zu hoffen, dass er geht. Leider ! Und mit deutlichen Worten.
    Das würde einer nicht ganz unwesentlichen Größenordnung unter den Fans und Mitgliedern bestätigen, dass ihre bisher unter dem Alltagsdruck des Abstiegskampfes verdrängten Befürchtungen zutreffen.
    Kühne würde in deutlich schlechterem Licht dastehen, der fadenscheinigen Maske des Gönners beraubt.
    Bliebe die Frage nach seiner Reaktion in einem solchen Szenario.

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    1. ky

      GV, Kühne wird an seinem Plan festhalten, und ein neuer Vorstandsvorsitzender nach seinem Gusto wird gefunden.
      Mich würde eher interessieren, wieviel Provision Herr Beiersdorfer von Herrn Kühne zusätzlich erhalten hat – denn Beiersdorfer hat den Kühne-Plan ja excellent umgesetzt – viel Geld schnell und unsinnig verbrennen, damit die Abhängigkeit sich exponentiell vergrößert…

  5. ky

    Nochmals zur Klarstellung:
    Ein wirklicher Gönner würde dem HSV helfen, sich zu entschulden.
    Nehmen wir mal kolportierte 115 Mio. Euro Verbindlichkeiten an.
    Dann würde man umschulden, auf eine Bank, mit dem Bürgen KMK.
    Mit guten Beziehungen müsste sich Folgendes erreichen lassen:
    4% Zins, bei 3% jährlicher Tilgung.
    Nach 18 Jahren wäre der HSV schuldenfrei, und müsste jährlich dafür 8,05 Mio. Euro aufbringen, ergo 6,67% vom Umsatz (bei 120 Mio.). Das sollte machbar sein, gelle, Herr Wettstein?
    Also, KMK, wenn Sie der Gönner sind, für den sie sich feiern lassen, dann machen Sie es so.
    Andernfalls sind sie ein übler Spekulant, der den HSV sukzessive übernehmen will.

    Im Fall 1 hätten Sie meine Hochachtung, im Fall 2 werden wir Leute finden, die ihresgleichen es zurück zahlen…

    Antworten
  6. Aradia

    Moin ihr Lieben,
    nur mal so.
    Ich bin freiwillig hier und die Abendblatt-Moderatoren konnten
    ein befreiendes Seufzen, bei meiner Abmeldung nicht unterdrücken.
    :mrgreen:
    Aufgrund einer lustigen Beleidigung sollte ich zukünftig von der
    Matzschen Prüfungskommision auf meine Texte geprüft und das
    Live-Gefühl damit genommen werden.
    Von daher LIEBER JU AUS QU sind hier nicht nur Zellennutzer
    sondern auch Normalos, mit engeren Kontakten zum HSV
    wie du dir nur erträumen, könntest. :-)
    .
    Heribert ist für mich die Beruhigung die der HSV brauchte um nicht
    hysterisch unter zu gehen. Er sagte selbst, dass seine Zeit begrenzt ist.
    Von daher ist die Aussage von KMK nichts aussergewöhnliches.
    Gisdol ist erst einmal okay wegen seiner flexiblen Art und er hört auch zu.
    Aber besser als Bruno ist er auch nicht.
    Aber die Hauptschuld an dem istzustand trägt der sportliche Direktor.
    Er hat die Spieler gekauft/eingestellt. Und wenn man da Fehler macht
    wackelt ein ganzer Verein.
    .
    Der HSV schafft es nicht eine Führungsperson zu finden weil zu viele
    mit reden wollen. Die Legenden winken ab weil sie ihr aufgebautes
    Leben nicht auf Spiel setzen wollen und Jungmanager trauen es sich
    nicht zu.
    Von daher muss der Sportdirektor endlich eine funktionierende
    Mischung finden, und dann bessern sich andere Dinge von selbst.
    .
    Und Michi kann endlich ernten. :lol:
    .
    .

    Antworten
  7. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

    +++ aktualisiert +++ aktualisiert +++ aktualisiert +++

    Auch wenn der Hinweis vermutlich ein wenig spät erscheint, da ihn die wenigsten User lesen werden: Mein “offener Brief” ist bereits kurz nach Veröffentlichung beim HSV angekommen. Soviel zum Thema: “Was glaubst Du damit zu erreichen?”

    Ferner bin ich mitnichten anonym, sondern via verifizierter E-Mail-Adresse zu kontkatieren. Mein seit über15 (!) Jahren währendes Pseudonym ist in der hamburger (Amateur-)Fußballszene bekannt, und ich mache kein Geheimnis um meine Person. Die jeweiligen Blog- und Forenbetreiber haben stets meine realen Kontaktdaten und meinen Klarnamen, kennen mich zumeist sogar persönlich. Übrigens, dass gerade diejenigen User bekannte Klarnamen missbrauchen, die diese immer wieder einfordern, ist indes bezeichnend, aber ggf. immer durch rechtliche Schritte sanktionierbar.

    Die Verlinkung und das Teilen des “offenen Briefes” auf unterschiedlichen Plattformen war weder abgesprochen noch initiiert von meiner Seite, ist aber Sinn und Zweck des Internets. Stichwort: “hyper-hyper”-Links. Soviel zum Formalen.

    Nun zum Inhaltlichen: Als dieser “offene Brief” gedacht und erstellt wurde, war die BILD-Schlagzeile nullkommanull Thema, so dass dieser “offene Brief” weder vom Boulevard beeinflusst noch sonstwie gefördert wurde. Es ist schlichtweg meine Interpretation des HA-Interviews mit KMK. Dies könnte man auch so verstehen, wenn man sich mit dem Inhalt des “offenen Briefes” auseinandersetzte, denn dort wird die BILD-Schlagzeile mit keiner Silbe erwähnt. Der typische Beissreflex der duchkühnisierten HSV-Welt machte sich aber mal eben seine eigene Welt, ohne überhaupt zu verstehen, wie der “offene Brief” gemeint war.

    Ich habe weder Heribert Bruchhagen zum Rücktritt aufgefordert, wie die Zeilen verstanden werden wollten, noch habe ich mich ausschließlich auf das Alter des Vorstandsvorsitzenden bezogen, denn es gab im HA-Interview weit mehr als einen Satz zur “Übergangslösung”. Und das ist dann zwar meine Interpretation, aber wer glaubt, dass KMK seine Worte nicht wohlüberlegt einsetzt, der irrt gewaltig. Zumal ein solches Interview i.d. Regel ja auch vor Veröffentlichung abgenommen wird. Ich möchte meine eigene Interpretation nun gar nicht weiter interpretieren und/oder wiederholen, habe aber erstens festgestellt, dass es inhaltlich kaum “Contra” gab, so dass ich offensichtlich so falsch nicht gelegen habe, und dass Kühnes Worte und Taten der letzten Jahre stets nach dem Muster folgten: öffentliche Kritik – öffentliche Abneigung – öffentliche Demontage – Ende. Diesen Hintergrund blenden viele Anhänger wissentlich aus, wenn sie den “offenen Brief” missinterpretieren. Dieser [ Hintergrund ] ist aber belegbar im Gegensatz zu vielen anderen Bahuptungen und vermeintlichen Gegenargumenten.

    Und wer die Passagen Kühnes zu den gesammelten HSV-Verantwortlichen in der Lage ist zu verstehen, was nicht einmal zwischen den Zeilen erfolgen muss, der wird erhellt durch die mangelnde Wertschätzung des “flüchtig Bekannten” Bruchhagens, während der Trainer + SpoDi die aktuellen Marionetten sind. Erstaunlich für jemanden, der selbst von sich sagt, “keine Ahnung von Fußballgeschäft” zu haben und noch erstaunlicher für jemanden, der “keinen Einfluss” nehmen – und genommen haben – will, dem selbst die aktuellen/ehemaligen HSV-Verantwortlichen widersprochen haben.

    Letzter Punkt: Die Kernaussage meines “offenes Briefes” war, dass ICH Heribert Bruchhagen in zwei Fällen größten Respekt zollen würde: Entweder totale Emanzipation von Kühne oder – bedingt durch frühere Aussagen und Handlungen von HB selbst – der Rücktritt als Beweis seiner Überzeugung. DAS war der Tenor und somit vollkommen unabhängig einer BILD-Schlagzeile.

    Mit sportlichen Grüßen
    WORTSPIELER

    P.S. Dürrenmatt empfehle ich dennoch den meisten Lesern unabhängig, ob sie meiner Meinung sind oder nicht.

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  8. slobocop plusslobocop plus

    wenn man nach der anzahl der kommentare hier geht, dürfte der offene brief ja eigentlich nur von 6 leuten überhaupt wahrgenommen worden sein. 1) weiß ich, dass dem nicht so ist und 2) wundere ich mich, dass der shitstorm auf facebook und twitter groß ist, obwohl man doch ganz einfach hier (quasi an ort und stelle) seine wie auch immer geartete meinung dazu kundtun und sogar direkt mit dem autor darüber diskutieren könnte. anstattdessen werden dann aber lieber diejenigen bepöbelt, die diesen beitrag in den sozialen medien teilten oder zitierten. liegt wahrscheinlich daran, dass es dort anonymer zugeht.

    Antworten
  9. pietkunz

    Ja, Wortspieler – Du liegst vermutlich richtig.
    Was Kühne von Bruchhagen und vor allem Todt hält – nämlich NICHTS.
    Das Kuriose ist ja aber – Kühne liegt mit seinen Einschätzungen immer komplett richtig!
    Ob der Drittligamanager Kreuzer, ob kein Glaube an Slomka, ob Skepsis gegenüber Bruno, ob die Überforderung Didis – Kühne spricht einem doch aus`m Herzen!
    Und mal ehrlich – wer hätte eigentlich wirklich Bock auf einen HSV unter Heribert Bruchhagen und Jens Todt – ICH jedenfalls nicht.
    Aber nach dem Didi-Desaster scheint man ja anspruchslos geworden zu sein…

    Apropos “Didi-Desaster”…
    Wie kommt man in der HSV-Sekte eigentlich auf den Trichter, auf Kühne rumzuhacken, wenn dieser Didi Beiersdorfer es doch höchst persönlich gewesen ist, der hier alles, aber auch wirklich ALLES, in Schutt und Asche gelegt hat.
    Was hat Kühne denn damit noch zu tun!?
    Wie ist das paradox, wenn einige doch durchaus die Unfähigkeiten und Misswirtschaften eines Beiersdorfers sehr wohl erkennen, aber im selben Atemzug letztlich doch nur wieder auf Kühne rumhacken.
    Ja was oder wer denn nun!?
    Typisch HSV, finde ich – in der wohlig stallgerüchig eingerichteten Wagenburg immer schön vom eigenen Dilettantismus ablenken und zur Neutralisation des eigenen Versagens lieber mit Dreck auf die finsteren Fremdlinge da aus der ungeheuerlichen Außenwelt schmeißen!
    Wie geht man beim HSV denn um mit jenen Leuten, die von außen kommend schneidig diesen Mehltau mal durchbrechen und Leistung einfordern wollen – ja, schäbig!!
    Ob Bernd Hoffmann, Bernhard Peters, Karl Gernandt, Klaus-Michael Kühne – sie werden mit Argwohn, Misstrauen, Verschwörungsgespinste, Häme, Teer und Federn nur so überschüttet – während der geliebte Geisterfahrer Didi auf seinem selbst fabrizierten kollateralen Schrotthaufen neben Schulterklopfen seiner naiven Opfer auch noch wieder fleißig Millionen-Abfindungen einstreichen und sich angesichts des Kühne-Bashings ins Fäustchen lachen kann.

    Würde Kühne denn nicht auch junge, erfolgshungrige Talente wie auch einen Arp befürworten?
    Muss man seine Bereitschaft, punktuell verheißungsvolle Star-Akteure einbauen zu lassen, fortwährend als “er versaut uns mit seinem Geld” beschmähen, bloß weil frustrierenderweise in Wirklichkeit die verantwortlichen HSV-Protagonisten vor sich hingraupen und seit Jahren nix auf die Kette kriegen?
    War es nicht Kühnes Seite, die einen Kostic für weit zu teuer hielt? Hat nicht Didi trotzig trotzdem und ohne jegliches Verhältnis zum Geld wieder mal sein eigenes Ding gemacht?
    Ist ein von Kühne privat teuer bezahlter Berater Struth, über dessen Qualifikationen die HSV-Blinsen nur träumen können, nicht deshalb abgehauen, weil ein sektenhaft gestütztes Irrlicht wie Beiersdorfer beratungsresistent ist?
    Erwartet Kühne(wie gerade wieder gelesen) nicht auch ein eigenständiges Haushalten bei der Festsetzung der Spielergehälter, während Didi ungesühnt den Vorbereitungsverweigerern, ausschließlich im Kraftraum trainierenden Karriere-Verschlusern oder bocklosen Huntlangern oder brotlosen Alibi-Duracellisten die Taschen zumilliont…?

    Guckt euch doch mal an, welche Graupen hier in den vergangenen Jahren die Geschicke leiten und reihenweise die Chancen vermasseln dürfen, die Kühne dem HSV im Sinne einer marktgerechten Wettbewerbsfähigkeit unermüdlich bietet!
    Uninspirierte Ruhe-Reinbringer geben sich mit planlosen Geldverpulverisierern die Hand – und dass die beim KSC sogar lieber einen Kreuzer mit Handkuss oder in Frankfurt gleich drei Kreuze machen, ist hier gut genug auch wieder egal – Hauptsache, Kühne ist schuld.
    Hätte man von all der Kohle, die jährlich in wahllos und einfältig zusammengeramschte Kader reingestopft wird, nur einmal wenigstens auch in einen Spitzentrainer, Spitzenmanager und hart durchgreifenden Spitzen-Unternehmer als Boss investiert… Und mal einen richtigen Fußballfunktionär mit Durch- und Weitblick im AR anstatt durch Schlupflöcher jetzt wieder reinkriechende Not-For-Sale-Genossen wie Dr. Peters, ab Herbst auch Westphalen & Bagage…

    Was ist ein vor Innovation, Sachverstand und gesundem Bauchgefühl strotzendes Interview eines in der Weltwirtschaft etablierten Schwergewichts wie Kühne für eine Wonne gegen das hilflose Gestammel eines Beiersdorfer, das selbstverliebte Getüdder eines Bruchhagens oder die “Ich-weiß-von-nix”-Predigten eines nach wie vor zum Bütelsprachrohr Didis verkümmerten Jens Todt.

    Kühne ist zu hoch für den HSV.
    Im Umgang mit ihm sind sie überfordert.
    Kerle, die ihm das Wasser reichen, und die er sich hier sogar wünschen würde, hat der HSV nicht zu bieten.
    Deshalb ist Kühne gehalten, die Kontrolle zu wahren, was sie ihm als “Einmischen” und “Macht ausüben” übel nehmen.
    In ihrer Überforderung fängt die Sekte an zu schreien und will bockig lieber alles wieder selber machen. Neutralisiert, dass Kühne ihnen in ihrer selbstverschuldeten Not durch Abnahme ihrer Anteile das Leben rettete – ja, unter dem Begriff der “feindlichen Übernahme” stiehlt sich`s leichter aus der Verantwortung und lenkt vom Dilettantismus ab, schärft die Selbstgefälligkeit.
    Didi hat das HSVPlus-Konstrukt mit der Axt zerschlagen.

    Antworten
    1. ky

      Piet, was den Verein und seine Vereins-Meier angeht, bin ich völlig bei Dir – fehlendes Spitzenpersonal mit entsprechender Erfahrung UND Haltung fehlt hier seit langem an allen Ecken und Kanten.
      ABER: Sie Dir mal meinen Post oben an, und erkläre mir, warum der wirtschaftlich so kompetente Herr Kühne dem HSV nicht zuallerest hilft, sich zu entschulden. Das ist im Turnaround-Management nämlich das erste Gebot, überall in der Wirtschaft!

      Stattdessen jahrelanges, unwürdiges Geschacher um Bewertungen, Anteilstausch gegen Darlehen, kurzfristige Liquiditätsspritzen, etc. Ist das wirklich der “edle” Gönner oder ein geschickter “Dealer”, der seine Drogen immer nur dann hergibt, wenn der Abhängige gar nicht mehr weiter weiß, wohlwissend, das der “Süchtige” immer wieder ankommen wird, weil er – der Verein – es aus eigener Kraft nicht besser kann? Und – wenn die Spieler und ihre Verträge denn soviel zu teuer sind, wie Du auch bei Kostic meinst, dass das Herr Kühne genau so sieht, ja warum in Dreiteufelsnamen hat sein Adlatus Herr Gernandt das als ARV nicht verhindert?

      Nichts ist, wie es scheint.
      Das Versagen von Beiersdorfer und Co. ist sicherlich augenfällig, aber ob Herr Kühne nicht genau solche Figuren braucht, um den ganzen Laden billig zu übernehmen?

  10. ky

    Jetzt schreibt da drüben doch dieser Journalisten-Simulant Marcus Scholz tatsächlich, er hätte die “Fehler” des Herrn Beiersdorfer immer sofort angesprochen, im Blog wie persönlich…
    So viel Chuzpe muss man erstmal haben, seine “Leser” so zu verar……

    Der Typ scheint seine eigene Vergangenheit, seine Blogs nicht mehr zu erinnern.
    Aber wenn sein Zieh-Vater Dieter Matz beim HSV “Legenden-Betreuer” wurde, dann möchte MS wahrscheinlich Pressesprecher beim HSV werden…
    Es ist so erbärmlich, auf welchem Niveau-Limbo die Hamburger Sportjournaille unterwegs ist.
    Ein Großteil des Niedergangs des HSV ist hausgemacht, mit vielen Irren und Wirren. Aber den Rest dazu hat die Hamburger Sportpresse beigetragen, egal ob Mopo, Bild, Welt oder HA. Habt Ihr eigentlich gar keinen Anstand in Eurem “Beruf”? Wahnsinn…

    Antworten
    1. PaderbornerPaderborner

      Sorry ky, ich wüsste nicht was das mit dem offenen Brief von Worty zu tun hat und deine Besessenheit mit dem “Matz ab” Blog nervt!

  11. ky

    Paderborner, dann lies mal meine 3 Beiträge hier zuvor, u.a. habe ich auch Pietkunz um Antwort gebeten…

    Die Ursachen des HSV-Niedergangs seit den Spät-80zigern haben verschiedenste Ursachen (habe ich hier mal früher alle erläutert, Seeler und der 12er AR, Hunke und der SC, Trainer wie Möhlmann etc.) aber eines bleibt unbestritten – der Anteil der Hamburger Medien.
    Bobby Wood schiesst 5 (in Worten fünf) Tore und ist jetzt der Heilsbringer, der sofort eine Vertragsverlängerung mit verdoppelten Bezügen haben muss. In Augsburg oder Mainz würden sie sagen: Deine Torquote ist schlecht, und Du willst mehr Gehalt? Geh zum Arzt!

    Aber, wir sind ja in Hamburg, wo die HSH Nordbank vormacht, wie man den Steuerzahler für 14 Mrd. Euro in Haftung nimmt, was sind da 98 Mio. Verluste des HSV in den letzten 5 Jahren? Und 18% verscherbelte AG-Anteile ohne nennenswerte Verbesserung?

    Nein, es muss endlich Schluß sein mit Tagträumern und Realitätsverweigeren. Leistungsorientierung auf allen Ebenen, Schluß mit Ausreden und Beschönigungen.
    Die “Hamburger Krankheit” wird schon in Lotto’s Hymne deutlich – alles gestrig, als würde Italien besingen, dass sie vor 2.000 Jahren mal halb Europa beherrschten…

    Wie man aus wenig viel macht, beweisen der SC Freiburg, Mainz, etc. Wie man aus viel wenig macht, beweisen der HSV, Wolfsburg, S04 und neuerdings Leverkusen…

    Antworten
    1. PaderbornerPaderborner

      Na ja, solltest dir trotzdem mal überlegen den Chat zu bereichern, da gibt es Gleichgesinnte. ;)

      Zum Thema, Kühne hat das sagen, das sollte den meisten mittlerweile klar sein, er wird entscheiden wo’s lang geht. Wem’s gefällt oder nicht … ich fühle mich aber weiterhin gut unterhalten vom HSV und darauf kommt es ja letzt endlich an. :)

  12. ky

    Ich nochmals. Wer hat eigentlich den “honorigen” Dr. Andreas Peters in den AR gewählt?
    Ach, stimmt, der wurde gar nicht gewählt, sondern vom Ehrenrat in den Aufsichtsrat geschoben von Jens Meyer etc. Super, läuft…
    .
    Solange in den verantwortlichen Positionen nur “Absahner” und Möchte-gern-Manager sitzen, wird sich nichts ändern. Gar nichts. Die stellen ihr eigenes Wohl über alles (hinlänglich bekannt aus der Politik etc.). Der HSV bräuchte sehr fähige Manager, die den Sanierungsfall betrachten wie er ist: EIN großer Sanierungsfall.
    Für Politik und Ränke-Spiele ist leider gerade gar keine Zeit… scheint aber Hafen-Meyer (Landeskonzern) und Notar (lebt immer von stattlichen Gebühren) Peters irgendwie “wurscht” zu sein. Tja, irgendwann ist mir (und vielen anderen) dann der HSV “wurscht” – viel Erfolg in Liga 2,3, oder 4. Ich gehe jetzt zu Altona 93, die kicken zwar auch nicht besser, aber mit Leidenschaft…

    Antworten
  13. WORTSPIELERWORTSPIELER (Beitrag Autor)

    aus aktuellem anlass: q.e.d.

    man ersetze “HA-interview” mit “sat1-regional”-interview. die enteierung ist größer denn je…!

    Antworten

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