Pflichtspielauftakt(e) gelungen – der Nachwuchs macht es besser!?

Besser als für die Profis lief es am vergangenen Wochenende für den Nachwuchs beim Start in die neue Saison. Wengleich auch hier nicht alles Gold war was glänzte, es also noch längst nicht rund läuft, so konnten die U17, die U19 sowie die U21 der Rothosen zumindest allesamt Siege einfahren und 3 Punkte auf ihrem Haben Konto verbuchen. Doch der Reihe nach:

Pflichtspielauftakt für die U19

Trainer Daniel Petrowsky setzte zum Saisonauftakt auf eine Mischung von Neuen und Etablierten. So standen mit Innenverteidiger Daniel Owusu (kam zu dieser Saison vom FC St. Pauli) und Dominic Cyriacks (ZM/Werder Bremen) zwei externe Neuzugänge sowie mit Jonas David (DM) ein Neuzugang aus der eigenen U17 in der Startelf. Ansonsten setzte der Coach der U19 auf Altbewährtes (Von dem aus der U17 aufgerückten jüngeren Jahrgang (2000er) absolvierten Josha Vagnoman und Jann-Fiete Arp ja bereits in der letzten Saison einige Spiele für die A-Junioren der Rothosen.

Angeführt von Kapitän Aaron Opoku ging es zum Saisonauftakt gegen den Aufsteiger aus Niendorf. Gut 200 Zuschauer, das Gros von der Kollau, wollten das Debüt des NTSV in der A-Junioren Bundesliga an der Hagenbeckstraße erleben. Sie sahen einen schwungvoll agierenden HSV, der gleich zeigen wollte, wer Herr im eigenen Haus war.

Bereits nach drei Minuten, die erste Großchance durch Fiete Arp, der nach Pass von Torben Isermann allerdings knapp rechts am Tor vorbei zielte. Das hätte eigentlich das 1:0 sein müssen. Aber auch so dauerte es keine 10 Minuten, bis die Rothosen mit 1:0 in Führung gingen. Nach einem langen Schlag aus der Abwehr von Patric Pfeiffer setzte sich Fiete Arp durch und stocherte den Ball über die Linie. Überhaupt war Arp der aufälligste Akteur auf dem Platz in den Anfangsminuten und der kompletten ersten Hälfte. Präsent, willig, handlungsschnell und zielstrebig mit gutem Blick für die Räume und die Nebenleute und immer bemüht, das Spiel schnell zu machen. Hier hebt er sich deutlich positiv von seinen Nebenleuten ab.

In der Folge des 1:0 versuchte der HSV gegen sichtlich überforderte Niendorfer weiter nach vorne zu spielen, fiel dabei aber immer wieder durch einen nachlässigen, ja flusigen Spielaufbau auf, bei dem sich vor allem Neuzugang Owusu, immerhin (zeitweiliger) U17 Nationalspieler hervortat. Und auch der in letzter Zeit häufig von vielen über den grünen Klee gelobt Patric Pfeifer wirkte im Aufbau fehlerbehaftet und sehr hölzern.

So musste der Rothosen Nachwuchs bis zur 40. Minute warten, bis nach einem Foul (na, an wem wohl? natürlich) an Jann-Fiete Arp Marco Drawz einen Freistoß direkt verwandelte. 2:0, das war auch der Pausenstand.

In der 2. Hälfte gehörte die erste Chance den Niendorfern, die es allerdings fertigbrachten, einen Freistoß aus gut 20 Metern um Toresbreite rechts am Tor ‘vorbeizuzirkeln’ (48.). Nicht wesentlich besser machte es auf der Gegenseite Aaron Opoku, der nach einem Sprint über das halbe Feld von David klug in Szene gesetzt wurde, aber vor dem Tor der Niendorfer kläglich vergab.

Überhaupt wirkte der HSV nach dem Wechsel noch unkonzentrierter, nachgerade schläfrig in seinen Aktionen und so kamen die Niendorfer auf, erzielten nach einer gelungenen Kombination in der 54. Minute gar einen Treffer, der aber zurecht wegen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Nur eine Minute später die nächste dicke Chance für den NTSV, als Niendorfs auffälligster Spieler (sowohl was Licht als auch Schatten anbelangte) Edward Pfister nach einem katastriphalen Abspielfehler von Owusu alleine auf Keeper Schauer zulief um den Ball dann schließlich doch lieber zu vertändeln als rechtzeitig abzuziehen.

Der HSV jetzt nach hinten im Schlafmodus und nach vorne zu hektisch, ungenau und ohne jedwede Übersicht. “Bringt mal Ruhe rein!” herrschte ein sichtlich unzufriedener Fiete Arp seine Mitspieler an und gab seinerseits Gas in dem er sich in der Defensive die Bälle eroberte und versuchte seine Nebenleute gut in Szene zu setzen. Ausser einem exzellenten Vertikalpass, den der gestartete Opoku nur um Haaresbreite verfehlte, kam aber auch nichts Zählbares dabei raus.

Der HSV konnte sich diese Nachlässigkeiten leisten, denn die Niendorfer, zwar besser im Spiel als in der ersten Hälfte, waren insgesamt zu ungefährlich, um den HSV ernsthaft herauszufordern. Ab der 68. Minute gabe dieser noch einmal kurzzeitig Gas. Bei einer Ecke segelt Pfeiffer, in aussichtsreicher Position stehend, am Ball vorbei. In der 70. Minute prüft Opoku Niendorfs Keeper Jendrzej mit einem Freistoß, den dieser – mittig über die Mauer aufs Tor gezogen – aber über den Querbalken lenken konnte. Die anschließende Ecke von links landet auf dem Kopf von Fiete Arp, der aber rechts verzieht. Zwei Minuten später hat wiederum Arp die Entscheidung auf dem Fuß, scheitert aber nach einem von Opoku schnell ausgeführten Freistoß am glänzend reagierenden Niendorfer Schlußmann (73.).

Danach war Schluss für Fiete und der HSV versank in kollektivem Tiefschlag, was zur Folge hatte, dass der NTSV nach einem unkonzentriert und zu kurz gespielten Abspiel von HSV Keeper Schauer nach Rückpass Pfeiffer den Ehrentreffer erzielen konnte. Edward Pfister reagierte am schnellsten, erlief den Ball und ließ Schauer beim anschließenden Schuß keine Chance. (84.)

Die Niendorfer witterten unter dem Beifall ihres mitgereisten Anhangs noch einmal Morgenluft, brachten die Rothosen in den verbeleibenden Minuten mächtig ins schwimmen, konnten am Ende allerdings keinen zählbaren Erfolg mehr verbuchen.

Fazit: Letztlich ein ungefährdeter Sieg im ersten Spiel der Saison, gegen einen zu harmlosen Aufsteiger. Gegen einen Gegner wie Leipzig, Hertha oder Bremen reichen derartige Leistungen nicht. Das weiß auch Trainer Petrowsky, der sich zwar zufrieden mit den 3 Punkten zeigte, nicht aber mit der Spielweise seiner Jungs. “Es war deutlich zu sehen, dass noch nicht alles rundläuft”, sagte er nach dem Spiel. Dem ist an dieser Stele nichts hinzuzufügen.

Besser machen kann es die U19 schon am morgigen Mittwoch wenn der sicherlich stärkere VfL Wolfsburg auf der Wolfgang-Meyer-Anlage gastiert.

Statistik:
HSV U19 – NTSV U19 3:1 (2:0)

Aufstellung: Bennett Schauer – Josha Vagnoman, Daniel Owusu, Patric Pfeiffer, Torben Isermann – Jonas David, Maximilian Geißen – Marco Drawz (75. Tobias Fagerström), Dominic Cyriacks (65. Ole Wohlers), Aaron Opoku (C) – Jann-Fiete Arp (80. Erolind Krasniqi).

Im Kader: Kevin Harr (TW), Izzet Isler, Lukas Pinckert.

Tore: 1:0 Fiete Arp (8.), 2:0 Marco Drawz (39.), 3:0 Aaron Opoku (75.), 3:1 Edward Pfister (84.)

Pflichtspielauftakt für die U17

Pflichtspieldebüt für Pit Reimers als U17 Coach. Und zwar mit Erfolg. Am Ende stand ein 3:0 über Dynamo Dresden auf dem Spielberichtsbogen.

Auch hier fiel ein früher Führungstreffer, der dem Team Sicherheit gab. Der ungarische Neuzugang Peter Beke, der erst kürzlich die Spielberechtigung erhielt, aber bereits seit Anfang Juli mit dem Team die Vorbereitung absolvierte, stand nach einem Freistoß richtig und drosch den Ball humorlos, unhaltbar für Dresdens Keeper Kiefer.

Der Brustlöser war das allerdings nicht. Zwar dominierten die Hamburger in der Folge das Spiel, aber Dresden verteidigte geschickt und ließ nur wenige echte Chancen zu, von denen Valentin Zalli die beiden besten in der 25. und 30. Minute leider liegen ließ, so dass es mit der 1:0 Führung nach 40 Minuten auch in die Halbzeitpause ging.

Nach dem Wechsel belohnten sich die Rothosen für ein zum Teil sehr überlegtes Offensivspiel. In der 53. Minute machte es Zalli besser als in der 1. Hälfte und netzte zum 2:0 ehe Lenny Borges bereits in der 60. Minute per Strafstoß (an ihm selbst verursachter Foulelfmeter) das 3:0 und damit bereits den Endstand erzielte. Weitere gute Möglichkeiten wurden leichtfertig vergeben. An der Chancenverwertung darf und muss noch gearbeitet werden, ansonsten darf Coach Pit Reimers mit seinen zusammen mit ihm aus der U16 gekommenen Jungs allerdings zufrieden sein. Und das war er dann auch. “Das haben wir zum Start klasse gemacht. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft!” lautete sein Fazit nach dem Spiel.

Am Mittwoch geht es bereits weiter für die HSV U17. Dann steht das Gastspiel bei Union Berlin an.

Satistik:
HSV U17 – Dynamo Dresden U17 3:0 (1:0)

Aufstellung: Fynn Hegerfeldt – Lenny Borges, Saibo Ibraimo (47. Arian Khodabakhshian), Tom Muhlack, Brooklyn Ezeh – Erjanik Ghubasaryan – Valentin Zalli, Jonah Fabisch (66. Amorin), Anssi Suhonen, Bryan Hein (62. Justin Jaeger) – Peter Beke (69. Oguzhan Mascalci).

Im Kader: Jakob Gundermann, Valentin Brandis, Japhafter Asare.

Tore: 1:0 Beke (6.), 2:0 Zalli (53.), 3:0 Borges (60./Foulelfmeter)

Pflichtspielsieg für die U21

Kein Pflichtspielauftakt, sondern bereits der 3. Spieltag stand für die U21 der Rothosen an, die die Partie beim Schlusslicht Hildesheim, der Schießbude der Liga ebenfalls siegreich bestreiten konnte.

In der lange Zeit vom HSV überlegen geführten Partie, versäumten es die Hamburger allerdings wie gehabt, ihre Chancen effektiv auszuspielen und in Zählbares umzumünzen. So haben sie sich dann noch selbst in Schwierigkeiten gebracht und Tom Mickel (zusammen mit Porath und Janjicic von den Profis gekommen) musste noch zweimal Kopf und Kragen riskieren, um dem HSV in der Endphase der Partie die 3 Punkte zu sichern.

Die Tatsache, dass die U21 nach 3. Spieltagen mit 2 Siegen und einem Remis noch ohne Niederlage ist und hinter den Wolfsburgern auf Platz zwei rangiert, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier noch längst nicht alles rund läuft. In der Defensive noch zu anfällig und nach vorne im letzten Drittel zu ungenau und vor dem Tor nicht effektiv genug. Das kommt einem irgendwie bekannt vor, es zieht sich von den Profis hinunter bis zur U17.

Hoffen wir für die U21, dass sich der höhere Trainingsumfang bei Christian Titz und die größere Detailfixiertheit demnächst auszahlen wird, denn wenn man sich einmal die Aufstellung vom Wochenende anschaut mit Mickel, Porath, Janjicic, Steinmann, Knöll, Gouaida sowie dem quirligen Ito, dann sollte man mehr als ein gewichtiges Wort in der Regionalliga Nord mitsprechen können.

Statistik:
3. Spieltag VfV Borussia 06 Hildesheim – HSV U21 0:2(0:1)

HSV: Mickel – Behounek (55. Mundhenk), Haut, Giese, Seo – Steinmann – Gouaida, Janjicic (73. Ambrosius), Porath, Ito (79. Kwarteng) – Knöll.

Weiter im Kader: Behrens, van den Berg, Stark, Njie.

Tore: 0:1 Porath (45.), 0:2 Knöll (60.)

1 Kommentar

  1. ky

    Danke, HL, dass Du Dich auch wieder dem Nachwuchs annimmst, wenn es bei der Buli-Truppe ja auch wenig Positives zu vermelden gibt… :-)
    .
    Dein bezahlter (?) Blog-Nachbar hat heute – sehr zu recht – das wenig persönliche Training bei der Star-Truppe angemahnt. Kein individuelles Training, keine Technik-Trainer, kein Eigen-Engagement. Wie sieht das eigentlich bei den anderen Bundesligisten aus? Haben die Individual-Trainer oder Technik-Trainer? Wäre ggf. mal was für einen Gast-Blogger…

    Antworten

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