Platz 17 gefestigt…

Machen wir es kurz. Das 1:1 vor der Minuskulisse von 46.000 Zuschauern am heutigen Abend war letztlich mehr als ich erwartet habe, hatte ich im Vorfelde doch auf ein 2:0 für Hannover gesetzt.

Dieses 2:0 hatten die 96er allerdings auf dem Fuß. Lange Zeit sah es nach dem 13 Spiel ohne eigenen Treffer aus. Letztlich sorgte dann ein Standard von Salihovic doch für den Ausgleich. Filip Kostic schob den Ball am zweiten Pfosten über die Linie und rettete wenigstens einen Punkt.

Will man es positiv sehen:

  • der HSV ist wieder einmal (zum zweiten Mal unter Trainer Bernd Hollerbach) nach einem Rückstand zurückgekommen
  • Platz 17 wurde gefestigt, der Vorsprung auf den 18. Köln ausgebaut.
  • der Relegationsplatz ist nach wie vor in Schlagdistanz
  • der rettende Platz 15 ist nur drei Punkte, einen Sieg entfernt
  • mit der Dreier-/Fünferkette wirkt der HSV defensiv insgesamt stabiler
  • die Mannschaft zeigt Reaktion, Willen und Herz

Will man es realistisch sehen:

  • die Einwechslung weiterer Offensivspieler verpufft wirkungslos, weder Arp nochIto vermögen es Akzente zu setzen.
  • Ohne Hunt (und Salihovic) geht im Spiel nach vorne gar nichts mehr
  • der HSV erarbeitet sich zu wenig Chancen und nutzt die wenigen nicht effektiv
  • Mathenia ist nicht der Torwart, der dem HSV mal ein Spiel rettet, daran ändern auch 2-3 gute bis sehr gute Aktionen in einer Partie nichts, wenn dann immer wieder haltbare Fernschüsse nicht pariert werden
  • ein Gegentreffer reicht, um dafür zu sorgen, dass der HSV keinen Dreier einfährt
  • Platz 17 wurde gefestigt, der Rückstand auf den Relegationsplatz hat sich vergrößert

Insgesamt ist das, was derzeit auf dem Spielfeld zu sehen ist nicht erstligareif und man darf skeptisch sein, ob es Hollerbach gelingt, daran noch rechtzeitig etwas zu ändern. 7 Siege sollten es aus den letzten 13 Partien schon werden, um die Klasse sicher zu halten. 21 Punkte?! Eine ziemlich unrealistische Einschätzung, wenn man einmal einen Blick auf das Restprogramm mit lediglich noch 6 Heimspielen wirft:

Das Restprogramm des HSV:

  • Borussia Dortmund (A)
  • Bayer Leverkusen (H)
  • Werder Bremen (A)
  • Mainz 05 (H)
  • Bayern München (A)
  • Hertha BSC (H)
  • VfB Stuttgart(A)
  • Schalke 04 (H)
  • TSG Hoffenheim(A)
  • SC Freiburg (H)
  • VfL Wolfsburg (A)
  • Eintracht Frankfurt (A)
  • Borussia Mönchengladbach (H)

Nun, es sind immerhin noch etliche Spiele gegen die direkten Konkurrenten zu absolvieren. Wobei ja gerade die vermeintlichen Spiele auf Augenhöhe das größere Problem für den HSV darstellen.

Ich bleibe dabei: es wird in dieser Saison nicht reichen und selbst wenn doch, was dann???

7 Kommentare

  1. GVGV

    “und selbst wenn doch, was dann?”
    —————–
    Ja, dann käme die nächste Grusel-Saison …
    Es erscheint mir höchst seltsam, sich so etwas wünschen zu wollen.

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ja, es ist seltsam, sich noch mit diesem Klub zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Als Sportler, habe ich allerdings immer die Chancen gesehen und versucht das Unmögliche möglich zu machen. Rein punktetechnisch ist der Zug ja definitiv noch nicht abgefahren.

  2. Prof. VitzliputzliProf. Vitzliputzli

    Der HSV ist die spielerisch schlechteste Bundesligamannschaft seit ca. 6 Jahren. In diesen Spielzeiten haben die Absteiger nicht nur engagiert sondern zudem gefälliger und strukturierter agiert, sei es Braunschweig, Freiburg, Ingolstadt oder auch Darmstadt gewesen. Aktuell sieht es bei Köln, Werder oder Mainz nicht anders aus. Jeder noch so einfache Pass beim HSV wirkt angestrengt und wenn die Spieler nur ansatzweise in Bedrängnis geraten, ist an eine Passfolge überhaupt nicht zu denken und der Ball wird wie gewohnt schon nach vorne gedroschen. So etwas wie eine Spielkultur ist nicht zu erkennen und kann man unter Hollerbach wohl zumindest für den Rest der Saison auch nicht mehr erwarten. Wahrscheinlich darüber hinaus auch nicht…

    Antworten
    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      ich kann das gejammer über fehlende spielerische mittel beim HSV nicht mehr ertragen. natürlich, für > 50mio pro jahr könnte man mehr erwarten, aber es weiss nun auch der letzte fussi-interessierte, dass beim HSV nicht nach qualität bezahlt wird.

      ich sehe es ähnlich, dass selbst die direkte konkurrenz in dieser saison – wie auch in den letzten spielzeiten – ganz anders auftritt und wesentlich attraktiveren sport bietet als der HSV. wen ich mir kölns leistung am freitag gegen den BVB angucke, oder mainz auftritt gegen die bayern und selbst bremens glücksdreier – allerdings defensiv-taktisch hervorragend – auf schalke, dann wirkt das wie eine andere sportart und nicht so zufällig wie das HSV-gegurke.

      ich persönlich habe auch nichts gegen “wir-haben-keine-andere-lösung-und knallen-den-ball-nach-vorne-bevor-wir-uns-hinten-selber-einen-reinmarmeln”, aber das ist ja nicht das mittel, sondern die hilflosigkeit. im abstiegskampf oder in phasen der unsicherheit ist das also durchaus legitim; ggf. auch eine ganze saison lang. bloß dann muss das auch erkennbar von der mannschaft umgesetzt werden, sprich auf “2. bälle” gehen und als mannschaftsverbund nachschieben. doch die herren profis inkl. der übungsleiter haben ja vollkommen abgehobene ansprüche an sich selbst und trainieren das spiel des großen HSV, vor dem die gegnerschaft zu kapitulieren hat. dieser nimbus ist indes lange aufgebraucht. niemand hat mehr angst vor dem “brett”…und die meisten trainer wissen, worauf sie sich verlassen können: bißchen geduld, und der HSV macht schon seine fehler. mal ist es der TW, mal ist der abschlusschwache sturm, zumeist ist es aber die mannschaft als ganzes, die ohne achse und die ständig wechselnden spieler auf den zentralen positionen nullkommanull automatismen aufweist, die im (modernen) fußball aber mehr als die halbe miete sind. wenn zudem dann mehr belastungsgesteuert als trainiert wird, dann kann sich auch nichts entwickeln – und schon gar nicht spielerisch…!

    2. 1887Breisgau1887Breisgau

      Kein Tempo, kein Spiel ohne Ball, keine bzw kaum Torabschlüsse, das einzige erkennbare “System” sind nach vorne gebolzte Bälle. Einzelne muss man nicht mal nennen, weil kaum einer BL-Niveau zeigt. Seit 5,5 Jahren glaubst Du es geht nicht noch schlechter als in der vorherigen Saison und doch schaffen es die Herren “Profifußballer” immer noch einen draufzusetzen. Dazu diese legendären Führungskräfte, wo einer nach dem anderen seine Inkompetenz beweist. Sollen sie absteigen, ich bleibe ja HSV’er, alle anderen Gründungsmitglieder sind auch irgendwann mal abgestiegen, vielleicht gibt es dann mal wieder Fußballspiele der Rothosen, die diesen Namen auch verdienen.

  3. Rehbusch

    Es gibt nicht viele Gewinner des HSV-Untergangs. Ich würde auf jeden Fall Kühne, Didi, Herrilein, Struth, Lasogga, Hilke, Don Lambertus, Kreuzer, Averell, Wood, Hunt, Hahn und Holtby dazu zählen. Sicherlich sind es noch ein paar mehr. Was auf jeden Fall feststeht ist, dass der HSV in der heutigen Verfassung und Besetzung nichts in der 1. Bundesliga zu suchen hat. Das AG-Gebilde ist schon nach kurzer Zeit marode und sämtliche Führungspositionen sind mit überforderten Zeroperformern besetzt, die nur ein Ziel haben: Vor dem Abstieg noch die eigenen Taschen so voll wie möglich zu machen.
    .
    Auch andere Teams (Dortmund, Leverkusen, Gladbach und Hoffenheim) sind dem Abstieg nur knapp entronnen – haben sich danach aber schnell gefangen und sind gestärkt daraus hervorgegangen. Das ist in Hamburg nicht möglich. Solange Hunke im Dopa (wer hat den eigentlich eingeladen?) Politik machen darf, solange der AR notwendige Personaldebatten entgleisen lässt und solange die unsägliche Beziehung zu Kühne nicht ein klares Profil erhält, solange also nicht alle an einen Schwengel fassen, ist der HSV nicht bundesligatauglich. Die spannende Frage bleibt, ob sich diese ganze Scheiße in der vierten Liga noch fortsetzen würde. Es spricht einiges dafür, denn die “Raute im Herzen” bleibt der Streitpunkt (Wer hat denn die größte?) und scheint sämtliche Verhaltensweisen zu sanktionieren bzw. vernünftigen Denkanstöße zu torpedieren. Verschiedene Interessengruppen werden auch weiterhin versuchen wollen, sich gegenseitig hinter die Fichte zu führen. Es ist aussichtslos. Nur der HSV.

    Antworten
    1. ky

      Jo, Rehbusch, so ist das. Gibt aber noch mehr Namen, die sich beim HSV die Taschen voll machen, ohne nennenswerte Gegenleistung.
      Die große Geschäftstelle, die die Trainingslager jahrelang durch eine externe Agentur (gegen Bezahlung) organisieren ließ, und danach bei eigenständiger “Organisation” letzten Sommer komplett versagte…
      Der unkündbare Cardoso, der sich seit Jahren ohne nennenswerte Deutschkenntnisse von Position zu Position schieben lässt.

      Die Spieler steigen nicht ab, die steigen nur um. Zumeist dann ablösefrei, was ihr Handgeld nochmals erhöht.

      Der Untergang begann mit der Präsidentschaft Hunkes (90-93), und dem Aufstieg der Abt. SC zur Hausmacht. Hunke zog danach die “Strippen”, ob im AR oder über den Beirat, der SC hat Hoffmann/Krauss gestürzt.
      Fragen? Keine.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>