Plötzlich in der ersten Reihe…die Youngsters des HSV

3mal Schipplock (in 45 Minuten), 3mal Bahoui und 2mal Waldschmidt, fertig war das standesgemäße 8:0 gegen den Verbandsligisten Schackendorf aus Schleswig-Holstein.

Festzuhalten bleibt, dass Lasogga wieder nicht getroffen hat, dass Mickel wie gestern bereits angedeutet im Tor stand, ein Oschkenat herangeführt wurde und die Youngsters auf ihre Einsatzzeiten kamen.

Jene Youngsters, die der HSV noch vor kurzem in einem bahnbrechenden Porträt bei HSV Total vorgestellt hat. Dadurch wissen wir nun auch, wer wie schnarcht und dass die Jungs nervös sind…detaillierte Informationen über den sportlichenWerdegang der 4 Musketiere Köhlert, Behounek, Porath und Ronstadt runden dieses gelungene Stück der vereinseigenen Medienkunst ab. Zudem erfahren wir, dass die Jungs bereits in der U21 zusammen gespielt haben, sie sind ihrer Zeit eben weit voraus, deswegen dürfen sie ja auch mit den Profis trainieren.

SV Schackendorf – Hamburger SV 0:8 (0:2)

Aufstellung Hamburger SV:
Mickel – Sakai (46. Diekmeier), Cleber, Spahic, Ostrzolek (46. Köhlert) – Hunt (59. Behounek), Porath (64. Oschkenat) – Bahoui, Gregoritsch (46. Ronstadt), Waldschmidt – Lasogga (46. Schipplock)

Tore:
0:1 Bahoui (21.), 0:2 Bahoui (39.), 0:3 Schipplock (50.), 0:4 Waldschmidt (54.), 0:5 Schipplock (73.), 0:6 Schipplock (76.), 0:7 Waldschmidt (86.), 0:8 Bahoui (88.)

8:0 Kantersieg gegen Verbandsligist Schackendorf – die Tore

Nun, die Spieler waren es zufrieden, der Trainer ebenso und die knapp 3.000 Zuschauer schienen auch auf ihre Kosten gekommen zu sein. 9 Punkte und 28:1 Tore – das liest sich toll, fast wie bei den Bayern in der Liga. Da kann man konstatieren, dass der HSV auf einem guten Weg ist. So früh in der Saisonvorbereitung hat man schon Oberliganiveau erreicht und jetzt kommen ja noch die Nationalspieler und die Neuverpflichtungen. Es könnte also durchaus klappen mit einem Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen einen Drittligisten, wenn…ja wenn, der nicht wieder aus dem Osten käme.

Aber, clever wie die Hamburger Hanseaten nun einmal sind, man hat ja für Freitag noch ein Testspiel gegen einen DDR-Drittligisten angesetzt. Die Hansa Kogge soll als Sparringspartner und Prüfstein dienen. Wir werden sie versenken. Nur der HSV!


P.S. Man soll mir ja nicht nachsagen, dass…also:

Finn Porath (19):

Finn Porath

Finn Porath

… hat das Fussballspielen übrigens in einem Lübecker Keller begonnen, beim SF Herrnburg dann erste Vereinsluft geschnuppert und kam über den VfB Lübeck im Jahre 2010 zum Hamburger SV. Unter Christian Wück absolvierte er 9 Länderspiele für die U16 und später 14 Spiele für die Deutsche U17, für die er auch bei der EM 2012 auf 3 Einsätze kam. Porath spielt meist im offensiven Mittelfeld oder auf den Flügeln. Bei der Nationalmannschaft wurde er überwiegend als Linksaußen eingesetzt. Zu seinen Stärken, gehört die Schnelligkeit, physisch wie auch mental. Sein letztes U-Länderspiel (28 Minuten) bestritt er im Mai 2014 eben bei jener EM beim 1:0 Sieg gegen Portugal, auf die damalige Frage, wo er sich in fünf Jahren sähe, antwortete er damals: “Naja, ich hoffe mal in der Bundesliga!” Nun, Bruno Labbadia scheint durchaus grosse Stücke auf ihn zu halten, so dass sich sein Traum schon bald verwirklichen könnte.


Jonas Behounek (18):

Jonas Behounek

Jonas Behounek

…der Rechtsverteidiger, kam als 98er Landesmeister aus ‘Kaki’ von der Kaltenkirchener Turnerschaft über Eintracht Norderstedt zum HSV, für den er seit 2012 kickt. Sein U19 Trainer Daniel Petrowsky sieht Behouneks Stärken in der Offensive, speziell im Flankenspielund beschreibt ihn als jemanden, den eine hohe Lernbereitschaft auszeichnet und der auf dem Platz sehr gute Lösungen findet. Für ihn stehen 6 U16-N11 Freundschaftsspiele unter Stefan Böger zu Buche, davon 2 über die komplette Distanz. Zuletzt stand Behounek auf Abruf für das Länderspiel der U18 gegen Irland bereit, gehört hier immerhin zum erweiterten Kader. Bereits zum Ausklang der letzten Saison wirkte er in einigen Testspielen mit, wurde dort allerdings nicht auf seiner Stammposition eingesetzt. Das Trainingslager in Graubünden war der bisherige Höhepunkt seiner HSV-Karriere, die sich in der kommenden Saison wohl in erster Linie in der Regionalliga bei der U21 abspielen dürfte.


Frank Ronstadt (18):

Frank Ronstadt

Frank Ronstadt

…der in Hamburg geborene Deutsch-Ghanaer ist einer von etlichen Spielern bei den Rothosen, die ihre Grundlagenausbildung beim Stadtrivalen St. Pauli genossen haben. Seit 2011 schnürt Ronstadt die Stiefel für den HSV. Dabei wurde er zuletzt im rechten Mittelfeld der U23 eingesetzt, für die er in der Regionalliga Nord in 8 Spielen zwei Assists beisteuern konnte. Ronstadt ist flexibel einsetzbar, spielte bereits im Mittelfeld, auf den Flügeln sowie auf der Aussenverteidigerposition. Auch er hat eine Karriere bei den U-Nationalmannschaften vorzuweisen: 2 Einsätze unter Christian Wück als RV bei der U16, 2 Einsätze bei der U17 (ebenfalls unter Christian Wück) als RV sowie zuletzt im November 2015 ein 3minütiger Kurzeinsatz bei der U19 unter Markus Sorg. Für die derzeit laufende U19 EM wurde Ronstadt allerdings nicht berücksichtigt. Die Tatsache, dass der HSV mit ihm einen – wie es heute so schön heisst – polyvalenten Spieler in seinen Reihen hat, könnte seine Chancen bei Trainer Bruno Labbadia erhöhen. Dennoch dürfte auch seine nähere Zukunft sich im Umfeld von Dirk Kunerts U21 abspielen.


Mats Köhlert (18):

Mats Köhlert

Mats Köhlert

…wird von Bruno Labbadia derzeit als LV getestet und galt lange Zeit als das größte Talent in den Reihen der Hamburger. Vom SC Sperber über Eintracht Norderstedt Norderstedt führte ihn sein Weg ebenfalls zum Nachwuchs der Kiezkicker, bevor er 2013 eine Rothose wurde. Köhlert hat von allen Youngstern, die momentan mit den Profis trainieren die wohl größte N11 Karriere in den U-Mannschaften hinter sich. Eine EM und eine WM mit der U17 merkt man seinem Spiel deutlich an. 8 Spiele für die U16 und 15 Spiele für die U17 hat Köhlert überwiegend als Linksaußen absolviert. In diesem Jahr hat er dann als LV 3 Spiele für die U18 absolviert. Der direkte Sprung in die U19 und damit zur EM im eigenen Lande blieb ihm allerdings verwährt. Köhlert ist ein kleiner, wendiger Spieler, der trotz seiner geringen Körpergröße über ein erstaunlich gutes Zweikampfverhalten verfügt. Darüberhinaus antizipiert er gut und zeigt sich ballsicher und handlungsschnell. Wenn er körperlich entsprechend zulegt, könnte er durchaus den Durchbruch in dieser Saison schaffen, wobei dies natürlich auch von den noch kommenden Transfers abhängen wird sowie der grundsätzlichen Bereitschaft des Trainerteams nicht nur in Testspielen auf den Nachwuchs zu setzen.


“Wir müssen frei im Denken sein und einen Stil finden, der unseren Talenten entspricht. Wir werden Zeit brauchen, die Dinge neu zu ordnen, schauen was sich entwickelt, spielerisch und taktisch”. Eine Aussage Thomas Tuchels von der ich mir wünschte, man schriebe sie sich in der Hansestadt geflissentlich hinter die Ohren und handelte entsprechend.

Schon an der Formulierung wird deutlich, dass ich (leider) nicht wirklich daran glaube, dass derartiges beim HSV passieren wird. Stattdessen wird man noch 15 bis 20 Millionen für N’Koudou oder Kostic ausgeben, dann kommen noch Wood, Djourou und Ekdal wieder, der eine oder ander Neuzugang aus dem Struth Stall und dann waren die 4 alle wieder nur Platzhalter und fristen ihr Dasein als Quotenbringer, aber wer weiss, vielleicht belhrt uns Chefcoach Labbadia mit seinem türkischen Chefentwickler ja doch noch eines Besseren. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

6 Kommentare

  1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    und bevor wieder Einwände kommen, ich hätte einen gewissen Herrn Jatta nicht erwähnt, obwohl er doch nachweislich erst 18 Jahre alt ist… er ist kein HSV-Youngster (kein Eigengewächs), er kommt von Kannenberg aus Delmenhorst-Ost (über windige Berater, die zudem nicht zum Struth Stall gehören) ausserdem ist er bisher lediglich durch Waldläufe aufgefallen ;-)

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  2. slobocop plusslobocop plus

    schon wieder ein neuer blog. HL on fire!

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  3. ky

    HL hat wirklich Nachholbedarf – grins –
    Sehr schöne Beschreibung der Young talents, die der türkische Chefentwickler sicher auf das HSV1*1 einnorden wird: Spannungsabfall, Belastungssteuerung, Abnutzungskampf.

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  4. PaderbornerPaderborner

    Ich bin auch gespannt, bei einer vernünftigen und langfristigen Kaderplanung müssten diese 4 Jungs ja eigentlich schon längst mit eingerechnet sein. Ob’s für sie reicht wird man dann ja sehen, aber da sie ja sogar schon bei U-Nationalmannschaften gespielt haben, können sie ja so schlecht auch nicht sein!
    Wenn’s mal Verletzungspech gibt, kann man doch solche Jungs ruhig mal in’s kalte Wasser werfen, denn was soll schon passieren? Genauso wenig wie Kostic uns in di CL schießen würde, werden diese Jungs uns bei einigen Einsätzen auch nicht in die 2. Liga runter ziehen.
    In der Regel nehmen Junge Spieler den Wettkampf der Profis gut an und lernen schnell, aber ich bin kein Verfechter die Jungs bis in alle Ewigkeit in den Jung- und Farmteams versauern zu lassen und darauf zu hoffen, das sich der nächste Messi in der Oberliga schon zu erkennen gibt.

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  5. slobocop plusslobocop plus

    wenn die youngster immer so kicken wie gestern gegen rostock, muss man sich wohl sorgen machen.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Ich denke nicht mehr als bei den Oldies wie Diekmeier oder Hunt, um exemplarisch nur mal zwei herauszupicken. Porath fand ich gar nicht so schlecht, Ronstadt und Behounek hatten kaum Einsatzzeit. Ausserdem kann man von den Jungs ja wohl auch kaum erwarten, dass sie die Rumpeltruppe plötzlich führen. Youngsters müssen Fehler machen dürfen, wie die z.B. bei einem Weigl unter Tuchel der Fall war oder einem Kimmich unter Jogi.

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