Postenschacherei vollzogen – Machtverhältnisse zementiert!

Wirklich viel fällt mir dazu zwar vielleicht noch ein. Wirklich viel Lust, das hier noch zu beschreiben oder zu kommentieren, habe ich jedoch nicht. Dennoch einige Worte zur vollzogenen Aufstockung des Aufsichtsrats der HSV Fußball AG.

AUFSICHTSRATSERWEITERUNG BESCHLOSSEN
DER AUFSICHTSRAT DER HSV FUSSBALL AG BESTEHT KÜNFTIG AUS SIEBEN MITGLIEDERN.

Am Montag (3. Juni) fand die Hauptversammlung der HSV Fußball AG statt, im Zuge derer auch der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG zusammenkam. Das bislang sechsköpfige Gremium wurde auf dieser Versammlung erweitert, so dass der HSV-Aufsichtsrat zukünftig sieben Personen umfassen wird. Der künftige Aufsichtsrat der HSV Fußball AG besteht aus (v.l.n.r.) Marcell Jansen, Thomas Schulz, Michael Krall, Markus Frömming, Dr. Andreas C. Peters (stellv. Vorsitzender), Max-Arnold Köttgen (Vorsitzender) und Felix Goedhart.
Quelle: hsv.de

So die kurze und lapidare Mitteilung des Hamburger SV zur längst erwarteten und bekannten Aufstockung des Aufsichtsrats der Fußball AG des HSV. Wie nicht anders zu erwarten, fehlt natürlich eine Begründung für die Aufstockung. Warum sollte ein Aufsichtsrat mit 7 Mitgliedern besser oder zumindest effektiver arbeiten als ein 6er Gremium?

Diese Frage stellt sich natürlich nicht, weil es bei der Aufstockung in keinster Weise darum geht, die Arbeit des Aufsichtsrates in irgendeiner Weise besser gestalten zu können. Es geht wie in Hamburg üblich um die Besetzung von Machtpositionen. Anteilseigner Kühne möchte einen Vertrauten im AR haben und Möchtegernalleinherrscher Hoffmann schmeckt das natürlich gar nicht, weswegen er einen seiner Schergen platziert, damit sich prinzipiell an den Machtverhältnissen nichts ändert.

Nachdem eV. Präsident Jansen nunmehr als geborenes Mitglied im Aufsichtsrat sitzt, bestand an sich überhaupt kein Grund mehr, den Hoffmannschen Vizepräsidenten Thomas Schulz weiter im AR zu belassen in den er als Vertreter des Präsidums rückte, nachdem der bisherige Präsident Bernd Hoffmann (entgegen seiner ursprünglichen Absicht) zum Vorstandsvorsitzenden befördert wurde.
Der gesunde Menschenverstand würde einem sagen, dass diese Übergangslösung mit der Wahl Jansens zum Präsidenten hätte beendet sein sollen, Schulz ergo wieder aus dem Aufsichtsrat ausscheiden müssen.

Sinnvoll wäre es gewesen, den Sitz des ehemals ‘sportkompetenten’ Marcel Jansen mit einem anderen sportkompetenten Vertreter zu besetzen. Den Nachweis über eben jene immer wieder geforderte und notwendige Sportkompetenz im Profifußball zu verfügen, haben weder Schulz noch der Kühne-Kandidat Frömming erbracht. Somit wurde wieder eine Chance vertan den HSV in einem Bereich professioneller und zukunftsorientierter aufzustellen.

Aber, was rege ich mich eigentlich auf, was wundere ich mich eigentlich. Darum geht es ja gar nicht in der Hamburger Wohlfühloase. Einen AR-Sitz gegen Zugeständnisse beim Erlass von Eventualverbindlichkeiten. Ein AR-Sitz für einen loyalen Mitarbeiter und Handlanger. Schacher hier, schacher da.

Ja, mag sein, dass das normal ist. Mag sein, dass dies auch in anderen Vereinen oder in der Wirtschaft üblich ist, dass es schlicht in unserer Gesellschaft normal ist. Normal ist dort aber leider auch, Krieg, Mord, Totschlag, Korruption und und und. Kann man gut finden oder achselzuckend schlucken, muss man aber nicht!

11 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    HSV AG – Satzung
    §7 -Aufsichtsrat

    (1 ) Der Aufsichtsrat besteht aus 6 Mitgliedern.

    (2) Geborenes Aufsichtsratsmitglied ist der Präsident des Hamburger Sport-Verein e.V. Die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrates
    wählt die Hauptversammlung.

    (3) Die Amtszeit der gewählten Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die
    Entlastung für das 4. Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt. Das Geschäftsjahr, in dem die Amtszeit beginnt,
    wird nicht mitgerechnet. Die Wahl des Nachfolgers eines vor Ablauf der regulären Amtszeit ausscheidenden
    Aufsichtsratsmitgliedes erfolgt, soweit kein Ersatzmitglied vorgesehen ist, für den Rest der Amtszeit des ausscheidenden
    Mitgliedes. Eine Wiederwahl ist möglich. Sollte der Präsident des Hamburger Sport-Verein e.V. aus seinem
    Amt im Verein vor Ablauf der Amtszeit ausscheiden, nimmt der Vizepräsident des Vereins [ Thomas Schulz ] das Aufsichtsratsmandat
    bis zur Neuwahl (!) des Präsidenten [ Marcell Jansen ] wahr.

    (4) Gleichzeitig mit den Aufsichtsratsmitgliedern können für ein oder mehrere zu wählende Aufsichtsratsmitglieder Ersatzmitglieder
    gewählt werden. Sie werden nach einer bei der Wahl festzulegenden Reihenfolge Mitglieder des Aufsichtsrats, wenn die Aufsichtsratsmitglieder, als deren Ersatzmitglieder sie gewählt wurden, vor Ablauf der Amtszeit
    aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Tritt ein Ersatzmitgiied an die Stelle des Ausgeschiedenen, so erlischt das Amt
    des Ersatzmitglieds, falls in der nächsten oder übernächsten Hauptversammlung nach Eintritt des Ersatzfalles eine
    Neuwahl für den Ausgeschiedenen stattfindet, mit Beendigung dieser Hauptversammlung, anderenfalls mit Ablauf der
    restlichen Amtszeit des Ausgeschiedenen.

    (5) Die Mitglieder des Aufsichtsrates können ihr Amt durch eine an den Vorstand zu richtende Erklärung unter Einhaltung
    einer Frist von 4 Wochen niederlegen. Eine Kopie der Niederlegungserklärung soll an d en Vorsitzenden des Aufsichtsrates
    ubersandt werden. Das Recht z ur sofort igen Am tsniederlegung aus wichtigem Grund bleibt hiervon unberührt.

    Quelle: https://web.archive.org/web/20141219152645/http://www.hsv.de/fileadmin/redaktion/Verein/Satzungsausschuss/Satzung_HSV_Fussball_AG_v1.pdf

    ———————————

    Die Satzung der HSV AG sieht unter §7 einen sechsköpfigen Aufsichtsrat vor. Wieso kann der AR bzw. die Hauptversammlung eigenmächtig entscheiden, das Gremium dauerhaft zu vergrößern – oder gilt mal wieder #nurderHSV …?!

    Ferner ist nach Absatz (3) satzungsgemäß geregelt, dass Thomas Schulz vom “Team Hoffmann” seit der Wahl von Marcell Jansen als e.V.-Präsident aus dem AR hätte ausscheiden müssen und bestensfalls wieder als “Ersatzmitglied” fungieren dürfen.

    Dass mit der eigenmächtigen Erweiterung des AR erneut ein Ausgliederungsziel von “HSV Plus” (“schlanke Gremien”) mit Füßen getreten wird, ist dabei nur eine Marginalie. Dass die hamburger Journaille die fünfzeilige Pressemitteilung von hsv.de einfach kopiert und NICHT nach der Notwendigkeit dieser Maßnahme fragt und/oder gar eine Begründung recherchiert, ist schon weitaus schlimmer. Das abartige ist jedoch ein erneuter und massiver Schritt zur Machterhaltung des selbstinthronierten VV des HSV, wobei der Auftritt von Max-Arnold Köttgen (PK – Boldt-Vorstellung) ja eindeutig aufzeigte, wer beim HSV wen kontrolliert und um Rat fragt…!
    .

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    1. Avatarder Coach

      Wer, wenn nicht die Hauptversammlung, sollte denn bitte sonst die Satzung der AG verändern können?

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      1. WORTSPIELERWORTSPIELER

        einfach so und ohne (handeslregister)meldung…? und mit den leuten als stimmberechtigte, die nach vorheriger satzungsgrundlage gar nicht dabei sein hätten dürfen…?!

        laut handelsregister [ https://www.online-handelsregister.de/handelsregisterauszug/hh/Hamburg/H/HSV+Fu%C3%9Fball+AG/1385091#checkout-container ] hat der oben zitierte satzungsauszug gültigkeit…!

  2. Avatarder Coach

    Die Farce beginnt doch schon vorher, da lässt sich ein “Team Hoffmann” ins Prasidium wählen, wobei der Namensgeber letztlich Programm ist. Die Wahl wird trotzdem (oder deshalb) ganz knapp gewonnen und nur kurze Zeit später sitzt ebendieser Hoffmann als Vorstand in der AG und sein Präsi-Vize sitzt für ihn im Aufsichtsrat. Wirklich demokratisch wäre es gewesen ein neues Präsidium wählen zu lassen, spätestens auf der ordentlichen Mitgliederversammlung und nicht nur einen neuen Präsidenten der mit dem “Gefolge” dem Überbleibsel des “Teams Hoffmann” dort noch verblieben ist, weiterzumachen. Vernünftig wäre es gewesen die Herren hätten ihre Ämter zur Verfügung gestellt und hätten sich ggf einer neuen Abstimmung gestellt. Das nun ausgerechnet einer dieser Leute zusätzlich im Aufsichtsrat verbleibt ist dann die Krönung des Ganzen. Wie der Wortspieler schon richtig schreibt, eine Vorgabe von HSV+, die Verschlankung der Gremien wird hier wiederholt mit Füßen getreten, sowohl im Vorstand (der aus zwei Leuten bestehen sollte) wie im Aufsichtsrat.

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  3. Avatarder Coach

    Handelsregistereintrag dauert ja etwas, erfolgt nie am Tag des Beschlusses. Bei aller berechtigten Kritik an der Sache bitte keine albernen Argumentationen, dies wird der Sache nicht gerecht und wirkt eher kontraproduktiv.

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      wieso “albern”…? die offensichtlich satzungsunkonforme hauptversammlung beschließt die neue satzungskonformität…?! wer ist hier “albern”…?

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  4. Avatarder Coach

    Wieso ist die HV nicht satzungskonform?

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  5. Avatarder Coach

    Satzungsrechtlich problematisch wäre nur die Zeit von der Wahl Jansens bis zur Satzungsänderung, bzw. deren Wirksamwerden durch Eintragung. Aber offensichtlich beziehst Du Dich auf etwas anderes, da Du behauptest die Satzungsänderung sei nicht rechtmäßig. Wie kommst Du darauf? Weißt Du überhaupt wer da entschieden hat – der Aufsichtsrat des eV jedenfalls nicht, der ist da außen vor, entscheidet nicht über sich selbst. Es entscheidet die HV der AG, also die Vertreter der Aktionäre, der e.V. vertreten durch das ordnungsgemäß gewählte Präsidium bzw. den Präsidenten.

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    1. WORTSPIELERWORTSPIELER

      um missverständnissen vorzubeugen: ich habe die satzung der HSV AG – und nicht die des e.V. – sowie die für mich relevanten dinge zitiert…! bitte immer den ursprungspost im auge behalten, da geht es um den AR und dessen zusammensetzung.

      und neben dem faktischen auf grundlage der veröffentlichten daten bleibt immer noch die moralische frage nach der aufstockung…! der transparente HSV bleibt bis dato alle antworten schuldig.

      an “team hoffmann” meets “team hoffmann-jansen” hast du dich weiter oben ja selbst abgearbeitet. der e.V. wird jetzt ja durch zwei statt einem mitglied im AR vertreten – auf wessen grundlage…?! das ist meine frage…?

      die hauptversammlung mag das beschlossen haben, aber wer vertritt die hauptversammlung in persona und wie sind diese an ihre stimmrechte gekommen…?! und schon schließt sich der kreis…

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      1. Avatarder Coach

        Das Präsidium bzw. der Präsident vertreten den Verein bei der Hauptversammlung. Diese wurden ordnungsgemäß gewählt. Moralisch mag man, da sind wir uns ja einig, eine etwas andere Ansicht darüber vertreten, aber rechtlich ist es in Ordnung wie es gelaufen ist. Und das eine Satzung geändert werden kann und auch wird ist ja nun völlig normal, das geschieht von der DAX-AG bis zum Kaninchenzuchtverein. In der Tat ist es aber hier deshalb besonders unschön, weil keinerlei Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit zu erkennen ist außer dem, die Einflußnsahme des Vorstandsvorsitzenden der AG in den Aufsichtsrat hinein zu stärken, schließlich ist der “überschüssige Mann” ein enger Vertrauter, der ja im “Team Hoffmann” stand. Hier wird die Sache dann wieder (moralisch) unsauber, da ja eigentlich der AR unabhängig vom Vorstand sein sollte um diesen zu kontrollieren. Von Beginn an gab es in der AG, dies war von HSV+ auch sogar noch weitgehender geplant, diese Verzahnungen und Verquickungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Ich habe dies schon während der Ausgliederungskampagne immer wieder kritisiert. Diese Kungelei ist kontraproduktiv auf allen Ebenen und wird niemals nachhaltigen Erfolg bringen.

  6. GVGV

    Sehr fachkundige Diskussion!
    Mitleser profitieren von sowas, vielen Dank.

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