Schatten und Licht beim HSV

“Fußballerisch war es für uns gestern eine gute Leistung, leider brachte das gestern keine Punkte.”

“Die Mannschaft macht einen stabilen Eindruck. Wir wissen ja nun auch, woher wir kommen. Schätzen es realistisch ein”

Diese zwei Aussagen von Trainer Markus Gisdol vom Tag nach dem 0:3 gegen Borussia Dortmund möchte ich mal exemplarisch herausgreifen. Diese Schönrednerei nach einem Spiel in dem der HSV chancenlos war, läßt mir den Kamm schwellen. Ich kann dieses ‘wo wir herkommen’ nicht mehr hören. Es war genügend Zeit, daran etwas zu ändern, aber dies ist weder dem Sportchef noch dem Trainer gelungen.

Selbst unter Zinnbauer ist es noch gelungen, gegen übermächtige Gegner wie Bayern oder den BVB zu punkten, mit einer Energieleistung, mit Einsatz und Kampfeswillen. Wie kann man sich da jetzt hinstellen und mit einem 0:3 zufrieden sein? Hier läuft etwas grundsätzlich schief!

Diese Attitüde ist eines Viertligisten würdig, der in einem Pokalfight gegen einen Erstligisten alles gegeben hat und sich dafür feiern lässt, nicht zweistellig verloren zu haben.

“Für UNS eine gute Leistung”? Wenn das stimmt, dann offenbart das, wie wenig der Trainer von den Fähigkeiten der Akteure hält, die sich im derzeitigen HSV Kader befinden und für Spieleinsätze zur Verfügung stehen. Dann darf die Frage gestellt werden, warum der Kader so schlecht zusammengestellt ist und warum der Trainer sich außer Stande sieht, diesen Kader als Mannschaft und individuell fußballerisch zu entwickeln? Kämpfen und Laufen kann jeder, aber selbst da befindet sich der HSV was die Zweikampfwerte und die Laufwerte anbelangt wiederholt am unteren Ende der Bundesligaskala. Von Passquoten und echten Torschüssen wollen wir an dieser Stelle höflicherweise lieber ganz schweigen.

Kommt der HSV überhaupt einmal zu echten Chancen, so hat der Zufall Regie geführt. Ein einziges kümmerliches Tor in 3 Heimspielen, von Nicolai Müller gegen Augsburg, begünstigt durch einen groben Patzer von Torhüter Hitz. Das ist die stolze Ausbeute. Seit 270 Minuten ohne Torerfolg.

Das ist beängstigend und man muss sich frgen, wie und gegen wen, der Hamburger SV in dieser Saison noch punkten will.

Ich habe keinen Zauberfußball erwartet und es war klar, dass diese Saison und auch der Klassenerhalt kein Spaziergang werden würde. Aber dieses Auftreten auf und vor allem neben dem Platz (Bruchhagen und Todt Interviews), das ist dann letztlich doch erschreckend und für mich zumindest enttäuschend.

Alles andere als enttäuschend, sondern sogar in hohem Maße erfreulich ist hingegen das bisherige Auftreten und Abschneiden, der Zwoten unter dem neuen Trainer Christian Titz. Gegen den VfB Lübeck mit einer absoluten Galavorstellung (aus meiner Sicht in der ersten Halbzeit das Beste, was es von der Regionalligatruppe in den letzten 3 Jahren zu sehen gab, langte es am Dienstag gegen die Zweitvertretung der Wölfe ‘nur’ zu einem torlosen Remis, bei dem Tatsuya Ito auf Seiten der Rothosen als Vorbereiter und Unruheherd an allen Ecken und Enden gefehlt hat.

Dennoch, bei der Zwoten erkennt man das, was man sich für die Erste wünschen würde. Eine fußballerische Entwicklung, mannschaftlich und individuell. Christian Titz ist immer wieder in der Lage auf veränderte Personalsituationen (Verletzungen, Abstellungen zur Ersten) zu reagieren und schafft es überdies auch aus der U19 nachrückende Talente unabhängig vom Spielstand immer wieder zu Einsatzzeiten zu verhelfen, damit diese sich entwickeln können. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Moritz Kwarteng, der mit seinem Lattenkracher gegen die Wölfe, die größte Chance des Spieles auf Seiten des HSV hatte.

Bei ausbleibendem Erfolg von Markus Gisdol (Niederlagen gegen Leverkusen und im Anschluß gegen Bremen), dürfte zwangsläufig eine Trainerdiskussion ins Haus stehen. Auch unter Bruchhagen wird der Trainer dann zur Disposition stehen. Viel Geld für die Verpflichtung eines Trainers von Format wird dann nicht mehr vorhanden sein. So wird zwangsläufig Christian Titz in den Fokus rücken. Ob das ein Segen wäre?

2 Kommentare

  1. PaderbornerPaderborner

    Beim HSV wird eigentlich ganz gut gespielt, es werden smarte Transfers eingetütet, die Finanzen sind ok und mit dem Gönner ist auch alles cremig. Alle Bedenkenträger hören offensichtlich nicht richtig zu (obwohl es doch von den HSV Verantwortlichen ständig wiederholt wird)!!!
    Also nochmal an alle, das Glas ist mal mindestens halb voll! Locker durch die Hose atmen, es ist doch offensichtlich alles unter Kontrolle!
    Die nächsten Dembele’s sind wahrscheinlich schon gesichtet, die schwarze Null ist safe und auf’m Platz wird bestimmt schon bald wieder gezaubert. Aber wir sollten wirklich wissen wo wir her kommen und endlich die Rolle des ‘Gallischen Dorfes’ der 1. Bundesliga annehmen (The clock is ticking!).
    BTW bitte das hüpfen nicht vergessen!

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  2. Aradia

    Die Kühnes,
    der eine Herr Kühne öffnet ein Glas mit Gurken
    und der andere Herr Kühne gibt seinen Senf dazu.
    Daraus entstanden Senfgurken.
    Zuerst werden grosse Gurken gekauft.
    Die werden dann entkernt und klein gemacht.
    Die Arbeitszeit beträgt so 35 min am Tag.
    Der Schwierigkeitsgrad für alle Gurken ist normal.
    Der Kalorienverbrauch ist bei der Arbeit minimal.
    Damit sie allen gut schmecken werden sie anschliessend
    eingelegt und in Gewürzen gebadet.
    Ein Adrealinschub durch heisses Wasser und dann ab
    ins Glas um dann jederzeit zur Verfügung zu stehen.
    Etwaige Ähnlichkeiten mit grünen Gurken sind nicht gewollt.

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