Schlaffe Nullnummer der U23 gegen den SV Meppen

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Der SV Meppen hat schon bessere Tage gesehen, träumte in den 90er Jahren sogar davon in die 1. Bundesliga aufzusteigen.

Ausgerechnet gegen HSV II, den ungeschlagenen Tabellenführer wollten die Meppener wieder an alte sportliche Tugenden anknüpfen.

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Und dies sollte den Meppenern auch gelingen, die von Beginn an kompakt standen und die Hamburger immer wieder schon früh bei der Ballannahme störten. Die erste Chance für die Hamburger U23 ergab sich dann in der 3. Minute auch eher zufällig. Sven Mendes Schuss strich aber weit über das Meppener Tor. Im direkten Gegenzug die erste Meppener Chance nach einem schnell vorgetragenen Angriff über die rechte Seite, aber auch dieser Schuss ging weit am Tor vorbei.

In der Folge verflachte die Partie zusehends. Die Hamburger bekamen keinen Zugriff auf Ball und Gegner. Die Spieleröffnung funktionierte nicht, es war keine Bewegung im Spiel und die Pässe kamen selten an den eigenen Mann. Erst in der sechzehnten Minute die nächste Gelegenheit in einem äußert zerfahrenen Spiel. Nils Brünings Schuss aus dem Sechszehner konnte der Meppener Keeper Gommert jedoch im Nachfassen parieren.

Es folgten in den nächsten 10 Minuten eher klägliche Versuche der Hamburger in Richtung Meppener Strafraum. Wenn sich einmal Chancen ergaben, wurden diese ebenso kläglich vergeben. Bereits Mitte der ersten Halbzeit, war zu erkennen, dass der HSV weit unter seinen Möglichkeiten spielte.

Folgerichtig kam der SV Meppen auch immer besser ins Spiel, sicherte sich die zweiten Bälle und ließ den Hamburgern wenig Raum. Nach einem lässigen Pass von Torwart Alexander Brunst auf Steinmann, wäre fast das 1:0 für die Gäste gefallen, Carolus konnte aber gerade noch zur Ecke klären, die allerdings folgenlos blieb.

Erst in der 31. Minute die erste richtig gute Torchance für den HSV nach einem endlich einmal schnell vorgetragenen Konter scheitert Mohamed Gouaida völlig freistehend vor Torhüter Gommert und auch Ahmet Arslan konnte den Nachschuss nicht im Kasten unterbringen. Das hätte das 1:0 sein müssen.
Jetzt gab es die beste Phase der Hamburger im gesamten Spiel. In der 37. Minute musste Meppens Keeper einen Kopfball von Brüning von der Linie kratzen und 2 Minuten später nach der einzig gelungen Flanke von Ashton Götz rettete der Pfosten die Meppener vor dem Rückstand.

Das war es dann leider auch schon mit der Hamburger Fußball Herrlichkeit. Kurz vor der Pause tauchten die Meppener wieder gefährlich am Hamburger Strafraum auf. Nach einem Freistoß von halb rechts und missglückte Kopfballabwehr musste Alexander Brunst sein ganzes Können aufbieten um den Ball aus dem unteren linken Eck zu fischen. Es folgten zwei gefährliche Ecken, von denen die letzte fast den Treffer für die Meppener gebracht hätte, aber ein Hamburger stand goldrichtig auf der Linie und köpfte den Ball aus dem Winkel.

zerfahrenes Spiel gegen physisch starke Meppener

zerfahrenes Spiel gegen physisch starke Meppener

So ging es mit einem gerechten 0:0 in die Pause. Wer nun dachte, die Hamburger würden nach der Pause endlich aufdrehen und zu ihrem Spiel finden, sah sich getäuscht. Die Hamburger enttäuschten weiter mit vielen verlorenen Zweikämpfen, unmotivierten Abspielen und schlecht getimten Pässen.

Zu allem Überfluss erhielt der gänzlich indisponierte Kerim Carolus in der 60. Minute nach wiederholtem Foulsspiel die Gelb-Rote Karte. Mit 10 gegen 11 agierte der HSV allerdings auch nicht schlechter gegen die Meppener, die selbst nicht in der Lage waren ein effektives Offensivspiel aufzuziehen und sich ernsthafte Chancen zu erarbeiten. So entwickelte sich ein eher unattraktives Spiel, so dass die Zuschauer begannen, sich selbst zu unterhalten, indem sie sich über den divenhaft agierenden Schiedsrichter Dennis Senning mokierten.

In der 80 Minute gab es nach einem im Ansatz klug vorgetragenen Konter der Hamburger noch eine gute Chance, die der inzwischen eingewechselte Dominik Masek allerdings überhastet vergab. Ein Kopfball von dem ebenfalls in der 2. Halbzeit eingewechselten Said Benkarit nach Freistoss von Arslan klatschte 5 Minuten vor Schluss noch an die Latte. Fast noch der Siegtreffer, der alles in allem aber nicht gerecht gewesen wäre.

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Fazit:

Die U23 mit ihrer bisher schwächsten Saisonleistung. Von Anfang an stand die Mannschaft nicht richtig auf dem Platz. Keine Spannung, keine Aggressivität. Es mangelte an der Einstellung. Zwar betrifft dies das gesamte Team, allerdings kann und muss man insbesondere an die Spieler, die noch vor kurzem in der Bundesliga ihre Einsätze hatten höhere Anforderungen stellen. Ashton Götz und Matti Steinmann haben heute nicht stattgefunden. Der Fairness halber erspare ich mir Einzelheiten. So etwas kann passieren, sollte aber ein einmaliger Ausrutscher sein. Man darf unentschieden spielen und auch die U23 darf ein Spiel verlieren oder schlecht spielen. Aber…der Einsatz muss stimmen. Offensichtlich wurde der gestern im Volkspark aufgebraucht.

Jetzt geht es zum neuen Tabellendritten, dem TSV Havelse, der sich in aufstrebender Form befindet. Mit der Leistung von heute dürfte die HSV II dort nicht bestehen.

HSV II (U23) – SV Meppen 0:0

Aufstellungen:

HSV:
Alexander Brunst – Ashton Götz – Gideon Jung – Kerim Carolus – Ronny Marcos (63. Kerim Carolus) – Ahmet Arslan – Sven Mende – Matti Steinmann – Mohamed Gouaida (59. Dominik Masek) – Tolcay Cigerci (60. Philipp Müller) – Nils Brüning (75. Said Benkarit)

SV Meppen:
Gommert – Jesgarzewski – Vogelsang – M. Thomas – Schepers (82. Fillinger) – Robben – Wigger – Schnier – M. Wagner (67. Maier)- Kremer (88. Landgraf) – Rodriguez

Tore: keine
Zuschauer: 750
Karten: Gelb-Rot Kerim Carolus (60. Wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Dennis Senning

Tabelle nach dem 15. Spieltag 2014/2015:
Pos. Verein Sp S U N Tore Punkte
1. Hamburger SV 15 13 2 0 50:10 41
2. Werder Bremen 15 9 4 2 43:18 31
3. TSV Havelse 15 8 3 4 21:15 27
4. VFL Wolfsburg 15 8 2 5 33:23 26
5. VfB Lübeck 15 6 5 4 17:17 23
6. St. Pauli 15 6 5 4 16:18 23

Über den SV Meppen


Der 1912 gegründete “Fußballclub Amisia Meppen” fusionierte 1920 mit dem MTV Meppen und der paramilitärischen Jugendgruppe Gruppe „Jungdeutschland Meppen“ zum TuS Meppen. Im Rahmen der organisatorischen Trennung (reinliche Scheidung) zwischen Turnern und anderen modernen Sportarten, gründeten die Fußballer im April 1922 den SV Meppen von 1912. Der sportliche Aufstieg begann allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg. 1957 gelang in die Amateurliga Niedersachsen. 1961 holte der SV Meppen den Meistertitel und setzte sich in der Aufstiegsrunde zur Amateuroberliga Niedersachsen durch. Nach zwei vergeblichen Versuchen ( 1964 und 1968) gelang im Jahr 1970 der ersehnte Aufstieg in die Regionalliga. Nach der Spielklassenreform 1974 spielten die Meppener fast eineinhalb Jahrzehnte in der dritthöchsten Spielklasse, der Amateuroberliga Nord.

Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum im Sommer 1987 begann schließlich das „blau-weiße Fußballwunder“ von der Ems, als der SV Meppen fast ausschließlich mit Eigengewächsen, den unerwarteten Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte, in der er elf Jahre lang ununterbrochen spielte. Mit dem Ab-stieg in die Regionalliga Nord im Sommer 1998 fand das Meppener Fußballmärchen ein jähes Ende. Von dem finanziellen Kraftakt, den Wiederaufstieg direkt zu meistern, was nicht gelang, erholte sich der Verein nicht mehr und musste 2003 sogar Insolvenz anmelden. Nach erfolgreicher Konsolidierung schaffte der SV Meppen 2011 schließlich den Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Größte Erfolge:
404 Spiele in der 2. Bundesliga
( 124 Siege, 141 Niederlagen, 139 Unentschieden/Beste Platzierung: 1994/95 Platz 6)

Platzierungen in der Regionalliga Nord:

  • 2013/14 Platz 4
  • 2012/13 Platz 11
  • 2011/12 Platz 12

Website: www.svmeppen.de

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