Vor- und Spielbericht zum Testspiel SGE – HSV 2:3 (0:3)

HSV in Dubai

Vorbericht

Bei angenehmen Temperaturen um 24 Grad absolvierten die Frankfurter gestern um 10 und 16 Uhr ihre ersten beiden Einheiten im Trainingslager in Abu Dhabi. Dort haben sie nach Angaben von Trainer Thomas Schaaf ebenso „perfekte Bedingungen“ vorgefunden, die Hamburger in Dubai.

SGE in Abu Dhabi (Quelle: screenshot instagram)

SGE in Abu Dhabi (Quelle: screenshot instagram)

Am heutigen Donnerstag stand noch eine Vormittagseinheit an, bevor sich die Eintracht von Abu Dhabi aus in das 160 Kilometer entfernte Al Ain aufmacht, wo das heutige Testspiel der beiden Bundesligisten stattfinden wird.

Die Hamburger haben zumindest bei der Anreise einen klaren Vorteil. Von Dubai in das Hazza Bin Zayed Stadium nach Al Ain sind es nur 120 km. Zudem hat der HSV bereits 3 volle Tage Trainingslager hinter sich. Ob sich dies als Vorteil herausstellt, weil die Hamburger sich bereits besser akklimatisiert haben, oder als Nachteil, weil sie nach den anstrengenden Einheiten platter als die Frankfurter sind, werden wir spätestens gegen 19 Uhr wissen. Auch sie haben heute Vormittag noch eine leichte Trainingseinheit absolviert. Auf den frühmorgendlichen Lauf wurde allerdings wegen des Testspiels verzichtet. Die Spieler durften etwas länger schlafen.

Verzichten muss Joe Zinnbauer bei dem heutigen Testspiel auf Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga, den am Knie operierten Valon Behrami, den ebenfalls am Knie verletzten Dennis Diekmeier sowie den noch nicht wieder ins Mannschaftstraining eingestiegenen U23-Spieler Ronny Marcos, der zuletzt an einer Oberschenkelverletzung laborierte. Laut hsv.de werden auch Tolgay Arslan, Cleber und Nicolai Müller aufgrund von kleineren muskulären Problemen nicht spielen.

Dafür dürfte Maximilian Beister nach über einem Jahr endlich wieder zum ersehnten ersten Einsatz im HSV Team kommen. Obwohl Beister aufgrund des konditionellen Rückstandes am harten Vorbereitungsprogramm in Dubai ordentlich zu knapsen hat, läuft es für ihn bisher besser als gedacht. Trainer Joe Zinnbauer jedenfalls ist sehr angetan, ja geradezu begeistert von Beisters Fortschritten.

holtby_ecke

Lewis Holtby beim Eckstoss (Quelle: screenshot instagram)

Gespannt sein dürfen wir auch auf Innocent Emeghara, den perfekt schwyzerdütsch sprechenden Nigerianer, der als „Testspieler“ das komplette Trainingslager in Dubai absolvieren wird. Seine Schnelligkeit hat der 25jährige ja bereits bei den Sprinttests zu Beginn der Woche eindrucksvoll unter Beweis gestellt, vor allem über die 5 und 10 m Distanz. Ein sehenswertes Tor per Fallrückzieher hat er ebenfalls erzielt und auch ansonsten schien er in den Trainingseinheiten treffsicherer zu sein als die übrigen HSV Akteure. Dies hat bei nur 9 erzielten Toren in 17 Bundesligaspielen allerdings keine allzu hohe Aussagekraft.

Mit Ausnahme des kreativen U23-Akteurs Mohamed Gouaida, der u.a. den gestrigen Siegtreffer beim 4 gegen 4 Kleinfeldturnier erzielte, schwächelten die Hamburger nach wie vor im Abschluss.

Wir dürfen gespannt sein, ob bei der heutigen Partie bereits Verbesserungen im Hamburger Offensivspiel erkennbar sein werden, ob die vielbeschworenen Automatismen, die in diesen Tagen eingeübt wurden (und weiter werden), bereits greifen. Interessant auch zu sehen, inwieweit die Stabilität in der Defensive davon betroffen sein wird. In Anbetracht der diversen o.g. Ausfälle ist allerdings davon auszugehen, dass das heutige Testspiel eher ein Muster ohne Wert bleiben dürfte. Von Einspielen kann da wohl kaum noch die Rede sein. Na, wir werden sehen!


Spielbericht

Von Beginn an entwickelte sich im Hazza Bin Zayed Stadium in Al Ain eine muntere Partie zwischen der Eintracht aus Frankfurt un dem Hamburger SV. In den ersten Minuten wirkten die Frankfurter gefälliger in ihrem Spiel. Klar erkennbar, dass sie im Gegensatz zu den Hamburgern eine eingespielte Truppe auf das Feld geschickt hatten. In der 11. Minute folgerichtig die erste gute Chance durch Alex Meier, wen sonst.

Direkt im Gegenzug allerdings das 1:0 für den HSV. Rudnevs setzt sich im Mittelfeld schnell und geschickt durch, passt auf rechts außen zu Gideon Jung, dessen flache Hereingabe findet Beister, der eiskalt vollendet. Welch ein Einstand für Maxi Beister.

In der Folge bekamen die Hamburger mehr und mehr Zugriff auf das Spiel. Das sah zeitweise wirklich nach Fußball aus und es war klar zu erkennen, woran in den letzten Tagen gearbeitet wurde. Auch an dem 2:0 war der heute extrem agil und für seine Verhältnisse technisch versiert wirkende Rudnevs beteiligt. Er setzte sich auf der linken Seite durch, bediente Zoltan Stieber, der den Ball aus etwa 12 Metern unhaltbar für Torhüter Trapp unter die Latte drosch.

Die Hamburger pressten früh, waren viel unterwegs, boten sich gut an und versuchten mit Erfolg den Ball mit One-Touch Kombinationen schnell nach vorne zu spielen. So ergaben sich immer wieder gute Konterchancen. Die Frankfurter kamen in dieser Phase des Spiels überhaupt nicht zur Geltung.

gelungenes Comeback für Beister (Quelle: screenshot instagram)

gelungenes Comeback für Beister (Quelle: screenshot instagram)

Nur 4 Minuten nach dem 2:0 gar das dritte Tor für den HSV. Philipp Müller wird steil in den Strafraum geschickt, bleibt aber an dem herauseilenden Trapp hängen und trifft ihn bei dieser Aktion, so dass dieser im Strafraum liegen bleibt. Der Schiedsrichter hat kein Foul gesehen (ich übrigens auch nicht) und Ahmet Arslan nutzt die Gunst der Stunde gedankenschnell. Der zu Beginn der Saison vom VfB Lübeck gekommene Goalgetter der U23 schnappt sich das Leder und schlenzt unbedrängt ein.

3:0 nach 28 Minuten. Man durfte sich verwundert die Augen reiben. Was war nur mit dem HSV los?

Nach 30 Minuten war das (erfolgreiche Comeback) von Maxi Beister beendet. Für ihn kam Innocent Emeghara, der gleich einige Akzente in der Offensive setzte, seinen Pass kann Rudnevs 6 Meter vor dem Tor allerdings nicht verwandeln. Das hätte das 4:0 sein können.

Mit neun neuen Leuten kamen die Hamburger aus der Pause und es sollte eine komplett andere Halbzeit als die erste werden. Lange Zeit wirkte es so, als wolle der HSV den Vorsprung komfortabel verwalten. Die Präsenz, die wirkliche Lauf- und Kampfbereitschaft, die die Mannschaft in der ersten Hälfte auszeichnete war wie weggeblasen. In der 56. noch die Chance für Mohamed Gouaida auf 4:0 zu erhöhen, doch sein Schuss landet in den Armen von Trapp
.
Danach fanden die Frankfurter endlich besser ins Spiel. Folgerichtig fiel der Anschlusstreffer durch Alex Meier in der 61. Minute. Im Anschluss an den Treffer wechselte Joe Zinnbauer Djourou und Westermann für Gojko Kacar und Slobodan Rajkovic ein. Bevor die sich jedoch richtig postieren konnten fiel in der 63. Minute das 2:3 für die Frankfurter.

Offensiv ging beim HSV mit Ausnahme eines gelungenen Anspiels von Gouaida in die Box auf Holtby nicht mehr viel und defensiv sah der HSV auch nicht mehr allzu stabil aus. Es durfte also gezittert werden.

Unrühmlicher Höhepunkt der Partie in der 80. Minute der durch einen Pass von Djourou forcierte Zweikampf zwischen Lanig und Holtby, in dessen Verlauf der Hamburger sich an der Schulter verletzte und ausgewechselt werden musste. Es wird ein Schlüsselbeinbruch vermutet, was gleichbedeutend mit einer 2 – 3 monatigen Pause für Lewis Holtby ist. Nach Lasogga der nächste Millionentransfer, der dem HSV in dieser sportlich schwierigen Situation nicht zur Verfügung steht.
Die Hamburger beendeten die Partie in Unterzahl und kamen in den letzten Minuten gegen auf den Ausgleich drängende Frankfurter noch zu einigen Konterchancen, die aber leider nicht so konsequent wie in Hälfte Eins zu Ende gespielt wurden.

Fazit: Eine erste Halbzeit mit guten Ansätzen, die hoffen lässt! Eine zweite Halbzeit mit Rückfall in alte Zeiten, die Schlimmes befürchten läßt!

Hazza Bin Zayed Stadium (Quelle: screenshot instagram)

Hazza Bin Zayed Stadium (Quelle: screenshot instagram)

Statistik

SGE Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:3 (0:3)

Aufstellungen:

1 Hz. : Adler – Jung, Kacar, Rajkovic, Jansen – Jiracek – A. Arslan, P. Müller, Stieber, Beister – Rudnevs
Wechsel 30. Minute: Innocent Emeghara für Maximilian Beister

2. Hz.: Drobny – Götz, Kacar, Rajkovic, Ostrzolek – Mende – Emeghara, Holtby, van der Vaart, Gouaida –Green
Wechsel 62. Minute: Johan Djourou und Heiko Westermann für Gojko Kacar und Slobodan Rajkovic

Tore:

12. Minute 0:1 Beister
24. Minute 0:2 Stieber
28. Minute 0:3 A. Arslan
61. Minute 1:3 Meier
63. Minute 2:3 Piazon

6 Kommentare

  1. HansimTor

    Was für ein Dilemma

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  2. Hope

    Konnte leider nur die letzten 30 Minuten sehen.
    Gefallen hatte mir Emeghara. Quirlig – überall anzutreffen und dadurch schwer für den Gegner ihn auszuschalten.
    Nicht gefallen haben mir die Standards, und Mr. Green. Er hatte 2 gute Konterchancen vermasselt.
    Sehr dumm gelaufen für Lewis Holtby und dem HSV, das er jetzt lange ausfällt!

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Hope, dann hast du ja leider das Beste vom Spiel verpasst. Die Standards sind in der Tat nach wie vor ein Problem. Das war bei den zahlreichen Ecken in der ersten Hälfte leider auch erschreckend schwach. Green wäre ähnlich wie Gouaida wohl auch in den ersten 45 Minuten besser zur Geltung gekommen. Für Holtby ist es wirklich dumm gelaufen, ob das für den HSV jetzt so schlimm sein wird, wage ich persönlich bei den von ihm bisher gezeigten Leistungen allerdings zu bezweifeln. Wir werden sehen.

  3. Hope

    Die Rechenaufgaben haben es ja richtig in sich ;-)

    Heluecht,
    die Standards und Ecken sind bei uns (ausser als der falsche Fuffziger die Raute trug)seit Jahren meistens eine Katastrophe. Ebenso die Einwürfe die oft viel zu lange dauern bis der Ball endlich mal eingeworfen wurde. Leider dann gelegentlich sogar für den Gegner besser plaziert als für einen HSVer. :-(
    Diese Dinge kann man doch bis zum Erbrechen trainieren. Immer und immer wieder.

    Ja, Schade das ich die 1. Halbzeit verpasst hatte. Denn der Ticker las sich verheißungsvoll.

    Zu Holtby kann ich nicht allzu viel sagen, ausser das was ich mir angelesen habe. Er stand bei mir nie im Fokus.

    Grundsätzlich schätze ich, hatte er in der Hinrunde noch nicht sein komplettes Können zeigen können, da er sehr spät zum HSV kam.
    Keine Vorbereitung, Trainerwechsel beim HSV, keine wirkliche Integration in die Manschaft durch spätes Wechseln zum Verein.

    Ist ja ähnlich bei Oste und N.Müller.

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  4. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Hope,
    wenn du nicht mehr rechnen möchtest, registriere dich. Dann ist es vorbei. Sind die gleichen Angaben wie beim Kommentieren notwendig, nicht mehr. Ist halt Spam-Schutz und besser als die Captcha-Sachen, die keiner lesen kann.
    .
    Ja, Einwürfe, Freistösse, Ecken. Kann man alles trainieren. Letztere sogar alleine für sich und von sich aus. Aber, das ist wohl nur unsere Meinung als ambitionierte Amateure. Profis scheinen da anders zu ticken. Zumindest beim HSV.
    .
    Bezüglich Holtby, Oste und N. Müller gebe ich dir schon Recht. Es ist schwierig, aber nicht unmöglich, wie beispielsweise ein Alonso bei Bayern gezeigt hat. Gut, der kam in eine funktionierende Mannschaft. Die hat der HSV bis heute nicht und sowohl Holtby als auch Müller haben bisher dort nur Leistungen auf ansprechendem Niveau gezeigt, wo das Mannschaftsgefüge stimmte und die Truppe eingespielt war. Beides sind eher Mitläufer als Gestalter. Der einzige von den Neuzugängen, der mitreissen kann von der Art und Weise, wie er auf den Platz und auch dort zu Werke geht ist doch Valon Behrami.

    Ich bin gespannt, was Zinnbauer macht. Ob er wirklich auch noch auf A. Arslan und Sven Mende baut. Mir scheint das fast die beste Lösung mit den “Youngstern” gerade davorne zu agieren. Gouaida, A. Arslan, Müller (beide), Beister und Rudi. Da ginge was im Konterbereich.

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  5. Hope

    Stimmt, wir haben in der Mannschaft, ausser Behrami, keinen Macher. Auch van der Vaart ist keiner. Hatte vor Jahren vermutet, das Marcell Jansen einer werden könnte. Dem ist leider nicht so.

    Ich traue Joe zu, eine homogene Mannschaft zu formen. Glücklicherweise bin ich da nicht allein mit meiner Meinung, Didi, Knäbel und Peters lassen grüßen.

    Schönes WE

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