Torflaute nach 443 Minuten beendet – Mittelstürmer trifft wieder

Wir schreiben die 55. Minute Müller setzt sich fein auf der rechten Seite durch und passt den Ball auf den Mann mit der  Rückennummer 16 in der Mittelstürmerposition, der die Nerven behält … die Erlösung. Nach 443 Minuten endlich die Erlösung, endlich wieder ein HSV Tor. Ruuuuuuuudnevs hallt es durch das weite Rund…..

… bei den etwa 50 mitgereisten Fans der Rothosen, die den ersten Treffer der U23 seit dem 8. Spieltag bei der 1:2 Niederlage gegen Hildesheim bejubeln durften. Ja, Artjoms Rudnevs, der lettische Nationalspieler beendet die Torflaute für die Zwote in der Regionalliga Nord und leitet damit nach einer ganz mäßigen ersten Hälfte den letztlich verdienten Sieg der U23 in Rehden ein. 3:0 heißt es am Ende und Soner Uysal kann endlich den ersten Sieg einfahren, den dritten insgesamt in dieser Saison. 12 Punkte nach dem 14. Spieltag (nach 13 Spielen, das ausgefallene Spiel beim FC St. Pauli wird am 6. Februar 2016 nachgeholt) bedeuten Rang 16, Abstiegsplatz,  einen Punkt hinter Hildesheim, 2 hinter Hannover und 3 hinter dem FC St. Pauli.

Dieser Sieg, zu diesem Zeitpunkt war immens wichtig, um den Anschluss nicht zu verlieren. Immens wichtig auch für Artjoms Rudnevs, dass er überhaupt mal wieder das Trikot des HSV überstreifen und ran durfte, von Anfang an, auch wenn es nur für die Zwote war. Sein letzter Startelfeinsatz war am 28. Februar in Frankfurt, das letzte Spiel  über  komplette 90 Minuten durfte der Lette beim Auswärtsspiel davor, beim legendären 0:8 bei Bayern München absolvieren.

Auch in dieser Saison ist ihm ganz unmissverständlich gesagt worden, dass man nicht auf ihn setze, entsprechend fand er keine Berücksichtigung, so dass es aus seiner Sicht Sinn macht, sich zumindest in der Regionalliga Spielpraxis zu verschaffen, zumal der HSV seine Erfahrung zur Zeit mehr als benötigt, damit es endlich einmal effektiver vor des Gegners Tor zu geht.

Überhaupt ist die Zwote vom Papier her nicht schlecht besetzt gewesen in den letzten Spielen. Hirzel im Tor, Götz wieder als Rechtsverteidiger, auch Jung und Arslan waren nach dem Ausflug nach Hoffenheim mit von der Partie, dazu Rudnevs, der Lizenzspieler Philipp Müller. Mit dem Personal muss man einfach mehr erreichen, als dies bisher gelungen ist.

Die Frage, ob man mit dem vorhandenen Personal mehr als das Bisherige erreichen muss, stellt sich für die Erste nicht. In einem Spiel Not gegen Elend, in dem der HSV zwar 20 Torschüsse zu verzeichnen hatte, aber gegen einen komplett indisponierten Gegner keine oder kaum zwingende Chancen erarbeiten konnte, brachte dann eine gelungene Aktion über Stieber und in erster Linie Gregoritsch, die Erlösung, als der durch Schipplock hervorragend eingesetzte Lasogga die Chance nutzte, die selbst meine Oma genutzt hätte und das längst fällige 1:0 erzielte. Torflaute beendet nach über 300 Minuten, 3 Punkte eingefahren.

Überschwänglicher  Jubel blieb nach der Partie aus. Zu platt war die Truppe, die wieder einmal bis zum Anschlag gehen musste um einen über Zweitliganiveau nicht herauskommenden Gegner niederzuringen. Das ist das, was die Truppe derzeit kann. Nicht mehr und nicht weniger. Das bemühte sich auch Bruno Labbadia direkt nach Spielende den warten Journalisten sogleich in ihre Blöcke zu diktieren. Man habe noch einen weiten Weg vor sich und es werde noch dauern, bis sich so etwas wie eine spielerische Leichtigkeit einstellen werde. Defensiv ist das alles recht ordentlich, offensiv nach wie vor nicht.

Der Ausfall von Ekdal, wird daran nichts Grundsätzliches ändern. Dem HSV stehen Alternativen zur Verfügung.  Diaz oder Jung werden die Ekdal Rolle übernehmen können und ich bin mir sicher, jeder der beiden wird das auf seine Art ohne Qualtätsverlust hinbekommen. Genau wie Gregoritsch es auf seine Art hinbekommen hat, Hunt im HSV Spiel in keinster Weise vermissen zu lassen. Das Spiel läuft anders, aber nicht schlechter. Gregoritsch hat trotz vieler Schwächen überzeugt und darf wiederkommen.

Der HSV kann sich jetzt in aller Ruhe auf die Partie gegen Hannover 96 vorbereiten und tut dies zunächst auch mit trainingsfreien Tagen…zur Regeneration…weil die Herren ja immer an den Anschlag gehen…und das müssen sie mit Sicherheit auch wieder gegen Hannover und im Anschluß gegen Darmstadt. Es werden keine einfachen Spiele, denn man erwartet, dass der HSV diese Partien siegreich bestreitet. Man wird sehen, ob die Mannschaft diesem Druck bereits gewachsen ist. Ich habe meine Zweifel.

Wie dem auch sei. Für Fans und Symphatisanten war es ein schönes Wochenende. Platz 10 und 7 Punkte auf einen Relegationsplatz, sorgen für Ruhe. Das mag langweilig sein, ist aber nervenschonend und mithin gesund.

Euch allen eine schöne, erfolgreiche (und gesunde) Woche!

 

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