Tschüß Dieter!

Und Danke für Nix!

Ziel verfehlt, Vertrag ausgelaufen. Der Nächste bitte.

So einfach hätte es gehen können, einfach, wie die letzten paar Pünktchen in den letzten verbliebenen Spielen einzufahren.

Nun hat man aber in vermeintlich besseren Zeiten verkündet, auch im Falle des (sich verbal immer mehr andeutenden) Mißerfolges miteinander in der 2. Liga weiterarbeiten zu wollen.

Ein Lippenbekenntnis, des zunehmend schmallippiger werdenden Heckings, der schon bald zurückruderte. Dies allerdings auf äußerst elegante Art und Weise.

Er sei nicht wankelmütig, aber.., so hieß es plötzlich. Es sei keine Einbahn- sondern Eine Zweibahnstraße.

Schon zu dem Zeitpunkt durften dem geneigten Zuhörer zwei Dinge klar geworden sein, auch wenn er es, wie ich, zwar wahrnehmen, aber in einem Punkt zumindest nicht wahrhaben wollte: 1. Der HSV wird nicht aufsteigen und 2. Dieter Hecking wird gehen.

Nun haben Boldt und Hecking zusammen gesessen und der sich als erfolgreicher Erstligatrainer sehende Hecking, konnte  Personalanforderungen stellen, von denen er, spätestens seit dem Rückzug von Emirates als Trikotsponsoring und Klaus Michael Kühne als Namenssponsor für das Stadion, wissen musste, dass diese nicht erfüllt werden können.

Da war sie die ersehnte Zweibahnstraße. Der Eine fährt in den Urlaub und der andere in die selbstverantwortete eigene Grütze.

Honeymoon is over!

Ich bin wahrlich nicht als großer Fan von Bernd Hoffmann bekannt, aber der im März geschasste Vorstandsvorsitzende, hatte die Alarmzeichen wahrgenommen und mit seinem obigen Ausspruch klar zu erkennen gegeben, im Zweifel bereit gewesen zu sein, die Reißleine zu ziehen, derer es zur Zielerreichung kurz vor Toreschluss dringend bedurft hätte.

Entlassung des Trainers, der im Grunde seit dem verlorenen Pokalspiel gegen Stuttgart die falschen Signale aussendete, zudem die Mannschaft auf dem Feld von Spiel zu Spiel weniger zu erreichen schien.

Mit einem Cardoso (oder wem auch immer) auf der Bank, hätte man das Ziel Aufstieg erreicht. Es hätte lediglich einen kleinen, irgendwie gearteten externen Motivationsschubs gebraucht, mehr nicht. Ein kosmetischer Kniff, anstelle der zunehmenden öffentlichen Kritik seitens des Trainers an den Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft, hätte gereicht. Jenen Unzulänglichkeiten, die  – hinter vorgehaltener Hand – bereits die gesamte Saison im Volkspark zu vernehmen waren. Irgendwann hat sich diese Einschätzung wohl auch mal bis in die Kabine herumgesprochen. Für die Förderung einer echten Leistungskultur ist das sicherlich eher suboptimal.

Hoffmann lässt es sich inzwischen mit dem beim HSV verdienten Geld gutgehen, hinterlässt auf anderem Gebiet aber einen Scherbenhaufen: dem Nachwuchsbereich. Ausgerechnet dort, wo  – nach jetzigem Bekunden der Verantwortlichen – der Rettungsanker des in immer schwerere See abdriftenden Tankers HSV liegen soll. Unter seiner Ägide nicht nur von 2 Sportchef sträflich vernachlässigt – man hatte ja keine Zeit, war auf anderen Baustellen unterwegs, oder keine Lust und vor allem keine Ahnung (Becker) – sondern in seiner gerade entstandenen Grundsubstanz sukzessive zerstört, wird man hier nicht mehr wirklich fündig werden, um die 1. Mannschaft in der 2. Liga aussichtsreich bestücken zu können.

Doch zurück zu Hecking, der sich natürlich nicht zu schade war, seinen Pressbuddies auch am Wochenende zur Verfügung zu stehen, um Rede und Antwort zu geben und seinen Arsch am Urlaubsort in Cuxhaven im Trockenen, dem HSV bei 90,3 im Sportplatz Hamburg gar kluge Ratschläge erteilte.

Was zu Beginn nach einer passablen Erfolgsstory aussah, entpuppte sich am Ende als Luftschloss. Hecking ist ein Verwalter, kein Visionär, kein Entwickler. Das wusste man, wie man um die Unbeherrschtheit eines Timo Letschert, die Wankelmütigkeit eines Sonny Kittel oder die Verletzungsanfälligkeit, das mangelnde Tempo und die nie vorhandene Fitness eines Ewerton wusste. Und doch bleibt zu konstatieren: Es ist im Laufe der Saison schlechter geworden.

Von daher weine ich Dieter Hecking keine Träne nach.

Tschüß Dieter, danke für nix. Aber mach es trotzdem gut.

P. S. Als Ergänzung zu diesem Text gerne auch Hecking vor dem Abgang?

P. P. S. Mehr zu der Thematik und der Problematik beim HSV gibt es in der kommenden Folge des Verzäll Nix! Podcasts. Voraussichtlich ab Dienstag zur Geisterstunde on air.

3 Kommentare

  1. Avatarbopsi

    Diese anfangs “passable Erfolgsstory” könnte auch mit der Geschichte Jatta/Daffeh zusammenhängen, die die Mannschaft tatsächlich mal zusammengeschweißt hatte und evtl. so etwas wie Teamgeist aufkommen ließ.
    Für mich war Hecking nach dem Pokalspiel gegen den VfB komplett entzaubert, seine dämliche Relativierung des Ausscheidens, das ja zudem viel Geld kostete bzw. gar nicht erst einbrachte, passte da wunderbar in das Bild eines völlig überschätzten und keineswegs souveränen Übungsleiters.
    Es ist gut, dass Hecking nun weg ist, aber leider sind ja noch Boldt, Jansen, etc. da …

  2. WORTSPIELERWORTSPIELER

    zurückgucken hat beim HSV ja tradition. guck mal die PK von heckings vorstellung beim HSV – vor nur einem (!) jahr:

    https://twitter.com/HotTexasKetel/status/1280169419801591810

  3. slobocop plusslobocop plus

    hecking ist weg. und das ist gut so.

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