U 19 Derby-Sieg: HSV schlägt St. Pauli mit 2:1

logo-U19_hsv-pauli

***JETZT MIT VIDEO***
Nach der samstäglichen 1:3 Niederlage der “Zwoten” gegen die “Wölfe” und dem 0:8 Debakel der “Ersten” gegen die Münchner Bayern, war es an der U19 der Rothosen, die Fahne für den Hamburger SV hochzuhalten und an diesem Wochenende den Total-Gau zu verhindern.

Maurice Litka, bei St. Pauli mit einem Profivertrag bis 2018 ausgestattet, konnte nur wenige Akzente im Spiel setzen.

Maurice Litka, bei St. Pauli mit einem Profivertrag bis 2018 ausgestattet, konnte nur wenige Akzente im Spiel setzen.

Am Sonntag um 11 Uhr baten die A-Junioren des HSV  zum Stadtderby in der Bundesliga Nord/Nordost gegen den Lokalrivalen, den FC St. Pauli. Vor vollbesetzter Tribüne und unter den Augen von HSV Sportchef Bernhard Peters sowie St. Paulis Cheftrainer Ewald Lienen.

In einem rassigen Spiel war St. Pauli über weite Strecken die bessere Mannschaft. Während der HSV es fast schon traditionell mit “langem Hafer” nach vorne versuchte, zeigte St. Paulis U19 die reifere Spielanlage ohne jedoch wirklich für klare Torchancen sorgen zu können. Immer wieder grätschte ein Rothosen-Bein im letzten Augenblick dazwischen. Einmal mehr entpuppte sich dabei Kapitän Benjamin Safo-Mensah als Turm in der Schlacht.

Etwas überraschend fiel dann auch das 1:0 durch den Hamburger SV durch Dren Feka in der 40. Minute. Bezeichnenderweise fiel dieses Tor nach einer Standardsitution, nämlich einem Eckball von rechts, nach dem der 17jährige Deutsch-Albaner die kurzzeitige Desorganisation der Paulianer ausnutzte und mit einem trockenen Schuss vollendete.

Die Führung stellte den Spielverlauf zu diesem Zeitpunkt ziemlich auf den Kopf. Die Paulianer zeigten sich jedoch unbeeindruckt von dem Rückstand und drängten auf den Ausgleich. Diese Drangperiode wurde nur durch gelegentliche Konter des HSV unterbrochen, von denen einer das 2:0, wiederum durch Dren Feka,  hätte bedeuten müssen.

St. Pauli mit unverändert feinen Flachpasskombinationen, die von der U19 des HSV häufig nur durch Fouls unterbunden werden konnten. Als alle sich schon auf den Pausentee eingestellt hatten, führte einer dieser aus den zahlreichen Fouls resultierender Freistoss quasi mit dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich. Nach einem Freistoss von der linken Strafraumkante und einem schweren Fehler von  HSV Keeper Kreidl, der den einfachen Ball nicht festhalten konnte, klatschte dieser an die Latte. St. Paulis Michael Kwabena Ambrosius schaltete am gedankenschnellsten und staubte zum 1:1 Pausenstand ab.

Auch nach dem Wechsel die Paulianer mit viel Druck und der HSV zunächst ungeordnet und wenig kompakt, dabei immer wieder mit leichten Ballverlusten in der Vorwärstbewegung, dei St. Paulis U19 immer wieder zu schnellen Kontern einluden, bei denen sich die HSV Deckung dann schnell in Unterzahl befand. Aus einer derartigen Unterzahl-Situation resultierte dann auch St. Paulis größte Chance in Führung zu gehen. Als die HSVer sich nur durch ein Foul im Straufraum eines der Gästekonter erwehren konnte, blieb dem gut leitenden Schiedsrichter Brandt keine andere Möglichkeit als auf den Punkt zu zeigen. Dennis Rosin trat in der 57. Minute zum fälligen Strafstoss an, doch er verzog und schoss links am Gehäuse der Rothosen vorbei.

Onwuzo brachte nicht die erhoffte Stabilität in der St. Pauli Defensive.

Die Einwechslung von Francis Amaechi Onwuzo brachte nicht die erhoffte Stabilität in der St. Pauli Defensive.

Dieser verschossene Elfer zeigte Wirkung bei den Braunen. In der Folge kam der HSV besser ins Spiel, ohne dabei jedoch glänzen oder wirklich spielerisch überzeugen zu können. Trotzdem erspielte sich der HSV die eine oder andere Möglichkeit, weil St. Pauli ein wenig die Ordnung verlor, die ein an der Seitenlinie wild gestikulierender Joachim Philipkowski lautstark wiederherstellen wollte. Er brachte den körperlich robusten Francis Amaechi Onwuzo für  Lennart Keßner um wieder mehr Klarheit und Durchlagskraft im defensiven Mittelfeld zu gewinnen. HSV Coach Otto Addo wechselte nach 64 Minuten den besten Torschützen des HSV ein: Melvin Krol sorgte für eine deutliche Belebung im Angriff der Rothosen. Obwohl er ein ums andere Mal ins Abseits lief und die eine oder andere Situation überhastet vergab, sorgte er doch für viel Unruhe in der Hintermannschaft der Paulianer.

In dieser Phase, bekam die U19 des HSV mehr Zugriff auf die Partie und es ergaben sich auch mehr Räume, weil St. Pauli das Feld nicht kampflos räumen wollte. Der Ball lief jetzt flüssiger durch die HSV Reihen. Zwangsläufige Folge war zunehmende Möglichkeiten. Eine dieser Chancen nutzte Merphi Kwatu, der für mich auffälligste und spielerisch reifste HSVer in der 75. Minute zum 2:1 Führungstreffer. St. Pauli in der Folge wild entschlossen, den Ausgleich zu erzielen, bot nun noch mehr Räume ohne dabei in ihren Aktionen allerdings zwingend zu sein. Vielmehr hätte die U19 zum Ende des Spiels das Resultat noch auf ein 3:1 hochschrauben können und müssen.

Am Ende steht ein glücklicher, wenngleich aufgrund des Spielverlaufes nicht unverdienter Sieg der Rothosen U19, die ihre Chancen einfach besser genutzt hat als der Rivale vom Millerntor, den es kaum trösten wird, im direkten Vergleich beider Teams immer noch die Nase vorn zu haben: 5 Siege, 5 Unentschieden und 4 Niederlagen lautet es für die Paulianer nach diesem Spiel.

“Fußball ist bitter. Die erste Halbzeit hatten wir klar im Griff.” konstatierte St. Paulis Trainer Philipkowski entnervt nach dem Schlusspfiff. Sein Kollege Otto Addo empfand den Sieg aufgrund der zweiten Hälfte als verdient, musste allerdings auch zugeben: “Es hätte auch anders kommen können.”

Der Hamburger SV ist nach diesem Spiel mit 23 Punkten auf Rang 7 der Tabelle geklettert. St. Pauli, mit 22 Punkten und einem Spiel weniger, auf Rang 9 abgerutscht.



HSV (U19) – FC St. Pauli (U19) 2:1 (1:1)

15.02.2014, 11 Uhr – Wolfgang-Meyer Sportanlage, Hamburg-Stellingen

Aufstellungen

Hamburger SV:
Johannes Kreidl (TW), Leon Mundhenk, Armando Tikvic, Leon Deichmann, Benjamin Safo-Mensah (C), Andre Branco, Frank Ronstadt (64. Melvin Krol), Dren Fekra (85. Thore Jacobsen , Bibie Nije, Finn Porath (80. Mustafa Ercetin), Merphi Kwatu (82. Leon Pascal Kroiß)
Ersatzbank: Morten Behrens (TW), Arnold Hoeling, Maximilian Dittrich
Trainer: Otto Addo

St. Pauli:
Sebastian Kalk (TW), Michael Kwabena Ambrosius, Dennis Rosin, Marcell Sobotta,Brian Koglin, Marian Kunze (C) (83. Terje Scheffel), Lennart Keßner (67. Francis Onwuzo), Tim Pahl, Furkan Pinarlik, Maurice Litka, Andranik Ghubasaryan (52. Edmund Saß)
Ersatzbank: Sven Brodersen (TW), Josef Oshoffa, Marvin Kehl, Mario Schilling
Trainer: Joachim Philipkowski

Tore:
1:0 Dren Feka (40.)
1:1 Michael Kwabena Ambrosius (45.+2)
2:1 Merphi Kwatu (70.)

Gelbe Karten:
Benjamin Safo-Mensah (60.), Armando Tikvic (89.)/Tim Julian Pahl (33.), Dennis Rosin (35.)

Schiedsrichter: Patrick Brandt

2 Kommentare

  1. Flambo

    Auch wieder sehr informativ. Danke dafür! Aber warum hast Du so viele Worte fett hervorgehoben?
    P.S.
    Peters Plan geht anscheinend schon jetzt auf. U19, U23 und die Profis scheinen das gleiche System zu spielen: planlos nach vorne bolzen und das Beste hoffen. Und hinten hilft (vielleicht) der liebe Fußballgott. ;)

    Antworten
    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Fett ist es für diejenigen, die des Lesens längerer Texte nich mehr mächtig sind, weil sie einen Tweet schon für einen Aufsatz halten.

      Dass dies auf dich nicht zutrifft, beweist die verwandelte Steilvorlage (“gleiches System”). Ohne genaueres Lesen dieses und des U23 Spielberichtes wäre das nicht möglich gewesen! ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>