Von Rat- und Lustlosigkeit und ‘Sempf’

Was tun, wenn man das Gefühl hat, man müsste mal wieder einen Wochenrückblick verfassen, aber wenig Lust dazu verspürt, weil das Gefühl vorherrscht, so einen richtigen Mehrwert bietet das nicht.
Nicht für mich, aber auch nicht für den Leser? Ich muss zugeben, dass es mir zunehmend schwerer fällt, unterscheiden zu können wer was da draußen lesen möchte oder woran noch interessiert sein könnte, je mehr ich in die Blase HSV auf den unterschiedlichen Kanälen eindringe. Für mich ist am Ende des Tages bereits alles irgendwie schon hundertmal gesagt. Warum also zu jenen Themen, die längst bekannt und durchgekaut sind, noch einen Blog verfassen, überdies in einem Nischenblog, der sich nie darum gekümmert hat, wie viele Leute ihn lesen und wenn überhaupt, warum sie es tun.
Ich stelle fest, dass mich zunehmend andere Dinge interessieren, Dinge abseits vom Geschehen beim Hamburger Sportverein und gerade jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich in diesem Moment wohl eher meinen ‚Sempf‘ zu den beiden Partien der U21 in dieser Woche abgeben sollte….

[EINSCHUB:
und schwupps reingetappt in die Falle, also gut:
Die U21 ist wieder am Ball, das konnte am Montag sogar öffentlich von allen Interessierten bei Sport1 begutachtet und von wem wollte gar bewundert werden. Die Rothöschen traten in Wolfsburg an. Und ja, eines war in der Tat bewundernswert, die tolle Leistung von Keeper Morten Behrens auf der einen Seite und die reife und abgeklärte Leistung der mir ansonsten eher ‚verhassten Radkappen‘, die dieses Spiel in meinen Augen komplett verdient gewonnen haben.

Für mich nach wie vor enttäuschend, was die Zwote in dieser Saison auf den Rasen bringt. In Wolfsburg zum Beispiel mit einer Aufstellung die mit Ausnahme von Maximilian Geißen und Kapitän Haut und Fabian Gmeiner (immerhin U-N11 Spieler Österreichs) aus Spielern bestand, die vom Hamburger SV mit Profiverträgen ausgestattet sind: Behrens, Pfeifer, David, Kwarteng, Ferati, Stark, Köhlert, Behounek, Winzheimer. Da erwarte ich mehr, auch wenn das nach den ganzen Verfehlungen zur Hinserie, den Rückstufungen und der daraus zwangsläufig entstehenden schlecht(er)en Stimmung nicht unbedingt einfach ist.

Es zieht sich ja wie ein roter Faden durch diesen Klub, dass die Mannschaften in der Regel nicht in der Lage sind sich wirklich eine stattliche Anzahl von Chancen herauszuarbeiten und diese zu nutzen. Wie bei den Profis ist auch bei der U21 der Mittelstürmer die ärmste Sau auf dem Feld.

Auch im ‚Derby‘ gegen Norderstedt, zu dem man an der WMA mit Ronny Marcos und Nils Brüning bei den Gästen zwei alte Bekannte begrüßen durfte, war dies letztlich nicht anders. Einigermaßen glücklich konnte die Partie kurz vor Schluss noch mit 2:1 für sich entschieden werden. Beide Tore erzielte Manuel Wintzheimer, der endlich wieder einmal nach langer Durststrecke jubeln durfte.

Mit diesem Sieg kletterte die U21 immerhin von Rang 12 auf 9. Allerdings darf man sich mit lediglich 32 Punkten nach 24 Spielen und lediglich 4 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 15 des Klassenerhalts noch lange nicht sicher sein. Es bleibt also weiter eine unterm Strich unbefriedigende Zitterpartie in dieser Saison.
Klarer, aber im Verlauf zur Vorsaison genauso wenig besser sieht es bei den A- Junioren und den B-Junioren aus. Beide Teams konnten ihre Spiele an diesem Wochenende gewinnen.
Die U19 gewann gestern Abend beim TSV Havelse mit 4:1 (HSV Treffer: 2 x Suhonen, 2 x Ezeh) und schob sich damit mit 35 Punkten vorläufig vor die Hertha (mit einem Spiel weniger) auf Rang 6, stolze 11 Punkte hinter dem Stadtrivalen St. Pauli der punktgleich mit den Wolfsburgern aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Platz 2 rangiert. Die Kiezkicker gewannen ihr Match gegen Magdeburg ungefährdet mit 3:0.

Platzierungen der U19 des HSV und des FCSP im Überblick (Stand: 3-3-2019)

Platzierungen der U19 des HSV und des FCSP im Überblick (Stand: 3-3-2019)

Die U17 kam heute nicht über ein 1:1 gegen den Tabellenneunten Hannover 96 hinaus, ist nun mit 31 Punkten (15 Punkte hinter Tabellenführer Hertha) auf Rang 5 zu finden direkt vor den Jungs von St. Pauli mit 30 Punkten.
EINSCHUB ENDE]

oder aber, ob ich mich lieber um ein Thema kümmere, dass mich derzeit mehr interessiert, dass aber auf der anderen Seite total überstrpaziert wird. Die Rede ist natürlich von Alex Meier, von wem sonst 😉

[EINSCHUB ZWO
Mist, ich kann nicht anders, also eoin paar Worte…
Alex Meier trifft und ein Teil der Fanszene wettert, dass der HSV zu doof war Alex Meier zu verpflichten und dass St. Pauli mal wieder alles richtig gemacht hätte. Es gibt sogar Leute, die behaupten, Alex Meier hätte zu Saisonbeginn zum HSV gewollt. Nun besagter Alex Meier hat erst kürzlich verlauten lassen, dass ein Engagement beim HSV für ihn nicht infrage kam, dass er zwar eine schöne Zeit dort hatte (die Jugend bis zur U19 sowie später ein verletzungsbedingt schwieriges Jahr bei den Profis) und nichts Schlechtes über den Verein sagen kann und will, sein Hamburger Zuhause aber der FC St. Pauli sei, weil dort seine Profikarriere begann. Nun mag, der geneigte HSV Fan natürlich einwenden: Was soll Meier auch auf einem Fan-Talk des FC St. Pauli anderes sagen. Dem halte ich hier einfach entgegen: schon mal mit Alex Meier gesprochen? So von Angesicht zu Angesicht?

Meier selber hat mit dem HSV nicht über eine mögliche Verpflichtung gesprochen, es ist aber natürlich nicht auszuschließen, dass sein Berater Jürgen Milewski, der ja auch der Berater von Fiete Arp ist, im Vorfelde einmal ausgelotet hat, ob zu Saisonbeginn Interesse seitens des HSV an seinem Mandanten bestünde.

Im Übrigen, der FC St. Pauli hat ja auch im Traum nicht daran gedacht Meier zum Saisonbeginn zu verpflichten. Meier wurde erst nach deer Verletzung eine Option und auch lediglich als Platzhalter für Henk, bis dieser genesen ist. Jetzt wirkt natürlich alles wie ein Fußballmärchen. Aber selbst das – und das wollen wir hier nicht vergessen – wurde begünstigt durch Verletzungen im eigenen Team (Diamantakos, Allagui).

Ich muss allerdings zugeben, ich liebe dieses Fußballmärchen und nachdem ich erlebt habe wie geerdet Alex Meier mit der ganzen Situation umgeht, hege ich auch zunehmende Sympathien für ihn. Er passt dort hin und ich bin froh, dass er beim FC St. PAuli gelandet ist. Am Volkspark wäre dieses Märchen nie so geschrieben worden.
Eigentlich muss man für Alex einen neuen Direktorenposten schaffen, quasi einen zweiten Technischen Direktor wie für Ewald. Beide als Markenbotschafter von unschätzbarem Wert.

EINSCHUB ZWO ENDE]

Nee, Alex ist mir auch nur so zwischendrin eingefallen. Ich hatte mir eigentlich die Frage gestellt, ob ich die Zeit nicht lieber nutzen sollte und mir den Longread von 120 Minuten “Mehr Einordnung wagen: Warum Lokaljournalismus im Fußball weiter wichtig ist” zu geben, respektive – mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf die (allseits) geliebte Rautenperle – der jenem Blog zu Teilen zugrundeliegenden Veröffentlichung Zwischen Fanreportern und Spielverderbern.

Also, eigentlich wollte ich Reklame laufen für einen anderen Blog und euch fragen, was ihr hier überhaupt lesen wollt (ja, mir ist klar, dass ich mich hier auf Glatteis begebe, aber ich setze auf so etwas wie Nettiquette und bitte von daher die wirklich ernstgemeinten Zuschriften im Chat zu tätigen 😀 )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.