Von Schönrednern und Verpackungskünstlern – oder ‘tarnen, täuschen und verpissen!”

verpackungskünstler

Ich fasse es alles nicht mehr, dieser HSV bzw. die verantwortlich handelnden Personen treiben mich – nein nicht in den Wahnsinn, dazu ist dieser kleine Verein nun wahrlich nicht wichtig und bedeutend genug, aber doch mehr und mehr in eine Art innere Emigration. Es bleibt eigentlich nur noch ein kopfschüttelndes Abwenden, wenn einem die Hutschnur nicht gänzlich platzen soll und man beim kommentieren und beschreiben der Lage und der in diesem Zusammenhang getätigten Aussagen nicht zum verbalen Gewalttäter verkommen will.

7 Spiele nicht gewonnen, 2 Tore und einen lächerlichen Punkt erzielt und Sportchef wie Trainer fabulieren  von ‘gut gespielt’. Die Krönung lieferte Markus Gisdol heute mit der Aussage, ihn interessieren Punkte nicht, sondern nur ob sie gut spielen. Dann kämen die Punkte quasi von alleine. Nun, da sie in den letzten Spielen nicht kamen, die Punkte, hat man dann ja wohl ganz offensichtlich nicht gut gespielt.

Heribert Bruchhagen überrascht das alles nicht wirklich. Ihm schwante bei der Ansetzung der Spieltage (Man stelle sich nur vor, man muss gegen Dortmund, Leipzig und Bayern spielen, wie unfair!) schon, dass es schwierig und schwer werden könnte. Auch in dieser Saison.

Nicht umsonst warnte er bereits vor der Saison, dem Trainer könne es leicht ergehen wie im Vorjahr, so rein punktetechnisch und von der Platzierung her.

Markus Gisdol hingegen wollte so eine Situation beim HSV nie wieder erleben. Aus diesem Grunde muss er sie jetzt natürlich auch negieren und wie macht man das am besten? Natürlich, durch schönreden! Man habe Chancen gehabt, sie nur nicht genutzt. Man habe übermächtige Gegner am Rande einer Niederlage gehabt, man hätte etwas mitnehmen können, man habe sich nicht belohnt für den Aufwand. Ansonsten habe man sich unter seiner Ägide entwickelt. Die statistischen Daten belegen das nicht, eher das Gegenteil.

Sportchef Jens Todt stellt derweil fest, dass häufig 2-3 Prozent fehlten. Dummerweise immer dann, wenn es gerade nicht gegen die übermächtigen Gegner in der Liga geht. Im Pokal oder bei Freundschaftsspielen scheinen ja bereits 2. und 3. Ligisten übermächtig zu sein und so nimmt die Anzahl der Mannschaften auf Augenhöhe und damit die Chance des HSV auf punktuelle Erfolge peu à peu ab, wie sich auf der anderen Seite die Finanzschulden bei gleichzeitig sinkendem Kaderwert erhöhen.

Finanz- und Bilanzenschönfärbeakrobat Wettstein gibt zwar kleinlaut zu, dass die Ziele verfehlt wurden, weiß das Desaster aber derart geschickt in Worte zu packen, dass selbst die Mopo ihm glaubt, man werde ein ausgeglichenes Ergebnis 2017/18 präsentieren können, schließlich hat er die Verluste in der Vergangenheit auch immer zuverlässig vorausgesagt. Da werde seine Prognose schon stimmen.

Heribert Bruchhagen hingegen weiß den stabil aufgestellten HSV zwar in schwierigem Fahrwasser, die Lizenzerteilung für die nächste Saison sei aber kein Problem – für die 1. Liga. Welchen Weg man dann künftig gehen will und kann ließ er wiederholt offen. Er sehe sich nicht in der Lage Prognosen abzugeben, zu unwägbar sei das Geschäft. Wer konnte schon vor Jahren ahnen, dass man unter 10 Millionen keinen Linksverteidiger mehr bekommt. Niemand, aber wenn man ihn darunter nicht bekommt, bekäme man ihn auf jeden Fall auch für so eine Summe verkauft. Beim HSV allerdings nicht, da muss noch draufgezahlt werden um Spieler in der 2. englischen Liga unterzubringen oder sonstwo.

Man könne auch ohne Herrn Kühne, sagt dieser eloquente Vorstandsvorsitzende, dessen hervorstechendste und bemerkenswerteste Eigenschaft dieser Tage ist, die Journalisten bereits im Vorfelde etwaiger Diskussionen oder Fragen auf das schärfste abzukanzeln.

Finanziell ist das alles nicht bedrohlich, sagt er, um in fast gleichem Atemzug zu erwähnen, dass er von der Materie an sich eigentlich gar keine Ahnung habe und letztlich alles nur der Wettstein beurteilen kann.

Hoffnung macht das nicht gerade, wenn man sich die Wettsteinsche Erfolgsgeschichte bei anderen Fußballvereinen so anschaut. Die waren am Ende seiner Tage immer ‘ready for investor take over’.

Na, was schert es die Herren: erst tarnen, dann täuschen und zum Schluss verpissen, so läuft das Spiel in Hamburg. Natürlich mit satten Abfindungen versüßt. Noch gibt es offensichtlich genug zu melken. Wie lange noch?

P.S. Ach ja, man müsse nur die Situation auf der Einnahmeseite verbessern. Das hört man auch bereits geraume Zeit. Die Umsätze (und die Einnahmen) stagnieren, sind gar rückläufig (und dabei noch nicht einmal die TV Gelder, die absolut eben nicht gesunken sind, weil mehr ausgeschüttet wird). Seit Jahren geschieht hier nichts. Der HSV verkauft sich schlecht, die Marke ist angeschlagen, der Respekt fehlt. Zurecht!

7 Kommentare

  1. WORTSPIELERWORTSPIELER

    Finanz- und Bilanzenschönfärbeakrobat Wettstein gibt zwar kleinlaut zu, dass die Ziele verfehlt wurden, weiß das Desaster aber derart geschickt in Worte zu packen, das selbst die Mopo ihm glaubt, man werde ein ausgeglichenes Ergebnis 2017/18 präsentieren können, schließlich hat er die Verluste in der Vergangenheit auch immer zuverlässig vorausgesagt, dann werde seine Prognose schon stimmen.

    die (personal-)ausgaben sind ja trotz aller beschwörungen des HSV-vorstandes zu dieser spielzeit auch nicht gesunken, sondern sogar deutlich gestiegen. wurde und wird einfahc hingenommen, weil bruchhagen akkes abwürgt und die medien sich abwürgen lassen.

    die erhöhten TV-gelder werden den HSV vorerst über wasser halten können: http://fernsehgelder.de/ !!! das problem nur: es ist für die statistik ein gutes, aber im vergleich zur konkurrenz ist der handlungsspielraum eher niedriger, da die preise steigen und die anderen vereine eben real mehr geld zur verfügung haben werden, während es beim HSV nur auf dem papier und ind er bilanz steht. das verhält sich wie mit den KMK-anteilen an der AG. von dem geld hat der HSV ja auch nie was gesehen, sondern es wurde nur umgeschuldet.

    insofern sind die prognosen von wettstein & co. für die bilanz der diesjährigen saison 2017/18 mehr als nur optimistisch, da die großverdiener weiter an bord bleiben und sogar neue hinzukommen werden, wenn es vertragsverlängerungen & co. geben wird.

    achso, wer nun wieder alles wie “kai aus der kiste” kommt und meint, die HSV-bilanz erst bewerten zu wollen, wenn die genauen zahlen (dezember) vorliegen, den seien die diskussionen der letzten beiden jahre empfohlen, wo sich im winter jeweils NICHTS an dem desaster änderte und man alle relevanten kannte. der verweis dient lediglich der gewinnung von zeit und der verschleierung. das erneute minus – immerhin das zweithöchste aller zeiten und das siebte in folge, wobei es letzte saison ja noch bilanziell-technisch (stichwort: eingliederung der stadion AG) schöngerechnet wurde – ist und bleibt das katsrophale ergebnis ener desaströsen sport- und wirtschaftspolitik der HSV-“exzellenzen”, die allesamt an ihren stühlen kleben. schönen gruß an “pattex-karla”, der es geschafft hat, ALLE ziele zu verfehlen und negativ zu toppen, die seine vorgänger schon kläglich hinterlassen hatten.

    diejenigen “echten HSVer”, die wirtschaftlich auf dezember verweisen, sind im sportlichen bereich nicht gerade selten auch diejenigen, die während der vorbereitung die testspiele und deren eregbnisse schönzureden versuchen und auf den bundesligastart verweisen. auch hier kann man jedes jahr – einmal im august und einmal im februar – dann die selben strickmsuetr erkennen: ist ja nicht so dramatisch wie es aussieht. alles auf dem weg der besserung. nächstes mal wird alles besser.

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  2. PaderbornerPaderborner

    SNAFU

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  3. GVGV

    Die DfL wird den HSV so lange als möglich in Liga halten wollen, als das “Krisen Enfant terrible”, das bringt weitaus mehr Publicity als ein Kleinstadtclub aus der Provinz, der zwar vorübergehend ein paar Underdogsympatien genießt, aber bald schon zu klein und bieder und langweilig sein wird.

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    1. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

      Klar, aber die DFL wird sich nicht von irgendwelchen Schönrednereien blenden lassen und vor allem wird sie nicht verhindern, dass man sich in Hamburg weiterhin in einem Selbstbedienungsladen die Taschen vollstopft um dann den Nachfolgern den jeweils angewachsenen Scherbenhaufen zu überlassen, für den man ja nichts konnte, weil die Vorgänger…

      Irgendwann ist auch da das Ende der Fahnenstange erreicht und irgendwann erlahmt auch das Interesse am jährlich wiederkehrenden Murmeltier.

  4. GVGV

    D.h. bringen z.B. Nürnberg oder Düsseldorf stabile Strukturen in die BL, generiert sich der talentierte FC dauerhafter als nächster Krisenclown, würde der Dino zunehmend verzichtbarer.

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  5. WORTSPIELERWORTSPIELER

    wie ich mir die zeitumstellung merke..:?!

    im sommer ist der HSV wieder einmal VORletzter.
    im winter bleibt der HSV hinter den erwartungen ZURÜCK.

    btw: wird die dino-uhr heute nacht auch umgestellt…?!

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  6. WORTSPIELERWORTSPIELER

    was ich nicht verstehe: der HSV hat doch besserungsscheine ausgegeben. wann wird es denn nun endlich besser…?

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