Vorbericht Leverkusen – HSV

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Am Samstag um 15:30 h ist es nun soweit. Peter Knäbels erstes Pflichtspiel als Cheftrainer steht an und das ausgerechnet gegen Leverkusen. Die Ausgangslage ist klar: Bayer will und muss gewinnen um sich direkt für die Champions League qualifizieren zu können und der Hamburger SV steht nach der Niederlage gegen die Hertha mit dem Rücken zur Wand und muss mit allen Mitteln ein Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz verhindern.

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV bei Bayer 04

Auswärts- und Gesamtbilanz des HSV bei Bayer 04

Die Gesamtbilanz gegen den “Pillen-Club” ist für die Hamburger zwar leicht positiv, auswärts gab es in den letzten Jahren in Leverkusen allerdings nicht allzuviel zu beschicken. Der letzte Sieg liegt bereits 6 Jahre zurück. Beim 2:1 am 22. Februar 2009 erzielte Marcell Jansen beide Treffer für den HSV. Die Hamburger brachten damals den knappen Vorsprung trotz eines Platzverweises von Jerome Boateng über die Zeit. Damals auch mit von der Partie war Ivica Olic, der nun meint, sich bei seiner Nationalmannschaft das notwendige Selbstvertrauen zurückgeholt zu haben, um endlich auch für den HSV wieder treffen zu können.

Ebenfalls dabei Leverkusens Stefan Kießling, der eine klare Ansage vor der Partie am Samstag macht: “Wir wollen zu Hause das Spiel gewinnen!” Dennoch erwartet er ein schwieriges Spiel. Die Leverkusener werden versuchen ihr Spiel dem HSV aufzuzwängen und sind guter Dinge, dass die Hamburger Fehler machen werden, die sie ausnutzen können. Über die Umstände des Wiedersehens mit seinem alten Trainer Peter Hermann freut sich Stefan Kießling allerdings weit weniger. “Er ist ein erfahrener Trainer, Co-Trainer und von ihm kann man einfach soviel lernen. Peter wird da neuen Schwung rein bringen und wird mit Sicherheit auch versuchen da ein bischen was zu verändern, aber was, das wissen wir nicht” sagte er gegenüber Bayer 04-TV. Zum Hinspiel äußerte sich Kießling in gewohnter Manier: “Da ging’s nur auf die Knochen eigentlich”. Allerdings glaubt er nicht, dass es noch einmal so ein Spiel wird.

Glaube und Hoffnung bei den Hamburgern speisen sich in erster Linie aus der Anwesenheit des neuen “Heilsbringers” Peter Hermann sowie der Tatsache, dass Trainer Peter Knäbel erstmals in dieser Saison alle Profis im Training zur Verfügung standen. Somit hat er vor diesem Wochenende die Qual der Wahl und man darf gespannt sein auf Kader und Aufstellung an diesem 27. Spieltag. Die Qual der Wahl stellt sich auch in der Torwartfrage: Drobny oder Adler, der dem HSV zuletzt im Testspiel gegen den VfL Osnabrück mit einigen guten Paraden das torlose Remis rettete. Adler könnte gegen seinen alten Arbeitgeber besonders motiviert sein. Wer letzlich spielen wird, entscheidet Torwarttrainer Stefan Wächter. Peter Knäbel wird die Entscheidung am Karfreitag letztlich nur verkünden. Interessant wird auch zu sehen sein, ob sich der eine oder andere “Youngster” noch im Kader befinden wird. Ich gehe eher davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird, sondern man im Abstiegskampf wieder auf die “arrivierten Kräfte” setzen wird.

Die letzten Ergebnisse des HSV bei Bayer 04 Leverkusen:

  • 3:5 (2013/14)
  • 0:3 (2012/13)
  • 2:2 (2011/12)
  • 1:1 (2010/11 )
  • 2:4 (2009/10)
  • 2:1 (2008/09)
So könnten sie spielen:

Bayer Leverkusen:
Leno – Jedvaj, Toprak, Spahic, Wendell – Castro, L. Bender, Rolfes – Bellarabi, Brandt – Kießling

Hamburger SV:
Adler – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Behrami, Holtby, Stieber, Müller – Olic, Lasogga
Bank: Drobny, Rajkovic, Kacar, Rudnevs, Beister, Diaz, van der Vaart


Die HSV-Pressekonferenz vor dem Spiel

Peter Knäbels erste Pressekonferenz vor einem Pflichtspiel dauerte eine knappe Viertelstunde. Dabei präsentierte er sich aufgeräumt und schlagfertig. Es war eine der besseren PKs des HSV, soviel steht fest. Doch zunächst zu den Fakten das Leverkusenb Spiel betreffend:

1. Alle Nationalspieler sind verletzungsfrei und mit viel Selbstvertrauen zurückgekehrt.

2. Wer letztlich nach Leverkusen mitfährt, richtet sich nach den Spiel- und Trainingsleistungen. Ein gutes Training, wie jenes welches Rudnevs gestern abgeliefert hat ist zuwenig um berücksichtigt zu werden.

3. In Leverkusen will man eine größere Präsenz im Strafraum und auf den letzten 30 Metern erreichen ohne dabei die gezeigten Defensivqualitäten zu vernachlässigen. Man müsse sehr präsent und solidarisch gut verteidigen. Die Spielprinzipien unterscheiden sich dabei nicht grundsätzlich von denen Joe Zinnbauers.

4. Es wird ein umkämpftes Match erwartet, bei dem beide Seiten konsequent zur Sache gehen werden ohne die Grenzen des Fairplay zu verletzen.

5. Die Arbeit mir Peter Hermann macht viel Spass und die Zusammenarbeit läuft, wie Peter Knäbel es sich erträumt hat. Die Kaderbennenung und die Aufstellung wird im Team besprochen. Die Trainingspläne und -inhalte werden gemeinsam erarbeitet. Für die Spielstrategie ist Peter Knäbel verantwortlich, für das Aufwärmen, Passspiel etc. Peter Hermann. Härtefälle werden ebenfalls im Team entschieden.

6. Grundsätzlich könne man mit 2 Stürmern spielen. Lasogga und Olic nähern sich allmählich ihrer Topform. So wie Stieber die letzten Spiele gespielt hat, wäre es eher unwahrscheinlich, mit ihm auf der Seite zu beginnen, waren aber die einzigen Aussagen zu denen sich Knäbel bezüglich einer möglichen Aufstellung hinreissen ließ.

Ansonsten bleibt anzumerken, dass es eine (fast) souveräne Pressekonferenz von Peter Knäbel war, bei der er sehr eloquent und auch witzig Rede und Antwort stand. Auf die Frage nach dem Plan für das Spiel gegen Leverkusen entgegnete er zum Beispiel: “Ist das wirklich eine Frage für die Pressekonferenz?” und die Frage. “Wie weit sind sie in Sachen Torwartfindung?” beantwortete er lächelnd mit einem einfachen “Weit!”.

Zum Ende der Pressekonferenz wurde Peter Knäbel noch auf den Widerspruch in den Aussagen von Karl Gernandt und Dietmar Beiersdorfer hingewiesen, die diese in Bezug auf seine Person bei einem möglichen Abstieg tätigten. Zunächst versuchte Knäbel diesen Widerspruch logisch zu lösen, was ihm nicht so recht gelang um dann plötzlich völlig ohne Not zu erzählen, dass Kark Gernandt sich nach seiner Aussage, er (Peter Knäbel) würde an Strahlkraft verlieren, bei ihm gemeldet und seine Aussage dargestellt hätte. “Ich sehe das nicht als persönliche Attacke” beendete Knäbel dieses Thema.

Deutlicher hätte man es nicht mehr machen können, dass hier von einem abgestimmten Verhalten in der Führungsetage des HSV keine Rede sein kann. Aber überzeugt euch selber:

Die HSV-PK im Wortlaut:

und für all jene, die den Direktor Medien bestaunen wollen, wie galant er Wasser einschenken kann, gibt es hier auch noch das Video von der PK:

10 Kommentare

  1. der Coach

    Danke für den schönen Vorbericht, war interessant zu lesen.

    Antworten
  2. Totti61

    Schönen Dank HeLuecht!

    dann wollen wir mal das Beste hoffen …

    Totti

    Antworten
  3. cool downcool down

    HeLuecht, gute Einstimmung für mich, bedankt. Es soll feststehen, dass Adler im Tor steht. Nun bin ich gespannt, inwieweit sich die Truppe unabhängig von einzelnen Star(t)postionen endlich als Team präsentiert und Gesicht, Körper und Charakter zeigt.

    Antworten
  4. cool downcool down

    @ HeLuecht: Ich schliesse mich Totti´s Wunsch an, dass Du das Henkerbild oben rechts durch ein anderes ersetzt. Vielleicht haben Deine Leser ja Ideen ;) Ich möchte für mich nicht dass dohend herabrasende Fallbeil vor Augen haben – obwohl es ja der Realität entspricht.

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  5. ky

    Super Vorbericht, und prima Darstellung der PK-Inhalte – sauberer, gut recherchierter Journalismus mit einer Prise ironi gewürzt – bedankt, HL!

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  6. ky

    ja, ich weiß, Ironie schreibt sich so – drexxspädd

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  7. HeLuechtHeLuecht (Beitrag Autor)

    Zur allgemeinen Info:

    Newssplitter zum HSV, interessante Links etc. findet ihr immer mal wieder bei “HeLuecht auf Facebook. Einfach mal reinschauen. Zum Lesen muss man auch nicht angemeldet sein. ;-)

    Antworten
  8. Aradia

    Guten Morgen ihr Lieben.
    .
    Heute ist viel los. Nachher werde ich meinen Esel füttern mit leckeren
    Mohrrüben.Dabei wenn er gut drauf ist wird er gestriegelt.
    Ist er beleidigt (weil wenig Zeit im Moment)und er so tut als ob er mich nicht
    kennt, muss er erst überzeugt werden, mit einem Apfel.
    Hilft immer. :wink:
    Danach ein bis,chen Stallarbeit.
    Hoffentlich ist die Autobahn nicht so voll.
    Nachmittags den HSV die Daumen drücken.
    .
    Die Aufstellung lässt mich nicht gerade jubeln, aber na ja.
    Statt Drobny nun Adler ist einfach ein Zeichen. :wink:
    Obwohl ich beide für gleich halte.
    Allerdings finde ich Drobny ein Tick besser, da bessere Nerven.
    Wir sollten Schalla gleich den Schneid abkaufen.
    Bei Freistoss springen, weil er kann nicht flach.
    Aber das wird der Spoditrainer den Jungs schon sagen.
    Und die Angst vor dem Torschuss, kann ich schon verstehen.
    Da geht ja der Starnimbus verloren.
    Aber da müssen sie durch.
    .
    Was haben wir uns schon für Gedanken gemacht.
    Falsche Ernährung, ahnungsloses Training, kein Bock zum quälen,
    Angst, usw.
    Dabei stellt man fest, Didi hat falsch eingekauft.
    Viele chronisch verletzte Spieler.
    3 fallen mir ein. Dann das hin und her mit Raffa.
    Seit Weihnachten wusste er?
    Holtby ist kein Ersatz.
    Das sind 5 Positionen (fast die Hälfte der Mannschaft) die fehlt.
    Ja Didi, ich will jetzt nicht mit Firmen Vergleiche kommen, weil
    das falsch wäre, sondern damit, das er so lange weg
    vom deutschen Fussball war.
    Und daher Namen gekauft hat, für viel Geld.
    .
    Und die Sponsoren?
    Wir haben Glück, mit Otto für die Jugend und Michi fürs Stadion.
    Wo bleibt der Bundbetuchte? :grin:
    Wo bleiben die Millionäre?
    Nix.
    Alles nur Gerede.
    Die halten ihr Geld zusammen, ich weiss wovon ich schreibe.
    Auch die, wollen ihr Schnäppchen haben und schmeissen es nicht
    für Fussballer raus.
    Es sind die treuen Anhänger die Urkunden für die Wand kaufen um den HSV
    zu helfen.
    Von daher ist die 1 Liga wichtig.
    Auch sollten die Entwertung der Spieler mal aufhören.
    Beschimpfungen in der Öffentlichkeit von Verantwortlichen wie Didi
    es jetzt macht um den Kopf zu retten finde ich unmöglich.
    Das ist Sache der Fans. :wink:
    .
    Aber wenn wir nun verlieren sollten, was dann?
    Matzab lesen, da wird dir geholfen.
    Überzeugungsarbeit bis ins Detail.
    Wir haben noch einige Spiele.
    Gute Bauchgefühle.
    Trost für Jedermann.
    .
    In diesem Sinne…………
    Frohe Ostern.

    Antworten
  9. ky

    @ aradia:
    Viel Wahres, leider. Aber mit “störrischem Vieh” scheinst Du Dich ja auszukennen :-)

    Der Buntbetuchte wird für mich immer der Totengräber des HSV sein – habe zu seinem Wirken seit 1990 im Verein mal eine längere Abhandlung bei Matz ab geschrieben, wo ich gesperrt bin, weil man dort die Wahrheit nicht gut vertragen kann – u.a. ja auch durch die Erfndung der Abteilung SC, die mit 2,5 Mio. p.a. im Schnitt zur Absicherung von Interessen Hunkes durch Reichert, Bednarek, Scheel, Liebnau, etc. aufgebaut wurde, und in deren Sog die Ertels dieser Welt glaubten, Eitelkeit wäre wichtiger als Kompetenz… Vergangenheit, die dem Verein immer noch schadet, denn Didi hätte eigentlich “alle Mann” austauschen müssen, um den Virus der Selbstzufriedenheit auszurotten.
    .
    Ich erwarte wenig bis Nix heute gegen die Pillen, eine knappe Niederlage wäre fürs “Ego” gut, eine Klatsche würde auch WOB und Bremen danach sehr schwer machen, was diese Spiele eh schon sind.
    Dieses Jahr wird es wohl nicht mehr gut gehen, dazu sind zu viele Fehler gemacht worden, und zuwenig Zeit und zuwenig Stringenz, diese zu eliminieren.

    Trotzdem – Frohe Ostern und NUR DER HSV.

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  10. cool downcool down

    Moin Aradia, schick doch mal Deine Spezialäpfel in die HSV Kabine – vielleicht hilft´s ;)

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